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Hilfsmittel - Fortbewegung - Laufroller und Co.

Dieses Thema im Forum "Kinder- und Jugendrheuma" wurde erstellt von Nixe, 3. Februar 2004.

  1. Nixe

    Nixe Neues Mitglied

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    Hilfsmittel - Fortbewegung - Laufroller und Co.

    Neben angepassten Schienen, die zur Stabilisierung von Gelenken und Korrektur von Fehlstellunge
    dienen, brauchen rheumakranke Kinder auch häufig entsprechendes Schuhwerk bzw. Einlagen.

    Sind Knie-, Hüft- oder Sprunggelenk/e betroffen, werden spezielle Hilfsmittel zur Fortbewegung benötigt.

    Für kleine Kinder (2 - 5 Jahre) bietet sich ein Münsterpferdchen an. Es gibt diese in zwei Größen,
    zu beziehen über den orthopädischen Hilfsmittelfachhandel. Wichtig ist hierbei, dass die Seitenteile
    abgeschraubt werden. Eine mir bekannte Händleradresse lautet: Sanitätshaus Hinrichsen - Tel. 08821-1375.
    Das Münsterpferdchen kostet um die 300 Euro - je nach Größe. Es wird in einer Behindertenwerkstatt her-
    gestellt. Das Münsterpferdchen hat keine eigene Hilfmittelnummer, kann aber in eine sogenannte Unter-
    gruppe eingeordnet werden - Therapiegeräte für Kinder - Spreizgeräte - somit ist eine Finanzierung
    durch die Krankenkasse normalerweise möglich.

    Auch Dreiräder bieten eine gute Möglichkeit zur Entlastung - der Sattel sollte möglichst senkrecht über
    dem Tretlager sein, damit die Kniegelenke beim Treten ausgestreckt werden können. Gleiches gilt
    für stabile Fahrräder mit entsprechenden Stützrädern, wobei die normalerweise mitgelieferten kleinen
    Stützräder allerdings zu instabil und wackelig sind.

    Bei grösseren Kindern bietet sich der Laufroller mit aufgeschweißtem Sitz an. Der Sattel sollte ein
    Ausstrecken der Beine ermöglichen. Dieser Roller wurde in der Garmisch-Partenkirchener Rheuma-
    Kinderklinik entwickelt.

    Es gibt einen Bausatz, mit dem man einen normalen stabilen Roller zum Laufroller umrüsten kann.
    Erhältlich für ca. 43 Euro (Kinderversion) über ITI-Innovative Technik Ilting, Josef Ilting, Brandostr. 14,
    45239 Essen Tel.: 0201/491236.

    Für grössere Kinder sind Fahrräder ein günstiges Trainings- und Fortbewegungsmittel.

    Auch ist eine Entlastung durch Unterarmstützen möglich, sofern keine Hand-, Ellenbogen- oder
    Schultergelenke betroffen sind.

    Kinderwagen (Buggys) gibt es auch für größere Kinder. Jedoch werden hier - wie auch beim
    Rollstuhl, die Gelenke im Sitzen gebeugt und nicht bewegt, was nicht ideal ist. Sie sollten daher
    nur bei kleinen Kindern oder zur Entlastung im Alltag genutzt werden.


    Die Kosten für einen Gehroller werden normalerweise leider nicht von der Krankenkasse übernommen.
    Es lohnt jedoch, versuchsweise einen Antrag auf Kostenübernahme zu stellen.


    Erstens wird ein Rezept vom Arzt benötigt, auf dem er die Notwendigkeit eines Laufrollers attestiert.
    Dazu sollte man ein kurzes Anschreiben an die Krankenkasse schicken. Hier das Muster unseres
    Schreibens, aufgrund dessen unsere Krankenkasse, die Hamburg-Münchener, die Anschaffung finanziert
    hat:

    Der Antrag auf Anschaffung eines Laufrollers wird wie folgt begründet:

    .... ist aufgrund seiner rheumatischen Erkrankung nicht in der Lage, längere Strecken zu Fuß zurückzulegen.
    Eine Entlastung der Fußgelenke ist aus medizinischer Sicht zwingend erforderlich. (Hier sollte, sofern
    vorhanden, auf einen vorliegenden Schwerbehindertenausweis mit Merkzeichen zur Gehbehinderung
    hingewiesen werden).

    Ein Roller eignet sich für den Transport wesentlich besser als ein Fahrrad. Er ist deutlich leichter und kann kurz-
    fristig auch von (Name des Kindes) selber getragen werden. Da ... mit dem Bus zur Schule fährt, ist ein Transport
    des Rollers in den Bus möglich (z.B. um den Weg von der Schule zur Schwimmhalle per Roller zu bewältigen
    oder an längeren Ausflügen während des Unterrichts teilnehmen zu können).

    Mit dem Laufroller kann ... seine Geschwindigkeit viel besser anpassen. Während er auf dem Fahrrad viel schneller
    ist als ein Fußgänger, kann er mit dem Roller seine Geschwindigkeit besser regulieren. So kann er z.B. in einer
    Gruppe Fußgänger mitfahren (Begleitung der Familie bei Ausflügen etc.).

    Mit dem Roller kann man sich in bestimmten Räumlichkeiten und Örtlichkeiten besser bewegen, da er viel wendiger
    ist. Auch ist ein Fahren in Fußgängerzonen möglich, in denen das Fahrradfahren verboten ist. Außerdem kann ...
    sich mit dem Roller auch in Supermärkten, auf dem Schulhof und im Schulgebäude selber sowie bei ganz akuten
    Beschwerden auch innerhalb der eigenen Wohnung bewegen.



    Liebe Grüsse Nixe
     
    #1 3. Februar 2004
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 18. August 2007
  2. Nixe

    Nixe Neues Mitglied

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    Bausatz für Laufroller

    Hier kommt eine Berichtigung:

    Es gibt einen Bausatz, mit dem man einen normalen stabilen Roller zum Laufroller umrüsten kann.
    Erhältlich für ca. 43 Euro (Kinderversion) über ITI-Innovative Technik Ilting, Josef Ilting, Brandostr. 14,
    45239 Essen
    TELEFON: 0201-491236

    Liebe Grüsse Nixe
     
    #2 9. März 2004
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 18. August 2007