Deshalb rate ich jedem, vor Anschaffung eines Haustieres mal die eigene Motivation zu hinterfragen...was erwarte ich von dem Tier, wozu schaffe ich es an? Wer nur was zum Kuscheln braucht ist mit einem Plüschtier besser bedient.
Das Leben mit einem Tier, erfordert Verantwortung, aber die ist auch notwendig, wenn ich mein Leben mit Menschen teile, wenn ich mich in einer Gruppe, einer größeren Gesellschaft bewege.
Viele Menschen rauchen, schädigen ihre Gesundheit, investieren ihr Geld in eine sinnlose und ungesunde Lebenshaltung.
Haustiere kosten Geld, aber das Geld ist gut "investiert", für beide Seiten...für den Menschen und für das Tier.
Heutzutage kann man sich über alles informieren, über die Effizienzklasse des neuen Kühlschranks, die Akkuleistung des neuen Smartphones, die neuen Beiträge der neuen Versicherung. Man kann rund um die Uhr Informationen nachlesen....so auch für die Haustiere.
Die Anschaffung eines Tieres erfordert immer eine gründliche Abwägung, insbesondere bei der Festlegung, um welches Haustier es sich handeln soll.
Ich wollte damals einen Hund, konnte aber selbst nicht gut laufen und war oft im Krankenhaus.
Ich wollte kein Käfigtier, also weder ein Nagetier noch einen Vogel.
Ich wollte weder Fische noch Reptilien.
Also blieb nur die Katze übrig, mit deren eigensinnigen Wesen ich mich erst anfreunden musste
Es war eine Vernunftsentscheidung, so wie auch vorher die Kosten geklärt wurden und vor allem sofort klar war, dass für uns niemals ein gezüchtetes Tier in Frage kommt, sondern nur eins aus dem Tierschutz.
Damit war es eine "Win-Win-Situation". Ich war tagsüber nicht mehr alleine, die Katzenkinder vom Tierschutz fanden ein gutes Zuhause.
Es spricht m.E. nichts dagegen, wenn man auch eigene Bedürfnisse berücksichtigt....natürlich (!) mit dem Wissen, dass auch die Bedürfnisse des Tieres wichtig sind und beachtet werden müssen.
Zu uns kommen mittlerweile nur noch ältere Katzen und die werden nach einem sehr klaren Raster ausgesucht. Sie müssen sich hier in eine vorhandene Gruppe einfügen, sie müssen ein gutes Sozialverhalten haben, sie müssen Kompromisse schließen.
Mir ist es egal, wie "Form, Farbe, Größe, Vergangenheit" der Katze aussieht, wenn sie zu uns passt, ist sie für uns perfekt und schön, wie sie ist.
Meine Katzen bringen alle eine gefestigte Persönlichkeit mit. Sie haben Erfahrungen gemacht und nicht nur Gute. Sie haben eine Vergangenheit und die war nicht nur schön.
Wir lernen uns kennen, wir verändern uns in unserer "Mensch-Tier-WG", sie wächst aufgrund eines neuen Mitglieds neu zusammen.
Letztlich profitiert jeder davon...der Mensch und das Tier.
Durch die sehr ausgeprägten Charaktere der Katzen bin ich selbst viel entspannter, offener und geduldiger geworden. Katzen kann man nicht zwingen, Katzen kann man einladen etwas zu lernen, zu verändern, sich anzupassen.
Und die Katzen haben bei uns ihre Chance, manchmal eben auch ihre einzige Chance, ihres Lebens bekommen.
Eine "Win-Win-Situation".
Wenn Menschen stark eingeschränkt sind, z.B. wie Puffelhexe, dann finde ich die Überlegung für ein Haustier gut.
Wichtig ist, dass es Menschen gibt, die den kranken Menschen unterstützen, damit die arttypischen Verhaltensweisen des Tieres berücksichtigt werden.
Meine Lady (schwarzweiß) wurde mit zunehmenden Alter immer menschenbezogener und würde sich bei Puffelhexe wohlfühlen. Im Bett liegen, auf dem Schoß sitzen, stundenlang geherzt werden....ein Paradies für Lady

Von diesen Katzen gibt es viele, es sind meistens ältere Katzen, die nicht mehr so sehr springen und rennen wollen, sondern bei ihrem Menschen sein wollen. Sie finden es toll, wenn sie viel Aufmerksamkeit bekommen.
Und warum dann nicht eine "Win-Win-Situation" anstreben". Wenn die Kosten getragen werden können, wenn andere Menschen das Katzenklo reinigen und andere Aufgaben erledigen, dann kann ein älteres Tier ein tolles Zuhause haben.
Leider gibt es immer noch das Vorurteil, dass Tierschutzkatzen gestört und verhaltensauffällig sind. Natürlich gibt es Tiere, die ihr Leben lang darunter leiden, dass Menschen ihnen Schlimmes zugefügt haben, aber es gibt auch viele Tiere, die einfach nur das Pech hatten, nicht mehr in das Leben ihrer Familie zu passen. Sie sind trotzdem unkompliziert, nett, freundlich, aufgeschlossen...und heimatlos.
Es gibt für jeden Menschen, der sich ein Tier wünscht, das passende tierische Gegenstück (ob nun Hund, Katze, Vogel, Meerschweinchen etc) beim Tierschutz.
Geteilte Freude ist doppelte Freude, geteiltes Leid ist halbes Leid.