Hallo Pumukel,
entschuldige bitte die spaete Antwort -- mir war nicht nach dem Schreiben von Texten zu Mute, weil ich einen Schub bekommen habe.
Also, ich hatte damals auch ein absolutes Sportverbot. Ich habe mich anfangs ein paar Mal ueber das Verbot leicht hinweggesetzt, weil ich nicht einsehen wollte/konnte warum ich mich nicht bewegen darf, wenn das Gelenk gerade nicht schmerzt und nach Aussage der Aerzte wieder in Ordnung sein sollte nach der OP. Allerdings habe ich danach jeweils wieder Probleme mit dem Knie bekommen und das "Austesten" der Grenze dann aufgegeben.
Um so etwas zu vermeinden wuerde ich wirklich das Gespraech mit Deinem Kind suchen, um eine Loesung zu finden. Ich hatte auch diesen ganz starken Drang mich austoben zu wollen und da war das absolute Sportverbot mehr wie eine Strafe. Ich denke, dass Gespraeche da fuer mehr Verstaendnis gesorgt haetten. Und ich bin ueberzeugt, dass man die Funktion des sich Austobens auch durch etwas anderes erreichen kann.
Gerade, wenn ich mit Freunden unterwegs ist habe ich das Sportverbot "gespuert", weil ich viele Dinge nicht mehr mitmachen konnte.
Ich habe dann verschiedene Loesungen gefunden: Beim Tischtennis spielen bin ich einfach auf einer Stelle stehen geblieben und habe mir angewoehnt nicht zu hechten oder sonstige Bewegungen auszufuehren. Das ist natuerlich langweilig, wenn man jung ist aber es ist besser als nichts. Beim Fussball spielen war ich sozusagen ein "Schiri", der am Rand steht/sitzt -- das ganze war mit sehr viel Spass verbunden und meine Freunde hatten es vorgeschlagen, damit ich nicht bloed danebensitze. Vor allem haben meine Freunde und ich aber auch Sachen gemacht, die nicht mit Sport verbunden waren. Und ich habe ihnen erklaert warum ich keinen Sport mehr machen darf. Sie haben es zum Glueck verstanden und mich nicht "ausgegrenzt".
Und: Ich habe mir ein neues Hobby zugelegt: ein Instrument spielen.
Nach der ersten Operation dachte ich: "Toll...Deine Hobbies sind weg." Aber ich habe auch gemerkt, dass mich sehr viel mehr als Sport interessiert. Natuerlich ist die erste Zeit nicht leicht aber man kann das echt prima meistern

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Ich kann nur aus meiner Erfahrung sprechen und ich habe nun einmal anfangs versucht das Sportverbot ein bisschen zu ignorieren. Falls das passieren sollte, wuerde ich das Gespraech suchen aber keine Vorwuerfe machen oder ein schlechtes Gewissen machen -- das hatte bei mir gar nichts gebracht und nur mehr Unmut und Trotz hervorgerufen. Manchmal braucht man etwas Zeit bis man einsieht, dass etwas erst einmal nicht mehr geht oder ueberhaupt nicht mehr geht -- vor allem darf das Sportverbot nicht als "Strafe" verstanden werden.
In Bezug auf andere Therapien: Ich hatte Akkupunktur bekommen und das hat einen sehr entspannenden Effekt fuer mich gehabt. Ausserdem habe ich Spritzen (ich glaube Hyaloronsaeure) damals bekommen -- den genauen Grund fuer die Injektionen weiss ich aber nicht mehr. (Ist schon zu lange her und ich kann leider auch nicht schnell nachschauen, weil ich nur die Berichte von der RA greifbar habe.)
Liebe Gruesse,
chamaeleon