Also bei DocCheck steht dazu:
Eosinophilie
von griechisch: philia - Liebe
Englisch: eosinophilia
1. Definition
Der Begriff
Eosinophilie kann unterschiedliche Bedeutungen haben.
1.1. Chemie
Eosinophilie beschreibt die Eigenschaft von Substanzen, die aufgrund ihrer gegenüber Säuren basisch reagierenden funktionellen Gruppen oder ionischen Eigenschaften mit diesen eine Säure-Base-Reaktion eingehen.
1.2. Histologie
In der Histologie dient der der Begriff zur Bezeichnung von Gewebe- bzw. Zellstrukturen, die durch saure Farbstoffe anfärbbar sind (beispielsweise durch Eosin).
1.3. Hämatologie
Synonym: eosinophile Granulozytose
In der Hämatologie bezeichnet man eine Vermehrung der eosinophilen Granulozyten in peripheren Blut als Eosinophilie. Sie ist eine Form der Granulozytose.
Das Gegenteil der Eosinophilie ist die Eosinopenie.
ICD10-Code: D72.1
Im folgenden wird nur der hämatologische Aspekt weiter besprochen.
2. Ursachen
Eine Eosinophilie kann sehr unterschiedliche Ursachen haben und ist häufig mit einer Basophilie vergesellschaftet. Dazu zählen unter anderem:
- Allergien
- Asthma bronchiale
- Urtikaria
- Allergische Vaskulitis
- Parasitosen
- Helminthen-Befall
- Trichinose
- Dermatosen
- Dermatitis herpetiformis
- Erythema exsudativum multiforme
- Pemphigus vulgaris
- Psoriasis
- Autoimmunerkrankungen
- Dermatomyositis
- Sklerodermie
- Sjögren-Syndrom
- Lupus erythematodes
- Panarteriitis nodosa
- Rheumatoide Arthritis (RA)
- Churg-Strauss-Vaskulitis
- Malignome
- chronische myeloische Leukämie (CML)
- Hodgkin-Lymphom
- Non-Hodgkin-Lymphome
- metastasierende Karzinome
- Hormonaler Dysregulation
- Morbus Addison
- Thyreotoxikose
- Medikamenteneinnahme
- Acetylsalicylsäure (ASS)
- Penicillin
- Phenprocoumon
- Dapson
Darüber hinaus sieht man bei vielen Infektionskrankheiten eine Eosinophilie als Zeichen der beginnenden Rekonvaleszenz oder krankheitsbegleitend bei Lepra, Gonorrhoe und Amöbenruhr. Auch in der Inkubationszeit einiger Infektionskrankheiten (z.B. Scharlach, Masern oder Erythema infectiosum) kann eine Eosinophilie auftauchen.
3. Referenzbereich
Der Referenzbereich für eosinophile Granulozyten bei Erwachsenen liegt ungefähr zwischen 0,05 und 0,25 (0,4) G/l, entsprechend 50 bis 250 (400) Zellen pro µl. Ausschlaggebend ist der vom Labor angegebene Referenzwert. Damit stellen eosinophile Granulozyten im normalen Blutbild etwa 1-4% der Leukozyten.