Eigendiagnose
Hallo lieber Frank,
ist ja erstaunlich, dass Du die Berliner Schnauze erträgst
Na, da trägt sicher auch ein etwas rauherer Ton bei der Marine zu bei....
Eigendiagnose, seltsame Frage hast Du da. Also, der Witz war ja, dass ich mich vor dem letzten Schub an einen Arzt gewandt habe, aber nur, weil meine Schwester mich dazu drängte. Damals hatte ich mir ja schon jahrelang einreden lassen, dass alles psychosomatisch ist - und war dann sehr überrascht, dass besagter Psychosomatik-FA mit Sklerodermie kam. Die passte aber nicht so gut - fand ich. Als dann der Gastro-Doc meinte, es wäre für ihn ein Lupus (der kam durch die ANAs drauf) und ich mich da erkundigte im Netz (vor allem Lupus-Live), da fiels mir wie Schuppen aus den Haaren (jaja, da sind sie wieder die Berliner

), war zu Tränen gerührt, weil eine bessere Beschreibung meines Krankheitsbildes habe ich selber nicht liefern können.
Heute sehe ich das aber differentierter (auch wegen der Befunde und des Blutbildes). Für mich ist nur klar: Kollagenose. Am ehesten tendiere ich zu dem, was auch die Rheumaambulanz während der Tagesklinik als Hypothese-Diagnose auf meine Akte schrieb: Mischkollagenose.
Wieso fragst Du? Würde mich interessieren... Hälst Du es (auch) für wichtig, was man selber dazu denkt? Manchmal denke ich auch sehr darüber nach, inwieweit man unbewusst seine Gesprächspartner von dieser eigenen Vorstellung zu überzeugen sucht. Für sehr objektiv halte ich die gesamte Diagnosefindung sowieso nicht - mit Verlaub gesagt. Dazu höre ich auch von ärztlicher Seite zu oft "ich glaube". Wenn das Ganze eine Glaubensfrage ist, dann kann ich auch zum Pastor gehen und um eine Diagnose bitten. Ich möchte dann schon gern Argumente für diesen Glauben hören. Als Beispiel: Es gab noch den Verdacht auf eine sehr sehr seltene Erkrankung. Dieser Verdacht wurde mir nicht "verraten" (was ich ok finde). Ich selber war aber durch meine eigenen Recherchen auch auf diese Erkankung gestoßen. Durch einen "Versprecher" outete sich aber Arzt, dass es diesen Verdacht gab. Ich befragte daraufhin Arzt B, was er davon hielte. Und dann kam: "Ach, das ist so selten. Das glaube ich nicht." - Ach so, weil etwas selten ist, kann es nicht sein? Was ist denn das für ein Argument? Ich habe es ihm nicht übel genommen, ich mag den Doc sogar recht gern. Aber ein Argument im Rahmen einer Diagnosesuche war es einfach nicht, oder?
Womit hast Du es denn eigentlich selber zu tun? Wie lange hast Du auf eine Diagnose gewartet? Und was hast Du denn immer "geglaubt"?
Viele Grüße
Erato