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Halbwissen in Weiß

Dieses Thema im Forum "Allgemeines und Begleiterkrankungen" wurde erstellt von Calendula, 3. Januar 2007.

  1. Calendula

    Calendula Die Ringelblume

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    http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,457313,00.html

    Ganz ehrlich: Ich bin schockiert.....

    Der Artikel:
    "Warum kommt medizinisches Wissen oft nicht oder zu spät im klinischen Alltag an? Lässt sich das vielleicht ändern? Das neue Feld der Versorgungsforschung soll Antworten liefern.

    Eigentlich sollte jeder niedergelassene Arzt wissen, wie er Bluthochdruck zu behandeln hat. Täglich bekommt er Besuch von Patienten, die darunter leiden; 345 Medikamente stehen ihm bei der Behandlung zur Wahl; und Leitlinien der medizinischen Fachgesellschaften geben ihm exakt Auskunft, welches davon er wann verschreiben sollte.

    Soweit die Theorie. In der Wirklichkeit jedoch werden nur etwa ein Viertel der Männer und ein gutes Drittel der Frauen ausreichend behandelt. Wieso kommen die Erkenntnisse aus der klinischen Forschung einfach nicht in der Praxis an? Stimmt es, dass die Patienten schuld sind, die nicht recht kooperieren?

    Wahrscheinlich nicht. Eine großangelegte Studie von Kölner Forschern stellt nicht den Patienten, sondern den Ärzten ein verheerendes Zeugnis aus. Die Forscher verschickten einen Fragebogen an niedergelassene Allgemeinärzte, Internisten und Kardiologen, um deren Basiswissen über die Behandlung von Bluthochdruck abzufragen. Peinliches Ergebnis: Von den 11.547 Ärzten, die den Bogen zurückschickten, wussten gerade einmal 4103, ab welchem Wert man überhaupt von Bluthochdruck spricht; ausreichende Kenntnisse auf dem Gebiet (mindestens fünf von acht Fragen richtig) hatte nicht einmal ein Viertel der Mediziner.

    "Wir brauchen viel mehr Studien dieser Art", sagt Matthias Schrappe, wissenschaftlicher Geschäftsführer der Universität Witten/Herdecke. "Was nützt alle Grundlagenforschung über Zellen und Moleküle, was nützen alle teuren klinischen Studien über die Wirksamkeit von Medikamenten, wenn dieses Wissen die Patienten gar nicht erreicht?"

    Was genau auf der "letzten Meile" der wissenschaftlichen Erkenntnisse - also beim letzten Schritt der Umsetzung in die Praxis - passiert, damit beschäftigt sich das junge Fachgebiet der Versorgungsforschung. Wissenschaftler, die, wie Schrappe, auf diesem Feld tätig sind, untersuchen nicht nur, wo Patienten nicht nach dem Stand des medizinischen Wissens behandelt werden; sie wollen auch herausfinden, woran das liegt. Nicht nur die Ärzte, auch die Patienten, das Krankenhaus, die Arztpraxis sowie das Gesundheitssystem als Ganzes werden von ihnen dazu unter die Lupe genommen.

    Lange wurde dieses Forschungsfeld in Deutschland vernachlässigt. Seit jedoch im Jahr 2000 ein Gutachten des Sachverständigenrats Über-, Unter- und Fehlversorgungen im deutschen Gesundheitssystem angeprangert hat, nahm seine Bedeutung rapide zu. Das Bundesforschungsministerium hat gemeinsam mit den Krankenkassen ein 21 Millionen Euro teures Programm zur Versorgungsforschung aufgelegt; auch die Bundesärztekammer fördert seit neuestem Studien auf diesem Gebiet. Die Universität Witten/Herdecke machte das Thema gar zum Dreh- und Angelpunkt der wissenschaftlichen Aktivitäten ihrer medizinischen Fakultät.

    Auch Forschungsministerin Annette Schavan sieht in der Versorgungsforschung einen "Beitrag für ein leistungsfähiges Gesundheitswesen". Und Holger Pfaff vom Institut für Medizinische Soziologie der Universität zu Köln und Vorsitzender des Deutschen Netzwerks für Versorgungsforschung sagt: "Ohne wissenschaftliche Erkenntnisse auf diesem Gebiet ist jede Gesundheitsreform so, als repariere man an einem Motor herum, den man gar nicht kennt."

    Eine Auswertung medizinischer Publikationen ergab, dass nach 20 Jahren von 101 untersuchten wissenschaftlichen Neuerungen nur 5 in der Praxis angekommen waren. Und selbst das bedeutet - wie die Bluthochdruck-Studie eindrucksvoll beweist - noch keineswegs, dass sie auch richtig angewendet werden. Gerade bei häufigen Krankheiten ist die Versorgung oft erschreckend schlecht.

    So zeigt sich beispielsweise,

    dass sich weniger als die Hälfte der Ärzte im Krankenhaus korrekt die Hände desinfizieren;
    dass die Infektionsraten, etwa bei den weitverbreiteten Venenkanülen, deshalb mitunter zwei- bis dreimal so hoch sind wie nötig;
    dass Ärzte extrem häufig schleimlösende Hustenmedikamente empfehlen, obwohl Studien längst gezeigt haben, dass sie wirkungslos sind;
    dass die Blutzuckerwerte von etwa einem Drittel aller Altersdiabetiker in Deutschland nur schlecht eingestellt sind;
    dass Patienten mit chronischen Schmerzen nur selten entsprechend den geltenden Leitlinien therapiert sowie viel zu spät und zudem meist nur auf eigene Initiative hin von einem Schmerzspezialisten behandelt werden.

    Wie, so fragen die Versorgungsforscher, sind diese erschreckenden Mängel zu erklären? Liegt es wirklich ausschließlich am dürftigen Wissen der Ärzte? Oder ist die Sache komplizierter?

    Wieder liefert die Kölner Bluthochdruck-Studie Aufklärung: Als die Forscher nämlich versuchten, die Wissenslücken der Ärzte mit Hilfe von Informationsbroschüren zu schließen, schlug das völlig fehl. Und auch andere Studien haben immer wieder gezeigt, dass passive Weiterbildungsmaßnahmen allein nichts verändern.

    "Wir müssen deshalb versuchen zu verstehen, wie Ärzte eigentlich ticken", meint Schrappe. Stefan Wilm zum Beispiel, Versorgungsforscher und Allgemeinmediziner von der Universität Düsseldorf, konnte durch Interviews und Gesprächsanalysen zeigen, wie wenig sich Ärzte, die von Nöten geplagte Patienten behandeln, von ihrem medizinischen Wissen leiten lassen. Stattdessen orientieren sie sich nicht selten wie ihre Patienten an uralten humoralpathologischen Vorstellungen, etwa, dass die Ausscheidung des Schleims eine Art Reinigung bedeute. Aus diesem Grund empfehlen sie auch schleimlösende Medikamente, die gar nichts bringen.

    Auch eine weitere Düsseldorfer Untersuchung offenbarte die Komplexität des ärztlichen Entscheidungsprozesses. Die Forscher schickten dazu genau instruierte Scheinpatientinnen in 52 Hausarztpraxen. Diese Frauen berichteten den Ärzten, dass sie seit einigen Tagen an starken Kopfschmerzen litten.

    Die eine Hälfte der Scheinpatientinnen blieb bei diesem Bericht möglichst neutral, die andere Hälfte gab sich bei exakt gleicher Krankheitsgeschichte ängstlich und streute dazu Sätze ein wie "Ich mache mir große Sorgen, dass es etwas Schlimmes ist". Um Überweisung baten die ängstlichen Patientinnen dabei allerdings nicht, und auch Gefühlsausbrüche wie etwa Weinen sollten sie vermeiden.

    Doch allein die subtil zur Schau gestellte Ängstlichkeit reichte schon, um viele Ärzte zum Handeln zu veranlassen: Obwohl ernsthafte Warnzeichen in sämtlichen Krankheitsgeschichten völlig fehlten, überwiesen sie die ängstlichen Scheinpatientinnen achtmal häufiger an einen Facharzt als die nüchtern auftretenden. So produzieren Ärzte enorme Kosten - und schaden möglicherweise sogar ihren Patienten, denn Fachärzte veranlassen als Spezialisten nicht selten belastende Untersuchungen.

    "Mit Wissen hatte dieses Verhalten wenig zu tun", sagt Wilm. "Das ist etwas, was unbewusst abläuft: Die Ärzte haben sich von der Angst der Patientinnen regelrecht anstecken lassen." Den Ärzten immer wieder die Leitlinien einzubleuen helfe da wenig. Viel wichtiger sei es, dass die Mediziner ihre eigenen Gefühle wahrnehmen und verstehen lernen.

    Die Umsetzung der Ergebnisse der Versorgungsforschung klappt dabei meist am besten bei den Untersuchten selbst. So stellte Versorgungsforscher Schrappe bei einer Studie in vier Kölner Krankenhäusern fest, dass 27 Prozent aller Kanülen in den Venen zu Infektionen führten - ein verheerender Befund. Doch in diesem Falle reichte die Rückmeldung des blamablen Ergebnisses an Ärzte und Krankenschwestern zusammen mit einer gemeinsamen Diskussion der richtigen Verhaltensregeln aus, um die Rate deutlich zu senken.

    Oft jedoch wird die Umsetzung von Erkenntnissen durch die vielfältigen Interessen erschwert, die das Gesundheitssystem prägen. So wären etwa besonders im Bereich der Überversorgung dringend neue Erkenntnisse vonnöten: Würden die Patienten schlechter dastehen, wenn man die Zahl der ambulanten Kniegelenksspiegelungen (die in Deutschland extrem hoch ist) einfach halbieren würde? Und müssen in Deutschland wirklich mehr als doppelt so viele Menschen pro Jahr einer Herzkatheter-Untersuchung unterzogen werden wie im europäischen Durchschnitt? Wenn es um solche Fragen geht, stoßen die Forscher auf Widerstände: Die Ärzte fürchten deutliche Einkommenseinbußen. Und auch die Krankenkassen sind oft weniger am Sparen interessiert als daran, sich mit besonderen Projekten zu profilieren - die sie dann wiederum nur ungern kritisch erforschen lassen.

    Zudem plant ein weiterer Spieler des Gesundheitssystems, die Versorgungsforschung für seine Zwecke zu nutzen: die Pharmaindustrie. Dass dem Gesetz zufolge die Krankenkassen bei gleicher Wirksamkeit in der Regel nur das billigste Medikament zahlen sollen, ist den Konzernen ein großes Ärgernis. Nun hoffen sie, dass Forscher, wenn sie nur die richtigen Fragen stellen, schon andere Vorteile der teuren Pillen zutage fördern werden. So dürfe man zum Beispiel nicht nur gucken, ob es den Patienten bessergehe, sondern auch, ob sie sich vielleicht besser fühlten."
     
  2. Rosarot

    Rosarot trägt keine Brille ... ;)

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    Hallo Calendula,

    vor kurzem kam eine Sendung - da ging es um die verschiedenen Wechselwirkungen von Medikamenten und das inzwischen im Schnitt ein Patient 13 verschiedene Pillen schluckt ... Und das dies - bei der Vielzahl von auf dem Markt befindlichen Medikamenten - KEIN Arzt mehr durchblicken KANN ...

    Dies ist nur eine gefährliche Variante der heutigen medizinischen Versorgung ... dein Beitrag zeigt die weiteren Wahnsinnigkeiten.

    Mir scheint es nur allzu menschlich, dass auch ein Doc nicht seine täglichen 24 Stunden mit Lernen verbringen kann und will - sondern genau wie jeder andere seine Freizeit braucht - sein Privatleben eben.

    Wie genau die Verantwortlichen unseres Gesundheitsystems mit den ganzen Problematiken umgehen wollen? Viel ändern lässt sich meiner Meinung nach nicht - es ist einfach zuviel geworden - für jeden.

    Schööönen Tag!
    Rosarot
     
  3. sunnysan

    sunnysan Neues Mitglied

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    Also, wenn ich daran denke, wie oft die Praxen am Quartalsende zu sind, kann es an mangelnder Zeit der Ärzte nicht liegen. Natürlich ist es schwierig immer auf dem Laufenden zu bleiben - aber müssen wir das nicht alle in unseren Jobs? Wenn ich mir so manche Ärzte angucke, die bei einem Schnupfen ein Antibiotikum verschreiben, oder manche (nicht seltenen) Krankheiten gar nicht kennen, dann wundert mich nichts mehr.
    Anderseits gibt es ja auch Positivbeispiele - Ärzte, die sich um einen kümmern und fortbilden. Haben die dann mehr Spass an ihrem Job?
    Nette Grüße
    Sunnysan
     
  4. Lilly

    Lilly offline

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    ..... für das krankenpflegepersonal in österreicht besteht weiterbildungspflicht! wäre zu begrüssen, wenn es bei den ärzten auch so sein würde- die ja schliesslich in unserem beruf die anweisungen geben..... :rolleyes:
     
  5. sunnysan

    sunnysan Neues Mitglied

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    Also, wenn ich daran denke, wie oft die Praxen am Quartalsende zu sind, kann es an mangelnder Zeit der Ärzte nicht liegen. Natürlich ist es schwierig immer auf dem Laufenden zu bleiben - aber müssen wir das nicht alle in unseren Jobs? Wenn ich mir so manche Ärzte angucke, die bei einem Schnupfen ein Antibiotikum verschreiben, oder manche (nicht seltenen) Krankheiten gar nicht kennen, dann wundert mich nichts mehr.
    Anderseits gibt es ja auch Positivbeispiele - Ärzte, die sich um einen kümmern und fortbilden. Haben die dann mehr Spass an ihrem Job?
    Nette Grüße
    Sunnysan
     
  6. Locin32

    Locin32 Immer neugierig

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    Hallo Ihr lieben!

    Hier in Deutschland besteht ja jetzt endlich auch die Weiterbildungspflicht bei Ärzten.
    Vorher reichte es ja z.B. mit einer Pharmafirma in Urlaub zu fahren. :rolleyes:
    Da sich jeder Arzt aber nur in bestimmten Themenbereichen weiterbildet,weil es ansonsten auch einfach zu viel wird,wird man damit auch nicht den Hering vom Teller ziehen können.
    Meine HÄ ist in einer Gemeinschaftspraxis die sich auf Diabetis,Sportmedizin und die Versorgung von Drogensüchtigen spezialisiert haben.Da ist das Themengebiet doch schon recht umfassend.
    Bei so vielen Erkrankungen die in einer HA-Praxis auftauchen,unmöglich immer auf dem neuesten Stand zu bleiben.

    Liebe Grüße
    Locin32
     
  7. Lilly

    Lilly offline

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    hallo,

    ... das ist schon klar :) - dafür gibt es ja dann die fachärzte zur weiterbehandlung. aber wie hoch der blutdruck sein darf- dass sollten auch die hausärzte wissen! (grundausbildung) :D
     
  8. Frank_Stuttgart

    Frank_Stuttgart Neues Mitglied

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    Es gibt zu diesem Bericht einiges zu vermerken:

    Es gibt die Weiterbildungspflicht für die praktizierenden Ärzte in Deutschland schon seit einigen Jahren. Inzwischen ist dies aber auch weitgehend in Pharmahand.

    Die Uni Witten/Hedecke ist nicht gerade die erste Adresse was Forschung anbelangt. Genauer gesagt, dieser Uni wurde in den letzten Jahren angedroht, die Berechtigung zur Medizinerausbildung zu entziehen. Es folgten dann eine Reihe von Anstrengungen, sich zu profilieren. Solche Fragebögen sind ein Teil davon.

    Solche Fragebögen sind sehr kritisch zu betrachten. Wenn man viele Autofahrer mit Fragebögen der Führerscheinprüfung befragen würde, dann würden wohl 50% nach 10 Jahren Fahrpraxis durchfallen.
    Die Grenzwerte des Blutdruckes wurden schon lange von der Weltgesundheitsorganisation WHO festgelegt. Jedoch kommt es immer auf den Einzelfall an. Ein älterer Patient mit Arteriosklerose braucht andere Werte, als ein jüngerer Patient mit koronarer Herzkrankheit.

    Bei dem Kopfschmerzbeispiel spielen auch rechtliche Gründe mit, wie bei einigen anderen Versorgungsproblemen auch. Nicht alles ist medizinisch begründet, manches wird auch gemacht, um sich juristisch abzusichern.

    Nur Einzelpunkte der jungen Versorgungsforschung herauszunehmen ist momentan problematisch. So ergab eine Statistik einer der großen Kliniken hier, dass 50 % der nächtlichen Herz-Katheter-Untersuchungen durch Drängen der Angehörigen erfolgt ist und das Ergebnis auch unauffällig war.

    Die komplizierte unnötige Bürokratie verschlingt viel zu viel Zeit. Vor 10 Jahren gab es noch 25 Formulare in einer Arztpraxis, heute sind es über 70. Die Stationsärzte verbringen fast 50 % ihrer Zeit nur mit Schriftkram. Die Zeit sollte lieber am Patienten und für Weiterbildung verwendet werden.

    Die Weiterbildung ist wie gesagt seit längerem Pflicht. Allerdings inzwischen fast weitgehend von Pharmaunternehmen beeinflusst oder durch sie durchgeführt.
     
  9. Slash

    Slash Slash

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    Ich bin total geschockt, andererseits wunderts mich nicht sooo sehr, hab ich nicht aus div. Gründen selber schon genug Ärzte kennengelernt?!
    Zum Glück bin ich ein Typ, der sich in solchen Fällen ein schnelles Urteil bildet´,d.h. im Laufe meiner " Krankenlaufbahn " bin ich ja auch nicht ganz dumm geblieben und gezwungen gewesen, mich mit meinem Körper auseinander zu setzen, sodass ich, wenn ich das Gefühl hatte, dieser Arzt nimmt mich nicht ernst oder probiert zu sehr herum, gleich gewechselt habe.
    Zum Glück habe ich einen ganz tollen Hausarzt, wenn er mal was nicht weiss, was selten ist, guckt er nach, informiert sich, er spricht alles mit mit ab und wenn er wirklich nicht weiss, was Sache ist, überweist er mich weiter.
    Nicht aufgeben, nur wundern...
    LG
    Sandra
     
  10. rose

    rose Neues Mitglied

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    Kann ich mich nur anschließen, was slah geschrieben hat. Ich habe auch einen tollen HA und wenn er wegen meiner Polymyositis nicht weiter weiß, überweist er mich zur Rheumatologin oder zur Rheuma-Klinik. Nötigenfalls ,ruft Er dort an.
    Gruß, rose
     
  11. Locin32

    Locin32 Immer neugierig

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    Hallo Frank,

    ich kann mir auch nicht vorstellen das dieses Grundwissen fehlen soll.
    Aber hier ist es wie überall,es gibt gute Manager/schlechte Manager,gute Köche/schlechte Köche usw.
    Das Argument das Menschen mit Altersdiabetis nicht richtig eingestellt sind hinkt auch irgendwie.
    Man muß dabei viele Faktoren berücksichtigen,isst der Patient entsprechend,welche anderen Erkrankungen hat er noch,rechnet er seine Broteinheiten/Insulin richtig aus,welche Medikamente nimmt er noch usw.

    Das Beispiel mit dem Führerschein wollte ich auch anführen :D .

    Liebe Grüße
    Locin32
     
  12. Marie2

    Marie2 nobody is perfect ;)

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    liebe calendula,

    das ist ein sehr interessanter beitrag, vielen dank dafür!
    zur fortbildungspflicht für ärzte gibt es hier im forum beiträge,
    thematisch passen diese 3 gut...

    Mehr Rheumafortbildungen für Hausärzte gefordert 18 beiträge

    DIAGNOSEUNFÄHIGKEIT in DEUTSCHLAND?!?!?!?!?!.... 73 beiträge

    Gibt es einen TÜV für Ärzte? 12 beiträge

    halbwissen ist wohl jedem von uns schon begegnet.
    persönlich bin ich der meinung, dass die gesetzlich vorgeschriebenen mindeststandards für fortbildung nicht ausreichen, wobei ärztlicherseits natürlich argumentiert wird,
    man täte "genug", und/oder der zeitmangel sei ein grosses problem. darf es aber nicht sein, denn es geht um unsere gesundheit, um verantwortung über leben und tod, wenn es hart auf hart kommt. meint, es wird zeit verschiedenes zu überdenken,
    es muss einfach zeit erübrigt werden können, leider ist in der gesundheitsreform kein wirklich verstärkter ansatz zu einer problemlösung dazu zu finden. den ärger über die formularflut
    kann ich verstehen.

    insofern habe ich bei meiner eigenen behandlung keine bedenken,
    mich von einem jungen doc behandeln zu lassen, der natürlich noch keine grosse erfahrung aufweisen kann, (erfahrung hat man ja selber ;) ) dafür aber frisches wissen mitbringt und u.u. auch mehr engagement. mein ha + facharzt schneiden im vergleich sehr gut ab.

    lieben gruss marie


     
  13. Calendula

    Calendula Die Ringelblume

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    nicht dass es unter geht: Die Bluthochdruck Studie wurde von den Kölnern gemacht.

    Liebe Grüße,
    Calendula