Ich war vor bald 10 Jahren mal mit meinen schmerzenden, plötzlich auch stark geschwollenen Handgelenken bei der Urlaubsvertretung meines Hausarztes. Der Mann war sehr freundlich und bemüht. Er meinte, das sähe sehr stark nach einer rheumatischen Erkrankung aus und veranlasste eine Blutuntersuchung.
Beim nächsten Besuch war mein Hausarzt wieder da, dem auch die Ergebnisse der Blutuntersuchung vorlagen: Linksverschiebung im Blutbild, aber kein Rheumafaktor. BSG fast normal, CRP mit 1,01 nur leicht erhöht. Er daraufhin: Sicher nur ein kleiner Infekt. Hauen Sie sich halt nicht mit dem Hammer auf die Handgelenke, dann schwellen sie auch nicht an!
Vor 3 Jahren bekam im während einer eitrigen Sinusitis eines Abends plötzlich arge Schmerzen im linken Auge, das auch innerhalb von einer halben Stunde zu eitern begann. Nach etwa einer Stunde fuhr mich mein Mann in unser Krankenhaus. Dort wurde mir gesagt, ich müsse nach Kufstein, nur dort sei eine HNO- und Augenstation. Gegen Mitternacht kamen wir in Kufstein an. Bis mal ein Augenarzt kam, vergingen fast 3 Stunden. Das Auge war mittlerweile völlig zugeschwollen und schmerzte unerträglich. Der Typ war sichtlich schlecht gelaunt, weil er wegen mir aus dem Bett musste. Er untersuchte mich kurz, erklärte mir, dass das eine banale Bindehautentzündung sei, drückte mir ein Rezept in die Hand und war wieder verschwunden, worauf ich die Nerven verlor.
Nach meinem Aufstand behielten sie mich dort. Ergebnis der Untersuchung am Folgetag: Orbitalphlegmone, Sehnervenentzündung und beginnende Meningitis ... ab zur Intensivstation.
Vor 2 Jahren lag ich wegen Halbkastration in unserem Bezirkskrankenhaus. Der Eingriff war per Laparoskopie plus kleinem Bauchschnitt erfolgt. Die 3 kleinen Löcher waren harmlos, aber der Bauchschnitt machte mir schon einen Tag später Probleme. Bei der Visite am übernächsten Tag klagte ich über extremen Schmerz im Bereich der Wunde. Der Primar drückte mir ca. 15 cm weiter oben am Bauchnabel herum und meinte, das fühle sich doch prima an. Ich erinnerte ihn daran, dass die schmerzende Stelle viel weiter unten sei, was er aber ignorierte. Am nächsten Tag war mein Unterbauch schon prall angeschwollen, aber es interessierte kein Schwein. Der Primar drückte weiterhin an meinem Bauchnabel herum und hörte nicht zu.
Am 5. Tag nach der OP bekam ich hohes Fieber. Alle benahmen sich plötzlich wie aufgescheuchte Hühner. Ich wurde in einen Untersuchungsraum zitiert, eine nette Assistenzärztin löste den Verband, worauf ihr löffelweise der Eiter entgegenspritzte. Sie schaute mich an und fragte fassungslos: "Himmel, das musste doch schrecklich weh tun! Warum haben Sie denn nie etwas gesagt?"