Haben Biologicals im Gegensatz zu Leflun und Methrotrexat mehr Nebenwirkungen?

Dieses Thema im Forum "Biologika und niedermolekulare Wirkstoffe" wurde erstellt von Kinie, 5. Mai 2019.

  1. Kinie

    Kinie Neues Mitglied

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    Hallo an alle,
    seit letztem Jahr August ist bei mir Rheumatoide Arthritis festgestellt worden. Dann habe ich erstmal Methotrexat 1x wöchentliche Spritzen bekommen und habe so viele Nebenwirkungen bekommen, das ich schon dachte, ich überlebe das nicht. Da mein Arzt immer sagte, das geht noch weg, es aber immer nur schlimmer wurde, habe ich nach einigen Monaten das Medikament selber abgesetzt und den Arzt davon unterrichtet. Ich konnte nicht mal mehr einen Tisch abräumen und abwischen, weil ich davon schon aus der Puste gekommen bin und zwischendrin mich erholen mußte, damit ich Luft bekomme.

    Danach bekam ich erstmal nichts, bis die Schmerzen wieder kamen und ich ein paar Tage erstmal wieder nichts mehr machen konnte. Die Schmerzen sind bei mir fast immer in den Schultern, sodass ich den ganzen Arm oder beide Arme überhaupt nicht bewegen kann. Bei beiden Armen kann ich mir dann nicht mal die Zähne putzen und zur Toilette gehen ist Horror.

    Nun bekomme ich Leflun seit ca. 3 Monaten, habe aber zwischendurch ab und an Schmerzen, aber sie kommen anders. Ich spüre morgens, das mir der Arm leicht weh tut, was über den Tag schlimmer wird und Nachts geht es dann richtig los und genauso langsam verschwindet es wieder. So kann ich aber wenigsten planen und mich noch duschen und mit Joggingklamotten ins Bett gehen, weil ich weiß, nächsten Tag geht nichts mehr. Ohne Medikamente hat der Schmerz mich plötzlich Nachts ausgeweckt.

    Wenn ich meine Arme stark belaste, bekomme ich auch Schmerzen, bin oft erkältet und schlapp und müde. Nun sagte mein Arzt, das Medikament muß erst richtig wirken und die Entzündungswerte im Blut sind weg usw. Ansonsten habe ich scheinbar keine Nebenwirkungen vom Leflun.

    Es hat einige Jahre gedauert, bis die RA überhaupt erkannt wurde, denn scheinbar habe ich nur in dem Moment Entzündungswerte im Blut, wenn auch die Schmerzen da sind und einige Tage danach. Denn wie kann es sonst sein, das ich zwischendurch starke Schmerzen bekomme, wenn doch laut meinen Blutwerten alles passt? Und es ist auch nie über meine Blutwerte erkannt worden, erst als ich ins Krankenhaus gefahren worden bin, weil ich es vor Schmerzen nicht mehr ausgehalten habe und da aber auch erst beim zweiten Krankenhausbesuch. Beim ersten haben sie mich noch mit Schmerzmittel Heim geschickt. Beim zweiten mal hat mich das erste Krankenhaus wieder weggeschickt, weil sie nicht wissen, was es sein könnte. Da bin ich zu einem anderen und die haben es dann erkannt. Das war erstmal eine Erleichterung, weil mir von einigen Ärzten schon eingeredet worden sei, ich bilde mir alles nur ein.

    Jedenfalls meinte mein Arzt noch, als nächstes würde es nur noch die Biologicals geben, aber die würde er mir nicht antun wollen, weil die so schlimme Nebenwirkungen haben. Wo ich dachte, schlimmer als Methrotrexat geht doch gar nicht. Ich hatte das Gefühl, ich würde sterben, wenn ich das noch länger nehme.

    Ich lese eigentlich immer nur gutes über die Biologicals und wundere mich daher, das mein Arzt so dagegen ist. Weil ich keine Milz mehr habe, habe ich ein geschwächtes Immunsystem und würde dann ständig krank sein, meinte er.
    Nur jetzt bin ich auch sehr oft erkältet, darum verstehe ich das nicht so ganz. Auch mein Hausarzt meinte, es sei das beste Mittel, was ich meinem Arzt aber nicht gesagt habe, weil ich irgendwie das Gefühl habe, das er nur das sagt, was vorgegeben ist und nicht das, was mir gut tun würde. Oder er hat keine Lust, wirklich zu helfen. Das Methrotrexat hätte er auch nicht abgesetzt, wenn ich es nicht selber getan hätte.

    Darum wollte ich euch, die das Medikament schon nehmen, fragen, wie es euch damit wirklich geht und ob Biologicals schlimmer sind, als Leflun.
     
  2. Ducky

    Ducky Registrierter Benutzer

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    Mitunter darf eine Biological erst genommen werden, wenn man 2 andere Präparate zuvor erfolglos genommen hat--zumindest habe ich es hier immer mal wieder gelesen.
    zum anderen sind Biological schweineteuer, neben den immunsuppremierenden nebenwirkungen und ob es beim biologica, bei dir "nur" der schnupfen bleibt...
     
  3. allina

    allina Bekanntes Mitglied

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    Hallo Kinie,

    ich glaube, dass die Verträglichkeit der Medikamente eine sehr individuelle Angelegenheit ist. Ich habe MTX auch nicht vertragen. Bei mir war es aber genau umgekehrt. Ich hätte das MTX gerne wieter gespritzt. Der Rheumatologe hat es sofort abgesetzt.

    Dann bekam ich ein Biological. Gleich nach der 2. Spritze blieb der Harndrang aus. Nun meinte der Rheumatologe, dass dies nciht vom Biological sein könne. Aber sowohl die Urologin, die einen Nierenstau und einen Restharn von 300 ml diagnostizierte als auch der Neurologe bestanden darauf, dass ich das Biological sofort absetze.

    Nach 2,5 Monaten normalisiere sich der Harndrang wieder. Und auf Anraten des Rheumatologen versuchte ich es wieder mit dem Biologikum. Dann bekam ich plötzlich eine Blasenentzündung. Also wieder absetzen. Und dann wieder 4 Wochen Pause. Und nun spritze ich seit 6 Wochen wieder Enbrel, aber nur die halbe Dosis, also statt 50 nur 25 mg. Ich solls nun langsam steigern, also statt nur 1 Mal wöchentlich, jetzt alle 6 Tage, nach ein paar Wochen dann alle 5 Tage etc.

    Liebe Grüße

    allina
     
  4. Silvi

    Silvi Registrierter Benutzer

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    Hallo Kinie,
    ich hatte unter Leflunomid heftigste Nebenwirkungen und mußte es absetzen und auswaschen. Danach habe ich Enbrel gespritzt und jetzt seit 3 Jahren Simponi als Monotherapie. Nebenwirkungen hatte und habe ich von den Biologicals keine, und ich habe auch keine Infekte, nicht mal einen Schnupfen im Winter. Wie das bei Dir ist, kann ich nicht sagen. Vielleicht holst Du Dir eine 2.Meinung ein.
    Alles Gute für Dich! Gruß Silvi
     
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  5. Tusch

    Tusch Registrierter Benutzer

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    Moin
    Ducky... soweit ich weiß, hast du recht. Ich musste auch MTX und Leflunomid nehmen, erfolglos bzw mit nicht tolerierbaren NW. Dann wurde Biologica eingesetzt.

    @ Kinie. Ich habe unter den Biologica keine nennenswerten NW, bzw sind die gut zu kontrollieren.
    Schau mal in die entsprechenden Threads (Olumiant, Tocilizumab, Cimzia, Humira usw. ) findest du unter biologische Medikamente
    Die fehlende Milz ist natürlich eine Sache, die nur ein Arzt = Rheumatologe entscheiden kann.

    Wichtig ist - egal ob klassische Basis Medis oder Biologica, dass regelmäßig kontrolliert wird.
    Dafür gibt es, je nach Medikament, Richtlinien. So versucht man, gefährliche NW, wie z.B, Blutbildveränderungen rechtzeitig zu erkennen.

    Du kannst auch mal bei RO auf die Seite Medikamentöse Behandlung schauen.

    Schönen Sonntag
    Tusch
     
  6. Tusch

    Tusch Registrierter Benutzer

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  7. norchen

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    Ich habe mtx, vertrage es aber nicht gut, mit 7,5mg ist mir mega schlecht am Tag danach bei 15 mg hat meine Leber gestreikt.
    Ich hatte Leflunomid und als Nebenwirkung vermehrt Kopfschmerzen, wirkte aber auch nicht also abgesetzt.
    Es kam biologica Nr. 1 Humira, sehr gut gewirkt, keine Nebenwirkung nicht mal ne Erkältung, aber nach 2 Jahren wirkungsverlust
    Nr. 2 Cosentyx, für mich ein Alptraum kaum Wirkung, massive Nebenwirkung bzw Medikamentenunverträglichkeit.
    Nr. 3 seit September 18 spritze ich Enbrel, Wirkung ganz gut in Combi mit mtx, Nebenwirkung bisher keine. Aber kämpfe gerade jetzt mit dem ersten schweren infekt, Erkältung mit allen was dazu gehört bis hin das es nun zwar etwas besser wird, aber ich derzeit keinen Geruch und keinen Geschmack habe. Das ist echt auch richtig doof....hoffe aber das Infekte nun nicht an der Tagesordnung stehen...
    Humira war ein Segen und ich bin echt traurig das es dann einfach nicht mehr wirkte, Enbrel ist ganz okay und das warte ich mal noch ab...

    Ich denke so ganz pauschal kann man das gar nicht sagen, okay ich weiß jetzt aber auch nicht in wie fern eine fehlende Milz da nun zusätzlich belastend ist.... kann natürlich auch sein das dein Arzt die Kosten scheut, wobei als Rheumatologe....
     
  8. Resi Ratlos

    Resi Ratlos Registrierter Benutzer

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    My two pence: die fehlende Milz bedingt schon eine veränderte Lage des Immunsystems.
    Bestimmte (vor Allem bekapselte) Erreger machen sich in einem milzberaubten Menschen eher breit. Dazu gehören unter Anderem Pneumokokken und Haemophilus, aber manchmal auch Meningokokken. Gegen alle diese Erreger sollte jeder Milzlose geimpft sein.

    Ich wüsste ehrlich gesagt nicht, warum das die Behandlung mit Biologica irgendwie behindern sollte. Vorsicht ist immer angesagt!
     
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  9. Kinie

    Kinie Neues Mitglied

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    Also die Milz fehlt mir, seit ich 13 Jahre alt bin. Ich hatte damals einen Unfall und sie wurde entfernt. Ich bekam dafür 30% Behinderung, hab aber nie verstanden, wofür, denn ich war ganz normal erkältet, wie andere auch. Nicht mehr und nicht weniger.

    Vor ca. 5 Jahren wurde es mit den Erkältungen schlimmer. Allerdings oft ohne Schnupfen oder Husten, sondern nur mit Fieber, Gliederschmerzen und geschwollenen Lymphknoten am Hals. Der Arzt im Krankenhaus, der damals mein Rheuma diagnostiziert hat, meinte das diese "Erkältungen" schon vom Rheuma waren und keine richtigen Erkältungen.
    Damals fingen auch die Schmerzen an und es wurden ständig Sehnenentzündungen diagnostiziert, war wohl aber auch schon das Rheuma. Nur meine Blutwerte hatten halt nie die Rheumawerte.

    Jetzt habe ich richtige Erkältungen, mit Schnupfen und Husten, wie eben eine Erkältung so ist.
    Die hatte ich mit MTX und auch mit Leflun.
    Ich weiß nicht, warum, aber irgendwie traue ich diesem Rheumatologen nicht. Weil er mich mit dem MTX so hängen gelassen hat. Und nun macht er mit Leflun irgendwie das selbe. Dann erzähle ich ihm, das meine eine Schulter wahrscheinlich schon eine Schädigung hat, weil die bei einer seltenen bestimmten Bewegung immer schmerzt, aber er untersucht es nicht mal und sagt dann, das er sich freut, das ich Leflun so gut vertrage. Und ich denke mir dann...hä? Hat er überhaupt gehört, was ich sage?

    Ich hab hier schon alle Rheumatologen durch, weil ich schon seit Jahren das untersuchen lasse, weil Knochen und Sehnen in Ordnung sind. Und da war leider keiner dabei, dem ich vertraue, schließlich waren die es, dir mir letzendlich eingeredet haben, das ich mir die Schmerzen nur einbilde, bis auf den jetzigen. Von daher weiß ich nicht, wo ich noch hingehen soll.
     
  10. KaBalle

    KaBalle Mitglied

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    Vllt solltest du über eine Akutklinik nachdenken, ich habe da sehr gute Erfahrungen gemacht.... bin auch von meiner Rheumatologin in die Rheuma Ambulanz gewechselt und fühle mich sehr gut aufgehoben ( sprich ein kleiner Wert ist nicht so gut und Zack bin ich auf Station und es werden Tests gemacht ) vorher war ich wenig bis gar nicht eingestellt und es wurden vierteljährlich Blutentnahmen durchgeführt - bis ich letztes Jahr nen Mega Schub bekam und Gott sei dank auf der Rheumatologie gelandet bin .....
     
  11. Kinie

    Kinie Neues Mitglied

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    Was ist eine Rheuma Ambulanz? Ich weiß, das die Ärzte, die das damals in der Klinik erkannt hatten, mich behandeln wollten, aber die Rheumaärzte waren im Urlaub, es war nur einer da, der es gerade erlernte. Der, der es vermutete hatte, war ein Oberarzt der Chirurgie. Ist es so, das man da dann Termine, wie beim Arzt bekommt und dann wieder Heim geht? Oder muß man dort bleiben?
     
  12. Savi

    Savi Registrierter Benutzer

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    Rheumaambulanzen haben normaler Weise Sprechstunden. Das ist wie in einer Praxis, nur ist nicht immer der gleiche Arzt zuständig. Die Diagnostik kann dort mit anderen Fachärzten zusammen ausgeführt werden
     
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  13. Kinie

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    Danke für die Info. Dann werde ich mal bei der Klinik nachfragen, die auch mein RA entdeckt haben.
     
  14. Savi

    Savi Registrierter Benutzer

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    Bitte gern geschehen.
     
  15. Clödi

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    Kinie, vielleicht habe ich das überlesen. Aber was genau sind jetzt deine NW unter Leflunomid und wie lange nimmst du das schon?
    Mir ist nicht ganz klar, wie du jetzt auf die Biologika gekommen bist.

    Jedes Medikament braucht ja eine gewisse Zeit, bis sich die Wirkung entfaltet. Und ganz und dauerhaft ohne Beschwerden sind auch die wenigsten hier. Oder verbindest du mit den Biologika die Hoffnung auf komplette Beschwerdefreiheit ohne jegliche NW?

    Lg Clödi.
     
  16. Kinie

    Kinie Neues Mitglied

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    Hallo Clödi,
    ich habe keine Ahnung, wie meine genauen Werte sind. Mein Arzt sagt, die Entzündungswerte sind weg. Mehr weiß ich nicht. Mein Arzt meinte, das es nach den Leflun nur noch die Biologikas gäbe, aber er mir die nicht antun möchte, weil sie so viele Nebenwirkungen haben und weil ich ja keine Milz mehr habe.

    Das die Beschwerden nicht komplett weggehen, kann ich mir schon vorstellen. Schließlich waren die Jahre bevor die RA erkannt wurde, auch nicht Beschwerdefrei, das war eine Tortur, weil mir ja auch niemand so recht geglaubt hat, bis auf 2 Ärzte.

    Ich bin seit letzem Jahr September in Behandlung, erst mit MTX und jetzt mit Leflun ca.3 Monate. Da mein Arzt meint, die Biologicals wären so schlecht für mich, habe ich mich im Internet eingelesen. Aber ich lese nur Gutes und auch mein Hausarzt meint, es wären die besten Mittel bei RA. Das sind 2 totale Gegensätze und denen versuche ich auf den Grund zu kommen.

    Mit Leflun habe ich zwischendurch Schmerzen und zwar so, das ich nichts machen kann. Wie auch ohne die Arme bewegen zu können? Ich kann mir nicht mal die Zähne putzen, was zu essen machen oder aus meinen Schlafanzug raus kommen. Ich nehme dann alles mögliche an Schmerzmitteln und versuche so wenig wie möglich zu trinken, damit ich nicht so oft auf Toilette muß. Schlafen geht dann auch nicht. Wenn die Schmerzen dann wieder weg sind, bin ich total K.O. weil ich ja kaum geschlafen habe. Allerdings vertrage ich Leflun sonst ganz gut. Nur was hilft mir das, keine Nebenwirkungen zu haben, wenn ich zwischendrin Schmerzen habe? Und wie kann es sein, das ich keine Entzündungswerte habe, wenn ich doch zwischendurch solche Schmerzen habe, als würde ich gar kein Medikament nehmen?
     
  17. Clödi

    Clödi Registrierter Benutzer

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    Zum einen gibt es Rheumaformen, wo man im Blut keine oder nur geringe Veränderungen der Entzündungswerte messen kann.
    Zum anderen können deine Schulter-Arm-Probleme ja auch ganz unabhängig vom Rheuma auftreten (also eine andere Ursache haben wie z.B. Fehlbelastung, Erkrankung in der Halswirbelsäule o.ä.).

    Jedes Medikament hat NW und davon sind die Biologika nicht ausgenommen. Allein die Voruntersuchungen, die nötig sind, damit man sie überhaupt nehmen darf, machen schon ein mulmiges Gefühl. Dazu kommen noch die Kosten, die extrem hoch sind und sich nur rechtfertigen lassen, wenn andere günstigere Alternativen versagen oder absolut nicht vertragen werden.

    Für mein Empfinden ist dein Rheumatologe doch erstmal sehr umsichtig, wenn er das Fehlen der Milz mit im Auge hat und versucht, dir mit den klassischen, langjährig erprobten Basismedikamenten zu helfen. Die Therapie verstärken kann man doch immer noch. Da wären die Biologika ja schon das Ende der Fahnenstange. Und was dann danach....wenn es nicht hilft?
     
  18. Kinie

    Kinie Neues Mitglied

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    Das die Schulter-Arm Probleme nicht vom Rheuma kommen, kann ausgeschlossen werden. Das wurde ja vorher zig male untersucht bevor endlich Rheuma diagnostiziert wurde. Ich bekomme die Rheumaschmerzen bzw. Schübe nur am häufigsten in den Schultern. Hatte sie aber auch schon an der Halswirbelsäule, am rechten Handgelenk und am linken Knie. Es sind immer die selben Schmerzen. Ich kann das Gelenk dann überhaupt nicht bewegen vor Schmerzen. Bei den Schultern kann ich noch die Fingerspitzen bewegen. Es fühlt sich an, als würde ein Hund den Knochen abschaben mit seinen Zähnen. Krrrk, krrrrk, krrrrk. Es sind wahnsinnige Schmerzen und bisher habe ich auch noch kein Schmerzmittel gefunden, was den Schmerz nimmt. Eins habe ich, wenn ich da bewegungslos liege, ist der Schmerz nicht zu spüren. Aber irgendwann bewegt man sich halt im Schlaf und dann werde ich wieder wach vom Schmerz.

    Bisher hatte ich nur alle 6 Wochen (war auch bei Beginn nicht kürzer) Blutuntersuchungen und Lungenfunktionstests. Ab und an schaut er mal, wie ich meine Arme und Knie bewegen kann. Und ob ich viel Kraft in den Händen habe, Ansonsten wird nichts untersucht. Mein Knie wurde damals im Krankenhaus Punktiert, das war zusätzlich mit Flüssigkeit gefüllt. Gelb und trüb, was auf das Rheuma hindeutete.
    Ich bin mehr sportlich unterwegs und habe ein normales Gewicht. Gehe gerne Wandern in den Bergen, den ganzen Tag oder im Urlaub mehrere Tage hintereinander. Radl fahren 20-30km. Ich möchte auch gerne wieder Klettern gehen am Felsen. Auf der Arbeit benutze ich auch nur meine Hände/Arme zum Arbeiten. Dadurch habe ich Kraft in den Händen, bin sehr beweglich usw. Aber meine Hände/Arme müssen diese langen Belastungen aushalten können. Sonst würde ich nicht mehr Arbeiten können.

    Das Leflun würde ich schon gerne weiter nehmen. Habe ja so gut wie keine Nebenwirkungen, außer Erkältungen. Aber ich denke, wenn ich zwischendurch Schmerzen habe, wirkt es nicht richtig. Scheinbar habe ich nur Rheumawerte, wenn ich Schmerzen habe und paar Tage danach. Ob mit Medikament oder ohne.
    Mir wäre es völlig egal, ob das Medikament teuer ist oder nicht, ob es ein Neues ist oder ein Bewährtes. Hauptsache es hilft und die Nebenwirkungen machen mich nicht kaputt, wie beim MTX.
     
  19. Kati

    Kati Registrierter Benutzer

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    Hallo Kinie,

    ich hoffe Du hast eine gute Physiotherapie. Von alleine, nur mit Medikamenten, wird das wohl nix. Eine Fehlhaltung ist bei dauernden Schmerzen normal.
    Meine Physiotherapeuten sind super und manches, was wie Rheuma aussieht, ist es nicht - anderes, z.B. die bleibenden Schäden an den Füßen - können durch gezieltes Üben so "trainiert" werden, dass ich meist ohne Schmerzen gehen kann. Dazu kommt, dass ich beim nächsten Mal auch eine neue Körperhaltung üben soll, so dass eben die Füße anders belastet werden. Es gibt also eine Menge, die man tun kann... nicht nur Tabletten schlucken.

    Ich habe 4 Jahre MTX gespritzt, danach noch ein halbes Jahr Ciclosporin genommen. Die Nebenwirkungen waren für mich beim Ciclosporin nicht erträglich (seltene Nebenwirkung: sehr starker Haarwuchs in Gesicht und Körper), so dass ich nun nur Cortison nehme. Das passt mir gut und ist eine persönliche Entscheidung.

    Nebenwirkungen haben alle Medikamente. Die Nebenwirkungen, die Du spürst, sind nicht unbedingt die schlimmsten. Es ist immer ein Abwägen: was ist schlimmer, die Krankheit oder die Nebenwirkungen? Schließlich mußt Du entscheiden...

    Ich habe mich bewußt gegen Biologica entschieden, auch wenn ich mir durchaus vorstellen kann, sie zu nehmen, wenn es mir sehr schlecht ginge.
    Aber auch das ist eine persönliche Entscheidung. Da hier fast alle für Biologica sind, wollte ich Dir doch sagen, dass man sich auch anders entscheiden kann...

    Dein Eingangsbeitrag lässt mich denken, dass noch nicht alles bei Dir wirklich geklärt ist, sondern Angst und Wunschvorstellungen (keine Schmerzen, keine Schäden und keine Nebenwirkungen) noch dominieren. Ist ganz normal, wenn die Diagnose erst so kurz gestellt wurde. Aber... leider ganz ohne Schmerzen gehts fast bei niemanden und ganz ohne Nebenwirkungen auch nicht. Es ist ein einpendeln. Mir ist wichtig meiner Arbeit nachgehen zu können... andere setzen andere Akzente (wenn ich z.B. 4 kleine Kinder hätte, würde ich wahrscheinlich anders denken).

    Ich wünsche Dir viel Kraft und Gelassenheit!
    Kati
     
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  20. Savi

    Savi Registrierter Benutzer

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    Es gibt eine Erkrankung die gern zusammen mit Rheuma auftritt und auch zu Rheumakreis gehört. Fibromyalgie, betrifft hauptsächlich die Muskelansätze. D.H. die Schmerzen sind meist nahe bei den Gelenken, ohne dass die Gelenke selbst betroffen sind. Dazu würde auch passen, dass die Schmerzmittel nicht greifen, dafür wäre dein Rheumi zuständig. Genauso kann das Nervensystem bei Rheuma, gerade Kollagenosen, mitbetroffen sein, dass müsste ein Neurologe abklären. Bei mir halfen leichte Übungen für Faszien, gerade bei Schulter und Fußproblemen. Bei mir strahlte der Schmerz von der Schulter in den Arm aus. Dadurch Schmerzen und Kraftlosigkeit im Arm. Im Internet gibt es einige Übungen dazu. Meine Devise war, die Übungen dürfen nicht weh tun und es muss sich wirklich sichtbar bessern, dann war die Übung gut. So bin ich bei einigen geblieben die ich regelmäßig mache. Es kann also gut sein, dass die Ursache bei dir, an einer Nebenerkrankung liegt.
    Zum Thema Biologika, sie haben ebenfalls Nebenwirkungen und es nicht gesagt, dass die anderen Medikamente schlechter in der Wirkung sind. Biologika werden aus gutem Grund erst dann gegeben, wenn die anderen Möglichkeiten ausgeschöpft sind. Sie versprechen auch nicht schneller eine Wirkung.
    Ebenso muss dort genauso nach Verträglichkeit und Wirkung getestet werden, wie bei den anderen. Es ist nicht so, dass das erste gleich die richtige Wahl ist. Insgesamt wurde bei mir fast 6 Jahre mit Medikamenten getestet, bis ich das mit der besten Wirkung für mich fand. Und es hilft mir nicht bei den Muskel, Sehnen und Nervenschmerzen. Dafür habe ich andere Methoden und Medikamente gefunden.

    LG
    Savi
     
    #20 6. Mai 2019
    Zuletzt bearbeitet: 6. Mai 2019
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