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Gutachtertermin

Dieses Thema im Forum "Entzündliche rheumatische Erkrankungen" wurde erstellt von Lockenfee, 25. Juni 2012.

  1. Lockenfee

    Lockenfee Neues Mitglied

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    Hallo Leute,
    ich war schon eine Weile nicht hier. Mir ging es auch nicht so gut. War dann auch zur Kur, jetzt ausgesteuert beim Krankengeld. Hatte nach der Kur dann Erwerbsminderungsrente beantragt. Natürlich abgelehnt. Dann habe ich mit Hilfe des VDK Widerspruch eingelegt.
    Und jetzt muß ich übermorgen Mittwoch zum Gutachter. Ich habe so eine hölische Angst. Die glauben doch sowieso wieder nichts. Ich kann schon gar nicht mehr schlafen.
    Habt Ihr irgendwelche Tips? Bin für alles dankbar. Bin gerade am Zusammentragen sämtlicher Befunde von meinen Fachärzten. Umso schlimmer wird die Angst.
    Danke Euch schon jetzt für die etwaige Hilfe.
     
  2. kukana

    kukana Moderatorin

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    Hallo,
    So ein Gutachter ist nicht immer böse, man kann da auch Glück haben. Außerdem sag dem ruhig dass du panische Angst hast. Notier dir was du an Einschränkungen hasz, wann du Schmerzen hast. Mein Gutachten wies aus: Eigenanamnese, Befunde anderer Ärzte und seine eigenen Untersuchungen, sowie die Laborergebnisse und Testauswertungen.

    Damit wurde das bei mir eine halbe Erwerbsminderungsrente.

    Ich drück dir die Daumen,
    Gruß Kukana
     
  3. Ducky

    Ducky Aktives Mitglied

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    hallo lockenfee,

    nicht jder gutachter ist so. ich habe beides erlebt. aber selbst beim "schlimmen" gutachten, wo ich das gefühl hatte, dass mir nix geglaubt wurde, habe ich die em rente und das unbefristet bekommen.
    sie sagte, dass sie als gutachterin alles in frage stellen müsse..kenne das zwar auch anders, aber hauptsachen es hat trotzdem gefunzt.
    falls du ein schlechtes gefühl hast, dann mache dir direkt danach notizen.

    nur mut :)
     
  4. Albstein

    Albstein Neues Mitglied

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    Nur die Ruhe bringt`s!

    Liebe Lockenfee (schöner Nickname!!):
    Ich möchte Dir Folgendes sagen: Da Du krank bist, brauchst Du Dich dieses Zustands a) nicht zu schämen (das tun leider manche Rheumatiker) und b) brauchst Du keine Angst zu haben - jedenfalls nicht vor anderen Menschen (und auch ein Gutachter ist ein Mensch)!
    Ein Krankheitsschub, ja, davor kann man sehr wohl Angst haben - aber was ist denn demgegenüber ein Gutachter? Ein Nullum!

    Was will ich damit sagen? Nur DU ALLEINE weißt wirklich, wie es um Dich körperlich und psychisch steht, was Du an Schmerzen hast, was Du kannst, was Du nicht kannst.

    KEIN Gutachter kann Dir speziell im Bereich RA/cP jemals nachweisen, dass Deine Angaben über Schmerzen oder Bewegungsstörungen etwa falsch sein könnten. Dass dies dennoch v e r s u c h t wird von Gutachtern, das ist klar, auch teils verständlich, aber wenn Du genügend selbstsicher auftrittst, hartnäckig Deine (subjektiv!) empfundenen Beschwerden erläuterst, dann muss der Gutachter dies so protokollieren. Er kann Zweifel haben, aber kann Dir niemals nachweisen, dass Deine Erklärungen - soweit sie nicht "hirnrissig" sind - falsch sind.

    Ganz wichtig: RA-Beschwerden sind gekennzeichnet durch zyklischen Verlauf, sprich:
    einmal so (= schlimm), dann mal so (= erträglich)!

    IMMER den schlimmsten Zustand als "normal" angeben und nicht den erträglichsten Zustand, denn das ist die Ausnahme!

    Und wenn der liebe Gutachter z. B. seinen Kugelschreiber fallen lässt, dann bücke Dich n i c h t danach!
    Warum? Häufig werden solche Tricks angewendet, um Patienten "reinzulegen", die vorher beschrieben haben, dass ihnen das "Bücken schwer fällt".

    Aufpassen und selbstsicher die Beschwerden schildern - sich nicht einschüchtern lassen!

    Viel Erfolg!
    Alb
     
    #4 25. Juni 2012
    Zuletzt bearbeitet: 25. Juni 2012
  5. Kajaki

    Kajaki Neues Mitglied

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    hallo Lockenfee,
    auch ich werde bald EU-Rente beantragen. Hatte schon im letzten Jahr mit einem Rentenberater gesprochen, der empfahl mir (durch die Blume) das Krankengeld die maximale Zeit auszunutzen - weil das immerhin 400 Euro mehr sind als die errechnete EU-Rente, und dann ca. 4-5 Monate bevor kein Krankengeld mehr gezahlt wird den Antrag stellen. Habe schon viel über Ablehnungen oder Begrenzung auf 2 Jahre gehört, selten über Bewilligungen. Deshalb sitze ich garantiert auch mit einem SEHR mulmigen Gefühl vor den Gutachtern. Das sind ja meistens mehrere, oder? Auf jeden Fall nehme ich mein Krankentagebuch mit, damit ich mal vortragen kann, was ich zusätzlich zur Basistherapie noch an Schmerzmitteln eingenommen habe um einen 8stündigen Arbeitstag überstehen zu können und um wievieles schlechter es mir am Ende der Woche durch die Einnahme (meistens die maximal erlaubte Dosis) ging.
    Fakt ist; wir sind krank und nicht arbeitsfaul!!! Wie gerne hätte ich ein unbeschwertes Privatleben, könnte mit anderen mithalten und weiter am Arbeitsleben teilnehmen, Kollegen um sich rum, Geld verdienen - keine Schmerzen mehr spüren.
    Alles Gute wünscht Dir Kajaki
    P.S.: Melde Dich doch noch einmal nach dem Termin und berichte...
     
  6. Lockenfee

    Lockenfee Neues Mitglied

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    Danke für Euren Zuspruch. Das macht mir ein bißchen Mut und beruhigt etwas.:top:

    @Albstein: Ja das stimmt natürlich. Manche Tage sind der Horror und an manchen denkt man, ja heute könnte man mal wieder was unternehmen. Leider werden diese Tage immer seltener.

    Ich kann mich nur immer schlecht selbst beschreiben und werde dann nervös. Davon habe ich auch eine Heidenangst.

    Ich werde mir heute alles noch einmal aufschreiben und dann mitnehmen. Kann man auch auf seinen Zettel schauen, um abzulesen? Das würde mir sehr helfen.
     
  7. kukana

    kukana Moderatorin

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    Dazu kan ich auch noch was anmerken: in meinem Gutachten stand (fast) wörtlich, was ich selbst zu mir und meiner Erkrankung geäußert hatte. Und da der Arzt mich aus dem Wartebereich abgeholt hat und sah dass ich meinen Ordner dabeihatte in einer Tragetasche, nahm er sie mir ab und trug sie in den Untersuchungsraum, mit dem Hinweis: die ist aber ganz schön schwer- wie weit können sie die denn tragen? (Nur vom Auto in Fahrstuhl und hoch in 1.Etage, also ca. 20 meter).

    Ebenso wird die Frage kommen nach einer Kiste mit 6 Flaschen Limo, ob du die noch auf den Tisch stellen kannst - ich: nee, ich kaufe nur noch einzelne Flaschen. Bus erreichen mit schneller Lauf - nee, wenn ich den verpass dann warte ich eben auf den Nächsten. usw usw

    Und er war es auch der mich darauf hinwies, dass ich mich ständig rechtfertige krank zu sein, weil das so drin ist von der Arbeit her. Er: nein müssen sie nicht, die Befunde sprechen doch für sich!

    Der hat mich einerseits auseinandergenommen, andererseits aber auch gestärkt. Nur da ich aus der Hypermobilität durch das Rheuma in eine normale Beweglichkeit gekommen bin, wies er mich darauf hin, dass er mich nicht komplett rausnehmen könnte, dafür könne ich noch zuviel.

    Gruß kukana
     
  8. Albstein

    Albstein Neues Mitglied

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    Selbstbewusstsein lernen!

    Liebe Lockenfee,
    selbstverständlich kannst Du im Termin, also bei der Vorstellung beim Gutachter, alles das tun, was Du für richtig hältst und was Deinen Interessen dient. Der Gutachter tut schließlich auch das, was seinen bzw. den Interessen seines Auftraggebers dient!

    Das bedeutet:
    Um nichts zu vergessen, solltest Du tatsächlich Notizen mitnehmen und darfst sehr wohl daraus ablesen!
    Es kann sich sogar bei einem langjährigen Krankheitsverlauf empfehlen, eine Art "Krankheits-Lebenslauf" (chronologisch geordnet mit Stichworten versehen) mitzunehmen und diese Aufzeichnung auch als Kopie dem Gutachter auszuhändigen. Gleiches gilt für ein sog. Schmerztagebuch, das kann man auch noch nachträglich aus der Erinnerung heraus schreiben.

    Insgesamt ist noch Folgendes wichtig:
    Begutachtet werden muss der Zustand, der sich o h n e Medikation darstellt.
    Das heißt: Wenn Du fünf Diclofenac geschluckt hast, dann bist Du "high" und kannst u. U. fast alles. Das aber ist ein Ausnahmefall - und Du bist gar nicht verpflichtet, mehr oder weniger noch anderweitig krankmachende Medikamente einzunehmen!!
    Also, wenn Du unter Medikation zum Gutachter gehst, dann weise ihn ganz klar darauf hin, welche Medikation Du eingenommen hattest und wie es o h n e ausschaut.

    Denn:

    Es kann sein, dass Du irgendwann bestimmte (jetzt noch lindernde) Medikamente nicht mehr verträgst (z. B. aufgrund v. chron. Magendefekten, die sich nach der laufenden Einnahme zwangsläufig ergeben).

    Wie gesagt, es kann niemand sozusagen gezwungen werden, Medikamente einzunehmen.

    Im Übrigen mal ein eher humorvoller Tipp.
    Ein Professor sagte stets zu uns Studenten, wenn wir etwas unsicher waren bei Vorträgen oder Prüfungen:

    "Stellen Sie sich Ihre Zuhörer oder Prüfer in Unterhosen vor! Das sind Menschen wie Sie und ich!"

    Was will ich damit sagen?

    Respekt vor dem Gegenüber als Person ist immer angebracht, aber keine Angst vor irgendeinem "Amtsträger". Dieser Mensch macht seinen Job, hat auch seine eigenen Probleme und ist am Ende des Tages auch froh, wenn er seinem Hobby nachgehen kann.

    Also, frohgemut, es wird schon funktionieren!
    Beste Grüße!
    Alb
     
  9. wotti

    wotti Mitglied

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    danke Albstein ,für deine tollen Tipps:) es könnte auch mal für mich wichtig sein ,wie ich mich zu verhalten habe beim Gutachter. Noch muss ich nicht dorthin, aber wehr weiß ?

    ps ich kenn auch den Spruch mit dem GEGENÜBER:):):) nur meine Tante sagte immer Man sollte IHN sich Nackt vorstellen:eek::eek: nur so am Rande .


    also nochmal danke für die Tipp.


    lg wotti
     
  10. Esuse

    Esuse Neues Mitglied

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    Hallo,
    nimm Dir eine Vertrauensperson mit, Du hast das Recht auf einen Beistand, der auch bei der Untersuchung dabei ist. Beistand - nicht Zeugen. Trotzdem solltet Ihr gemeinsam hinterher ein Gedächtnisprotokoll erstellen und beide unterschreiben.
     
  11. Albstein

    Albstein Neues Mitglied

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    Verhalten/Glaubwürdigkeit

    Hallo -
    ich möchte ganz allgemein noch auf diese Punkte hinweisen:

    a) Ein medizinischer Gutachter ist im Regelfall zwar Arzt, aber eben kein "Heiler" (sprich: er ist nicht curativ tätig), sondern ein kriminologisch agierender "Übersetzer", der medizinische Sachverhalte als Gutachten so textet, dass sie vor allem für Juristen und Bürokraten verständlich sind.

    b) Speziell bei Rheumatikern ist der Gutachter (neben Ergebnissen blutchemischer Analysen sowie den ärztlichen Befunderhebungen usw.) auf die Feststellung der "Glaubwürdigkeit" des Patienten fixiert. Denn die subjektiven Angaben des Patienten sind letztlich ausschlaggebend, aber nur, wenn sie glaubwürdig im Einvernehmen mit den sonstigen objektiven Befunden sind.

    c) "Glaubwürdigkeit" stellt der Gutachter u. a. fest am Verhalten des Patienten.

    Ich bringe Beispiele:

    1. Wer forsch im aufrechten Gang in das Gutachterzimmer tritt, mit festem Händedruck den Gutachter begrüßt, sich die Schuhe blitzschnell auszieht, wenn die Füße betrachtet werden sollen, der darf sich nicht wundern, wenn der Gutachter Angaben über "Gehbeschwerden" oder Bewegungsbehinderungen in den Armgelenken oder Fingern für wenig überzeugend hält.

    2. Gleiches trifft zu, wenn jemand einen Pullover beim Auskleiden problemlos über den Kopf abstreift, obwohl er angegeben hat, die Arme nur schwer noch oben heben zu können. Gutachter "achten" auf sowas sehr genau. Da empfiehlt sich eben, eine Strickweste anzuziehen!!

    Vor allem Frauen neigen dazu - meist aus verständlicher Eitelkeit - ihre Bewegungsbehinderungen eher zu verbegen, sich zusammmenzureißen.

    "Wie sieht das denn aus, wenn ich ein Bein hinterherschleife?" - so denkt manche(r) Rheumatiker(in).

    Aber: Beim Gutachter muss derjenige (oder diejenige), wenn denn das Hüftgelenk befallen ist (!), das betreffende Bein eben mehr oder weniger (eher) betont hinterherschleifen.

    Betritt man dagegen privat z. B. ein Speiselokal und scheut sich aus Eitelkeit, "die Behinderung zu zeigen", dann kann man sich immer noch kurzzeitig zähneknirschend zusammenreißen, wenn das die eigene Eitelkeit erfordern sollte.

    Aber niemals beim Gutachter!

    Fazit:
    Verhalten und subjektive Angaben müssen überzeugend im Einklang stehen.

    Dabei empfiehlt es sich auch, nicht nur zu sagen: "Meine Finger schmerzen", sondern auch zu betonen, zu welchen konkreten Einschränkungen das führt (z. B.: "Ich kann keine Tasse mehr heben, keinen Besen mehr halten, nicht mehr flott in die Tastatur des PCs tippen usw.). Ganz wichtig ist das, den Gutachter auf die Folgen der Erkrankung genau hinzuweisen, denn nur die sind z. B. maßgeblich für eine Berentung.

    Alb
     
    #11 26. Juni 2012
    Zuletzt bearbeitet: 26. Juni 2012
  12. bise

    bise Neues Mitglied

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    bei Frau Antje
    diese tipps sind schön und gut.
    doch erfahrene gutachter haben noch ganz andere tricks drauf.

    deshalb: sich immer so verhalten, wie man sich gerade fühlt, wie es tatsächlich ist. sobald geschauspielert wird, ist der gutachter sauer, weil er sich in die irre geleitet fühlt.

    ich wollte damals unbedingt weiterarbeiten, an meiner arbeit war nix auszusetzen, ich habe das erwartete pensum immer mehr als erfüllt. doch mein arbeitgeber ahnte, wie ich mich abmühte und quälte; er beantragte für mich - ohne mein wissen -, ob ich berentet werden könnte. er könne mit seiner fürsorgepflicht eine weiterbeschäftigung nicht mehr vereinbaren. in der arbeitszeit wurde ich im dienstwagen zum gutachter gefahren. dieser hatte den ruf, der ist knallhart, vorzeitige berentung schlägt er selten vor. ich war guten mutes, musste 90 minuten im wartezimmer warten. okay, während der arbeitszeit, warum sollte ich da meckern.
    dann kam er in den wartebereich und sagte knapp, ich habe vorgeschlagen sie sofort zu berenten, der arbeitgeber weiss es bereits. eine weiterbeschäftigung ist aus mediz. gründen
    nicht möglich. das war es. ich war baff.

    es stellte sich heraus, dass wartezimmer war für mich vorbereitet worden und an der wand hing ein spionspiegel. der doc hatte mich beobachtet, er hatte alle ausweichbewegungen und all meine tricks gesehen, wie ich situationen bewältigte - ich hatte mich so verhalten, wie es mir noch möglich war.
    dann erfolgte ein sehr nettes ausführliches gespräch. der knallharte doc war tatsächl. sehr einfühlsam, er half mir dadurch über die bitterkeit, den verlust des arbeitsplatzes hinwegzukommen. erst später habe ich eingesehen, dass er eine für meine gesundheit gute entscheidung getroffen hat.

    also, sich immer so verhalten, wie sonst auch, ohne besonders nachzudenken.

    alb:wer sich den pullover flott ausziehen kann, sollte derartige angaben nicht machen.
    natürlich kann man sich bücken, um etwas aufzuheben, entscheidend ist das wie. denn im alltag muss sich jede/r mal bücken.
    all das kann nicht einstudiert werden.
    jeder trainierte gutachter merkt sofort, wenn an den bewegungen was nicht stimmen sollte.

    lg
     
  13. Albstein

    Albstein Neues Mitglied

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    Kein "Schauspielern", aber auch kein "Zusammenreißen"!

    Hallo -
    möchte darauf hinweisen, dass meine "Tipps" nicht zum "Schauspielern" animieren sollen, sondern nur dazu dienen sollen, die Beschwerden richtig und in dem höchsten Grad, der subjektiv wahrgenommen wird, anzugeben. Wer schauspielert, hat durchweg verloren.

    Nur: Wer sich zusammenreißt und auf Suggestivfragen zu positiv antwortet, der hat es auch ......

    Betroffene wissen, dass manche erheblich schmerzenden Bewegungen "zur Not" - eben unter Schmerzen - noch möglich sind (Beispiel: Pullover!), aber beim Gutachter ist es völlig unangebracht "diese Not" zu zelebrieren. Das hat mit "Schauspielern" aber nichts zu tun.

    Was den von "Bise" angegebenen sog. Spionspiegel betrifft, so ist dessen Verwendung u. U. strafrechtlich relevant. Ich bin skeptisch, ob dies sich wirklich so zugetragen hat, aber bitte: Es gibt nichts, was es nicht gibt .....

    Viele Grüße!
    Alb
     
  14. bise

    bise Neues Mitglied

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    bei Frau Antje
    alb,
    ich vermute, dass er durch den spiegel gesehen hat, aber vielleicht spiegelte sich alles im fenster.
    den spiegel gibt es übrigens in vielen bereichen, im eingangsbereich des hotels (nicht in den zimmern), im restaurant, im laden etc. er darf nur nicht auf der toilette/umkleideräumen etc angebracht werden.

    pullis muss man an- und ausziehen können. also muss man erträgliche ausweichbewegungen drauf haben. die werden jede/m in rheumakliniken in der ergo beigebracht.
    eine enge weste anzuziehen ist manchmal noch bedeutend schwieriger für einen eingeschränkten rheumi.
    es kommt immer auf das wie an, wie man es anstellt, wie man mit einer situation fertig wird.
    das ganze muss stimmen; bei rückfragen immer ehrliche auskunft geben. manchmal muss man auch vorzeigen, wie man was noch erledigen kann.
    übrigens erfahrene rheumis können häufig auch erkennen, ob jem übertreibt.......
    in rheumakliniken sind manche schwestern auch hellwach und passen auf.
    gruss

    nachsatz: lebt man alleine, muss nämlich die frage beantwortet werden, wie bewerkstelligen sie ihren alltag.
    sonst hat man erst recht nen problem.......
    das ist dann noch viel, viel grösser.
     
  15. Frau Meier

    Frau Meier Guest

    Ein paar Worte zu Albstein (mehr möchte ich zu den für mein Empfinden teils haarsträubenden Weisheiten :eek: hier nicht sagen):

    Ehrlich gesagt muss ein einigermaßen intelligenter Gutachter (davon gehen wir doch aus, oder?) die Glaubwürdigkeit in einem solchen Fall gar nicht hinterfragen, sondern nur die Augen offenhalten und seinen gesunden Menschenverstand benutzen; wirklich Kranke und Gehandicapte kann auch ein nicht kurativ tätiger Arzt (sogar so einer!) herausfischen.
    Die meisten Rheumatiker hier (auf begründeten Widerspruch bin ich gespannt), die wegen starker Einschränkungen der Bewegungen in Armen und Beinen, beim Pulloverausziehen und beim Laufen und vielen anderen "normalen" Alltagsverrichtungen wirklich Probleme haben, KÖNNEN gar nicht mit festem Händedruck begrüßen (weil Angst davor besteht und/oder Schmerzen und Kraftverlust das verhindern) oder "blitzschnell" die Schuhe ausziehen.

    Falls doch, besteht REAL ein gewisser Widerspruch, den ein Gutachter natürlich aufgreift.
    kukana und Andere sagten es schon: bestehende Behinderungen und Einschränkungen darf jeder angeben - und Gutachtern per se "Tricks" zu unterstellen, sagt viel über die eigene Gedankenwelt aus.

    @ Albstein ganz speziell
    Übrigens begutachten auch "kurativ tätige Ärzte" - besonders wenn es zu gerichtlich angeforderten Gutachten kommt ;)

    Grüße, Frau Meier
     
  16. bise

    bise Neues Mitglied

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    Ort:
    bei Frau Antje
    sorry, ich wollte gutachtern keine miesen tricks unterstellen.
    ich wollte nur vor übertreibungen jeglicher art warnen.
    wenn denen etwas "spanisch" vorkommt, dann wissen sie genug (d.h. sie kennen verhaltensregeln, von mir genannt = sie haben genug tricks drauf)), um dem nachgehen zu können. sie müssen und wollen sich vergewissern.
    viele antragsteller erzählen viel. oder "die können einem viel erzählen".
    also dränge mich bloss nicht in eine gewisse ecke.

    erfahrenen gutachtern genügt es, die augen offen zu halten und ganz genau zu schauen. sie haben rö- und mrt-bilder vor sich liegen, kennen deren befunde. sind diese befunde so eindeutig, kann durchaus schon nach aktenlage entschieden werden.
    sieht der gutachter auf rö und mrt bilder beinahe nix, sind bisher nur starke entzündungen vorhanden, dann muss er entscheiden.
    sind in vielen gelenken prothesen, ist ganz klar, gewisse bewegungen gehen nicht mehr oder nur unter erschwerten bedingungen. ist aber unmöglich, sie kontinuierlich auszuführen.
    deshalb immer wieder mein ratschlag: so normal wie sonst auch sich verhalten, auf fragen ehrlich antworten und ggf. erklärungen abgeben.

    sollte der gutachter feststellen; das können sie noch gut, warum können sie das andere denn nicht? ehrlich antworten, der gutachter kann nicht alles wissen.
    ihm es erklären.

    denn lebt man alleine und kann viele dinge nicht mehr, dann fragt sich der gutachter, wie wird der alltag bewältigt....
    dann kann es zu problemen kommen.

    gruss


    nachsatz:
    vorzeitig berentet zu werden, hat kaum angenehme seiten. zum einen kann die rentenversicherung nur das auszahlen, was man vorher eingezahlt hat durch eigene arbeitsleistung. das ist i.d.r. nicht sehr viel, wenn man nicht jahrzehntelang gearbeitet hat. zum anderen bricht durch wegfall der arbeit ein grossteil der kontakte fort.
    rentenzeit ist kein urlaub oder wie urlaub.
    vorzeitig aus der arbeitswelt entlassen zu werden, habe ich als schicksalsschlag empfunden, mit dem ich mich nicht anfreunden kann.
     
    #16 26. Juni 2012
    Zuletzt bearbeitet: 26. Juni 2012
  17. Frau Meier

    Frau Meier Guest

    @bise

    Wenn du mit deinem Posting plakativ vor Übertreibungen warnen wolltest, habe ich dich vielleicht falsch verstanden und bin ich ganz bei dir :)

    Ungefähr das, was du schreibst, hatte ich gemeint: wirkliche Einschränkungen sieht ein seriöser Gutachter (dazu muss er nicht einmal Rheumatologe sein)
    Es wird aber schwierig, wenn jemand von seinen schweren Einschränkungen erzählt und der körperliche Status inkl. der Beweglichkeit UND die Lebensführung in krassem Gegensatz dazu steht - und das gibt es gar nicht so selten...

    Natürlich sieht man z. B. Schmerzen nicht direkt - aber einen schmerzgeplagten Menschen erkennt ein leidlich sehender Arzt auch noch im Halbschatten ;)
    Meiner Erfahrung nach (ich kenne nicht wenige jung oder sehr jung berentete Menschen!) ist weder ein angemessener GdB noch eine angemessene Erwerbsminderungs- oder -unfähigkeitsrente für wirklich Bedürftige ein unüberwindbares Problem.
    Manchmal liegt das Problem nämlich auch in der gefühlten Bedürftigkeit, die der objektiven Überprüfung nicht standhält.

    Ich will allerdings nicht leugnen (selbst miterlebt), dass es auch völlig inakzeptable Gutachten gibt - nur möchte ich das eben nicht verallgemeinert sehen.

    Gruß, Frau Meier
     
  18. Lockenfee

    Lockenfee Neues Mitglied

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    Hallo Leute,
    will nur mal kurz von meinem Gutachtertermin berichten.

    Er war nicht sehr toll. Eher einer von den schlimmeren.
    Aber meine Krankheit und die Befunde haben eben doch für sich gesprochen. Ich wurde von 2 Ärzten begutachtet und sie befürworteten erst einmal die Rente für 1 Jahr und dann eine erneute Begutachtung.

    Naja. Bin nur froh, daß alles erst einmal vorbei ist. Und wer weiß, vielleicht geht es mir ja in einem Jahr wieder besser. Man soll ja die Hoffnung nicht aufgeben.
    :)

    Noch eine Frage. Hat man als Patient das Recht eine Kopie von dem Gutachten zu erlangen? Wenn ja, wie stelle ich das am besten an?
    Danke auch hier noch mal für Eure Tips.
     
  19. Bizarro

    Bizarro Mitglied

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    @Frau Meier
    jetzt werden die fähigkeit von ärzten aber in den himmel gehoben und widerspricht den erfahrungen, die viele "antragsteller" mit gutachtern gemacht haben. die behauptung, dass ein leidlich sehender arzt einen schmerzgeplagten noch im dunkeln erkennt, dass ist schon sehr vermessen und unverschämt. wenn die von Ihnen so hochgelobten gutachter so fehlerfrei begutachten würden, dann hätten die sozialgerichte nicht so viele fälle zu bearbeiten. wer bestellt/bestimmt in der regel den gutachter, dass ist der rententräger oder das versorgungsamt und aus diesem grund ist in meinen augen nicht von einer objektiven begutachtung auszugehen. die hand die mich füttert, die beiß ich nicht, oder sind sie Frau Meier der meinung, dass ärzte die besseren menschen sind und sich nicht gedanken darüber machen, ob sie auch weiterhin noch als gutachter bestimmt werden, um sich damit ein gutes zubrot verdienen zu können. wie so ein gutachten dann ausfällt, das kann man sich sicherlich gut vorstellen und von objektivität will ich hier nicht unbedingt sprechen. ihre behauptung, dass für "wirklich bedürftige" der erwerb eines angemessenen gdb oder eine rente, kein unüberwindbares problem darstellt, dass ist gelinde gesagt eine frechheit. im umkehrschluss ihrer behauptung sind alle diejenigen, die keine eu-rente oder einen angemessenen gdb erhalten, simulanten. das ist schon der hammer was sie so von sich geben und da drängt sich mir die frage auf, ob sie selber arzt/ärztin sind, da sie, wie schon häufiger von ihnen gelesen, die ärzteschaft so vehement verteidigen und in den himmel loben, dann sollten sie sich auch ehrlich outen und nicht mit blinzelnden smilies, wo man im hintergrund jedesmal ihren erhobenen(ich habe immer recht) zeigefinger vermutet, um sich schmeissen. erzählen sie doch einfach mal woher sie ihre weisheiten haben, die sie hier so von sich geben.

    mfg Frajo
     
  20. kukana

    kukana Moderatorin

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    Du hast doch deinen Arzt angegeben der den Gutachterbericht bekommt, frag ihn nach einer Kopie. Oder ruf in der Rv direkt auch an. Diese Kopie steht dir zu.
    Allerdings dauerte es bei mir vom Gutachter bis zum Bescheid nochmals vier Wochen, es ist doch gut wenn du schon so schnell eine Info hast.

    Gruß Kukana