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Gutachten/ Reha mit Schulanfänger und sonstwas

Dieses Thema im Forum "Allgemeines und Begleiterkrankungen" wurde erstellt von Korn, 7. Mai 2009.

  1. Korn

    Korn Neues Mitglied

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    Hallo!

    War bisher fast nur stille Leserin...

    Hatte Ende 2006 eine Reha für erfolglos beendet, kränker abgereist als angereist, aber nach Einschätzung der Fachleute komplett arbeitsfähig. Ein viermonatiger Arbeitsversuch in 2007 endete mit einem Hörsturz- nicht der Erste und der Tinitus ist schlimmer geworden. Bei den Untersuchungen beim HNO wurde noch eine Schwerhörigkeit festgestellt. Die Ursache dafür sollte bei einem MRT festgestellt werden, aber ich gebe es zu, ich habe es nicht gepackt: Panik, Angst vor Kontrollverlust, auch die Aussicht, mit einem Beruhigungsmittel kalt gestellt zu werden, brachte da nix, zwei Versuche, rien ne va plus... Neige eh zu Angst, habe da ein weites Feld zu beackern...

    Habe kurz nach der Reha die Diagnose Fibromyalgie erhalten, das was die Reha-Klinik vehement ausschloß. Während der eineinhalbjährigen Arbeitsunfähigkeit wurde entdeckt, daß ich seit längerem an einer Gesichtsnerv-Enzündung (beide Seiten schmerzen) leide. Auch das wurde in der Reha als psychosomatisch bedingt abgetan, zum Glück komme ich hier leidlich mit Gabapentin klar. Die Dosierung ist je nach Hersteller ein Glückspiel, mal paßt es, dann wieder nicht.

    Zwischendrin habe ich auf Anraten meines Arztes und meiner Anwältin einen Antrag auf Feststellung GdB gestellt. Einzel-GdB sind 70 und 50, die Fibromyalgie wurde zwar erwähnt, aber vom Versorgungsamt nicht berücksichtigt, so komme ich auf einen Gesamt-GdB 90.

    Unter dem Eindruck der AU in 2006 und seit 2007 in Verbindung mit verschiedenen Gesprächen bei der BA und dem Jobcenter (immerhin bekam ich soviel Krankengeld, daß ich mir den Luxus erlauben konnte, noch ergänzende Hilfe zum Lebensunterhalt zu beantragen) habe ich wieder auf Anraten meines Arztes/ meiner Anwältin einen Antrag auf EU-Rente gestellt. Leider kam/ kommt von den beiden Stellen BA/ Jobcenter null Unterstützung.

    Ich bin zum Jahresbeginn ausgesteuert worden und beziehe derzeit Übergangsgeld. BA hat zwar die üblichen Schweigepflichtentbindungen angefordert, aber bei meinen Ärzten kam bislang nichts an. Nun habe ich in Kürze den nächsten Gutachtertermin auf Veranlassung des Rentenversicherungsträgers und schiebe Panik.

    Der Termin ist in einer Großstadt in der Nähe. Ich nicht, wie ich das mit der Fahrerei zweimal zwei Stunden mit Öffis (Kind in Nachbarort zum Kindergarten, dann in Großstadt, dann wieder Kind abholen und nach Hause) hinkriegen soll, bin an normalen Tagen mittags schon so müde, daß ich im Sitzen einschlafe. Im Auto ist es absolut grenzwertig, darf an sich an Autofahren kaum noch denken, als ehemalige Vielfahrerin mit jährlichen Runden um den Globus schockt es schon, wenn man in regelmäßigen Abständen grundlegende Verkehrsregeln außer Acht läßt (Links-Abbieger, Ampeln...).

    Klar, so wie ich mir den Alltag mit einem kleinen Kind jeden Tag aufs Neue zurechtbiege, so komme ich da bestimmt hin, aber ich zahle einen bitteren Preis. Denn wenn einer sieht, daß man sich zu nem lebenswichtigen (hab echt Existenzangst) Termin hinquält, dann ist man auch in der Lage mindestens drei Stunden am Tag zu arbeiten. Sowas schaffe ich zwar nicht an einem Stück, bin auch durchaus mehr als drei Stunden an einem Stück wach, aber eben mit Pausen, deren Inhalt ich nicht beschreiben kann, weil ich sie einfach brauche und manchmal einfach nur dastehe und innehalte.

    Klar, ich kann das hier jetzt auch tippen (hab das auch schon gelesen- deshalb auch still), dann kann ich auch arbeiten. Aber das ist es eben nicht genauso. Mein ganzer Tag geht dafür drauf, um einen Teil dessen, was andere schaffen, hinzukriegen und vieles, was andere schaffen und was ich früher auch geschafft habe, klappt heute nicht mehr... Und da komme ich wieder da an, wo ich anfangen wollte, ich weiß nicht, ob ich das (nochmal) schaffe, zum Gutachter hinzukommen. Ich frage mich echt, warum sowas nicht wohnortnah gemacht werden kann. Beim letzten Gutachter-Termin war ein Ergebnis "braucht Begleitung", war aber alleine unterwegs... Der letzte Gutachter stellte 3 bis 6 Stunden in den Raum, der Rentenversicherungsträger machte davon vollzeitig...

    Ja und dann schiebe ich Panik wegen der Reha. Habe drei stationäre Aufenthalte hinter mir, mein Kind kommt kommenden Sommer in die Schule. Und wenn ich lese, Reha vor Rente, dann kann ich das gut lesen, wenn ich am Ende wieder ein bischen Lebensqualität und die Möglichkeit, für uns zu sorgen, gewonnen habe, die letzte Reha war das Gegenteil. Nur ich mach mir einen Kopf darum, wie ein Schulanfänger sowas wegsteckt... Von anderen Patienten, die mit Kind da waren, wurde erzählt, daß der Schulunterricht nur erhaltend, wenig aufbauend ist. Wie kann das für einen Erstklässler aussehen? Oder am besten gleich eine Ehrenrunde nach der ersten Klasse einplanen? Oder Kind anderweitig unterbringen (keine Verwandten hier nur ganz begrenzter Bekanntenkreis) mit den möglichen lebensbeeinflußenden Folgen. Ich weiß, wovon ich rede und ich war bei meinen Großeltern und ich war bei bereits auf der weiterführenden Schule...

    Wie weit muß man noch fallen? Oder reicht wirklich erst eine Ansichtskarte von 1,60m unter der Grasnarbe...?!

    Viele Grüße
    Reni
     
  2. Colana

    Colana Musikus

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    Hallo Reni..

    Reha und Schulkinder...

    Eine Reha hat eine Dauer von 21 Tagen und kann verlängert werden.

    Zum einen kannst Du Dich mit der Klassenlehrerin kurzschließen, Dir dementsprechendes Material mitgeben lassen falls diese nach der sog Anlauttabelle arbeitet oder die Materialien mitnehmen, die sie erhalten.

    Das Gleiche gilt auch für Mathematik. Dort erlernen sie erst ein Mal den Zahlenraum von 1 - 10, < und > Zeichen, + , - und kleiner Rechenaufgaben wie 2 - 1 usw. Auch hier lassen sich diverse Arbeitszettel vorher mitgeben und in der Reha einsetzen während des dortigen Unterrichtes.

    In Sachkunde haben sie meistens erst ein Mal die Schulregeln, wie verhalte ich mich in der Schule, auf dem Schulhof, meinen Klassenkameraden gegenüber, vielleicht noch ein Tier wie den Igel in groben Rahmen, Links und Rechts... dit wars in einem halben Jahr - zu mindest bei meinem Sohnemann.

    Also lass Dir da keine grauen Haare wachsen. Das holt ihr ganz in Ruhe wieder auf, was Dein Kind evtl versäumt, solltet ihr es nicht mitbekommen.

    *************
    Für Deinen Untersuchungs-Termin:

    a) hast Du evtl jemanden, der mit Dir dorthin fahren könnte, ergo Dir die Fahrt abnehmen könnte

    und

    b) würde eine der Mütter vielleicht so lange Deinen Lütten abnehmen und Du kannst ihn dann abholen, wenn Du wieder am Wohnort bist

    Ich hoffe, dass ich Dir für Dich ein paar brauchbare Tipps geben konnte.
    Gute Besserung wünsche ich Dir
    Colana
     
  3. Korn

    Korn Neues Mitglied

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    Hallo!

    Das mit den drei Wochen Dauer wußte ich nicht, dann könnte es ja auch sein, daß es vor der Einschulung ist. Zur Einschulung fände ich extrem ungünstig, weil das Kind so keine Möglichkeit hat, sich in den Klassenverband einzugliedern. Wenn das tatsächlich der Stoff ist, den Du genannt hast, dann wirds da weniger Probleme geben, denn die haben wir schon fast durch- nicht, weil ich da was mache, sondern weil die Themen bereits interessant sind.

    Aber das mit Sachkunde und den Schulregeln und dem Klassenverband, das finde ich sehr wichtig und andere Eltern berichten immer wieder, daß das erste Jahr nicht so sehr der Vermittlung von Wissen dient, sondern dafür da ist, daß sich die Kids in den Schulalltag einfinden, lernen, sich da ein Stück weit sich selbst zu organisieren und natürlich sich in die neue Gruppe einfinden.

    Bei der letzten Reha war mein Kind ein Kindergartenkind. Auch jetzt erinnert es sich noch an die extremen Zustände in der Kinderaufbewahrung der Klinik- wenig Personal, enge Raumverhältnisse, Kinder vom Krabbelalter bis zur Pubertät, eben das, was an Begleitkindern mitdarf. Wir waren zwei Monate nicht da und danach war es nicht leicht, wieder in den Alltag mit Kindergarten und Freunden und Sport und so reinzukommen. Die Kinder haben sich weiterentwickelt und lernten sich neu kennen.

    Wie gesagt, ich habe das hinter mir, ich habe einen Schulwechsel gemacht, war in der Zeit bei den Großeltern in einem entfernten Ort (Bahnfahrten) und hatte dadurch, daß ich keine Möglichkeit hatte mit den Schulkollegen nachmittags Verabredungen zu treffen, es wesentlich schwerer in der gesamten Schulzeit Kontakte zu knüpfen. Ich hatte zwar meine Freunde außerhalb der Schule, aber in der Schule war ich ziemlich einsam, bis zur Oberstufe.

    Und das befürchte ich für mein Kind, wenn es womöglich die ersten Wochen nicht da ist. Wie gesagt, der Stoff, den schaffen wir, nur wir werden das in einem anderen Rahmen machen und mein Kind fängt dann da an, wo die anderen Wochen vorher standen, und das kann Schwierigkeiten geben.

    Liebe Colana, ich sag das nicht, um gegenzureden. Ich denk einfach nur laut das, was bei mir im Kopf dazu rumgeht. Ich hab das aufgenommen, was Du gesagt hast. Wenn das bei drei Wochen bis zur Einschulung bleibt, dann sehe ich eine Chance...

    Wegen des Termines und der Organisation:

    Eltern und sonstige Verwandtschaft: leider nicht in der Nähe, wohnen etwa 150km entfernt.

    Freunde, Bekannte: ich lebe sehr zurückgezogen, kaum Kontakte, nur in dem Rahmen eines kleinen Ortes (hallo, guten Tag, wie gehts, tschüss), mein soziales Netz, das eigentlich nur aus ein paar Elternkontakten besteht, ist recht locker. Nachmittags ist immer mal was möglich durch gut gepflegte Spielkontakte oder auch mal Turnen oder so, wir teilen uns als Eltern das auf. Soll heißen, ich habe keine Freundin oder so, die ich fragen würde, ob sie mit mir herumfährt.

    Das ist ein Teil meiner Erkrankung und eben auch Folge von damals, ich knüpfe schwer feste Bindungen- ich hatte einen tollen Bekanntenkreis, wenige Freunde, dafür fest, das habe ich durch die Erkrankung verloren, habs nicht mehr hingekriegt, das zu pflegen. Die Leute sind noch "da", aber es besteht Distanz- räumlich sowieso und persönlich auch. Heute halte ich selbst Distanz. Z.B. am Arbeitsplatz habe ich immer zugesehen, von den Kollegen fern zu bleiben. Berufliche Nähe, persönlicher Abstand, mir fehlt da viel Vertrauen, weil ich in der Schule zwar da war, aber eben nur in der Schule und gehänselt und geschnitten wurde- die will nicht mit uns spielen, dabei konnte ich nicht, weil ich weit weg bei den Großeltern hockte (da isses wieder, das Motiv).

    Heute lebe ich im Rückzug, ich werde von manchen hier im Ort komisch genannt. Eine Frau kennt mich aus meinem ersten Leben und betont, daß ich früher ganz "anders" gewesen sei. Weiß ich, wäre auch gern wie früher, lebensfroh, tatkräftig und optimistisch, selbst meine langjährige Maske hilft nicht mehr. Mit nicht-wollen hat das nichts zu tun, es fällt mir schwer.

    Aber wie gesagt, ich rede nicht gegen, denke nur laut- nehme Deine Anstöße mit, weil sie nachvollziehbar und logisch sind.

    Viele Grüße von der Reni
     
    #3 8. Mai 2009
    Zuletzt bearbeitet: 8. Mai 2009
  4. bise

    bise Neues Mitglied

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    @Korn

    habe deine verlaufsstory mitgelesen.

    deine entwicklung war und ist deine entwicklung. sie solltest du auf dein kind nicht mal ansatzweise übertragen oder befürchten. jedes kind geht anders damit um, wenn es keine sozialen kontakte knüpfen kann oder auch nicht möchte.

    du lebst in einem kl. ort, so schreibst du.
    warum sagst du dort nicht, was mit dir los ist. - sollte man dich fragen.-
    ich habe ähnliches durch: bin in fremde umgebung, fern ab von daheim, umgezogen; kannte niemanden, krank an cp, fühle und fühlte mich dauernd beäugt von den anderen - was blieb mir anders übrig, als ganz offensiv mit meiner behinderung und hilflosigkeit umzugehen?
    auch ich hatte in kindheit- und jugendzeit ganz schlimme erfahrungen gemacht, diese hatte ich einfach verdrängt.
    es hat geklappt hier. ich hatte anfangs und manchmal auch jetzt noch ganz blöde kommentare zu "erdulden". ich stellte mich dem und siehe da, die leute helfen und werden freundlicher. das befremdende muss weggewischt werden.

    vielleicht kennst du eltern aus dem kindergarten, frage sie. die hilfsbereitschaft der menschen ist soooo gross, nur sie müssen wissen, dass sie hier gefordert sind. von nix kommt nix.


    gerade am schulanfang, einem wichtigen tag eines kids, würde ich als mutter natürlich immer dabei sein wollen.
    das wird sicherlich die reha klinik verstehen und dir einen termin noch vor oder dann in den schulferien einräumen können.

    kopf hoch, das kriegst du hin, versuche alle bedenken mal über bord zu werfen.
    mein motto ist: wenn ich nicht frage, direkt anspreche, kann ich auch nie die antwort erfahren und mich danach richten.
    viel glück.
    gruss
     
  5. Korn

    Korn Neues Mitglied

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    Hallo!

    Schule lasse ich mal außen vor. Es gibt immer mehrere Seiten und speziell das Leben mit unseren Kindern ist von unseren Erfahrungen geprägt, bestimmte Dinge "übernimmt" man, bestimmte Dinge vermeidet man. Ich denke, in unserer heutigen Zeit gibt es genug Bereiche, in denen den Kindern "zugemutet" wird, daß sie es einfach so wegstecken. Ich habe das alles auch "weggesteckt" und der Beginn meiner Fibromyalgie liegt in meinem 13. Lebensjahr, irgendwann kommt es raus.

    Es geht nicht allein darum, daß ich bei der Einschulung dabei sein möchte, es geht nicht so sehr um mich, sondern um mein Kind, denn für eine Halbwaise bin ich Mutter und Vater oder einfach "Familie"... und deshalb erachte ich es schon für bedeutsam, da eine Möglichkeit zu haben, es wie andere Kinder aus Zwei-Eltern-Familien zu behandeln und ihm in Sachen Schulstart die gleichen Möglichkeiten zu geben...

    Zu unserem Wohnort: die Leute, mit denen ich zu tun habe, wissen von meinen Einschränkungen. Die einen sind weggefallen, weil sie auf irgendeine Art nicht damit umgehen konnten, die anderen sind bei der Stange geblieben und die wieder anderen beißen nun zu. Denn es liegt in der Natur mancher Leute, sich die Schwächen anderer für eigene Belange zunutze zu machen und auch ganz manchmal dann nochmal extra zuzubeißen, weil die Leute wissen, daß man ein Handycap hat. Hier heißt es (das ist nicht nur meine Sichtweise, das äußern diejenigen, die was mit mir zu tun haben, ebenfalls), haste was, dann biste was.

    Die Leute sind extrem ehrgeizig und gehen dabei sogar manchmal fast über Leichen. Wieder das Beispiel Schule, es gibt tatsächlich Eltern, die ihr fünfjähriges Kind gegen alle Ratschläge einschulen lassen- der Wille und der Weg mal anderes. Das böse Erwachen gibt es laut Schulleiterin (einer der wenigen privaten Kontakte) dann in der zweiten Klasse, wenn der "Schulwind" den Kindern um die Nase weht. Es geht nicht nur um Wissen, die Neugier dafür kann man wecken bzw. das haben die Kinder sowieso, aber die Koordination, die "Eigen-Regie" in der Schule, das können die Kleinen noch nicht. Ja und in der Summe heißt das hier, daß in der zweiten Klasse tatsächlich Kinder das Jahr wiederholen müssen. Im Ergebnis heißt es aber nicht, daß die Eltern nachfolgender Jahrgänge die Sache überdenken, nein, es stachelt sie noch mehr an und dann erst recht. So leistungsorientiert wie die Leute für sich denken, so schauen sie auch auf ihre "Nachbarn". Ich leiste in ihren Augen nichts und tauge daher nur für Abwärtsvergleiche fürs eigene Image. Irritiert reagiert mancher, weil mein Kind "so ganz anders" ist als ich, denn es ist in der kognitiven Entwicklung eine ganze Ecke weiter, aber das ist auch nicht richtig, denn das kann ja nicht normal sein- gerade bei den Eltern, die ihre Kann-Kinder einschulen wollen... Als Eck-Daten: wir hatten 28 Kinder im Jahrgang. Nun haben wir 35 Kinder im Jahrgang, kein Zuzug, dafür der "Rest" 5-Jährige.

    Ich habe im Bekanntenkreis meinen Krankheitsverlauf nicht an die große Glocke gehängt, könnte wirken, als wolle man sagen "jetzt nur noch Schmusekurs", nur das Gegenüber könnte sich sagen, ich bekomm auch keinen... die die die vielen Arzttermine, die Rehas und schlechten Tage mitbekommen haben, wissen es und gehen damit um. Die anderen wissen es durch die Gerüchteküche und gehen damit anders um. Eine Frau sprach mich auf mein zeitweilig unsicheres Gangbild an (das Gabapentin), ganz scheinheilig interessiert und nachher hörte ich um zwei Ecken, daß ich bewußtseinserweiternde Substanzen (Drogen, Alkohol) zu mir nehmen würde... und gegen diese Gerüchteküche komme ich nicht an. Bin den Leuten doch schon allein dadurch unheimlich, daß ich in einem Neubau wohne, seit einiger Zeit allein lebe, daß ich noch ein Auto habe- halt so blöde Eckdaten, die an sich nix über mich aussagen.

    Ich wohne hier nichtsdestotrotz gerne, vielleicht passe ich nicht hierher, wer weiß. An einen Umzug denke ich im Moment nicht. Würde ich in Eigenregie mit privaten Helfern nicht hinbekommen und ein Unternehmen kostet... die Zeit wirds zeigen.

    Viele Grüße Reni
     
    #5 9. Mai 2009
    Zuletzt bearbeitet: 9. Mai 2009
  6. Korn

    Korn Neues Mitglied

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    Nachtrag...

    Wegen Schule und Vorurteilen:

    daß ich alleinerziehend bin, sehe ich nicht als besondere Bürde, es ist sicher nicht einfach, an sich eine Organisationssache und sich drauf einstellen. Mehr Achtsamkeit, mehr ans Zusammenleben an sich denken eben. Wieviele Leute leben "alleine" in ner Partnerschaft??! Aus welchen Gründen auch immer... der Mann meiner fast einzigen Freundin vergräbt sich in seiner Arbeit und sie kümmert sich auch allein um ihr Kind. Sie hat den Vorteil der wirtschaftlichen Sicherheit und den Nachteil der persönlichen Unsicherheit und daß sie sich ggf. mit ihrem Mann auseinandersetzen muss. Bei mir ist es umgekehrt und ich hab eine "Front" weniger... *heiligenscheinaufsetzundwiederabnehm*

    Beim ersten Termin in der Schule wurden mir aus dem Stand Vorurteile im Zusammenhang mit der Ein-Eltern-Familie präsentiert und ich denke, ich greife nicht zu weit vor, wenn uns diese Vorurteile auch in der Schulzeit wieder begegnen. Ein Einstieg mit Nicht-Erscheinen wegen ner Reha könnte in einer bestimmten Art ausgelegt werden. Selbst wenn man den Leuten x-mal sagt, daß man Weichteilrheuma hat, so denken die Leute x-mal, daß einem die Glocke durchknallt, weil man alleinerziehend ist. Gängige Bilder mit Überforderung, Ohnmacht, Gedankenlosigkeit etc. zeigt uns der Privatkanal wöchentlich. Dass es viele zwei-Eltern-Familien sind, das bleibt nicht hängen...

    Viele Grüße!!!