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Günther Jauch: Thema jetzt: Warten auf Arzttermine!

Dieses Thema im Forum "Kaffeeklatsch" wurde erstellt von Lächeln, 22. Februar 2015.

  1. Lächeln

    Lächeln Aktives Mitglied

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    heute: 22.2.15 21.45 Uhr

    Thema: Das Warten auf Termine bei Fachärzten
     
  2. merre

    merre Aktives Mitglied

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    Arzttermine

    Ja mal schauen, wichtig wäre für mich aber auch, inwieweit die Zeit für eine treffende Diagnostok da ist. Vor allem auch was die Frage der Vergütung betrifft...
    "merre"
     
  3. josie16

    josie16 PsA

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    Hallo!
    Das wird das Problem nicht lösen, lt der Politik gibt es in den seltensten Fällen eine ärzt. Unterversorgung und das wird behauptet, wo es selbst in Gegenden, wo lt. Statistik genug Fachärzte zur Verfügung stehen, ellenlange Wartezeiten bestehen, da paßt irgendetwas nicht zusammen.

    Ich sprech jetzt nur mal von meinen beh. Ärzten, also HA, Rheumatologe, Kardiolge, Psychologe+Psychiater, ich kann nicht behaupten, daß die alle nichts arbeiten und deshalb die Wartelisten so lange sind.

    Beim HA bin ich schon viele Male noch abds um 19 Uhr in der Praxis gesessen, wenn ich den Rheumatologen mal telef. kontaktiere, dann ist es nicht nur 1x passiert, daß er abds noch weit nach 20 Uhr anruft, das späteste war 22.30Uhr.
    Ich will damit sagen, die liegen alle "nicht auf der faulen Haut", im Gegenteil, wenn sie so weitermachen, dann fallen sie irgendwann selber wegen Krankheit aus.
    Wie kann das sein, in einem Gebiet, wo lt. KV keine neuen Praxen mehr geöffnet werden dürfen, weil eine Überversorgung besteht?.

    Meine Psychologin sagt, sie bekommt in der Woche mehrfach Anrufe von der KK, weil dringend Termine für Pat. ausgemacht werden müßen, aber ihr Terminplan ist voll und die Warteliste für Neupatienten ist ellenlang, sprich Monate.

    Ganz ehrlich, was nützt da 1 Termin, der mehr oder weniger auf Druck der KK zustande kommt, die Psychologin macht die 1 Stunde und sagt, er muß dringend in Therapie, aaaaaaaaaaber sie hat in den nä Monaten keinen Termin frei.
    Die KK klopft sich erstmal auf die Schulter, weil sie 1 Std. vermittelt hat, das ist zum Lachen.

    Wie der Orthopäde in der Sendung von Jauch gesagt hat, das Problem wird sich verschärfen, weil sehr viele Ärzte in den nä Jahren in Rente gehen und kein Nachwuchs da ist.
    Das ist doch alles nur Augenwischerei mit dieser Stelle, die Termine vergeben soll und die Krönung des Ganzen ist noch, daß eine Strafzahlung fällig wird, wenn sie dann keine Termine vermitteln kann, wie denn auch, es liegt ja nicht daran, daß alle Ärzte um 15 Uhr die Praxis zumachen und nach Hause gehen.

    Genauso unausgegoren ist der Satz, wenn es nicht klappt, dann dürfen die Betroffenen Patienten in die Notaufnahme, die laufen jetzt schon Amok, weil sie personell in keinster Weise dafür ausgerichtet sind, ich empfinde es als reine Augenwischerei, so nach dem Motto, da, wir machen ja was, das dauert jetzt weitere Jahre, bis man dahinterkommt, daß das überhaupt nichts gebracht hat und das Hauptproblem, daß wir nicht genug Mediziner haben, ist noch garnicht bei der Politik angekommen, immernoch nicht.

    Diese Woche habe ich mitbekommen, daß mein Orthopäde die Terminvergabe nur noch online macht und das als Service für die Patienten verkauft, das ist wirklich unglaublich.
    Was machen denn die ganzen alten Leutchen, die keinen PC haben und auch nicht mehr gehfähig sind oder nur noch mit großer Mühe, die müßen in die Praxis gehen, um einen Termin auszumachen, weil sie keinen PC +Internet haben.

    Warum sie das machen ist mir schon klar, sie wollen den ständigen Diskussionen am Telefon aus dem WEg gehen, wenn sie sagen müßen, der nä Termin ist erst in 8 Wochen frei....................
     
  4. Lächeln

    Lächeln Aktives Mitglied

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    Ich hab die Sendung nicht angeschaut, war zu müde.

    Ein Bericht, den ich inzwischen darüber gesehen habe, war ziemlich negativ. Die Erfahrungen von Patienten seien nur als Aufhänger genommen worden und der Rest sei politisches Gelaber gewesen. Jauch hätte auch nicht klar nachgefragt.
    Nachdem ich das gelesen hatte, hatte ich keine Lust mehr, die Sendung anzusehen.
     
  5. Clödi

    Clödi Bekanntes Mitglied

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    Josie, ich habe die Sendung auch gesehen. In vielen Punkten kann ich dir wirklich nur Recht geben.

    Aber ein ganz wichtiger Punkt fehlt. In Deutschland gehen die Menschen für jeden Pups zum Arzt und überlasten dadurch das System. Wir haben jede Menge mehr Arztkontakte pro Person als in fast allen anderen europäischen Ländern. Da werden Fachärzte aufgesucht ohne Überweisung und ohne Ahnung, ob man da überhaupt richtig ist. Und anschließend wird gemosert, dass die Wartezimmer so voll sind und die Wartelisten lang.

    Ein Arzt erzählte von einem Patienten mit Mückenstich im Notdienst. Eine kurze Nachfrage in der Apotheke hätte gereicht, um ein passendes Mittel zu bekommen. Oder von einem älteren Mann, der den Rettungswagen gerufen hatte wegen Rückenschmerzen. Als der RW kam, saß der Mann schon auf der gepackten Tasche vor dem Haus. Nach dem Motto: geht ja schneller als Taxi:eek:. Klar, kostet aber dafür um die 700€ und nicht 10€. Und der Hausarzt am nächsten Tag hätte sicherlich auch weiterhelfen können.

    Wir glauben oft, dass uns ärztliche Versorgung ganz selbstverständlich zu jeder Tages- und Nachtzeit zur Verfügung stehen muss. Ich glaube, da müssen wir auch alle bei uns selber anfangen und nicht immer nur auf die Politik oder auf wen auch immer schimpfen. Ich fand das sehr interessant, da auch mal die Sicht der Ärzte zu hören.

    Lg Clödi.
     
  6. josie16

    josie16 PsA

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    Hallo Clödi!
    Da hast Du völlig recht, das geht natürlich auch nicht, daß jemand den Notarzt ruft und mit dem gepackten Koffer vor der Haustüre steht und sagt, fahren Sie mich bitte ins KH XY.

    Allerdings ist es für viele Pat. schwierig, zu entscheiden, ist ein schneller Termin notwendig oder nicht, ein Beispiel von mir:4
    Ich wurde letztes Jahr an der Galle operiert und in der Narkosevorbereitung hat man festgestellt, daß ich einen Bigeminus/Doppelschlag in der EKG-Ableitung habe.
    Ich hatte dann das unverschämte Glück, daß die Chirurgen gesagt haben, da muß ein Langzeit-EKG gemacht werden und da gab es auch noch einiges anderes zu beanstanden.

    Mein Aufenthalt im KH war dann beendet, das Langzeit-EKG bekam ich mit und die Aufforderung, einen Kardiologen aufzusuchen.
    Internistisch bin ich jetzt nicht so bewandert, für mich hörte sich das alles nicht so positiv an.
    Also ans Telefon gehängt um einen Termin beim Kardiologen auszumachen, da bin ich auch sehr verwundert gewesen, das war im Januar, beim 1. hat es dann geheißen, wir können Ihnen einen Termin im November anbieten, beim nächsten war es dann etwas früher, da hätte ich im September kommen können.

    Da habe ich dann auch gesagt, ich weiß nicht, ob ich den Termin dann noch brauche, so nach dem Motto, ob das Herz unbehandelt solange noch schlägt.
    Eine Arzthelferin sagte dann, haben Sie Befunde, die Sie uns zukommen lassen können?
    Dann wird entschieden, nachdem der Arzt das gesehen hat, ob ich einen früheren TErmin bekomme, ich habe das Langzeit-EKG hingeschickt und bekam dann 1 Tag später einen Anruf (ich habe schon gedacht, da ruft nie wieder jemand an) und bekam einen Termin 1 Woche später.

    Der Kardiologe hat das dann auch erklärt, er sagte, es nützt ja nichts, wenn ich einfach Leute einbestelle und dann habe ich keine Zeit für die Leute, für einen Ersttermin geht er pro Pat von 1 Std. aus, inkl Ultraschall und Belastungs-EKG.

    Aber die Betroffenen denken natürlich alle, daß es ihnen selber am schlechtesten geht.
    Wenn ich an die junge Frau denke, mit den neurolo. Ausfällen, die dann vom HA zum Neurologen geschickt wurde und auch hätte lange warten müßen, die hatte einen Gehirn-TU und nur weil sie geschwindelt hat, bekam sie einen früheren Termin, zu ihrem Glück, sonst hätte sie die Wartezeit nicht überlebt.

    Es gibt wie immer 2 Seiten, die einen, die wegen jedem Mückenstich zum Arzt gehen und die anderen, bei denen es dringend notwendig wäre, daß sie einen schnellen Termin bekommen.
     
  7. Frau Meier

    Frau Meier Guest

    @josie16

    Ich kann Deine beiden Beiträge von 19.09 und von 20.27 nur weitgehend bestätigen. Das Problem ist vielschichtig und wird viel zu einseitig diskutiert.

    Die Sendung mit Jauch habe ich gesehen und kann diverse Perspektiven gut nachvollziehen. Auch mich ärgert es, dass Privatpatienten (nichts gegen das "Kaufen" von Zusatzleistungen, aber Dringlichkeit sollte nicht durch den Versichertenstatus bestimmt werden!) manche Probleme der Kassenpatienten nicht haben - sie haben aber, da bin ich gewiss, oft andere, die das Terminthema nur am Rande tangieren.

    Die Ausführungen von Dr. Gassen (der Orthopäde, er ist der Vorsitzende der Bundes-KV und Nachfolger von Dr. Andreas Köhler) und von Dr. Brandenburg fand ich richtig und wichtig; die beiden haben engagiert Hintergrundinformationen benannt und dabei keineswegs Systemfehler im eigenen Lager negiert. Ich fand auch nicht, dass Patienteninteressen NICHT angesprochen wurden - dass allerdings die Diskussion um "Tabus" der Patientengruppe keinen Spaß macht, leuchtet mir ein. Sie ist trotzdem überfällig und notwendig!


    Das Terminproblem wird definitiv weder durch Servicetelefone noch Empfehlungen für den Weg in die Notaufnahme noch Drohungen zwecks Honorarstreichungen für Ärzte gelöst werden - der Glaube daran ist einfach absurd.
    Ersteres (Terminvermittlung via "Servicetelefon") ist Kosmetik, zweites (der Verweis auf die Notaufnahmen) wird viel Freude machen - ALLEN Beteiligten, wegen schöner, langer Wartezeiten, bester Laune an allen Fronten und maximal optimierter Betreuung - Vorsicht Sarkasmus! und das Letzte ("erzieherische" Drohungen - wie im Kindergarten) wird dazu führen, dass noch mehr Kassenärzte ihre Zulassung zurückgeben und nur noch Privatpatienten behandeln (ich kann den Gedanken "ihr könnt mich mal alle" sehr gut nachvollziehen.....) Wo soll da der Nutzen für eine auch individuell bessere Versorgung liegen?? Ich bin gespannt, welche Sauen die Politik und andere Interessenvertreter noch durch die Dörfer treiben werden und was am Ende hinten raus kommt!


    Grüße, Frau Meier
     
    #7 25. Februar 2015
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 25. Februar 2015
  8. josie16

    josie16 PsA

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    Hallo Fr.Meier!
    Das mag sein, da fehlen mir z.B. die Hintergrundinformationen, also Fachwissen, ich kann nur das schreiben, was mir als Betroffener, also als chron Kranker aufgefallen ist.

    Das kann ich nur bestätigen und unser Gesundheitsminister Gröhe hat da manchmal sehr "blaß" ausgesehen. Rein gefühlsmäßig hatte ich aber nicht den Eindruck, daß ihn die Ausführungen von den beiden anwesenden Ärzten zum Nachdenken gebracht.

    Den Hinweis des Orthopäden, daß in den nächsten Jahren viele sehr engagierte Ärzte in den Ruhestand gehen und dies von den Studierenden, die dann fertig werden nicht abgedeckt werden wird, hat er so gut wie nicht kommentiert, auch die Tatsache, daß viele keinerlei Interesse haben, eine Praxis aufzumachen und somit die amb. Versorgung durch Ärzte vor Ort noch zuspitzen wird, viel so gut, wie unter den Tisch oder es kommt der Hinweis, es gibt keine Unterversorgung??

    Da bin ich auch gespannt, allerdings sehe ich das mit großer Sorge!
     
  9. Frau Meier

    Frau Meier Guest

    @josie16

    Ich bin vollständig bei Dir - meine Bemerkung zur (zu undifferenzierten) Diskussion war überhaupt nicht auf Dich bezogen, sondern ganz allgemein an Alle gerichtet ;)
     
  10. josie16

    josie16 PsA

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    Hallo Fr. Meier!
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