öffentlicher Protest
Bise hatte doch vorgeschlagen, dass wir öffentlich protestieren sollten.
Mein Männe schlug uns gestern abend vor, was wir davon hielten, wenn wir uns an die BILD-Zeitung wenden würden, << die würde ja davon leben. Und wenn es soetwas wie eine Serie über die ganzen Ungerechtigkeiten der Gesundheitsreform geben würde und wir den Stein ins rollen bringen würden, könnten sich auch andere Gruppen anschließen.>>
Was haltet ihr davon?
In der Welt am Sonntag wurde jedenfalls diese Schlagzeile gegeben:
Gesundheitsreform greift
<B>Sinken die Beiträge?</B>
Die Gesundheitsreform der Regierung zeigt Wirkung. "Wnn sich heruastellt, dass die Kassen durch die Zuzahlungen erhebliche Einsparungen haben, kann es 2004 zu weiteren Beitrags-senkungen kommen", sagte Hans Jürgen Ahrens, Vorstandsvorsitzender der AOK, der Zeitung. Auch Barmer Chef Eckhart Fiedler stellte niedrigere Beiträge in Aussicht, da die "Lotsenfunktion des Hausarztes zu mehr Wirtschaftlichkeit" beitrage.
Operation gelungen:S.26
Operation gelungen
Die ungeliebte <B>Gesundheitsreform</B> zeigt Wirkung. Der Schock der Praxisgebühr entlastet die Kassen. Die Beiträge sollen sinken
Eine Spitzenposition ist Deutschlandbald los. In keinem Land Europas gingen die Bürger bislang so fleissig zum Arzt. Acht bis neun Mal pro Jahr sollte der Doktor helfen, insgesamt 565 Millionen Arztbesuche ermittelte das Bundesgesundheitsministerium akribisch. Geholfen hatte es wenig: Die Deutschen lebten weder länger noch gesünder als ihre europäischen Nachbarn. Nur teurer.
Jetzt schicken sich die Deutsch an, ihr inniges Verhältnis zu den Doktoren aufzugeben. 17 Prozent weniger Patienten meldet der Deutsche Hausärzteverband für den Januar.. Bundes-gesundheitsministerin Schmidt sieht ein Ende des "Doctor-Hoppings". Die "unnötigen Arztkontakte" werden durch die Stärkung des Hausarztes endlich vermieden.
Die Ministerin braucht den Erfolg dringend. Keine Reform der Bundesregierung ist so unbeliebt in der Bevölkerung wie die Gesundheitsreform. Knapp 2 Monate nach ihrem Start würden 64 % der Deutschen das Paket aus Praxisgebühr, teureren, verschreibungspflichtigen Medkikamenten und Streichung von Zuzahlung von Brillen immer noch gern rückgängig machen. Gleichzeitig warnt die Ärztelobby mit der angedrohten Kündigungswelle für Arzthelferinnen und Massenschließungen von Praxen die Öffentlichkeit.
Paradoxe Lage: die Stimmung könnte nicht schlimmer sein. Doch damit hat die Reform erreicht, was sie wollte. Der Staat spart Geld. Wenn Arzthelferinnen gekündigt werden, Praxen Konkurs anmelden und sich weniger Menschen krank melden, sinken die Kosten des Gesundheitssystems.
Ministerin Schmidt hofft jetzt, dass die Arbeitnehmer rasch von der Kostenreduzierung durch Beitragsentlastung profitieren.
Es sieht nicht schlecht aus. Viele Krankenkassen sehen die Sparmaßnahmen der Reform optimistisch. Die AOK werde "jede Möglichkeit zur Beitragssenkung" nutzen, heißt es dort."Wenn sich herausstellt, dass die Kassen zurch die Zuzahlungen erhebliche Einsparungen haben", sagt Hanzs Jürgen Ahrens, Vorstandsvorsitzender des AOK-Bundesverbandes, " kann es im Laufe des Jahres zu weiteren Beitragssenkungen kommen". Selbstverständlich, heißt es dann im Nebensatz, müsse das alles aber "solide finanziell abegsichert " sein.
Barmer-Chef Fiedler will bis April schon einmal von 14,9 auf 14,7 Prozent heruntergehen und sieht weiter sinkende Beiträge zum Jahresende - und überhaupt: 0,2 Prozentpunkte weniger, das sei ja auch schon was.
Noch tappen die Krankenversicherer bei der Frage, wie groß der Spareffekt am Ende des Jahres wirklich ist, im Dunkeln. Denn die meisten Versiherten haben vorgesorgt, um der Praxisgebühr so lange wie mnöglich zu entgehen. "Im Dezember 2003 kam es zu regelrechten Hamsterkäufen in den Apotheken. Viele müssen diesen vorrat erst einmal aufbrauchen", sagt Manfred Richter-Reichhelm, Vorsitzender der Kassenärztlichen Betriebsvereinigung (KBV), des Dachverbandes aller Kassenärztlichen Vereinigungen, "viele gingen nicht nur wegen der Praxisgebühr nich zu den Fachärzten, sondern weil große Verunsicherung herrschte". Sobald mehr Sicherheit über die Kosten eines Medikamentes oder einer Untersuchung hersche und die Hamsterkäufe aus dem vergangenen Jahr aufgebraucht seien, würden sich die Praxen wohl langsam wieder füllen. Das kann die Statistik dann schnell wieder ins Schwanken bringen.
Trotzdem finden sich immer mehr Anhänger der Gesundheitsreform. "Gerade die Lotsenfunktion des Hausarztes trägt zu mehr Wirtschaftlichkeit und einem gesunden Wettbewerb unter den Kassen bei", sagt Barmer-Chef Fiedler. "Der Hausarzt, der zwischengeschaltet ist, lernt seinen Patienten gut kennen. Er entscheidet, ob eine Untersuchung beim Facharzt wirklich nötig ist und kann ihn gegebenenfalls dem passenden Arzt überweisen." Das vernetzte Arbeiten zwischen Haus- und Facharzt vermeide kosteninten-sive Doppeluntersuchungen. Und nebenbei würde das Bewusstsein für die eigene Gesundheit des Patienten gestärkt.
Zumindest scheinen die Deutschen wirklich Gefallen am gesunden Leben zu finden. Die Bonus-programme der Kassen, so mickrig die Prämien auch sein mögen, erfreuen sich großer Nachfrage. So kann, wer einen "Rauchentwöhnungskurs" besucht, frühzeitig zur Krebsunter-suchung geht oder seine Essgewohnheiten überprüfen läßt, Punkte sammeln und dann ein Präsent mitnehmen. Am beliebtesten: die Körperfettwaage. "Im Januar hatten wir 80 000 Anmeldungen für Vorsorgeprogramme", so Barmer-Chef fiedler.
Und selbst die Kassenärztlichen Vereinigungen, die Lobbyisten der Ärzte, die monatelang erbittert gegen die Reform kämpften, sehen im Rückgang der Patientenbesuche mehr Chancen als Risiken. Für KBV-Chef Richter-Reichhelm bedeuten weniger Patienten auf einmal mehr Zeit für dne Einzelnen. für die Anwndung spezieller Therapien, Beratungsgespräche, Untersuchungen. "Die Leute kommen nicht mehr bei jedem Wespenstich oder jedem Schnupfen zum´Arzt", sagt der KBV-Chef. Ärzte hätten so mehr Zeit für intensivere Behandlungen von Patienten mit größeren Beschwerden.
Im Bundesgesundheitsministerium erwartet man zumindest indirekte Auswirkungen auf die Beitragssätze schon in allernächster Zeit: Bereits im April würden 23 Millionen Versicherte weniger zahlen, unter anderem weil " die Preise für verschreibungspflichtige Medikamente um 1 Prozent zurückgegangen sind. Und auch die Verordnungen in den Apotheken werden immer weniger", heißt es dort.
(von Andin Tegen)
Liebe Grüße aus Stuvenborn
Colana