Re: Geht Es Auch Einmal Aufwärts??
hallo justice-angel,
das liest sich megaanstrengend, was du da seit monaten durchmachst. ich kann mit dir fühlen, mir geht es seit november auch nicht berauschend. und so langsam geht mir die puste aus, im übertragenen sinne.
das mit deiner erkältung, ich nenne es mal so, denn es war wohl zu beginn mal eine, scheint nicht wirksam behandelt worden zu sein.
es ist sicher kein gutes gefühl für dich, wenn du als patientin denkst, dein arzt wäre genervt, weil du so oft die sprechstunde besuchst. ich kenne dieses gefühl aber auch. ich habe dann immer gedacht, meine ärztin steht mit dem rücken zur wand, ihr fehlt in diesem moment die richtige eingebung, die zündende idee. zum glück gab es nicht viele dieser momente in all den jahren.
habe ich im letzten jahr mal einen augenarzt abgrundtief genervt, da ich zwei monate lang ein rotes auge hatte. kein eiter, nix, war nur rot...naja, und funktionierte dadurch nicht mehr so 100%ig. nach drei augenarztterminen, und zwei salben und drei sorten augentropfen später, bin ich da nicht mehr hin, denn mit einem lupus kann man so einiges eben auch aussitzen. bei dir liegt das aber anders.
doch wenn das verhältnis zum arzt nachhaltig getrübt wird....hmmm....vielleicht kannst du dich mal nach einem anderen umsehen. gibt es für dich diese möglichkeit?
Was mache ich nur falsch?? Ist das ein ewiger Kreislauf den man nicht durchbrechen
kann.
ah! den gedanken hatte ich auch oft in den letzten wochen. finde ich interessant, daß du auch so in die richtung denkst.
ich glaube nicht, daß du etwas falsch machst. das problem ist nur, daß es ungeheuer viel kraft kostet, und du dich nie wirklich gut genug über einen längeren zeitraum fühlst, um die batterien wieder aufzutanken. ist es so?
ich für mich habe das gefühl, seit monaten am limit zu leben, mit leeren batterien noch den alltag bewältigen zu müssen. kind, job, haushalt, hausaufgaben, ach, ja, da war ja noch der lupus, stimmt ja. hatte ich doch glatt vergessen.

die wochenenden fallen regelmäßig zum luftholen aus, da die schmerzen unberechenbar sind und sich nicht nach dem kalender richten. und es fällt mir immer schwerer, aus den fiesen depressionslöchern heraus zu kommen.
Ich weiß nicht mal ob es jetzt von der Fibro kommt oder was anderes schon
wieder ist. Ich traue mich nicht schon wieder zum Arzt.
bist du arg wetterfühlig? im moment tut sich draussen ja einiges.
andererseit hast du stress. immer neue beschwerden,verschlechterungen, ständige arztbesuche, sich nicht ernst genommen fühlen.
dazu kommt noch deine sorge um deinen job.
im letzten jahr sind bei uns viele leute gekündigt worden. die unruhe in der firma war sehr groß und hat sich auch immer noch nicht vollständig gelegt. ich für mich habe gar keine zeit, mir sorgen um meinen job zu machen, obwohl auch ich hier das brötchengeld nach hause bringe. es kommt wie es kommt, und es dankt mir eh keiner, wenn ich mich 'krank' in die firma schleppe. es wird erwartet, daß ich 130% einsatz bringe, mit 50% leistungsfähigkeit bekommt man höchstens noch einen reingewürgt, wenn man pech hat.
ich muss gestehen, ich gehe auch in die firma, wenn ich eigentlich zu hause bleiben sollte (weil ich noch nicht mal fit genug bin, um den weg zur arbeit zu bestreiten), um auch ablenkung zu erfahren. es ist nicht so, daß ich an diesen tagen dann für alle kaffee koche und die post verteile.*seufz..manchmal hätte ich gerne so einen job*
an solchen tagen versuche ich, mir meine arbeit anders zu gestalten, mache etwas anderes, etwas, was mir vielleicht leichter fällt. wenn mein kopf mir nicht zur verfügung steht, ich an diesen tagen einen IQ von toastbrot habe, tja, dann muss ich kein neues programm beginnen, keine tiefen baustellen aufreissen. doch vielleicht gibt es noch etwas dokumentation zu pflegen, oder ein konzept, das noch gelesen werden muss, .....
wie lange bist du denn schon krank geschrieben?
ich habe mich einmal nach dem Hamburger Modell wieder eingliedern lassen. d.h., ich bin zwei wochen zunächst halbtags in die firma gefahren. ich habe es zu hause einfach nicht mehr ausgehalten.
kann so etwas für dich in frage kommen und dir den einstieg etwas erleichtern? das ist für den arbeitgeber vielleicht auch ein finanzieller anreiz und du kannst etwas entspannte an die sache heran gehen und es liegt nicht mehr wie ein riesiger berg vor dir.
wie stehen denn deine kollegen zu dir?
aber....so wie du deinen zustand beschrieben hast...da würde selbst ich zu hause bleiben.
ich wünsche dir ganz viel kraft und einen langen atem!
gute besserung wünscht dir
Lupus-Frau (Betty)