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Gebärmutterhalskrebs-Impfung als Rheumaauslöser?

Dieses Thema im Forum "Allgemeines und Begleiterkrankungen" wurde erstellt von marz, 1. August 2015.

  1. marz

    marz Neues Mitglied

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    Hallo,
    neu hier mit einer Frage:
    Im Januar bekam meine Tochter, damals 16, eine Spritze gegen Gebärmutterhalskrebs.
    Relativ kurz darauf "spürte"sie ihre Knie. Im März zweimal als Ganglion abgetane Schwellungen des Handrückens, dann Schwellung des Fußgelenkes und beider Knie, auch leichte Schwellung der Handgelenke.
    Rheumatologe : Diagnose Rheumatoide Athritis.
    Blutwerte : crp (85,8) und bsg (70|90) hoch, keine Rheumafaktoren oder ccp-antikörper (4,15 bei Referenzwert bis 18), hlba27 positiv, ANA 1:160.
    Keine Gelenkzerstörungen.

    An die Impfung dachten wir im ersten "Schock" gar nicht.

    Hat jemand ähnliche Erfahrungen? Im Netz gibt es zumindest Vermutungen über einen Zusammenhang.
    Noch wichtiger: Würde sich die Behandlung dann ändern?
    Bisher: Seit 2 Wochen erst 20, dann 30 mg Cortison, seit 2 Tagen wieder 25 - dafür seit heute wieder starke Schwellung eines Knies. Heute beginnt auch der Einsatz von MTX, 17,5 mg.

    Nächster Rheumadoktortermin Ende September, da werden wir das Thema auch ansprechen und berichten.

    Bereits jetzt herzlichen Dank für alle Antworten!
     
  2. kukana

    kukana Moderatorin

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    Hallo,
    Eine latent vorhandene Autoimmunerkrankung wie z.B. eine rA kann manchmal durch eine Impfung ausgelöst werden, manchmal auch durch einen Unfall, ein andere Erkrankung.

    Die Behandlung die sie jetzt bekommt hört sich schon mal gut an. Wird sicherlich auch so oder ähnlich weiter laufen (müssen).

    Ich würde die Behandlung jetzt so weiter führen und regelmässig kontrolllieren lassen ob sich Verbesserungen zeigen, dann kann die Therapie modifiziert werden, z.B. mit einer Reduzierung der Medikamente. Aber erst wenn die akuten Anzeichen wirklich besser sind.

    Gruß Kukana *Diagnose und Therapie seit 2000, nach zwei Infekterkrankungen eine rA ausgebrochen
     
  3. anurju

    anurju anurju

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    Hallo Marz,

    ich verstehe sehr gut, dass man in so einer Situation nach Gründen oder Auslösern sucht.
    Oft ist das aber eine Mischung aus vielen Dingen...
    Bei mir war die Initialzündung der ersten Symptome die Geburt meiner Tochter - danach gab es immer mal entzündete Gelenke und Sehnen... aber nichts Greifbares und ich konnte das irgendwie ertragen - dann ca. 10 Jahre später erfolgte ein megaschlimmer Schub einige Wochen nach einem schweren Infekt. Da konnte ich plötzlich nichts mehr - weder im Bett drehen, kaum einen Schritt gehen - so schlimm war alles entzündet.
    Was ich damit sagen will - Rheuma schlummert wohl irgendwie im Körper und wird dann irgendwann getriggert - manchmal Schritt für Schritt - bei einigen aber auch wie in einem Vulkanausbruch.
    Impfungen sind schon belastend für das Immunsystem, aber vermutlich kamen da im Vorfeld oder auch zeitgleich noch andere Faktoren hinzu (Hormonumstellung durch die Pubertät, viel Stress in der Schule...?).

    Es könnte hilfreich sein, wenn deine Tochter zeitnah in eine Rheumaklinik gehen würde (St. Joseph Stift in Sendenhorst hat z.B. eine große Abteilung für Kinder und Jugendliche) - dort kann man zudem mit Kältekammer, Physio- und Ergotherapie, sehr gezielten Gelenkinjektionen oder aber auch mit Entspannungsverfahren eine deutliche Besserung des Befindens erreichen. Vielleicht werden durch die häufigen Arztgespräche in einer Klinik auch eure Fragen ausführlicher beantwortet als bei den doch sehr seltenen Terminen beim Rheumatologen. Und eure Tochter lernt da sehr viel über die Vermeidung von Schubauslösern, gelenkschonendes Verhalten und kann sich - das ist vielleicht sogar das Wichtigste - mit anderen Betroffenen gut austauschen.
    Denn zunächst ist sie vermutlich erstmal nur schockiert über das, was da plötzlich geschieht - genau wie Eltern das sicher sind (hab ich in Sendenhorst jedenfalls mitbekommen).

    Es gibt von der Rheumaliga tolle Angebote für Jugendliche:
    https://www.rheuma-liga.de/beratung/
    Vielleicht wäre das auch interessant: https://www.rheuma-liga.de/mediencenter/presseinformationen/detailansicht/news/camp-fuer-jugendliche-was-wird-anders-wenn-ich-erwachsen-werde/
    Die einzelnen Landesverbände bieten noch viel mehr Aktionen oder Schulungen an - da müsstet ihr mal bei eurem Landesverband schauen...

    Ein Hinweis, weil ich hier oft merke, dass Leute viele Schmerzen ohne passende Medikamentation ertragen müssen...
    Vielleicht wäre (falls sie sehr unter Schmerzen leidet) die Kooperation mit einem Schmerztherapeuten sinnvoll.
    Kontaktadressen findet ihr hier: https://www.rheuma-online.de/forum/threads/48990-Schmerztherapie-Wege-aus-dem-Schmerz
    Leider dauert es ja doch einige Wochen, bis die Wirkung von MTX so richtig einsetzt und diese Zeit gilt es zu überbrücken (Cortison soll man ja nicht so lange in höherer Dosierung nehmen...). Ich habe extrem gute Erfahrungen mit meinem Schmerztherapeuten gemacht und hätte da viel früher hingehen sollen...

    Alles, alles Gute - baldige Besserung (die Medikamentation klingt nach dem üblichen Standard) und viel Kraft wünscht
    anurju
     
    #3 1. August 2015
    Zuletzt bearbeitet: 1. August 2015
  4. marz

    marz Neues Mitglied

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    Danke für die Antworten

    Liebe kukana und anurju,

    herzlichen Dank für eure Antworten!

    Schmerzen sind Gottseidank kein Problem, die Schwellungen sind nur "störend".
    Am Samstag gab`s die erste MTX-Injektion (Pen).
    Jetzt sind wir erstmal froh, dass es bisher keine Nebenwirkungen gibt.

    Nach Auffrischen des all. Impfstatus am Freitag wurde die Schwellung samstags (diesmal Knie) etwas stärker, heute war`s aber schon wieder besser.

    Dummerweise müssen in ca. 1 Monat vier Weisheutszähne rausoperiert werden, sonst bilden sich laut Kieferrothopäde immer tiefere Wurzeln. Laut Rheumatologe ok, aber halt wieder eine Belastung für den Körper. Im Forum fand ich Einiges zu Pro und Contra von vorbeugendem Antibiotikaeinsatz ... wieder eine Entscheidung ...