GdB bei ADHS ?

Dieses Thema im Forum "Schwerbehinderung" wurde erstellt von Maggy63, 12. März 2017.

  1. Maggy63

    Maggy63 Kreativmonster

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    Meine (mittlerweile erwachsenen) Kinder haben ADHS und dadurch etliche Probleme.
    Ich habe irgendwo gelesen, dass es für ADHS aus 'Prozente' gibt. Jetzt weiß ich nur nicht, ob es sinnvoll ist, wenn die beiden einen Ausweis beantragen.
    Hilft sowas bei der Berufsfindung oder verschlechtert das Chancen eher? Ich bin da unsicher.
     
  2. roco

    roco Guest

    auch hier wieder... GDB gibts nicht für diagnosen... sondern für einschränkungen...

    einfach mal ne´n "jammerlappen" (nicht böse gemeint) schreiben und auch da gibts dann beratungsstellen, die dann ne aussage machen können...

    kenne auch ADHS-ler ... nen gdb50 (für nen ausweis) kommt da eher nicht zusammen... 20% sind realistisch, wenn nicht noch anderes dazukommt...
     
  3. Marly

    Marly Guest

    Ich weiß, dass Schüler oder Azubis mit einem GdB eine Erleichterung bekommen.
    Z.B. mehr Zeit für Prüfungen oder man kann die Zeit der Ausbildung verlängern.
     
  4. sternschnuppe84

    sternschnuppe84 Registrierter Benutzer

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    Für Sonderregelungen was Prüfungen etc. angeht braucht man in der Regel keinen GdB sondern ein entsprechendes Ärtzliches Attest.
    Generell würde ich mich bei Ärzten, Therapeuten, Beratungsstellen einfach mal informieren welche Unterstützungsmöglichkeiten es wo gibt.
    Gerade im Bereich Berufsfindung etc. gibt es ja schon einige Angebote für junge Menschen mit unterschiedlichen Erkrankungen.

    sternschnuppe
     
  5. Maggy63

    Maggy63 Kreativmonster

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    Mein Sohn ist ja zurzeit in Kontakt mit einem Berufsberater des Arbeitsamtes. Vielleicht sollte er dem von seinen Problemen erzählen, damit der Mann kein falsches Bild bekommt. Eigentlich sollte der Junge mit fast 20 erwachsen und selbstständig sein, aber wie gesagt: eigentlich....
    Die Intelligenz ist ja da, und auch nicht zu knapp, aber bei der Umsetzung haperts.
    Meine Überlegung ist jetzt eben die, ob ein Ausweis (so er denn einen bekäme) von Vorteil oder eher von Nachteil ist. :confused:
     
  6. sternschnuppe84

    sternschnuppe84 Registrierter Benutzer

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    Jo, dem sollte er das wohl sagen. Damit der auch schauen kann was es ggf. von deren Seite gibt.
    Ansonsten stellt sich halt die Frage welche evtl. generellen Therapeutischen Maßnahmen hilfreich sein könnten, also z.B. Dinge wie Ergotherapie oder Verhaltenstherapie oder so. Da gibt es ja durchaus Möglichkeiten.

    In wiefern eine Schwerbehinderung hilfreich sein kann weiß ich nicht. Wie gesagt nachteilsausgleiche kann man auch ohne bekommen. Viele Arbeitgeber haben ja doch immer Bedenken wenn sich jemand mit Schwerbehinderung bewirbt.
     
  7. Bolli

    Bolli Registrierter Benutzer

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    Hallo Maggy63, darf ich dich was fragen?
    Mein Sohn hat auch ADHS, wurde mit ca. 9 Jahren nach langer Stresszeit festgestellt und dann mit Medikamenten relativ gut eingestellt. was sich sehr gut auf die schulischen Leistungen und das Familienleben auswirkte. Mit ca. 14-15 Jahren hat er das Ritalin abgesetzt, weil eben doch auch ganz schön Nebenwirkungen da waren, und kommt damit "relativ" gut zurecht. Er hat eine Lehre gemacht und arbeitet in seinem Beruf. Er ist jetzt 20 Jahre alt, hat aber immer noch ADHS Schwierigkeiten, denke mal sie kommen davon.
    Er ist auch nicht mehr in Behandlung.

    Nehmen deine Kinder noch Medis?
    Welche Einschränkungen / Schwierigkeiten haben sie?
    Sind sie noch in Behandlung, wie schaut die aus im Erwachsenenalter?
     
  8. Maggy63

    Maggy63 Kreativmonster

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    Meine Kinder haben auch mit ca. 16 Jahren das Medikinet abgesetzt. Das größte Problem ist jetzt nicht mehr die motorische Unruhe, sondern eher die mangelnde Handlungsplanung, Durchhaltevermögen etc.
    Irgendwer hat mal die These aufgestellt, dass Adhs-Kinder in ihrer Entwicklung ca. 3 Jahre zurück sind und das kann ich für meine Beiden auch so bestätigen. Nur interessiert das die Umwelt nicht. Da heißt es (und das war schon zu Grundschulzeiten so) XY ist soundso alt, der MUSS das können! Kein Wunder, dass derjenige irgendwann an sich selbst zweifelt und denkt, er wäre blöd.
    Sohnemann kommt grad überhaupt nicht vorwärts. Seine Ausbildung hat er abgebrochen, weil das Thema ihm (angeblich) nicht liegt. Von meiner Beobachtung her ist es aber eher so, dass er hinschmeißt, sobald Schwierigkeiten und Anforderungen auftauchen. Schwierige Situation zurzeit...
    Die Tochter hat mittlerweile eine eigene Familie, aber auch noch keine Ausbildung/Beruf. Zumindest hat sie, was das angeht, zumindest den Ehrgeiz, etwas zu finden. Und sie wird super von ihrem Mann unterstützt. Um das Mädel mach ich mir keine Sorgen.

    Macht dein Sohn irgendwelche Therapien? Wie hat er die Ausbildung überstanden? Hat er von irgendeiner Seite Hilfestellung erhalten?

    Ein großes Problem ist meiner Meinung auch sein Vater, der auch Adhs'ler ist. Er legt auch teilweise ein Verhalten an den Tag, was eigentlich nicht 'altersangemessen' ist, auch er in der Handlungsplanung etc ganz weit hinten... Also keine wirkliche Unterstützung. Er verweigert allerdings auch jegliche Therapie und meint, alle anderen müssten eben damit klarkommen. Sehr anstrengend... Dass er seinem Sohn damit ein schlechtes Vorbild ist, sieht er nicht ein.

    Ich bin der festen Überzeugung, dass unser Junge es mit Unterstützung schaffen kann, aber die wird er wahrscheinlich nicht bekommen, wenn er als 'normaler' 19-jähriger gesehen und behandelt wird.
    Von daher meine Überlegung, ob es mit einem 'Behindertenstatus' vielleicht leichter für ihn wäre. Allerdings könnte ihm das womöglich auch ein Stolperstein sein. Ich bin mir da noch sehr unsicher...
     
  9. Katjes

    Katjes Registrierter Benutzer

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    maggy,
    es kommt halt drauf an welchen beruf dein sohn einschlagen möchte bzw. ob er eher bei einem etwas größeren unternehmen unterkommt oder bei einem kleinem oder bei der stadt.
    mein gölege ist noch berufstätig und hat einen gdb von 50 %,der war bei seiner arbeitssuche vor 2 jahren auch hinderlich.........er ist im einzelhandel tätig und da eher in einer nische. für kleine arbeitgeber sind zb. bei 50 % die 5 tage mehr frei ein großes problem und der gdb hat ihn auch nicht vor einer betriebsbedingtenkündigung geschützt.er hat auch bei einem früheren arbeitgeber schon auf die 5 tage verzichtet,weil der arbeitgeber behauptet hat,dass er das finanziell nicht hinbekommt.........die fast jeder arbeitgeber mit einer geschickten argumentation durch bekommt !
    selbst die sozialen bereiche,sind oft nicht mehr sozial wenn es um die nachteilsausgleiche geht.

    ich an eurer stelle würde den berufsberater fragen ,wo zu er euch rät bei dem berufswunsch deines sohnes. bzw. wenn dein sohn sich bewirbt evt. auf initiativbewerbungen setzen und dann das offen im vorstellungsgsgespräch ansprechen.......
    ich glaube,dass zb. 30 % gdb als berufsanfänger eher hinderlich sind als förderlich..........und ehrlich gesagt,rücksicht nimmt da auch keiner drauf.........leider .
    oder die 3 jahre entwicklungsverzögerung versuchen durch nochmaliges zur schule gehen oder einem bfd (bundesfreiwilligendienst) überbrücken.
     
    #9 14. März 2017
    Zuletzt bearbeitet: 14. März 2017
  10. Katjes

    Katjes Registrierter Benutzer

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    was mir noch einfällt,es gibt schulausbildungen die eng an die praxis gekoppelt sind........meine nichte macht das gerade und die hat einen gdb von 100 %.ich glaube,das heißt in nrw berufskollegschule.
    also,sie wird dort recht gut begleitet und ihr macht es einen riesen spaß.
     
  11. Maggy63

    Maggy63 Kreativmonster

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    Danke für die Tipps :).

    Also von Schule hat er die Nase voll. Die Zeit bis zum Schulabschluss war schon seeeehr lang, dann hatte er eine schulische Ausbildung zum Sozialassistenten angefangen, die er jetzt abgebrochen hat.
    Ich vermute, dass der Junge auch eine Sozialphobie hat. Er erträgt schlecht viele Leute um sich herum und vor Neuem möchte er sich am liebsten wegducken. Action irritiert ihn, aber das liegt halt auch am Adhs.
    Sein Vater sollte schon längst seinen Bekannten (Psychotherapeut) ansprechen wg einem Termin, aber das zieht sich auch wieder...

    Ich denke, ich werde zum nächsten Arbeitsamtstermin mitgehen und mich mit dem Berufsberater unterhalten. Natürlich nur, wenn ich darf. :D
     
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