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garantie 4-wochenfrist für facharzttermin laut groko

Dieses Thema im Forum "Wissensdatenbank (Knowledge Base)" wurde erstellt von Marie2, 27. Dezember 2013.

  1. Marie2

    Marie2 nobody is perfect ;)

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    in 4 wochen facharzttermin

    hallo zusammen!

    es gibt neues hinsichtlich der terminvergabe bei fachärzten, hatte das hier
    schon mal erwähnt. was die groko für uns geplant hat, und wie darauf reagiert wird,
    ist in den links nachzulesen für interessierte. diese pläne können für uns nur von vorteil sein. ärztepräsident Frank Ulrich Montgomery will ein eigenes konzept durchsetzen, siehe letzter link. die frage ist natürlich, warum ihm ein solches konzept erst jetzt einfällt, dass patienten sich auf lange wartezeiten einrichten müssen ist ja nicht neu.


    08.11.2013
    BERLIN. Die oft beklagten langen Wartezeiten von Kassenpatienten auf einen Facharzttermin sollen bald der Vergangenheit angehören. KVen und Krankenkassen müssen künftig garantieren, dass binnen vier Wochen ein Termin beim Spezialisten zustande kommt. Darauf hat sich die Arbeitsgruppe Gesundheit am Donnerstag bei den Koalitionsverhandlungen geeinigt.
    bitte weiterlesen........
    http://www.aerztezeitung.de/politik_...-facharzt.html

    11.12.2013
    Die KV Bayerns hält die von Union und SPD geforderte Frist von maximal vier Wochen Wartezeit auf einen Facharzttermin für falsch - und "realitätsfern". Schließlich seien auch viele Patienten unzuverlässig.
    bitte weiterlesen.......
    http://www.aerztezeitung.de/politik_...zttermine.html


    Mit dem neuen Instrument der dringlichen Überweisung will die Ärzteschaft die von der Bundesregierung geplante Termingarantie verhindern... weiterlesen....
    http://www.stern.de/news2/aktuell/schnellfacharztvermittlung-fuer-kassenpatienten-gefordert-2079850.html

    lieben gruss marie
     
  2. Marie2

    Marie2 nobody is perfect ;)

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    zur vervollständigung für interessierte :)

    da wohl kaum jemand den koalitionsvertrag zu hause rumliegen hat,
    hier zum nachlesen im wortlaut was uns blüht, im positiven sinne hoffentlich....

    https://www.cdu.de/sites/default/files/media/dokumente/koalitionsvertrag.pdf
    http://www.spd.de/scalableImageBlob/112790/data/20131127_koalitionsvertrag-data.pdf


    2.4. Gesundheit und Pflege ...............................................................75
    Ambulante Gesundheitsversorgung .....................................................75
    Krankenhausversorgung ...................................................................78
    Arzneimittel, Gesundheitsberufe und Prävention .....................................80
    Finanzierung und Risikostrukturausgleich ...............................................82
    Pflege ...........................................................................................83

    bei beiden links habe ich leichte ladeschwierigkeiten :-(

    lieben gruss marie
     
    #2 28. Dezember 2013
    Zuletzt bearbeitet: 28. Dezember 2013
  3. Lächeln

    Lächeln Aktives Mitglied

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    Gemischte Gefühle

    Ich bin mir nicht so sicher, wie ich diese Pläne finde.

    Einerseits sind viele Wartezeiten viel zu lange bei akuten Problemen, nicht nur bei Rheumatologen sondern vor allem auch im Bereich von psychischen Erkrankungen. Und gerade da können die Betroffenen ihre Rechte nur sehr schwer vertreten, z.B. während einer Depression. Es sollte also wirklich was geändert werden.

    Andererseits sehe ich die Gefahr, dass Ärzte sich stärker gezwungen sehen, möglichst viele Patienten "durchzuschleussen", d.h. der Aufwand pro Patient wird weiter zurückgeschraubt. Denn so wie ich das mitbekommen habe (hab jetzt nicht alle links gelesen), soll man ja das Recht bekommen, ins Krankenhaus zu gehen, wenn man innerhalb von 4 Wochen keinen Facharzttermin bekommen hat. Und die Kosten dafür sollen vom Budget der niedergelassenen Ärzte abgezogen werden.

    Die Idee der Eil-Überweisung gefällt mir da besser - allerdings werden dann viele Patienten versuchen, Druck auf den Hausarzt zu machen, um die Eilüberweisung zu bekommen, egal wie dringend das Problem ist.
    Und subjektiv sind manche Sachen halt dringend - auch wenn es objektiv nicht so ist.
     
  4. Frau Meier

    Frau Meier Guest

    Ich möchte meinen Senf auch dazugeben:

    Alle diese Beschlüsse und Willenserklärungen (auch die von Dr. Montgomery) klingen toll und sind wohlfeil.
    Die Umsetzung ist jedoch etwas diffiziler und wird nicht so trivial möglich sein.
    Was ich erwarte: die "Eilüberweisung" wird inflationieren, und es wird sich vorerst wenig Grundlegendes ändern.

    Gründe:
    1. Jeder hat eine eigene Vorstellung von "eilig" - das ist ja jetzt auch schon so; was sollte sich per Dekret daran ändern?
    2. Die Strukturen sind genau so defizitär wie sie es seit Längerem waren, ergo: ohne strukturelle Veränderungen kann es keine "bessere (schnellere) Versorgung" geben.
    3. Die vollmundige Versprechung, dass sich jeder ambulant und zeitnah "Abgewiesene" kurzerhand an Krankenhäuser wenden kann, ist bis zum Beweis des Gegenteils ein zahnloser Tiger. Warum? Die Zahl der Krankenhäuser wird massiv reduziert, die stationäre Behandlung seit Langem zusammengestrichen (sowohl von der Indikation als auch von der Dauer) und die ambulante Versorgung im Krankenhaus reguliert. Sollte diese "geöffnet" werden, bedeutet das, dass die Notaufnahmen und Ambulanzen deutlich mehr Patienten versorgen müssen. Jeder, der eine solche Institution von innen kennt, weiß, dass das vor Allem einen Effekt hat: noch längere Wartezeiten vor Ort und sicher keine "bessere" (patientenorientierte), sondern eine weiter "effizienzgesteigerte", also rationierte und rationalisierte, Versorgung.
    Das Diktat der Wirtschaftlichkeit ist hier führend, und die angebliche Verbesserung der Versorgung ein feines Argument, das erst noch mit Leben zu füllen wäre.
    Mit einer "ganzheitlichen" Vorstellung von Versorgung hat das herzlich wenig zu tun.

    Das Konzept, wie das zahlenmäßig seit Jahren steigende Patientenaufkommen mit immer weniger Personal zu bewältigen (adäquat zu versorgen!) sein soll, bleibt uns bis dato die "große" Politik leider schuldig.....ich bin gespannt auf die "Lösungsvorschläge" für die Praxis, wenn es über die Theorie hinaus ans Eingemachte, sprich ans Umsetzen der schreibtischgemachten Ideen von Menschen geht....


    Grüße, Frau Meier

    Ich habe den Koalitionsvertrag übrigens zuhause liegen und in den mir wichtigen Passagen gelesen ;)

    P.S. Wie unsere Politiker ticken, zeigt sich u.a. an dem aktuellen "Argument", dass die ärztliche Versorgung deshalb so unzureichend sei, weil leider die Zahl der ärztlichen Überstunden gesetzlich limitiert sei......(es gilt eine so genannte opt-out-Regelung, die besagt, dass nur ausnahmsweise und mit Zustimmung der einzelnen Betroffenen eine durchschnittliche Wochenarbeitszeit von 48 Stunden überschritten werden darf - für angestellte Ärzte, die freischaffenden arbeiten ohnehin oft mehr....).
    Im Ernst: wie soll eine "optimale" ärztliche Versorgung durch noch mehr und am besten unbegrenzte Überstunden verantwortungsvoll geleistet werden?
    Wer würde gerne von einem Chirurgen nach 24 h Dienst notoperiert werden?

    Für die Kassiererinnen bei Aldi und Co. gibt es nicht ohne Grund strikte Pausenregelungen......
     
    #4 29. Dezember 2013
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 29. Dezember 2013
  5. Hoffeglaube

    Hoffeglaube Aktives Mitglied

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    Danke Frau Meier,

    wir werden es abwarten und realistisch sehen.

    Ich als Patient der im Turnus von 2 Wochen regelmässig zum Arzt muss
    und regelmässig Facharztbesuche dazwischen liegen,
    kann vor allen Medizinern nur den Hut ziehen wie sie bei dieser Art und Weise der Polik mit den Möglichkeiten die Ihnen Bleiben ihre Verantwortung als Arzt gerecht werden und nicht das Handtuch werfen.
    Das ist meine ganz ganz persönliche Meinung.
    Und seid doch mal ehrlich dass wir nicht im Schlaraffenland leben das müsste inzwischen jedem Klar sein.


    Guten Rutsch in ein 2014
    Hoffeglaube
     
  6. Sabinerin

    Sabinerin Aktives Mitglied

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    Die garantierte 4-Wochenfrist sehe ich eher mit einem grummeln im Bauch.

    In meinem Wohnort gab es drei Rheumatologen. Bei einem bekam man einen Termin in 5-6 Monaten (wenn überhaupt), bei den anderen beiden recht zügig.
    Ich habe alle Rheumatologen Ende der 90er kennengelernt und weiß, warum man bei dem einen extrem lange warten muss, bei den anderen beiden fast garnicht.

    Einer ist inkompetent, einer hat einen gravierenden Ärztefehler begangen, indem er mich mit den Worten vor die Tür setzte "Ich weiss, dass Sie TNF-Blocker brauchen, aber Sie haben Pech zum Ende des Quartals zu kommen. Sie passen nicht mehr in mein Budget! Wegen Ihnen würde mir eine Strafe drohen!" (O-Ton)
    Die Notwendigkeit von TNF-Blocker wurde zuvor schriftlich von einem Chefarzt eindringlich befürwortet.

    Der nächste Rheumatologe, bei ich dann als körperliches und seelisches Wrack auftauchte, war sprachlos, weil er sah, dass man mir schon viel eher hätte helfen müssen. Er überwies mich zum nächsten Rheumatologen (einen Tag später), der mir umgehend (!!) die erste Enbrel-Spritze gab. Es dauerte Monate bis ich dieses furchtbare Tief überstanden hatte, die beiden anderen Rheumatologen vor Ort haben die Hilfe verweigert.

    Ich hoffe sehr, dass die Menschen, die in einem ähnlich schlimmen Zustand sind, nicht zu den beiden oben erwähnten Ärzten gehen müssen, weil sie "das Glück" haben aufgrund der garantierten 4-Wochenfrist behandelt zu werden.


    Es hat Gründe, warum manche Praxen überlaufen sind und andere nicht, und wenn man diese Praxen mit hilfesuchenden Patienten füllt, bedeutet es nicht, dass diese Menschen auch die Behandlung bekommen, die sie brauchen.
    Vielleicht gibt es gute Ärzte, die sich aufgrund dieser Umverteilung bewähren können, weil ihnen bislang die Patienten fehlten, aber .....
     
  7. Luna-Mona

    Luna-Mona Aktives Mitglied

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    Danke Marie für Deinen Beitrag mit den Links,

    insbesondere danke Frau Meier, ich stimme in allen Punkten mit ihr überein: es wird nichts besser für uns chronisch Kranke.

    Anstatt mehr Geld in die Ausbildung von Fachärzten zu stecken, damit es einfach mehr Ärzte gibt, wird nur der schwarze Peter weitergereicht. Armes Deutschland!

    Liebe Grüße
    Luna-Mona
     
  8. kaufnix

    kaufnix Mitglied

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    Was wird passieren?

    Meine rheumatologische Gemeinschaftspraxis (3 Rheumatologen) behandeln seit kurzem nur noch "auf privat".

    Schätze mal die wirklichen Fachärzte für spezielle Krankheitsbilder kommen mit Privatpatienten gut über die Runden. Kein Stress, Zeit für die Patienten und die Kohle stimmt.
     
  9. Nachtigall

    Nachtigall Aktives Mitglied

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    Ich denke auch, dass dieses Versprechen nicht eingehalten werden kann. Wie sollen Fachärzte wie Rheumatologen, derer es eh schon viel zu wenige gibt, die 4-Wochen-Frist einhalten können? Wenn sie noch mehr Überstunden machen, werden sie selber krank und die Patienten unzureichend behandelt.
    Ich brauchte mal für meine Tochter einen schnellen Neurologentermin und telefonierte eine Weile herum, bis ich einen bekam. Dann stellte ich fest, warum man bei dem Arzt so schnell einen Termin bekam. Das Wartezimmer war fast leer und der Arzt war sehr unverschämt zu meiner Tochter. Da war dann alles sonnenklar.
    Die Politiker haben leider schon so viel versprochen, das sie auf die Dauer nicht einhalten konnten.
     
  10. saurier

    saurier Bekanntes Mitglied

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    @hallo

    frage mich für die "eilüberweisung" wer will das wie kontrollieren,
    ob ich denn keinen termin bekommen habe?

    beispiel:
    muss zum mrt. nächster ambul. in 7 wochen, durchaus üblich. hab keine
    lust solange zu warten, ausserdem hab ich so dolle schmerzen.
    gehe nach 4 wochen ins krh und bitte um sofortige untersuchung, da ich
    leider keine n termin bekommen. nehmt mich bitte mit ran.

    die mrt praxis ist weit entfernt 20 km, das krh nur 5 km.

    na, dämmert euch was?
    das wird ein anfang ohne ende und vor allem können und werden die krh
    diesen bedarf selber nich abdecken können. sie müssen vorrangig patienten
    der stationen "abfertigen" und das meist jetzt schon i
    n zwei schichten,
    von früh um 8 bis abends 22 uhr.

    @zur frage der ärzteausbildung
    wir haben in D einen recht hohen anteil an arzt ausbildungen und noch dazu
    eine sehr lange gut qualifizierte. das man ärzte aus D in anderen ländern mit kusshand nimmt, natürlich auch für mehr geld und ohne dass sie sich noch
    x jahre als assi abackern müssen.

    aber
    -welcher arzt will in seinen anfangsjahren einen minilohn bei maximalen
    überstunden verdienen?
    -welcher arzt will sich reglementieren lassen, wo er zu praktizieren hat?
    -welcher arzt will einen normalen dienst arbeiten, dann folgt das we
    mit 48 stunden und am montag muss er wieder voll da sein. dazwischen
    viel.maximal ein paar stunden schlaf. dazu stationsdienst, visiten und
    notfallversorgung in der rettungsstelle mit op's oder bereitschftdienst
    für die kv.

    kein wunder, wenn ärzte die in D studiert haben, ins ausland abwandern.
    allein england ist ein eldorado für deutsche ärzte und der verdienst um
    etliches höher, bei normalen arbeitszeiten und für ärzte die aus dem norden
    kommen doch ein leichtes dort zu arbeiten.
    warum geht das nicht hier?

    ein großer anteil an deutschen ärzten, wandern aus oder aber nach dem
    studium auch "artfremd"arbeiten oder so manche junge ärztin als mama
    zu hause bleibt, was auch verständlich ist.

    sauri
     
    #10 30. Dezember 2013
    Zuletzt bearbeitet: 5. Februar 2014
  11. Blonder Brummer

    Blonder Brummer Neues Mitglied

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    Eilüberweisung

    HHHMMMMM, bin jetzt doch ein bißchen verwundert.

    Wenn ich einen Überweisungsschein für eine MRT, Magenspiegelung oder CT oder ähnliches bekomme, kann ich mir einen Termin in einer niedergelassenen Praxis holen. Oder ich kann den Termin auch in der Uni-Klinik machen. Die freuen sich sogar, wenn man für diese Untersuchung dahin kommt. Das ist für die nämlich noch ein Zuverdienst, da die Uni-Klinik meistens ja auch nur noch einen Pauschalbetrag für einen stationären Patienten bekommt. Ich könnte sogar die jährliche Krebsvorsorge dort machen lassen, was ich aber nicht mache, weil ich dann immer einen anderen Arzt haben würde.

    Liebe Grüße
    Brummi


     
  12. saurier

    saurier Bekanntes Mitglied

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    @hallo brummerchen,

    ne bei uns ist das nicht so einfach ;-) leider.

    ich wollte ja nur darauf hinauf, dass hier den leuten auch eine tür geöffnet wird, sich
    ambulant gar kein termin zu holen, weil die praxis zu weit weg und das krh näher
    dran ist. und die wären ja verpflichtet ein nach 4 wo ranzunehmen-also eher als in
    der ambulanten praxis.....

    unsre ambulanten praxen sind eh überlaufen und 6-7 wochen wartezeit fürs mrt
    durchaus üblich sind.

    sauri
     
    #12 30. Dezember 2013
    Zuletzt bearbeitet: 5. Februar 2014
  13. josie16

    josie16 PsA

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    Hallo!
    Selbst wenn es möglich wäre, dann wird es sicher nicht lange so sein, die Kliniken sind personalmäßig dazu nicht in der Lage, es wird etwas versprochen, was zumindest über längere Zeit nicht eingehalten werden kann.

    Wenn ich jetzt z.B. dringend einen Rheumatologentermin brauche, da nützt mir diese Regelung überhaupt nichts, weil im Umkreis von 100km k ein KH eine Rheumaambulanz hat.
    Vor kurzem habe ich mich mit einer Psychologin unterhalten, die eine Praxis hat, lt KK können sie innerhalb kürzerster Zeit einen Psychologentermin arrangieren, die Psychologin hat erzählt, daß jeder Woche mindestens 5 verschiedene KK bei ihr anrufen und nach einem dringenden Termin fragen, den sie leider nicht hat, sie arbeitet sowieso schon bis zum Umfallen und hat eine ellenlange Warteliste, die sie vorrangig abarbeiten will.
     
  14. Frau Meier

    Frau Meier Guest

    Vor zwei Tagen erlebt: ich wollte einen Kontrolltermin bei meiner Augenärztin (zuletzt im August 2013 dort, kennt sich aus und wusste, worum es bei rheumat. Erkrankungen und unter Pred. und Antimalariamitteln geht) vereinbaren.
    Auskunft: "seit 1. Januar behandeln wir nur noch Privatpatienten; Sie können sich untersuchen lassen, kostet ca. 50 Euro"

    DAS ist eines der Ergebnisse der seit Langem unehrlichen und planlosen Politik im Gesundheitswesen - immer mehr Ärzte steigen aus dem KV-System aus und geben ihre Kassenzulassungen zurück.....

    Grüße und alles Gute für euch im neuen Jahr!
    Frau Meier
     
  15. PiRi

    PiRi IG-Mitglied

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    na dann Prost Mahlzeit, das kann ja noch heiter werden.... ist der in GG

    Gesegnetes neues Jahr, Frolleinsche
     
  16. Hoffeglaube

    Hoffeglaube Aktives Mitglied

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    na prima da kann man nur auf eine Wunder hoffen
     
  17. merre

    merre Aktives Mitglied

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    Termin in 4 Wochen/Facharzt

    Ja menno hört sich ja erstmal gut an, aaaber:
    ...bisher ist die Gesetzesvorlage ja noch nicht durch. Und die Krankenhäuser meinen, daß ihre Ärzte eh ausgelastet sind. Die Wartezeiten in den Ambulanzen sind ähnlich wie im Umland lang und länger.
    Wohin geht man also wenn ins Krankenhaus ? In den mir bekannten Rheuma (oder halt Fach-) Ambulanzen Berliner Kliniken brauch ich einen Termin. Häufig kommt da der Arzt von Station also zeitlich schonmal schwer planbar. Behandlung nur einmal/Quartal...
    Ansonsten gehts unangemeldet in die Notaufnahme, da ists regelmäßig überfüllt, von dort wird man (wenn Glück) "weitergereicht" bzw. ein entsprechender Facharzt wird hinzugezogen. Röntgen/MRT sind meist ausgegliedert und für stationär Liegende ausgebucht.
    Ja das Problem so lösen zu wollen, weis nicht?

    Ich wollte jetzt über mein "Ehrenamt" oder halt als "netter merre" für Jemanden einen Rheumaarzttermin machen...Ist Sachsen Anhalt angrenzend Niedersachsen. In 2 möglichen Klinikambulanzen/Rheumatologie Termine entweder Ende Juli bzw. September...ja hallo gehts noch?
    Da hat der Patient vielleicht gerade Kurzremission und wenig Beschwerden?
    Bei den niedergelassenen Ärzten siehts teils noch schlechter aus, oftmals werden bei Fachärzten gar keine Temine mehr vergeben - zuviel Patienten (eher: neue Patienten kann der Arzt nicht mehr abrechnen!).
    Aber naja "wenns irgendwie irgendwie nicht geht...gehts dann plötzlich irgendwie irgendwie irgendwie doch"...Patient zufrieden ist, schnellen Termin bekommen hab.

    Jetzt war ich natürlich leicht "übersäuert" und hab mich mal ins "Problem gehängt"...

    Rheumaärzte sind fast nie erwähnt, neue Zulassungen gibts auch nicht - eine Begründung zur Ablehnung einer Zulassung ist : "der nächste Rheumaarzt ist fußläufig erreichbar zur beantragten Niederlassung" - also brauchts da keinen Zweiten. 15km bis in die nächste Klinik mit Ambulanz zumutbar, die kennen den Busverkehr/Anschluß wohl nicht?
    Die Entscheidungsgremien sind Ländersache, was da an Ärzten drin sitzt...die fehlen doch zur Behandlung wenn dauernd beraten wird (Vermutung des Verfassers).
    Zahnärzte brauchen keine Zulssungsgenehmigung - können gleich loslegen und dann auch Kassenpatienten behandeln.

    Und, "Man kann eine Zulassung auch kaufen" (richtig gelesen), quasi mehr eine Praxisübernahme wenn ein Dr. in Rente geht und einen Nachfolger hat, wenn?.

    Sehr wichtig als Erste berichtet hat der "Spiegel" über das Problem (Zeitung/Skandalblatt)....

    Jaaa jetzt werd ich mal weiter recherchieren...und irgendwie eine Beschwerde/Anfrage loslassen - berichte denn mal...

    Als ich wegen Ablehnung einer Kur (Jemand hatte mich um Hilfe gebeten) mal bei einer Krankenkasse höflich angefragt hab "wieviel Kuren denn abgelehnt werden müssten, um die Erhöhung der Vorstandsbezüge wieder auszugleichen?" gabs Selbige innerhalb von 3 Tagen". Naja ich hatte auch einen heißen Draht zur Presse...

    Vielleicht brauchts den mal wieder.

    Ja denn Leute biba "merre"
     
    #17 5. Februar 2014
    Zuletzt bearbeitet: 5. Februar 2014
  18. Marie2

    Marie2 nobody is perfect ;)

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    neue wege oder alte zöpfe?

    warum so vorausschauend negativ? wäre eine positivere einstellung nicht besser, und förderlicher für uns und das system? ich finde es gut, dass die politik die schwächen des derzeitigen gesundheitssystems erkennt und angeht. es ist klar, dass die durchsetzung durchaus dauern kann, dass es stolpersteine geben wird und dieses und jenes..... man ist ja nicht total naiv.

    übrigens, schon unser ex-gesundheitsminister Daniel Bahr (alte koalition cdu/fdp) wollte gegen zu lange Wartezeiten für kassenpatienten vorgehen.

    ich erinnere an die vielen, vielen klagen hier im forum über die teils monatelangen wartezeiten bei rheumatolgen. man darf bitte nicht vergessen, dass in der wartezeit evtl. keine therapie erfolgt, schmerzen bestehen, und die chance auf eine frühe behandlung vertan wird! es wird doch immer so schön vom "window of opportunity" geschrieben! hier würde ihm eine echte chance gegeben! das müssten doch auch rheumatologen erkennen! und tun sie ja auch zögerlich, da selbst die kbv schreibt, sie hätte keine ablehnung aber fragen müssen geklärt werden.

    und warum soll bei uns, im reichsten land der EU, nicht gehen was zum beispiel in dänemark funktioniert?
    http://www.statsministeriet.dk/_p_13753.html
    lesen bitte ab: "In general, our welfare society must be for those who need it."

    unser deutsches gesundheitssystem liegt auf platz 17 von 24 im ranking, abgeschlagen nach zb den skandinavischen ländern, laut einer aufarbeitung der daten der OECD. es sei teuer aber wenig effizient, hohe ausgaben, doch lieferten ärzte und vor allem klinken mittelmäsige leistungen, so wurde berichtet.

    hinsichtlich des "ärztemangels" sollte man schon genau schauen, wo denn der mangel ist. ein allgemeiner mangel kann nicht bestehen, da die ärztezahlen kontinuierlich steigen, so unattraktiv kann der beruf also noch nicht sein. aber in den nächsten jahren werden viele ärzte in die wohlverdiente rente gehen, und somit fehlen, insbesondere auf dem land. es wird überlegt wie man diesen mangel beheben kann, es gibt da einige vorschläge, die sicher noch überarbeitet, verbessert werden müssen. erwähnen möchte ich auch noch, dass zum beispiel die dgrh weiterbildungsstipendien zum facharzt für innere medizin und rheumatologie bis zu 2.500 euro monatlich vergibt. ein mangel an fachärzten besteht, was uns natürlich besonders interessiert, bei den rheumatologen, da dürften sich die zahlen gern verdoppeln. auch fordert die dgrh mehr lehrstühle für rheumatologie, und mit einer neuen krankenhausfinanzierungsreform sollen auch mehr ambulanzen für die kliniken möglich sein (bundesrat).

    die meinung und haltung zu diesen dingen ist immer auch abhängig von der position und situation, in der sich die person befindet. insofern hat mich die allgemein gleiche reaktion
    hier überrascht. mit einer ausnahme.

    ich könnte noch mehr schreiben bin aber doch noch von einem rückfall angeschlagen,
    aber vielleicht ist es auch (erstmal) genug ;)
     
  19. josie16

    josie16 PsA

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    Liebe Marie!
    Es wird nur nichts nützen, jeder von uns würde es sich doch wünschen, aber wie Merre schon schreibt.......
    die Voraussetzung sind doch nicht da, sind einfach zuwenig FÄ zugelassen.

    Aktuell kann ich das leider selber bestätigen, bei eine OP hat man bei mir Herzrhythmusstörungen festgestellt, es wurde noch im KH ein Langzeit-EKG gemacht, was sehr vorausschauend war.
    Mir wurde dort empfohlen, einen sehr zeitnahen Termin beim Kardiologen auszumachen, den 1. wo ich angerufen habe: "Den 1. Termin den wir Ihnen anbieten können wäre in 6 Monaten", da bin ich fast umgefallen, vor Schreck!.

    Die Dame am Telefon war wenigstens noch so freundlich und hat gefragt, als ich ihr gesagt habe, "bis dorthin könnte ich schon tod Sein", Haben sie aktuelle Befunde und können sie mir diese zufaxen, da hatte ich gsd das Langzeit-EKG aus der Klinik, das habe ich zugefaxt und dann doch einen schnellen Termin bekommen, weil der Arzt dann entschieden hat, daß es dringend ist

    Den nä, wo ich angerufen habe, Termin in 5 Monaten.

    Meine Tante hatte ein weißes Melanom, ihren eigenen Hautarzt, den sie angerufen hat, damit eine PE gemacht wird: Termin in 6 Monaten, also Beispiele gibt es genug, vorallem wenn man nicht gerade in der nähe einer größeren STadt wohnt.
    Ob das jetzt Rheumatologe, Kardiologe, Hautarzt, Augenarzt ist, Psychologen und Psychotherapeuten, überall das gleiche Spiel und es ist ja nicht so, daß die Ärzte "auf der faulen Haut liegen".

    Ich habe den Kardiologen darauf angesprochen, er sagte mir das gleiche, er braucht Zeit, für einen Pat. wie micht, es müßen dann diverse zeitintensive Untersuchungen laufen und besprochen werden, das geht nicht im 5 Min Takt und er kann nicht mehr als arbeiten.

    Es liegt nicht an den Ärzten, daß neue Ärzte nur eine Praxis aufmachen können, wenn ein anderer altershalber seine Praxis schließt, oder weil er wegzieht.
    Das liegt an der Kassenärztlichen VEreinigung und diese wiederrum hat politische Auflagen umzusezten.

    Ich hoffe wirklich sehr, daß sich was ändert, aber ich sehe noch keinen "Lichtstrahl am Horizont".
    LG Josie
     
  20. Marie2

    Marie2 nobody is perfect ;)

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    liebe josie,

    ich finde schon, dass es einen unterschied macht, wie man schreibt.

    das ist nur dann richtig, wenn sich ärzte und psychotherapeuten in einem gesperrten
    planungsbereich niederlassen wollen, das bedeutet, dass in diesem bereich bereits ein überangebort besteht. in allen anderen, also freien bereichen muss weder ein arzt noch psychotherapeut auf eine frei werdende praxis warten. man kann das also nicht verallgemeinern.

    zudem erlaubt die richtlinie ausnahmen bei den vorgaben zur bedarfsplanung, sofern
    entsprechende besonderheiten vorliegen.

    auf einige instumente zur behebung eines partiellen mangels habe ich schon hingewiesen.

    ich sehe einen lichtstrahl am horizont ;)