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Fragen zur Spondarthritis

Dieses Thema im Forum "Entzündliche rheumatische Erkrankungen" wurde erstellt von Brigid, 21. Juli 2014.

  1. Brigid

    Brigid Registrierter Benutzer

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    Hallo,

    ich habe mich hier angemeldet, weil ich vor knapp zwei Wochen, die Diagnose Spondarthritis bekommen habe und ich jetzt verunsichert und ratlos bin.

    Kurz zu meiner Krankheitsgeschichte: ich bin Jahrgang 1964 und hatte 1981 und 1987 jeweils eine reaktive Arthritis nach einer Salmonellen-bzw. Yersinieninfektion. Damals wurde schon ein positiver HLA-B27 festgestellt.

    Vor 2 Jahren bekam ich starke Fersenschmerzen und einen Erguss im Knie. Ein paar Monate später bekam mich von einem Tag auf den anderen Durchfall und Bauchschmerzen. Die Fersenschmerzen gingen irgendwann weg, der Bauch kam auch wieder zur Ruhe, nach dem ein Internist auch nach einer Magen-und Darmspiegelung nichts feststellen konnte, bloß das Knie wurde immer schlechter.
    Im September letzten Jahres habe ich den Orthopäden gewechselt, der eine Arthrose 4.Grades hinter der Kniescheibe feststellte. Mittlerweile bin ich x-mal punktiert worden und hatte 2 Arthroskopien. Bei einer weiteren Vorstellung in einer orthopädischen Klinik wurde mir vorgeschlagen, eine Knie TEP machen zu lassen. Das Knie ist bis auf die retropatellaren Schäden intakt, man vermutete eine Low-grade-Infektion, da ich schon seit Monaten Schwellungen und Schmerzen im Knie habe. Diverse Untersuchungen des Punktats brachten aber auch kein Ergebnis.

    Der Gedanke an eine Knie TEP hat mich so beschäftigt, das ich bei meiner Hausärztin vorstellig wurde und die konnte mir zum Glück gleich für den nächsten Tag einen Termin bei einer Rheumatologin besorgen. Dort wurde schnell klar, das nicht die "Mechanik" Schuld ist , sondern das ich eine rheumatische Erkrankung habe. Sie wollte sich noch nicht genau festlegen, eventuell MB mit Gelenkbeteiligung oder eine undifferenzierte Spondarthritis, aber das ist ja momentan auch nicht so wichtig.
    Ich bekomme jetzt Cortisontabletten von 30 mg auf 15 mg in vier Wochen, MTX Spritzen seit letzte Woche und Celebrex, dazu Vitamin D und Folsäure. In zwei Tagen wird das Knie erneut punktiert und Cortison gespritzt.

    Bisher habe ich das entzündete Knie immer nach dem Rat des Orthopäden behandelt, also Krankengymnastik, Muskelübungen, Fahrradfahren um die Beweglichkeit nach den Arthroskopien wieder zu erlangen. Jetzt frage ich mich natürlich, ob das richtig war. Kann ich das Knie weiter belasten oder muss ich erst warten, bis der Erguss abgeklungen ist ? Das Knie ist mittlerweile nicht mehr überwärmt, bleibt das so oder wird das wieder schlechter , wenn ich das Cortison nicht mehr nehme ? Wird das Knie wieder wie vorher, abgesehen von der Arthrose ?

    Ich würde gern wissen, welche Erfahrungen ihr mit Gelenkentzündungen gemacht habt, was hilft, wie lange kann das dauern, macht Ihr trotzdem Sport oder ist das eher schlecht für das Gelenk ? Ich habe schon einiges hier im Forum durchgelesen, aber zu diesem Thema noch nicht so viel gefunden .
     
  2. caliban

    caliban Gesperrter Benutzer

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    Hallo. Ich kann nicht wirklich auf deine frage antworten. Ich habe as und im allgeimen wird bewegung sehr empfohlen. Natürlich könnte ich mir vorstellen, das tennis oder marathon für dich nichts ist. Schwimmen wohl schon eher. Meines erachtens solltest du das mit deinem orthopäden oder rheumatologen besprechen. Ich denke es gibt nichts schädlicheres, als physische inaktivität.
     
  3. Nachtigall

    Nachtigall Aktives Mitglied

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    Hallo Brigid,
    erst mal heiße ich dich hier herzlich willkommen! :)

    Ich habe ebenso wie du Spondarthritis mit peripherer Gelenkbeteilung wie auch schwere Kniearthrose (Jahrgang 1962).
    Den Rat des Orthopäden zu befolgen war sicherlich gut nach den Arthroskopien. Bewegung mit möglichst wenig Belastung ist immer gut. Bis der Erguss abgeklungen ist, solltest du mit Belastungen vorsichtig sein. Beinstemme oder andere ähnliche Fitness-Übungen ist nicht so gut, falls du sowas machst. Ich hab damals eine Kniebandage verschrieben bekommen (siehe Link: http://shop.bort.de/de/produkt-details.aspx?ProductNo=114250 ), damit ging es eine Zeitlang besser, aber voll belastbar war ich trotzdem nicht mehr.

    Konnte dir der Orthopäde sagen, woher die Kniearthrose gekommen ist? Evtl. Patella-Deformation, Beinachsenfehlstellung? So war es zumindest bei mir, da kam die rheumatische Entzündung erst später dazu und hatte ihren Anteil an der Gelenkzerstörung.
    Du musst darauf vorbereitet sein, dass du irgendwann von dem kaputten Gelenk schlimme Schmerzen bekommst, wo du dann um eine Knie-TEP nicht mehr herumkommst, auch nicht nach 2 Arthroskopien, die ja nur das Ganze etwas verzögern können.

    Ich hab vor knapp 6 Monaten meine erste Knie-TEP bekommen, komme gut damit zurecht. Das andere Knie ist inzwischen auch so kaputt, da hatte ich kürzlich eine Arthroskopie, um die große OP noch so lang wie möglich hinauszuziehen. Deshalb kann ich davon berichten.

    Deine neue Medikation hilft dir sicherlich gut, ich habe sie ähnlich erstellt bekommen, nehme aber inzwischen noch das Biologikum Humira, damit ich vom Cortison wieder wegkam.
    Du musst halt mit MTX Geduld haben, weil es einige Zeit braucht, bis es seine Wirkung entfaltet hat. Aber solange hast du ja das Cortison, das du dann ausschleichen kannst, wenn das MTX voll wirkt. Celebrex hilft schnell und wirkt nicht nur bei Arthritis, sondern ist auch ein gutes Schmerzmittel bei Arthrosen. Bis du also das Cortison wieder weg hast, müsste das MTX gut wirken, so dass sich die rheumatische Entzündung nicht gleich wieder verschlechtert, sondern mit der Zeit verbessert.
    Aber du musst eben auch darauf vorbereitet sein, dass es wieder eine Entzündung geben kann, die dann eine aktivierte Arthrose und nichts Rheumatisches sein könnte (so wie es bei mir war).

    Ich bin gern bereit, weitere Fragen zu beantworten.
    Alles Gute!