Firbromyalgie

Hallo,

danke für Deine lieben Zeilen. ich will keineswegs der Psychologe meiner Frau sein, sondern nur besser verstehen, was mit ihr vorgeht. Meine Frau tut sich schwer, sich mitzuteilen. Ständig muß ich erraten, was mit ihr ist. durch ihr Verhalten kommt es dann zu Spannungen in der gesamten Familie. Kinder gehen brutaler vor. Das will ich inicht. meine familie ist mir sehr wichtig. Sehe meine frau als Mittelpunkt der Familie. Versuche sie zu entlasten, wo es geht. Aber manchmal stoße ich an meine Grenzen.
Hauptsächlich kommt die depressive Stimmung meiner fau durch unsere "guten" Ärzte. Ein Schmerztherapeut rief mich mal an und sagte: Holen sie ihre Frau ab und bringen sie sie in die Klapsmühle, die ist doch verrückt. habe ich natürlich nicht getan.
Ich denke, daß meiner Frau momentan es überhaupt nicht gut täte, wenn die Erkrankung nur oder überwiegend ihrer Psyche zugeteilt würde.
Aber ich muß, um helfen zu können, verstehen.
Liebe Grüße
Ulli


Sunshine74 schrieb:
Hallo Hermi,


Versuch mit Deiner Frau offen und ehrlich zu sein, sag Ihr, was Du möchtest und fühlst und Dir für sie wünscht und v.a. frag Sie, was Sie möchte, wie Du ihr helfen kannst udn akzeptiere ihre Wünsche. Wenn Euch das nicht weiterbringt und ihr irgendwie nicht ins rechte Gespräch kommt, dann holt Euch Hilfe von aussen. (Coaching, Paartherapie) Sowas muss nicht lang gehen und kann auch eine kurze Krisenintervention sein.

Ich bin sicher, dass Du Deiner Frau gern helfen möchtest und es ist ganz normal, dabei ab und an in die Rolle eines "Psychologen" zu schlüpfen - deren Arbeit ist letztlich Arbeit der Menschlichkeit, die in jedem von uns verankert ist :-). Nur: es mag auch sein, dass Du gerade weil Du ihr Mann bist, sie nicht so erreichen kannst, wie es vielleicht ein Psychologe täte. Dass sie gerade Dir und auch anderen gegenüber nicht vollkommen offen sein will. Dann nützt all der gute Wille nichts. Zumal eine andauernde Parnter-Patienten-Klienten-Beziehung auf Dauer die eigentliche Beziehung belasten wird. Deshalb: Vielleicht wäre eine Einzeltherapie für Deine Frau eine gute Sache, bei der Du vielleicht ein paar mal mit einbezogen wirst, wenn Deine Frau das will. Damit will ich nicht sagen, dass die Ursache für die Reaktion Deiner Frau "nichts" mit ihrer Krankheit zu tun hat, sondern ich meine, dass eine entsprechende Beratung Euch beiden hilft, mit den Krisen besser umzugehen. Vielleicht wäre eine entsprechende Psychotherapie für Deine Frau auch gar nicht so verkehrt, damit sie für sich Muster erkennt, die sie in Ihrer Krankheit noch zusätzlich( !) belasten. Es soll also kein Ersatz für eine andere fundierte Behandlung sein sondern eine Ergänzung.

Ich weiss, dass es nicht ganz leicht ist, einen guten und passenden Psychologen zu finden. Aber man kann bei allen "Probesitzungen" nehmen und dann mal schauen, ob es halt passt. Die ersten 6 Sitzungen würde die Krankenkasse eh so zahlen (Einzeltherapie), danach muss es bewilligt werden. (was aber im Fall Deiner Frau kein Problem sein sollte). Paartherapie wird leider nicht von der KK bezahlt.


Die körperliche Seite soll dabei natürlich nicht ausser Acht gelassen werden. Es ist aber wirklich so, dass wenn sich die Seele wohler fühlt, sich das auf körperliche Probleme niederschlägt - im geringsten Fall wird eine Krankheit dadurch erträglicher.

LG Sunshine
 
Hallo,

danke für Deine ausführlichen Zeilen.
Werde den Link verfolgen.
Alles andere kann ich nur bestätigen.
Das Traurige ist, daß in dem Eifer übersehen wird, daß die meisten Menschen nur ausnutzen, neidisch und nicht bereit sind, auch nur einen kleinen Teil zurück zu geben. Im Gegenteil, es ist selbstverständlich geworden, den Menschen, der zuhört und, obwohl er eigentlich gar nicht kann, alles gibt, auszusaugen.
Ich empfinde es manchmal als schlimm, mit zu erleben, wie meine Frau benutzt wird. Bin aber eher machtlos dagegen, schließlich war das immer so. Ein Teil unseres Lebens, der, was meiner Frau nicht bewußt wird, geändert werden müßte.
Liebe Grüße
Ulli

Glitzerchen schrieb:
noch mal das Glitzerchen.
Was ich nun da lese, deine Frau ist der Seelenmüabfalleimer für eure
ganzen Umfeld, genau das passt in die Fibromyalgieschiene. Mir wurde
es so erklärt, das aus welchen Gründen auch immer, wir Fibros meinen
unsere Wertschätzung über extremen Fleiß zu erarbeiten. Wir fühlen
uns für alles und für jeden zuständig und haben im allgemeinen sehr
starkes Sozialverhalten. Ich war und bin zum Teil noch genauso. Nur
mittlerweile erwarte ich hin under wieder auch mal eine kleine Gegen-
leistung von meinem Umfeld, nicht aufgrechnet:Ich habe für dich das
und das getan nun erwarte ich das du für mich dieses und jenes tutst.
Nein, ich erwarte das ich merke, das man nicht selbstverständlich nimmt.
Nix und niemand ist Selbstverständlich. Wenn deine Frau in der Phase ist,
wo sie hardert, kannst du sie einfach nur in den Arm nehmen und versuchen
zu trösten. Mein Mann hat mir oft Mut zugesprochen und mir dann auf-
gezählt was ich leiste. Ich bin auch diesen langen Weg gegangen, mit
viel Unverständnis von den Ärzten. Manchmal habe ich auch fast geglaubt,
das ich einen an der Klatsche habe, aber nur manchmal.
Deine Frau braucht Hilfe, aber wenn Bad Bramstedt ihr nicht geholfen hat,
dann ist es schwer. Bad Säckingen hat noch einen guten Ruf in Sachen
Fibroymyalgie.Oder was auch noch gut ist, es gibt einige Fibmyalgie-Foren,
das sind nur Fibros, wenn deine Frau das mal liest, dann findet sie sich
bestimmt auch in vielem wieder.
Deinen Kinder kannst du sagen, das die mama Schmerzen hat, das es weh tut
wenn man sie auch nur vorsichtig drückt, das es aber keine Krankheit ist, die
die Mama das Leben kosten kann. Lies mal im Forum :Mein Name ist Fybromyalgie.
http://www.rheuma-online.de/phorum/showthread.php?t=11673&highlight=fibromyalgie, dort findest du auch einige Informationen.
So der Roman ist zu Ende und ich hoffe, das es dir ein bischen hilft.
PN kannst du auch schreiben, wenn ich kann werde ich weiter Frage gerne
beantwrten, denn ich lebe mit dem Anhängsel auch schon über 25 Jahre.
Liebe Grüße
Glitzerchen
 
Hallo Ulli,

ich versteh Dich schon... es wäre auch unmenschlich, wenn Du anders dächtest. Ihr/ sie scheint ja mächtig Pech mit den Ärzten zu haben. Wenn das so abläuft, dann würde ich schleunigst zusehen, dass ich den Arzt wechsle - so sollte es auf jeden Fall nicht weitergehen.


hermi schrieb:
Ich denke, daß meiner Frau momentan es überhaupt nicht gut täte, wenn die Erkrankung nur oder überwiegend ihrer Psyche zugeteilt würde.

Du. Davon war - zumindest aus meiner Sicht- gar nicht die Rede. Ich dachte mehr daran, dass psychologischer Beistand helfen sollte, die Krise zu meistern. Oft liegen da noch andere Dinge im argen die zusätzlich (!) zur Krankheit belasten und deren Bewältigung erschweren oder gar zunichte machen. Und was Du bisher geschildert hast, klingt ganz danach. Sieh es so: es wäre eine Möglichkeit zum Erwerb von Bewältigungskompetenzen ganz allgemeiner Art (wenn man den richtigen Psychologen gefunden hat)

Es ist ohne Zweifel eine schwierige Lage. Aus psychologischer Sicht möchte ich allerdings noch eines zu bedenken geben. Bei aller Liebe: wenn jemand seine Wünsche/ Bedenken/ Kummer etc nicht äussern "kann" und der Partner dazu übergeht zu entlasten, zu raten usw. usf., dann verstärkt das nur das Verhalten des anderen und hilft ihm nicht. Ich rede hier von mittel- und langfristigen Prozessen. Wenn Deine Frau Ihre Bedürfnisse (noch) nicht äussern kann, dann wird es Zeit, dass sie es (liebevoll und behutsam, aber konsequent) lernt, weil dies der einzige Weg ist, um durch diese krankheit durch allen Ärger mit Ärzten und durch die Einschränkungen hindurch zu kommen. So sie denn will.

Ich denke, Du solltest wissen und es auch deutlich machen (dies auch gegenüber Deiner Frau), dass auch Du Grenzen haben *darfst* und *hast* !


Ich wünsche Euch beiden viel Kraft!


LG Sunshine
 
Zurück
Oben