Hallo lieber Chris,
ich bin auch neu hier im Forum. Habe mich extra angemeldet, als ich deinen Feed gelesen habe.
Meine Fibromyalgie-Diagnose habe ich vor ein paar Monaten erhalten, nachdem ich bereits 5 Jahre lang auf der Suche war, was mit mir nicht stimmt. Ich bin 24 Jahre alt, kann also gut nachvollziehen, in welchem Loch sich deine Freundin befindet. Auch ich habe/hatte große Probleme mit meinem Alltag, musste mich oft krank melden und bin frustriert von Ärzten, die keinen Rat wissen. Von Jahr zu Jahr kann ich mehr und mehr akzeptieren, dass mein Leben so verläuft und es geht mir besser mit mir selbst. Aber das braucht Zeit.
Meiner persönlichen Meinung nach, ist Fibromyalgie ganz stark mit Stress verknüpft. Damit meine ich nicht, dass wir uns die Schmerzen, die Müdigkeit und alles was dazugehört einbilden, weil uns der Alltag zu viel ist... ich bin ein sehr fröhlicher und aktiver Mensch und liebe meinen Job, liebe mein Leben, mir ist das nie zu viel gewesen. Aber ich bin jemand, der kein gutes Gefühl dafür hat, wann er gestresst ist und der sich zu viele Dinge vom außen annimmt. Ich kann schlecht vergessen, wenn ich etwas „falsch“ gemacht habe, wenn ich an etwas schuld war... da ist jeder anders, aber auch das Gedankenkarussel ist Stress. Da hilft mir ein MBSR Kurs und Wöchentliches Yoga, kleine Routinen, die den Alltag strukturieren und aufhellen. (Ich bin auch kein Profi, struggle auch nach wie vor sehr mit der Erkrankung, aber ich komme in kleinen Schritten voran, also muss ich etwas richtig machen.)
Genauso sind z.B Magenübersäuerung und Muskelverspannung Stress für den Körper. Zumindest sehe ich das so. Auch da versuche ich mit ausgewogener, entzündungshemmender Ernährung und Flohsamenschalen (da gibt es auch jede Menge anderer toller Dinge, die man ausprobieren kann), meinen Körper zu unterstützen. Ich denke das ist der Schlüssel zur Besserung, dass man den Körper unterstützt. Was braucht er alles um die bestmöglichen Vorraussetzungen zur Selbstheilung zu haben? Ich nenne dir mal meine Liste an Dingen, an denen ich da arbeite:
- Beziehungen - Tun dir deine Freunde, Familie, Mitmenschen gut? Akzeptieren sie dich oder setzen sie dich unter Druck? Manchmal muss man auch da ausmisten, bei mir war es so.
- Schlaf
- Ästhetik der Umgebung
- Ergonomie der Umgebung/Arbeitsplatz
- Rückzugsort
- Ernährung (Genug trinken ist auch so wichtig!) (Nahrungsergänzungsmittel, z.B Omega3)
- Entgiftung
- Bewegung (ganz regelmäßig und moderat)
- Stressmanagement
- Luftqualität (z.B. bei Allergien)
- Krisenmanagement - wie kann ich welches Symptom im Notfall in den Griff bekommen
(Mir helfen manchmal Gitterpflaster bei Gelenkschmerzen, zur Not Voltaren, natürlich Ibuprofen, der Relaxbogen für Kieferpressen oder Knirschen ist meiner Meinung nach tausend mal besser als jede Schiene, eine gute Thai-Massage ist bei mir besser als Physiotherapie weil wir am ganzen Körper behandelt werden müssen, dafür haben die einfach keine Zeit, der Knieretter, Yoga...) Ich nehme keine anderen Medikamente ein, da ich meinen Körper ja schonen möchte. Allerdings ist es total unvernünftig, starke Schmerzen über einen längeren Zeitraum einfach zu ertragen. Ich hatte nach ein paar Monaten ohne Schmerzmittel ein heftiges Schmerzgedächtnis und jeden Tag grauenvolle Kopfschmerzen, die nach einigen Tagen Ibuprofen viel besser waren. Keine Medikamente ist also nicht immer der beste Weg.... wie gesagt, ich lerne auch noch
- Entspannung (regelmäßig)
- Schöne Momente im Alltag schaffen
- Rituale, z.B ein Morgen-Bewegungs-Ritual und ein Abend-Entspannungs-Ritual (Ich schaue mir jeden Abend 5 Minuten lang den Nachthimmel an, bevor ich schlafen gehe, das reicht schon aus um etwas runter zu kommen.)
- Evl. Eine Gesprächstherapie! Ich verarbeite meine Problemen wie gesagt nicht gut. Das kann man ändern! Vor allem wenn man sich gerade im Tief befindet.
Wenn du schon den Haushalt machst und ihr mit vollem Einsatz zur Seite stehst, bist du für deine Freundin wahrscheinlich schon eine riesige Hilfe. Toll, dass du so für sie da bist!
Manchmal hilft es mir, wenn mein Freund neue Dinge mit mir zusammen anfängt. Er zieht sie eigentlich nie ganz durch, sondern hört nach ein paar Tagen auf, das ist nicht so toll, aber es hilft mir trotzdem zu starten.
Ja und zum Schluss, Wim Hoff soll ja auch super helfen. Ich konnte mich zum eiskalt Duschen aber noch nicht durchringen. Sauna ist da vielleicht die Softie-Methode, aber auch gut fürs Immunsystem.
Am wichtigsten ist vermutlich, dass sie nur die Dinge tut, die sich richtig anfühlen. Ein gutes Körper-Gefühl ist wichtig.
Ich hoffe ich kann dir damit ein kleines Bisschen weiterhelfen...
Viele Grüße und Kopf hoch,
Laura