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Fernseh-Tipp: Medikamente

Dieses Thema im Forum "Allgemeines und Begleiterkrankungen" wurde erstellt von Sabinerin, 27. Dezember 2004.

  1. Sabinerin

    Sabinerin Aktives Mitglied

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    Hallöchen zusammen,

    heute kommt um 13.45 Uhr auf NDR die Sendung "Tod auf Rezept".

    Die Info zur Sendung lautet wie folgt:

    Tod auf Rezept

    40.000 Medikamente sind in Deutschland auf dem Markt. So viel wie in keinem anderen europäischen Land. Dieses einzigartige Angebot füllt nicht nur die Kassen der Pharmaunternehmen, sondern führt auch zu verhängnisvollen Konsequenzen.

    Immer mehr Menschen sterben an diesem Überangebot von Medikamenten. Verursacht durch Fehldosierung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen von Präparaten.
    Es ist ein Thema, das in Deutschland in wahrsten Sinn des Wortes totgeschwiegen wird. Offizielle Studien gibt es nicht. Doch wissenschaftlich anerkannte Pharmakologen vermuten ein Minimum von 60.000 Todesfällen pro Jahr. Einige schätzen mehr als das Doppelte. Die Mehrzahl der Ärzte kennt sich mit der Fülle an Medikamenten, die sie verschreiben, nicht gut genug aus.
    Betroffen sich häufig ältere Patienten, die mehrere Medikamente benötigen, die von Ärzten falsch dosiert werden. Stirbt so ein Patient, fällt das nicht weiter auf. Die Todesursache wird hier nur in Ausnahmefällen wirklich erkannt. Und selbst wenn Medikamentennebenwirkungen auffallen und von aufmerksamen Ärzten an Kontrollstellen gemeldet werden, geschieht nichts. Medikamentenskandale wie 'Lipobay' oder 'Vioxx' haben gezeigt, dass deutsche Behörden versagen.
    Der Film zeigt fünf Menschen und ihre Schicksale. Vier von ihnen konnten dem 'Tod auf Rezept' gerade noch entgehen.


    Ich weiß nicht wie fundiert die Informationen sind, aber ich wollte die Sendung wenigstens reinstellen.

    Viele Grüße
    Sabinerin
     
  2. trombone

    trombone die Schreibtischtäterin

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    Hallo,

    bei vielen Menschen ist - so denke ich - viel Unwissenheit und auch Doofheit mit im Spiel.
    Ich denke da an einen Fall aus der eingenen - weiteren - Familie: Ein Cousin meines Vaters hatte von seinem Hausarzt ein Herz-Kreislauf-Medikament verordnet bekommen. Er ist mit dem ausdrücklichen Hinweis von Arzt entlassen worden allerhöchsten 1/2 Tablette tägl. einzunehmen. Mein "Onkel" hat sich die Tabletten angeschaut und gemeint: Diese kleinen Tabletten können ja gar nicht helfen und hat gleich 2 auf einmal eingenommen. Das Ergebnis war Notarzt - Intensivstation - und so gerade noch Rettung durch die superschnelle Reaktion meiner Tante und den Ärzten (man wusste halt die Ursache).

    Auch solche wirklich fatale Falscheinnahme - trotz der entsprechenden Wahnhinweise - führen leider auch zu solchen Toten. Die Fälle von Paracetamol-Intox nicht zu vergessen( und das ist sogar frei verkäuflich).

    Ansonsten finde ich den Titel der Sendung "Tod auf Rezept" doch ziemlich reißerisch. Denn man sollte nicht vergessen, dass man auch eine Sendung unter dem Titel "Leben (oder besser Überleben) auf Rezept" mach könnte. Das ist aber in der heutigen Zeit - von Vioxx und Celebrex - ziemlich unpopulär und wird daher wohl auch kaum umgesetzt (außerdem, wer würde sich denn schon eine Sendung unter diesem Titel ansehen????).
     
  3. merre

    merre Aktives Mitglied

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    Medikamente

    Ja den Titel für einen solchen Beitrag find ich auch stark übertrieben, bzw. zu reißerisch gewählt. Auch in diesen Fällen ist doch immer noch eine gewisse medizinische Transparenz möglich. Wie oft wirken sich aber solche Beiträge negativ aus, sie zerstören meiner Meinung nach das eh angeknackste Vertrauen in die Schulmedizin noch mehr. Sicher gibt es Alternativen, aber viele flüchten sich (auch nach solchen Beiträgen) oft in noch unsichere Alternativmethoden.
    Vioxx hat meiner Meinung nach gezeigt, daß wirtschaftliche Erwägungen bzw. die drohenden Klagen betreffs einzelner negativer Auswirkungen (einzeln gemessen an der Menge der Einnahmen) eine Rücknahme dieses Medikaments bewirkt haben. Es war ein gut wirkendes und auch gut einzuschätzendes Medikament, was viele sehr gut vertragen haben. In diesem Fall war und ist das Risiko eigentlich abschätzbar gewesen und Risiken könnten klein gehalten werden.
    Um ein Medikament halbwegs einschätzen zu können bräuchte es 60000 Probanten, die bereit sind an bestimmten Test mit diesen Medikamenten teilzunehmen. Die Zeitdauer dabei bewegt sich in Richtung 6 Jahre......
    Illusionär, daß das gehen könnte.
    Vioxx war sehr lange auf dem Markt und bekannt, der Nachfolger Arcoxia hat weder solche umfangreichen Tests noch entsprechende Langzeiterfahrungen , allerdings erfüllt er die Zulassungskriterien bestens.....ists gehässig wenn ich sage "warten wir einfach ein paar Jährchen ab und reden dann nochmal zu diesem Thema".

    Ältere Menschen gehen häufig zum Arzt, auch um Zuwendung zu erfahren. Die früher häufig zum Tode führenden Krankheiten oder Gebrechen galten vor Jahrzehnten als natürliche Todesursache. Heute kann man sie zumindest zeitlich hinauszögern und dank medizinischem Fortschritt oft mit Medikamenten eingrenzen, aber halt nicht ewig.

    Medikamente haben den Nachteil, daß sie für viele Patienten gemacht sind und bestimmte Besonderheiten des Einzelnen nur schwer berücksichtigen können. Die dadurch bedingte Konzentration des Wirkstoffs, die Menge und die zeitliche Einnahme versuchen das auszugleichen. Liegt es am Medikament, wenn das nicht gelingt?

    Für Bedenklich halte ich auch vieles, aber ganz besonders, daß es gerade für Kinder betreffs vieler Medikamente (nicht alle) keine speziell auf einen kindlichen Organismus zugeschnittenen gibt.
    Test dazu gibt es kaum, m,an verläßt sich auf die Erfahrung z.B. im Klinikbereich.
    Oder es heißt dann, man nehme eine halbe Tablette.......

    Ja abschließend...., ich nehme (viele wissen es) an einer medizinischen Studie zu Remicade teil. Eine Art "Hoffnungsmedikamente", wenn man Berichten glauben kann.
    Allerdings gibt es auch hier und in diesen Studien einige Fälle von schweren Nebenwirkungen...die Liste wird länger und ich kann nach 2 Jahren nicht mehr sagen, ob ich es empfehlen würde sich damit behandeln zu lassen.
    Diese Frage wird immer beim Einzelnen bleiben, ein Risiko besteht wohl immer.

    Hört sich jetzt blöd an, aber trotzdem "ein gesundes Neues Jahr" "merre"