hallo ibe,
ich hoffe du liest das hier nochmal, denn ich möchte dir sagen, dass ich deinen sohn sehr gut verstehen kann.
bin selbst erst 22, habe mb seit ich 17 bin, anfangs "nur" im lws-bereich, später auch in der bws, seit diesem jahr dann zusätzlich in den knien, im ellenbogen und im daumen.
habe eine athroskopie mit spülung des rechten kniegelenks hinter mir, mit anschließender lungenembolie (aufgrund von pfusch+ und anderen dingen) die mich fast umgebracht hat, war zwei monate in kranken- und kurhäusern, habe eine fülle neuer medikamente dazugekriegt und leide nun seit der embolie noch an einer posttraumatischen angststörung und depressionen. bin inzwischen auch in psychotherapie.
weißt du, es ist einfach zuviel für einen einzelnen jungen menschen, mit so viel scheiß fertigzuwerden- natürlich sind viele besorgt um einen, aber nur man selbst muss immer wieder zurückstecken, sieht das leben an einem vorbeiziehen.
ich muss nun meine erst vor kurzem begonnene ausbildung wieder aufgeben, bekomme vielleicht eine umschulung genehmigt, denn im handwerk kann ich auf gar keinen fall arbeiten, muss also an einen schreibtisch. was macht dein sohn?
ich glaube dass es besonders schwer ist, wenn man in einer ganz wichtigen entwicklungszeit sowas bekommt oder hat - und es immer schlimmer wird, denn in solchen zeiten, in der sich wohl auch dein sohn befindet, findet man seinen eigenen weg, aber wird städig zurückgeworfen und gehalten, weil der körper nicht mitmacht.
man will ausziehen, raus+weg - aber das geht nicht weil man auf elterliche hilfe angewiesen ist, man kann sich nicht lösen, wie alle anderen, sondern ist immer auf sie angewiesen.
und ich kenne die verzweiflung und wut und resignation so gut, weil man nichts von dem was man tun will, machen kann, ohne die angst vor der einschränkung im kopf zu haben, man weiss immer: da kann mir in kürzester zeit wieder ein strich durch die rechnung gemacht werden- von meinem eigenen körper- von mir selbst.
ich würde mich freuen, wenn du mir mal schreibst, denn irgendwie geht es mir nahe was dein sohn da macht - ich habe nie eigenmächtig meine medikamente abgesetzt, einfach wegen der angst, was dann passiert, und ich weiß einfach, wie schlimm es wird wenn ich das tue - dann geht nämlich gar nichts mehr und am ende bin ich auf dem weg ins jenseits. aber ich kann die motivation voll verstehen und bewundere seine kraft.
besonders würde ich mich freuen von deinem sohn zu hören, aber da hat er wahrscheinlich gar kein bock drauf, richtig?
kann ich auch gut verstehen. manchmal ist es einfach besser sich nicht über die maßen mit der krankheit zu beschäftigen, wenn man sich ein stück normaler fühlen will.
ich wünsch dir, dass es ihm gut geht und möchte dir sein problem, sich zu lösen ans herz legen. bitte verfallen nicht wie meine mutter in die haltung, ihm ungefragt alles aus der hand nehmen zu wollen.
das geht nie gut.
ich wünsch euch was gutes, mia