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Ernährungsstörungen durch Arava

Dieses Thema im Forum "Allgemeines und Begleiterkrankungen" wurde erstellt von Eneff, 30. Januar 2007.

  1. Eneff

    Eneff Registrierter Benutzer

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    Hallo,

    ich bin zwar neu in diesem Forum, aber kein Neuling in Sachen Psoriasisarthritis.
    Habe etliche Basismedikamente durch, die alle wegen Unwirksamkeit oder Unverträglichkeit wieder abgesetzt wurden. Einzig MTX bekomme ich schon seit Jahren, ich vertrage es problemlos, habe allerdings das Gefühl, dass es nichts bringt.
    Seit Anfang November bekam ich zusätzlich Arava, und es hat als erstes Medikament überhaupt eine schnelle und deutliche Besserung gebracht.
    Leider ist mein Magen-Darmtrakt überhaupt nicht begeistert davon.
    Ich vertrage mehr und mehr Lebensmittel nicht, z.B. Bananen, Tomaten, Brot, Zucchinis, Äpfel, Rotwein. bekomme davon Durchfall und Magenschmerzen.
    Nun habe ich versucht herauszufinden, ob ich nicht mehr über Arava erfahren kann, als das lapidare "Magen-Darmprobleme" im Beipackzettel.
    Und wurde fündig: Arava hemmt ein Enzym mit einem langen und komplizierten Namen, das man für die Begünstigung von Entzündungen verantwortlich macht. So weit, so gut. Leider spielt ebendies Enzym aber eine wichtige Rolle bei der Verdauung von Kohlehydraten, speziell der Aufbereitung der dabei entstehenden Zuckerarten Folgerichtig fand ich dann auch irgendwo in einer etwas ausführlicheren Liste der Nebenwirkungen: Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen.
    In einer Art Panikreaktion, weil ich eben auch so langsam nicht mehr weiß, was ich überhaupt noch essen kann, habe ich Arava abgesetzt.

    Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht oder weiß, ob bei einer Dosisreduktion (ich nahm 20 mg täglich) die Nebenwirkungen besser werden bei noch akzeptabler Wirkung?

    Sollte vielleicht noch hinzufügen, dass ich möglicherweise schon vor Arava irgendwelche Nahrungsmittelunverträglichkeiten (Fruktose?, Histamin?) hatte ohne davon zu wissen. Die entsprechenden Symptome haben sich seit Arava deutlich verstärkt.

    Bin gespannt, ob irgend jemandem dazu was einfällt.

    Grüße aus dem schönen Nordfriesland
     
    #1 30. Januar 2007
    Zuletzt bearbeitet: 31. Januar 2007
  2. jupiter

    jupiter Neues Mitglied

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    Hallo Eneff,
    zu deinen Fragen kann ich leider nichts besteuern, bin selbst noch neu.

    Aber herzlich Willkommen hier!!!
    Bestimmt melden sich noch einige die sich damit auskennen.

    Schöne Grüße
    Jupiter
     
  3. Eneff

    Eneff Registrierter Benutzer

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    Hallo Jupiter

    Hallo Jupiter,

    danke für das Willkommen!

    Bin wahrscheinlich ziemlich ungeduldig, sehe, dass etliche den Beitrag gelesen haben, aber bislang niemand was dazu schreibt.
    Schade.
    Vor allem, da ich durch Stöbern im Forum las, dass nicht wenig Teilnehmer Verdauungsstörungen durch Arava haben. Und deshalb, wie ich derzeit, das Mittel abgesetzt haben.
    Ich fänd's schon interessant zu erfahren, ob man diese Nebenwirkung durch eine eventuelle Diät mildern kann. Wenn man erst mal weiß, welche Lebensmittel die Beschwerden hauptsächlich auslösen, könnte man sie ja vielleicht meiden, wenn es denn nicht zu viele sind.
    Bei mir ist es noch ein ziemlich wildes Suchen und Rumprobieren, es scheint aber sehr stark mit Obst zu tun zu haben.
    Wahrscheinlich sollte ich mich mal testen lassen.

    Grüße aus dem Norden

    Eneff
     
  4. Elke

    Elke wünscht allen

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    hallo eneff,

    ich habe diese problem mit arava auch gehabt, das ging so weit das ich im krankenhaus künstlich ernährt und mit flüssigkeit versorgt werden musste
    nähere infos findest du hier


    http://www.rheuma-online.de/phorum/showthread.php?t=24092&highlight=elke+arava

    wenn du oben auf suchen gehst und dort übelkeit und arava eingibst bekommst du noch mehr threads von usern die auch probleme damit haben/hatten


    gute besserung und
    alles gute
    gruß
    elke
     
  5. Eneff

    Eneff Registrierter Benutzer

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    Liebe Maria, liebe Elke,

    danke für Eure Antworten, die mir ein gutes Stück weiter geholfen haben.
    Ich habe zwischenzeitlich auch viel im Forum herum gelesen, und wieder mal festgestellt, dass es mir im Vergleich zu vielen anderen noch richtig "gold" geht.
    Nein, ich hatte nicht so riesige Probleme mit Arava wie Elke oder manch anderer hier. Deshalb versuche ich jetzt, mich wieder mit dem Zeug zu versöhnen, schließlich hat es mir als erste Basi überhaupt geholfen. Werde aber den Tipp von Maria (Einnahme mit der Hauptmahlzeit) probieren und erst mal bescheiden mit 10 mg wieder anfangen. Und dann mal gucken, wie's läuft, auch lebermäßig. Eine Tendenz nach oben bei den Werten ist leider schon da. Vielleicht kann ich ja meine Rheumadocs irgendwann doch davon überzeugen lieber mit dem MTX aufzuhören, denn ich hatte nie das Gefühl, dass es mir hilft. Aber das immer wieder gern angeführte Argument " Sie wissen ja nicht, wie Sie heute ohne MTX dastünden" ist leider schwer zu entkräften. Seufz!

    Grüße aus kurz vor Dänemark

    Martina
     
  6. elbereth

    elbereth Neues Mitglied

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    Hallo Eneff,

    habe bis vor 2 Jahren auch Arava bekommen (insges. ca. 6 Jahre). Ich hatte als einzige Nebenwirkung so ungefähr alle 2-3 Wochen plötzlichen Durchfall, der etwa 2 Tage dauerte und dann genauso schnell wie er gekommen war auch wieder verschwand. Ich hatte den
    Eindruck, daß dies vermehrt nach "fettem" Essen auftrat. Zu Hause habe ich immer versucht mich entsprechend fettarm zu ernähren. Aber was macht man bei einer Einladung? Ich habe dann nicht dem Mumm "Nein" zu sagen und den anderen beim Essen zuzuschauen. Am schlimmsten war es nach frittiertem oder irgendwas mit Soße.
    Du schriebst, daß es bei Dir möglicherweise mit Obst zusammenhängt. Dazu kann ich Dir leider nicht viel sagen, da ich allergisch reagiere auf alle Stein-und Kernobstsorten. Lediglich, Bananen, Beeren und Zitrusfrüchte kann ich einigermaßen vertragen und dabei habe ich keine dieszbezgl. "Nebenwirkungen" feststellen können.
    Mein Arzt hatte mir mal geraten Arava abends zu nehmen (warum weiß ich nicht mehr). Ich habe sie also immer vor dem Schlafengehen genommen und bin eigentlich ganz gut klargekommen. Vielleicht hilft Dir das ja auch, wäre zumindest ein Versuch.

    Liebe Grüße

    Elbereth
     
  7. uli

    uli Mitglied

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    Liebe Eneff,

    leider kannst du an deinen Nebenwirkungen im Magen/Darmtrakt bei Arava meines Erachtens nichts ändern. Ich nehme Arava schon seit Jahren und hatte immer diese Probleme. Bei Magen-/Darmspiegelungen ließ sich irgendein Defekt finden. Ich war in einem Fachkrankenhaus für den Magen-/Darmbereich. Alle entnommenen Proben wurden von der Uniklinik ausgewertet. Ohne Erfolg. Eine Dosisreduktion hilft leider auch nicht. Habe ich alles schon ausprobiert. Ich habe auch bei vielen Lebensmittel ziemliche Probleme. Allerdings denke ich, man kann damit Leben, wenn ich bedenke was passiert, wenn ich keine Basis nehmen würde. Ich kann dir nur raten Arava weiter zu nehmen und MTX ggf. wegzulassen, wenn es die nicht hilft. Alles natürlich nur in Absprache mit deinem Arzt.

    Und wurde fündig: Arava hemmt ein Enzym mit einem langen und komplizierten Namen, das man für die Begünstigung von Entzündungen verantwortlich macht. So weit, so gut. Leider spielt ebendies Enzym aber eine wichtige Rolle bei der Verdauung von Kohlehydraten, speziell der Aufbereitung der dabei entstehenden Zuckerarten Folgerichtig fand ich dann auch irgendwo in einer etwas ausführlicheren Liste der Nebenwirkungen: Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen.


    Kannst du mir bitte den Namen des Enzyms nennen und den Artikel, den du ansprichst, der würde mich sehr interessieren.

    Lieben Gruß
     
  8. Eneff

    Eneff Registrierter Benutzer

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    Enzym

    Hallo Uli,

    also den Namen des Enzyms DIHYDROOROTATDEHYDROGENASE habe ich hier gefunden:

    http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index?id=385&type=0

    Das lange Teil als Suchwort eingegeben führte mich u.a. zu

    http://www.diss.fu-berlin.de/2003/200/Grundlagen.pdf

    Aber Vorsicht, da geht's um reine Biochemie und ich maße mir nicht an, auch nur ein Zehntel davon verstanden zu haben. Nur eben, dass dieses Enzym bei der komplizierten Verarbeitung der Kohlenhydrate eine wichtige Rolle spielt.

    Das passte eigentlich zu meiner damaligen Erfahrung, dass meine Verdauungsorgane recht friedlich waren, wenn ich gar keine Kohlenhydrate zu mir nahm, also bloß bestimmte Gemüsearten und Fleisch.
    Bloß, wer mag so was schon zum Frühstück? Ich jedenfalls nicht. Ich hab dann noch eine Weile versucht, durch Ausprobieren und Weglassen herauszufinden, welche Sachen genau ich vertrage und welche nicht. Aber dabei wird man echt irre, man müsste haarklein aufschreiben, was man alles so zu sich nimmt. Leider ist es häufig genug gar nicht festzustellen, was in einem Lebensmittel im Einzelnen eigentlich drin ist. Irgendwann war ich an einem Punkt, wo ich dachte, es reicht, wenn ich so weiter mache, entwickle ich noch ne richtige Essstörung. Bis auf Obst und Tomaten esse ich jetzt wieder alles, worauf ich Appetit habe, und bislang klappt das auch. Arava nehme ich nach einer knappen Woche Pause auch wieder, alles weitere lasse ich einigermaßen entspannt auf mich zu kommen.

    Gruß

    Martina
     
  9. uli

    uli Mitglied

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    Liebe Martina,

    vielen Dank für deine Infos.

    Ich habe mir den Artikel und die Dissertation durchgelesen und fand sie sehr interessant. Offensichtlich steht es aber noch nicht fest, welche genaue Wirkung Arava auf das Enzym DIHYDROOROTATDEHYDROGENASE hat. Es gibt nur Anhaltspunkte für eine Hemmung dieses Enzyms durch Arava. aus der Diss geht nicht hervor, dass dadurch die Spatung von Zucker im Darm verhindert wird. Ich gebe dir aber recht, dass Arava in irgendeiner Weise in die Verwertung unter anderem von Zucker eingreift, da ich dies nach dem Verzehr, vor allem von Mehrfachzucker sofort merke.

    An der Uni haben sie jedoch keine Nachweisbaren Zusammenhänge gefunde. Leider.

    Wenn du Arava ein oder ggf. auch zwei Monate nicht nimmst, macht dies nichts aus. Du solltest dir nur überlegen, ob du auf Dauer nicht MTX absetzt, wenn die Wirkung zu wünschen übrig lässt. Natürlich nur in Rücksprache mit deinem Doc.
    Falls du starke Regelblutungen hast, würde ich dir empfehlen, ein Gestagenpordukt zu nehmen, da es Hinweise gibt, dass Östrogene den Entzündungsprozess bei einer cP fördern.

    Lieben Gruß
    und noch Mal vielen Dank

    Uli
     
  10. Eneff

    Eneff Registrierter Benutzer

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    Hallo Uli,

    komme gerade von meinem Oberrheumadoc und habe das Okay zur schrittweisen Absenkung von MTX, zunächst mal von 20 mg runter auf 15 mg, und dann mal gucken wie's läuft. Meine größte Hoffnung ist natürlich, dass ich irgendwann ganz ohne auskomme.

    Mit dem Arava geht es mir zur Zeit noch gut, nehme einen Tag 20, den anderen 10 mg. Werde aber vermutlich doch wieder einen Versuch mit täglich 20 mg starten, denn mein Knie ist ein wenig unruhig, und das war schon mal besser.

    Nee, Regelbeschwerden hab ich nicht, weil keine Regel mehr. Rutsche gerade ganz gemächlich ohne Beschwerden außer gelegentlichem Schwitzen und ohne Hormontherapie durch die Wechseljahre.

    Wie meinst Du das, man könne ruhig 1 oder auch 2 Monate mit Arava aussetzen?
    Ich nehm's ja erst seit Anfang November, verspürte die Wirkung schon nach etwa 14 Tagen. Jedoch bemerkte ich das Absetzen noch viel schneller, bereits am 3. Tag fühlte ich mein Knie, das zuvor absolut ruhig war.
    Es ist bei meiner PSA allerdings so, dass ich eigentlich nie von typischen Schüben sprechen konnte, mehr so ein dauerndes Vor-sich-hin-schwelen, unterbrochen bislang nur von Corti-Injektionen direkt ins Gelenk. Die letzte liegt aber schon über 1 Jahr zurück.
    Trotz über 30-jähriger PSA-Karriere geht's mir vergleichsweise noch recht gut, und ich hab natürlich die Hoffnung, dass meine Immunmacke zusammen mit mir altert und irgendwann an Power verliert.

    Gruß

    Martina
     
  11. uli

    uli Mitglied

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    Hallo Martina,


    aussetzen mit Arava, bedeutet, dass du vollkommen beschwerdefrei sein solltest oder du hast einen Infekt ect. pp. Ich habe MTX von einem Tag auf den anderen abgesetzt (auf Rat meiner Ärztin) und habe dann nach einem Jahr mit Arava angefangen, welches ich nun alle drei Tage
    (10mg) nehme. Die Medikation habe ich schon öfter ein oder zwei Monate ausgesetzt. Ich habe allerdings eine cP und keine PSA. Seit ich Gestagene nehme habe ich mit der cP eigentlich keine Probs mehr. Ernährungsprobleme mit Arava habe ich allerdings auch mit dieser geringen Menge, nur wenn ich es absetze, beruhigt sich mein Darm dann allmählich.

    Lieben Gruß


    Uli