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Ergebniß Rheumatologe: Bitte um Rat (lang)

Dieses Thema im Forum "Allgemeines und Begleiterkrankungen" wurde erstellt von Mrs.Friday, 5. September 2013.

  1. Mrs.Friday

    Mrs.Friday Neues Mitglied

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    Hallo ihr lieben,

    habe mich jetzt ja ein paar Tage nicht mehr gemeldet, sorry.
    Also ich war beim Rheumatologen. Die ganze Untersuchung, incl. Blut abnehmem dauerte nicht länger als ca. 10 Minuten. Ist das normal?

    Ich kam rein, wurde gewogen, gemessen und Blutdruck auch.
    Dann kam der Arzt, ließ sich meine Hände, Finger und Ellbogen zeigen. Guckte und sagte; "Bitte einmal umderehen." Dann meinte er, ohne Untersuchung, schon. "Das sieht mir alles nicht nach Rheuma aus."
    Hä? Ohne Untersuchung schon diese Meinung? Ist das normal?

    Dan drückte und prüfte er im schnelldurchlauf meine Schultern, Knie, Füße, und den Rücken. Er Sagte: Bücken sie sich mal." Ich machte es und kam kaum wieder hoch. Sagte ihm das tut voll weh über dem Po. Er dann nur: " Am Rücken." Ich ja da und zeigte es ihm nochmal. Darauf hin verbog er mir im liegen die Beine in Hüfthöhe. Rauf, runter, rechts und links.

    Auaaa, das tat echt weh. Konnte danach kaum richtig laufen und mußte nach dem Arzt Besuch Ibuprofen nehmen. Dann schickte er mich auch schon zum Blut abnehmen und weg war er. Dieser Arzt war die ganze Zeit, war ja nur sehr kurz, sehr kurz angebunden, meiner Meinung nach unfreundlich.

    Ich konnte ihm noch nicht mal Fragen stellen weil er mich dann immer unterbrach und abblockte. Als er meine Sympthome wissen wollte sagte ich sie ihm. Als er permanente Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Schlappheit, schnell erschöpft, starkes schwitzen hörte meinte er nur. Na das hat doch jeder mal von uns. :confused: Bei Apettitlosigkeit, Gewichtsabnahme (immerhin fast 20 kg in einem Jahr) sagte er nichts und guckte nur kurz als wenn er sagen wollte. Na das ist doch schön. Schaden kann es ihnen ja nicht. (Ich wiege jetzt noch bei 1,65m 76kg) Sicher ist es gut das ich abgenommen habe, aber so viel in einem Jahr, ohne das ich es eigentlich wollte, nur wegen wenig essen weil der Apettit gefehlt hat? Ich weiß ja nicht ob das so ok ist. Seiner Meinung nach schon.
    Als er hörte das ich morgens Anlauf Schwierigkeiten habe und keine ganze faust machen kann, sagte er: "Dann machen sie mal eine Faust." Ja in dem Moment klappte es, aber auch nur weil wir schon Mittag hatten. (Toll :mad:) Außerdem schien ihn das mit der leichten Steifigkeit Morgens gar nicht zu interessieren. Auch als er von mir erfuhr das mein Arm sich schwer anfühlte und meine Hand immer von selbst runter gefallen ist und ich dachte sie gehört nicht zu mir, unterbrach er mich und meinte nur: " Das hat nichts mit Rheuma zu tun."

    Dieser Arzt hat mich total abgefertigt, wie auf einem Akkord Fliesband. So kam ich mir da vor. Er nahm mich gar nicht richtig ernst. Und das ich ihm keine Fragen stellen durfte ist jawohl echt der Hammer, oder nicht?
    Erst als er mich fragte: "Und an wen dürfen wir Ihren Arztberich schicken?" (Diese Frage klang total gelangweilt, echt) und ich ihm antwortete: "An meine Hausärztin Frau Dr. ..., da wurde er total freundlich. Plötzlich guckte er mir auch mal ins Gesicht, strahlte bis über beide Ohren und meinte zu mir: "Aber gerne Frau ..., das machen wir doch wirklich sehr gerne für sie." Dann schickte er mich auch erst zum Blut abnehmen, vorher nicht. Alles dauerte wie gesagt nicht länger als ca. 10 Minuten.

    Ich dachte echt mich laust der Affe. Erst total unfreundlich, nur das aller nötigste mit mir reden, keine Fragen zu lassen und mich nicht richtig ernst nehmen und dann nur weil meine Hausärztin und er sich persönlich kennen, war auf einmal total freundlich (fast überfreundlich). Bevor er weg ging, sagte er noch. "Und bitte Frau ... bestellen sie Frau Dr. ... einen ganz lieben Gruß von mir." Weg war er.

    Was haltet ihr davon? Was soll ich jetzt tun?
    Die Sympthome und Schmerzen sind da. Die Blutergebnisse heute waren alle negativ. Ist ja ein Glück, aber was habe ich denn dann? Das alles muß doch ne Ursache haben. Als ich das Wort seronegativ erwähnte sagte man mir am Telefon folgendes: "Das kann nicht sein, sonst hätte der Doctor das bei der körperlichen Untersuchung gesehen und gemerkt. Mein kleiner Finger und Ringfinger, an beiden Händen sind aber verformt.Das vordere Glied knickt nach unten hin ab.

    Ich bin etwas verunsichert im Moment, ehrlich gesagt. Sind die Rheumatologen immer so oder bin ich da an einen falschen geraten?

    Entschuldigt bitte das ich so lang und viel geschrieben habe. Bitte mal um euren Rat und würde mich über Antworten freuen. Vielen Dank dafür, auch für´s lesen.
     
  2. kukana

    kukana Moderatorin

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    Hallo,
    Grundsätzlich hat dein Arzt das getan was meiner bei jedem Besuch macht. Alle Gelenke einmal durchbewegt und einen Status festgestellt. Was er in den Bericht geschrieben hat weißt du ja noch nicht, du kannst eine Kopie von deiner Hausärztin bekommen. Bevor die Bluwerte zusätzlich ausgewertet werden kann er ja auch nichts definitiv sagen. Erst alles zusammen ergibt ein Ganzes.

    Also warte den Termin bei deiner Hausärztin doch mal ab.

    Und bewerte ihn nicht aufgrund dieses ersten besuchs - das kann beim nächsten mal wieder anders sein. Auch mein Arzt ist mal kurz angebunden.

    Gruß Kukana
     
  3. lumpi64

    lumpi64 Mitglied

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    Trotzdem ist das sein Job und den sollte er ordentlich erledigen, d.h. angemessen mit seinen Patienten umgehen. Ich hab auf meiner Arbeit auch mit Patienten zu tun und die kann ich nicht kurz angebunden behandeln, auch wenn sie nicht immer freundlich zu mir sind.

    Mein Ersttermin hat über eine halbe Stunde gedauert, der Arzt hat mich gründlichst ausgefragt und danach erst untersucht. Hat die Psoriasis gesehen und war sich dann ziemlich sicher (hat sich die Diagnose aber noch durch einen Dermatologen bestätigen lassen), weil die anamnestischen Beschwerden passten wie A.... auf Eimer. Blutabnahme und Röntgen ergaben auch keinen super deutlichen Befund.....ich habe aber die CASPAR-Kriterien erfüllt und so steht erstmal die Diagnose PsA. Im MRT (leider ohne KM) waren Sehnenansatzentzündungen zu sehen, was wiederum auch zur PsA passt. Meinen Besprechungstermin habe ich nächste Woche. Bis jetzt hatte ich nie das Gefühl bei diesem Rheumaarzt nicht ernst genommen zu werden.

    Bei dem Radiologen dagegen schon und auch andere Ärzte verschiedener Fachrichtungen stecken einen nur zu gern in eine Schublade, weil man als Patient keine Symptome nach Lehrbuch hat. Alles selbst erlebt und ich finde das sehr sehr schade. Allerdings kann man nicht alle Schuld bei den Ärzten suchen, es ist unser etwas kompliziertes Gesundheitssystem, bei dem Prävention nahezu nichts bedeutet und bei notwendigen Behandlungen übelst gespart wird. Da wär ich als Arzt sicher auch nicht begeistert und so machen viele scheinbar "Dienst nach Vorschrift". Da wird zwar immer von Vorsorge und Früherkennung geredet, aber letztlich belastet das in manchen Dingen nur das Budget bzw. geht nur als IGL. Was tun als Mediziner, der Job ist hart, die Bürokratie ausufernd....da bleibt bei manchen leider die Motivation schon mal auf der Strecke.
     
  4. Debby

    Debby Neues Mitglied

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    Meine erste Blutabnahme hat laenger gedauert, als Dein ganzer Arztbesuch mit Blutabnahme, die haben damals 16 Roehrchen abgenommen.
    Ich finde , der Arzt hat Dich zu schnell abgefertigt. Mein erster Rheumatologe war auch so, den habe ich dann " rausgeschmissen", denn schliesslich habe ich ihn ja eingestellt. Er hatte zwar durch den Bluttest Lupus festgestellt, aber er hatte keine Manieren und war immer schnell, schnell und ist auf meine Fragen nicht eingegangen.
    Mein jetziger Rheumi ist wirklich toll, bei jedem Besuch, bin ich mindestens 30 Minuten bei ihm drin.
    Es gibt auch gute Aerzte, man muss sie nur finden.

    Debby
     
  5. eve60

    eve60 PMR Fibro

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    Gewichtsabnahme und morgendliche Steifigkeit sind 2 der Sympthome für Polymyalgiea Rheumatica.

    Im Blut erkennt man das wohl an einem hohen CRP-Wert und an der Blutsenkung.


    Ich drücke Dir die Daumen für eine baldige Diagnose.


    Eve
     
  6. Lagune

    Lagune Bekanntes Mitglied

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    In einem Jahr 20 Kg abnehmen finde ich jetzt nicht schnell oder zu viel, vor allem bei Appetitlosigkeit und dadurch weniger Nahrungs und Kalorienaufnahme erscheint mir das logisch. Das muss nicht unbedingt was mit Rheuma zu tun haben.

    Wenn meine entzündlich rheumatische Erkrankung aktiv ist, dann nehme ich auch ab, aber sehr rasch in kurzer Zeit mehrere Kg.

    Das sind ganz normale Untersuchungsmethoden, dabei kann der Rheumatologe einiges erkennen. Das geht auch schnell, das ist jedenfalls normal, ein geübter Rheumatologe braucht dafür nicht lang um diese Griffe,Verbiegungen etc. durchzugehen
     
  7. anurju

    anurju anurju

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    Hallo Mrs. Friday,

    mir ging es bei meinem ersten Rheumatologentermin ähnlich - der Arzt hatte eben auch nur die "klassische Rheumatoide Arthritis" im Blick - und leider dauerte es dann noch 5 qualvolle Monate (nach 3 Jahren ohne Diagnose) bis der nächste Rheumatologe sofort erkannte, was los war und MTX sowie Coritison - und später Enbrel verschrieb...

    Einige Rheumaformen (z.B. Spondylarthritis) zeigen sich eben nicht immer im Blut und oft auch nicht durch massive Gelenkprobleme.
    Bleib am Ball und besprich dein Gefühl mit der Hausärztin. Es gibt in einigen Städten auch Früharthritiszentren, die auf die Erkennung früher Stadien rheumat. Erkrankungen spezialisiert sind - z.B. gibt es sowas in Düsseldorf (bei Dr. Langer - dem Gründer dieses Forums) - dort kann man z.B. eine Rheumascan-Untersuchung (Xiralite nennt man das auch) machen lasse - google doch mal, ob es in deiner Stadt so etwas gibt.

    Für mich war diese Erfahrung sehr frustrierend - zumal es nachher hieß, dass eine zügige Gabe passender Medikamente den Verlauf der Erkrankung günstig beeinflussen kann.

    Lass dich nicht unterkriegen und bleib hartnäckig - viele hier haben um ihre Diagnose und Therapie erstmal kämpfen müssen.
    Vielleicht ergeben sich aber auch schon im Blut Indizien.

    Liebe Grüße von anurju :)