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Erfahrungen mit MTX

Dieses Thema im Forum "Allgemeines und Begleiterkrankungen" wurde erstellt von night-nurse, 29. Juli 2003.

  1. night-nurse

    night-nurse Guest

    Hallo! Ich bin neu, als "Registrierte", und würde mich sehr über Informationen zu MTX freuen. Ich habe seit ca. 2 Jahren einen Verdacht auf RA, oder ähnliches, mein behandelnder Rheumatologe mag sich da nicht festlegen. Auf jeden Fall ist es atypisch.... Er empfahl mir MTX, um den degenerativen Knochenabbau zu stoppen. 3Monate habe ich es genommen, mit etlichen Nebenwirkungen: verschwommenes Sehen, Durchfälle, Einblutungen im Auge, angespannte bis depressivs Gemütslage. Die Beschwerden, die z.Z. nur in den Füßen bestehen, waren unverändert. Ich habe das MTX wieder abgesetzt, der Arzt findet dass ich es gut vertrage.. Das alles käme nicht vom MTX. Nun bin ich etwas ratlos, zumal ich eine 2.Meinung eingeholt habe und dort zu hören bekam: MTX ist das Weltweit am besten vetragene Basistherapeutika. Das hilft mir nicht viel, ich vertrage es nicht wirklich. Wer hat ähnliche Erfahrungen gemacht? :confused:
     
  2. Monsti

    Monsti das Monster

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    Hi night-nurse,

    hab 10 mg Mtx von Juli vorigen Jahres bis Dezember i.m. vom Arzt gespritzt bekommen. Ein vorheriger Versuch mit 15-mg-Tabletten ist wegen permanenter Kotzerei in die Hose gegangen. Mir hat das Mittel innerhalb von gut 3 Wochen besser geholfen als alles vorher. Aber: Die Zeit von Mittwochabend (= Spritztermin) bis Samstagabend konnte ich immer glatt vergessen. War unendlich müde, hatte wunde Schleimhäute, ständig leichte Übelkeit und mangelnden Appetit und nahm deshalb auch stark ab. Da es mir aber wirklich gut geholfen hatte, war ich gewillt, diese Nebenwirkungen hinzunehmen. Nach 4 Monaten war ich so gut wie beschwerdefrei. Dann aber, Anfang Dezember, sind plötzlich meine Leberwerte beängstigend angestiegen, und das, obwohl ich weder Alkohol noch NSAR gleichzeitig zu mir genommen hatte. Mir ging es einfach schrecklich. Also musste ich das Mtx wieder absetzen, mein Doc bestand darauf.

    Die Leberwerte brauchten ewig lange, bis sie sich wieder normalisierten. Vorher wollte mein Doc nicht mit einer neuen Basistherapie beginnen. Anfang März begann ich dann eine Gold-Therapie, die ich zwar deutlich besser vertrage als Mtx, aber mich lange 4 Monate bis zu einer spürbaren Wirkung gedulden musste. Mittlerweile hilft mir Gold genauso gut wie Mtx - nur ohne jede Nebenwirkung. Bin jetzt total zufrieden und wünsche mir, dass mir das Gold noch möglichst lange helfen möge.

    Liebe Grüße aus Tirol von
    Monsti
     
  3. Deleyne

    Deleyne Neues Mitglied

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    MTX

    Hi zusammen
    Würde mich wirklich mal interessieren, wem es wirklich über Jahre geholfen hat, mit minimsten Nebenwirkungen und sogar Remission. Davon ist hier nie was zu lesen. Weshalb ist es denn so gut? Wenn es die Leber und die Niere angreift, für Krebsbehandelte nicht verwendet werden darf, nach gewisser Zeit wieder abgesetzt werden muss,weil unverträglich, und wie hier gelesen die Schmerzen z.t. ärger als zuvor. Ich suche immer noch nach possitiven Anwendungsvorteilen.
    Würde sicher viele interessieren.
    Liebe Grüsse Deleyne
     
  4. pesub

    pesub Mitglied

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    Ich bekomme MTX seit März. Erst als Tabletten, die aber nicht anschlugen und seit 5 Wochen als Spritze, die ich mir selber gebe. Von den Tabletten war es mir immer 2 Tage etwas übel. Die Spritze (Höchstdosis 25 mg) gebe ich mir freitagabends, trinke dann noch mind. 1 Liter Flüssigkeit und gehe dann in s Bett.
    Wenn ich in der Nacht dann mal raus muß,
    fühle ich mich wie "besoffen" gggg...;-) am Samstag bin ich dann vielleicht etwas müder als sonst, aber ich habe keinerlei andere Nebenwirkungen (toi, toi, toi). Mittlerweile schlagen die Spritzen an und meinen Gelenken geht es deutlich besser, aber von einer kompletten Remission kann noch lange keine Rede sein. Würde mich ebenfalls interessieren, wieviel Betroffenen dies mit MTX und in welchem Zeitraum erreicht haben! Ach ja, ich bekomme auch Folsäure immer am Tag VOR der Spritze.

    Ich habe übrigens PSO seit September 02, diagnostiziert im Jan. 03.

    Petra
     
  5. Jörg

    Jörg Neues Mitglied

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    Hallo night-nurse, monsti, Deleyne und pesub!

    hier ist jemand der seit 10 Jahren MTX nimmt und bisher zufrieden damit war, sowohl mit der Wirkung als auch den geringen Nebenwirkungen!

    Ich habe seit mehr als 10 Jahren eine chronische Polyarthritis und habe sofort nach der schnell gestellten Diagnose eine Basisbehandlung mit Sulfasalazin begonnen. Nach drei Monaten habe ich leider einen Hautausschlag bekommen und bin dann auf MTX 15mg umgestiegen. Die Wirkung ist nach ca. drei Monaten langsam eingetreten. Unangenehme Nebenwirkungen hatte ich nie; meine Blutwerte sind bis heute o.k. Ich nehme 48 Stunden nach der MTX-Gabe beginnend drei Tage lang jeweils 5mg Folsäure. Das verhindert tatsächlich z.B. Haarausfall, Entzündungen im Mund etc.

    Da ich einen empfindlichen Magen habe und mit den Tabletten Probleme hatte, wurde das MTX i.m in der Arztpraxis gespritzt. Die Wirkung der Spritze war viel stärker als die der Tabletten und mein Magen hatte wieder seine Ruhe! Seit Anfang 2003 spritze ich selbst s.c. und bin unabhängig von meiner Ärztin.

    Nebenwirkungen: Am Tag nach der Spritze stehe ich so ein bischen neben der Kappe. Das hat mich aber noch nie gehindert, vernünftig meiner Arbeit oder meinem privaten Vergnügen nachzugehen. Ich habe mich inzwischen daran gewöhnt.

    Man sollte aber auf keinen Fall von einem Basismedikament erwarten, daß alle Beschwerden vollkommen verschwinden (Remission). Das tritt nach meiner Erfahrung nur in Ausnahmefällen ein. Ich habe während der ganzen Jahre immer wieder meine Schübe, die aber stark gemildert sind. Ich kann dann z.B. die Hände nur unter Schmerzen bewegen. Das ist aber nach ca. 1-2 Tagen wieder vorbei. Ohne MTX hat das wochenlang angehalten. Aber ich habe so gut wie keine Gelenkveränderungen und das ist für mich das Wichtigste!!!! Wenn's mal ganz schlimm kommt, nehme ich für ein paar Tage Prednisolon und dann ist es schnell vorbei.

    Alles Gute geht aber einmal vorbei. Vor einiger Zeit wurde das MTX auf 20mg erhöht, aber die Wirkung läßt dennoch bei mir immer mehr nach. Auch das ist wohl normal. Meine Ärztin sagte mir, daß es sehr selten wäre, daß man mit dem selben Medikament über 10 Jahre so gute Erfolge wie bei mir hätte. Wir müssen jetzt gemeinsam nach einer anderen Lösung suchen.

    Dennoch: MTX war und ist für mich ein hervorragendes, gut verträgliches Basismedikament.

    Wenn ihr es probiert, habt bitte Geduld sowohl mit der Wirkung als auch den Nebenwirkungen (wenn die Blutwerte in den Keller gehen natürlich nicht, dann absetzen). Die Wirkung steigt mit der Zeit, die Nebenwirkungen nehmen ab.

    Bitte mailen , wenn weitere Einzelheiten erwünscht.

    Viel Erfolg wünscht

    Jörg
     
  6. Deleyne

    Deleyne Neues Mitglied

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    MTX

    Hi Jörg
    Herzlichen Dank für Deine schnelle Antwort. Ich versuch's seit über 10 jahren mit Kortison und Alternativmedizin über die Runden zu kommen und hab's bis jetzt geschafft 1 x in eine zweijährige und einmal eine 6 1/2 jährige Remission (ohne jegl. Medies) zu kommen. Meine Gelenke sind Gott sei Dank noch intakt. Hoffe trotz eines derzeitigen schwachen Schubes weiterhin so weiterzukommen. Hab vielleicht auch einfach bis jetzt Glück gehabt. Wünsche Dir alles Gute und auch einmal eine echte schmerzfreie Pause.
    Liebe Grüsse
    Deleyne
     
  7. Monsti

    Monsti das Monster

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    Hi Jörg,

    hab Deleyne vorhin eine private Nachricht geschickt, weil ich eben auch von 2 Leuten weiß, die Mtx schon lange nehmen und es gut vertragen. Auf Dich bin ich dabei gar nicht gekommen *schäm*.

    Leider ist es so, dass das, was bei A gut wirkt und auch gut verträglich ist, bei B eine Katastrophe auslöst oder nicht bzw. zu wenig wirkt. Bedauerlicherweise muss man es immer erst ausprobieren. Wohl dem, der das Glück hat, möglichst schnell das passende Medikament zu finden!

    Liebe Grüße von
    Monsti
     
  8. Monsti

    Monsti das Monster

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    Hi Deleyne,

    so ganz stimmt es nicht, dass hier nie über eine primär positive Wirkung von Mtx bis hin zur Remission geschrieben wurde. Kukana z.B. hat sich hier im Forum schon häufiger dazu geäußert - und sie scheint tatsächlich in der Remission zu sein, nimmt kein Cortison mehr und kann das Mtx langsam ausschleichen. Aber wie ich Dir schon per PN geschrieben hab: Mail sie doch einfach mal an oder komm abends in den Chat, da ist sie eigentlich immer anzutreffen.

    Grüßle von Monsti
     
  9. Barbara

    Barbara Guest

    Hallo an alle MTX-Userinnen,

    auch ich habe meine Probleme mit dem MTX. Nach langem Zögern habe ich im März mit 15 mg in Tablettenform begonnen; große Nebenwirkungen hatte ich nicht, aber die Wirkung war auch nicht überzeugend. Seit fast 4 Wochen spritze ich ich jetzt 25 mg i.m.; die Leberwerte sind leicht angestiegen, aber eine positive Wirkung auf die Gelenke merke ich nicht wirklich, ich brauche immer noch Cortison und Voltaren, und meine Hände sind immer noch so gut wie unbrauchbar. Allerdings hat sich mein Allgemeinbefinden doch sehr gebessert, ich habe kein Fieber mehr und fühle mich meistens fitter als vorher.
    Trotzdem bin ich ziemlich enttäuscht, weil der Rheumatologe mir wahre Wunderdinge von MTX versprochen hat.
    Ich weiß jetzt auch nicht, ob ich es noch eine Weile versuchen oder ob ich es aufgeben soll.
    Ich bin also auch leider etwas ratlos.
    Trotzdem viele Grüße und viel Erfolg, Barbara
     
  10. Robert

    Robert R-O-süchtiger Freßbär ...

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    MTX ...

    Hallo Ihr Lieben,

    ich nehme das MTX jetzt seit etwa einem Jahr (20 mg Tabletten) und fühle mich sauwohl damit ... die Schmerzen sind fast weg, die Schübe deutlich schwächer und und und. Nebenwirkungen habe ich bislang kaum beobachtet, ich kann jedenfalls nicht mit Gewissheit sagen, daß die eine oder andere Kleinigkeit am MTX liegt, oder ob der Abend vorher einfach zu lang war ... :D

    Also: aus meiner Erfahrung heraus ist MTX sicherlich einen Versuch wert, mir hat es unheimlich geholfen!

    Alles Liebe und Gute

    Robert
     
  11. night-nurse

    night-nurse Guest

    Erfahrungen mit MTX....

    Hi Monsti, danke für deine Antwort. Ich bin schon erleichtert, dass wenigstens ein weiterer Mensch Probleme mit MTX hatte. Die i.m.-Gabe stand bei mir nicht zur dispositon. Im übrigen glaube ich, das der Arzt nur "im trüben fischt", keiner weiß nichts genaues...
    Seit dem Schub vor 2 Jahren geht es mir gut,nur die Füße machen ständig Schwierigkeiten. Ich werde einfach nach Bedarf weiter NSAR nehmen und abwarten. Unter MTX haben sich die Beschwerden nicht verändert, Voltaren dispers habe ich trotzdem genommen. Ich danke dir, und werde einfach abwarten...
    Liebe Grüsse nch Tirol!