Hallo Dago,
auch ich habe bisher nur gute Erfahrungen mit Enbrel gemacht. Ich spritze es seit August (habe cp), nach dem Mtx nicht genügen Wirkung brachte. Mtx nehme ich zusätzlich. Bei mir war die Wirkung nicht nach 1-2 Spritzen sofort und spektakulär, sondern es ging mit stetig ein bisschen besser. Nach 3-4 Wochen hatten sich Schmerzen, Schwellungen und Funktionsbeeinträchtigungen um ca. 20% verbessert, ebenso das Allgemeinbefinden. Jetzt nach 5 Monaten sind es an den 4 Fronten gegenüber dem Ausgangswert 60-70% Verbesserung, was eine enorme Verbesserung meiner Lebensqualität darstellt. Die Entzündungszeichen im Blut gehen langsamer zurück (das kenne ich auch von früheren Schüben), aber entscheidend sind für mich zunächst die körperlichen Verbesserungen.
Zu den Nebenwirkungen: nach 3-4 Wochen waren nach einer Spritze auf einmal alle früheren Einstichstellen gerötet, aber das legte sich nach 24 Stunden und trat nicht wieder auf. Sonst habe ich keine Rötungen an den Einstichstellen und auch keine erhöhte Infektanfälligkeit, um nur einmal die häufigsten Nebenwirkungen zu nennen. Wenn man sich bei den Biologicals den Beipackzettel und vielleicht auch auf den Homepages der Firmen die für die Ärzte bestimmten Infos anschaut, sind da eine Reihe hässlicher möglicher Nebenwirkungen (z.B. TB und generalisierte Infektionen) aufgeführt. Allerdings sind diese äußerst selten und durch eine engmaschige Kontrolle bei einem erfahrenen Rheumatologen auch weitgehend vermeidbar oder im Frühstadium therapierbar. Als Statistiker finde ich für mich persönlich die Häufigkeit der bekannten, aufgeführten Risiken bei den gefährlicheren Nebenwirkungen vertretbar. Kritisch ist in meinen Augen eher, dass mangels Langzeitstudien noch keine Aussagen über ein möglicherweise erhöhtes Krebsrisiko bei den Biologicals gibt. Aus den bisherigen, großen Safety-Studien, die meines Wissens nach 4 Jahre laufen, zeichnet sich bislang kein mit den Biolgicals verbundenes, erhöhtes Risiko ab. Insgesamt bewerte ich für mich die Risiken der Therapie als vertretbar und begrüße die Behandlungsalternative, die sich mit Enbrel und den anderen Biologicals bietet.
Wenn Dir Dein Arzt schon dazu rät, würde ich die Chance wahrnehmen - andere im Forum mussten lange dafür mit Ärzten und Krankenkassen kämpfen.
Viele Grüße - Gerlinde