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Erfahrung mit ERCP???

Dieses Thema im Forum "Allgemeines und Begleiterkrankungen" wurde erstellt von Melisandra, 6. Januar 2004.

  1. Melisandra

    Melisandra immer auf der Suche...

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    Hallo,

    ich melde mich wieder mit einer Frage an Euch bzw. hätte ich gerne gewußt, ob jemand Erfahrung mit ERCP hat.

    Heute war ich bei einer Internistin. Die hat mit einige Untersuchungen wegen der hohen Leberwerte angeraten. Falls jedoch die weiteren Labors und Ulltraschalluntersuchungen keine Erkenntnis bringen, meinte sie, ich soll eine ERCP (Endoskopisch-retrograde-Cholangio-Pankreatiko-Graphie) durchführen lassen, da evtl. die Gallengänge zu sein könnten und der Abfluß der Gallenflüssigkeit nicht gegeben ist.

    Hat jemand von Euch hier schon Erfahrungen gesammelt? Wie genau läuft die Untersuchung ab? Kann man da evtl über CT oder Kernspin-Tomographie gleiche Ergebnisse erhalten (ohne den Schlauch zu schlucken, weil mir davor graut!!!)?

    Es grüßt

    Melisandra
     
  2. Gagi

    Gagi Neues Mitglied

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    Hallo Melisandra,
    ich hatte im Herbst 2000 eine ERCP-Untersuchung. Damals hatte ich eine Gallenkolik und durch den verstopften Gallengang auch eine Gelbsucht. Zuerst wurde ein Ultraschall gemacht. Dann wurde bei der ERCP der Gallenstein aus dem Gallengang entfernt.
    Total angenehm ist die ERCP nicht. Am Anfang bekommt man noch alles mit. Man liegt auf der Seite und muß den Schlauch schlucken.:p
    Da der Schlauch bis in den Dünndarm muß, ist es nicht sehr angenehm, besonders, wenn das Endoskop vom Magen in den Dünndarm geschoben wird.
    Dann dreht man sich auf den Bauch und bekommt eine Schlafspritze. Da bekommt man dann überhaupt nichts mehr mit. Wenn man wieder aufwacht, ist alles vorbei und Nachwirkung hatte ich auch nicht.
    Ob die Gallengänge verstopft sind, kann man sicher auch durch Ultraschall oder andere Methoden feststellen, aber die Öffnung des Gallenganges und Gallensteinentfernung geht wahrscheinlich nur auf diese Art und Weise.

    Ich wünsch dir alles Gute
    Liebe Grüße aus dem verschneiten Niederösterreich
    Gagi:)
     
  3. trombone

    trombone die Schreibtischtäterin

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    Hallo Melisandra,

    also ich habe auch ständig erhöhte Leberwerte, aber eine ERCP hat man mir nicht angeraten. Würde ich auch ohne Grund nicht machen lassen, da die Gefahr der Komplikation einfach zu groß ist. Wenn das Problem von den Gallengängen kommen sollte, kann man dies auch vorher abklären z.B. durch ein CT oder auch durch eine Sonografie. Mir hat man eine Leberbiopsie angeraten, die aber Aufgrund meiner noch erhöhten Cortisoneinnahme noch nicht durch geführt werden konnte.
    Also, lass die ERCP wirklich nur machen, wenn sich andeutet, dass das Problem von den Gallengängen kommt. Es gibt echt noch andere Untersuchungen, die man machen kann, um erhöhte Leberwerte zu erklären.

    Lieben Gruß Birgit
     
  4. Melisandra

    Melisandra immer auf der Suche...

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    Hallo trombone,

    ich habe meiner Ärztin auch gesagt, dass ich die ERCP erst machen lasse, wenn wirklich sicher ist, dass ein Gallenstau o. ä. vorliegt. Zuerst habe ich einen Termin zum Ultraschall und zu weiteren Blut-Labortests, um evt. Leberentzündungen auszuschließen.

    Ich habe aber nun bereits über Jahre stark erhöhte Gamma-GT-Werte, so dass etwas unternommen werden muss.

    Ich danke Dir und natürlich auch Gagi für die Antwort.

    Gruß

    Melisandra
     
  5. hannilein

    hannilein die Espressosüchtige

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    Hallo Melisandra,

    ist denn nur der GGT-Wert erhöht? Das wäre nämlich nicht so tragisch, der ist häufig nur durch die Medikamente erhöht und macht Gott sei Dank die Leber nicht kaputt und zeigt vor allem auch nicht, wie stark die Leber geschädigt wäre. Viel schlimmer ist eine Erhöhung von GOT und/oder GPT. Eine erhöhte GGT habe ich seit einigen Jahren,aber erst seit meine GPT mal auf über 800 angestiegen ist, wurde man aktiv. Ich will damit sagen, dass eine isolierte Erhöhung von der GGT mit ziemlicher Sicherheit nicht von den Gallenwegen kommen wird. Aber zu diesem Ergebnis wird man sicher auch kommen, wenn man eine Sono und diverse Laboruntersuchungen gemacht hat.

    Ich drück Dir die Daumen, dass Du bald weißt, woran Du bist. Bei mir wurde übrigens eine Fettleberhepatitis festgestellt. Wie hoch sind denn deine Werte??

    Gruß Kathrin
     
  6. Iti

    Iti Mitglied

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    Hallo Melissandra

    Bei mir wurde vor 2 Jahren eine ERCP gemacht weil die GGT und die alkalische Phosphatase um das 4fache und die anderen Leberwerte nur um das 2fache erhöht waren.
    Eine erhöhung der GGT deutet meist auf einen Gallenstau hin. Dauert dieser Stau eine lange Zeit an kann es zu bleibenden Leberschäden kommen und da muss ich Hannilein leider wiedersprechen.
    Es gibt verschiedene Ursachen eines Gallenstaus. Meistens sind es Gallensteine die sich in einem Gang abgelagert haben, die mann dann auf dem Ultraschall sehen kann und bei denen es verschiedene Therapiemöglichkeiten gibt (z.T. auch ERCP). Möglich sind auch Vernarbungen, Polypen u.s.w. also weiche Hindernisse, diese kann man sehr gut mittels ERCP erkennen und auch behandeln. Bei mir hat man Entzündungen in den Wänden der kleinen Gallengänge gefunden, die angeschwollen waren und somit zum Gallenrückstau führten. Die Ursache ist eine Autoimunerkrankung eine Primär biliäre Zirrhose (PBC). Bei der PBC und auch bei der PSC (eine andere Autoimungerkrankung) ist in der Anfangphase ausschließlich die GGT erhöht. Es sind dann aber meist auch Autoantikörper nahweisbar und zwar AMA oder manchmal auch pANCA . Darum mein Rat lass unter anderm einen Bluttest auf diese Autoantikörper machen und natürlich eine Sono.
    Die PBC ist eine Erkrankung die meistens Frauen jungen oder mittleren Alters betrifft und oft mit rheumatischen Erkrankungen asoziiert ist.
    Die ERCP wurde stationär durchgeführt denn sie ist nicht ganz ungefährlich und ich habe sie als unangenehm empfunden. Darum sollte man vorher alle anderen Untersuchungen abgeschlossen haben eventuell auch eine Biopsie.

    Wünsche Dir alles Gute und hoffe, dass Du in guten Händen bist.
    Iti
     
  7. hannilein

    hannilein die Espressosüchtige

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    Hallo Iti,

    es ist nicht ganz so, dass eine Erhöhung der GGT fast immer auf einen Gallenstau hinweist. Meist ist es nämlich der liebe Alkohol oder Medikamente, die daran schuld sind.
    Auch sprach ich von einer isolierten Erhöhung. Bei einem Gallenstau werden auch andere Werte erhöht sein (z.B. die AP). Dass ein Rückstau der Galle auf längere Zeit zu einer Leberschädigung führen kann, steht natürlich nicht in Frage. Allerdings würden in einem solchen Fall auch andere Symptome zu Tage treten (wie z.B. eine Gelbfärbung der Haut).
    Soviel dazu.
    Gruß Kathrin
     
  8. Melisandra

    Melisandra immer auf der Suche...

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    Hallo,

    bei mir verhält es sich so, dass seit einigen Jahren alle Leberwerte erhöht sind. Der GGT sogar auf 482!!! Und das ganze ohne Alkoholkonsum aber auch ohne wirklich hohe Medikamenteneinnahme. Mein Rheumadoc hat mir sogar geraten, so lange wie möglich die Schmerzen auszuhalten, bevor ich zu stärkeren Schmerzmitteln greifen soll.

    Vor etlichen Jahren, als die erhöhten Werte zum ersten Mal auftraten, wurden diese Werte auf meine Allergien und auf die damals durchgeführte Hyposensibilisierung geschoben.

    Um jedoch Gallensteine auszuschließen, schickte mein Hausarzt mich zur Sonografie und der Arzt, der diese Untersuchung seinerzeit durchführte, stellte eine Vergrößerung der Leber fest und behandelte mich, als sei ich ein Alki und wäre selber schuld.

    Leider hat mich das so deprimiert, dass ich keine weiteren Untersuchungen in diese Richtung unternommen habe. Jetzt, wo - auch wieder infolge der Lebensmittelallergie - wahrscheinlich einge Stoffwechselunstimmigkeiten vorliegen, hat mich mein Hausarzt erst an eine Internistin überwiesen. Diese Ärztin nimmt das Problem aber ernst und hat jetzt einige größere Blutuntersuchungen angesetzt. Sie will auf Hepatitis aller Arten (A, B, C und Autoimmun) testen sowie Schilddrüsentests und Sonografien machen. - Nur, wenn bei diesen Untersuchungen nichts Greifbares nachgewiesen wird, hat sie mich auf eine ERCP hingewiesen. Wegen meiner Allergien schiebe ich diese Untersuchung aber noch hinaus, da ich nicht weiß, wie ich auf das Kontrastmittel reagieren werde.

    Ich danke Euch aber allen, dass Ihr mir Eure Erfahrungen hier im Forum und auch als PN mitgeteilt habt. Das hat mir sehr geholfen. Nun muß ich erst einmal abwarten. Die erste Untersuchung findet am 14.01.2004 statt und bis die Diagnosen ausgewertet sind, vergehen sicher noch einige Tage.

    Ich wünsche Euch noch ein schönes WE

    Melisandra
     
  9. trombone

    trombone die Schreibtischtäterin

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    Hallo Melisandra,

    nur noch mal kurz was zum Thema stärkere Schmerzmedikamente: Hannilein hat ja auch solche Probs mit ihrer Leber und darf auch keine Medis nehmen, die über die Leber abgebaut werden. Man hat ihr in dem Fall Novalgin und Transtec-Pflaster verschrieben. Beides wird nicht (oder kaum) über die Leber abgebaut. Vielleicht wäre das ja was für dich, wenn die Schmerzen allzu arg werden.

    Für den 14.01. drücke ich Dir alle verfügbare Daumen.
    Gruß Birgit
     
  10. Melisandra

    Melisandra immer auf der Suche...

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    Hallo,

    melde mich nochmal kurz. Die Untersuchung am Mittwoch (14.01.) hat wieder neue Gesichtspunkte ergeben. Leider liegen bisher noch nicht alle Laborwerte vor, jedoch hat die Sonografie ergeben, dass die Leber zwar eine leichte Fettschicht hat, jedoch nicht so schlimm, wie die Werte vermuten ließen. Die Bauchschlagader sei frei und auch die Gallenwege, soweit auf dem Ultraschallbild zu sehen.

    Jedoch wurde bei einer Ultraschalluntersuchung der Schilddrüse ein Knoten diagnostiziert.

    Jetzt brauche ich möglicherweise nicht zur ERCP, dafür aber zum Szintigramm. Dazu kann ich aber erst etwas sagen, wenn alle Blutuntersuchungen ausgewertet sind.

    Ich wünsche Euch allen noch ein schönes WE - hoffentlich ohne Sturm

    Melisandra
     
  11. Melisandra

    Melisandra immer auf der Suche...

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    Zu früh gefreut...

    Heute (Samstagnachmittag!!!) rief mich meine Internistin an und gab mir die gute Nachricht, dass weder eine Hepatitis noch eine Zirrhose vorliegen, dass aber der Gamma-GT weiterhin bei 314 liege und ich mich doch zu einer ERCP entschließen solle, um alles auszuschließen.

    Sie meint, bei diesem Wert (wenn er auch seit der letzten Untersuchung gefallen ist) müßten die Gallengänge auf Durchgängigkeit überprüft werden, da man das mittels Ultraschall nicht gut sehen kann.

    Da werde ich wohl in den sauren Apfel beißen und das auch noch über mich ergehen lassen. (AUch wenn ich jetzt noch mit Schrecken daran denke).

    Ich wünsche Euch ein schönes WE

    Melisandra