Erelzi - krampfartige Zustände

Dieses Thema im Forum "Biologika und niedermolekulare Wirkstoffe" wurde erstellt von Juditha, 13. August 2021.

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  1. Juditha

    Juditha Neues Mitglied

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    Hallo, in meiner großen Not wende ich mich heute wieder an das Forum, um vielleicht Hilfe oder Ratschläge zu bekommen, die ich mir hier schon oft allein durch Reinlesen geholt habe. Dafür an viele von euch meinen herzlichen Dank.


    Seit zehn Jahren habe ich RA positiv und habe schon einiges an Medikationen hinter mir. Aber – so finde ich – immer noch erträglich und immer die Hoffnung nach der Gabe eines neuen Medikamentes, dass es besser wird. MTX und Cortison so hat es begonnen. Nicht vertragen. Quensyl und Cortison nach 2,5 Jahren stellten sich Nebenwirkungen ein. Leflunomed und Cortison ganz gut vertragen, aber wahrscheinlich nicht gut genug, denn plötzlich sollte ich auf Biologicals umsteigen.


    Jetzt bekomme ich seit Januar 2021 Erelzi (Etanercept) 50 mg, die gute Wirkung trat sofort ein. Hurrah, hurrah. Ich konnte es nicht glauben, schmerzfreie Finger, die immer beweglicher wurden, Füße ohne Beschwerden. Doch - Nach ein paar Wochen stellten sich krampfartige Zustände und Engegefühl im Brustkorb ein, das sich jetzt von Woche zu Woche massiv steigert. Wir mussten unseren Urlaub abbrechen und nach Hause fahren, erste Untersuchung beim Hausarzt erstmal ohne Befund. Das Belastungs-EKG folgt noch. Das Herz wurde letztes Jahr untersucht, ohne Befund. Für die Rhythmusstörungen nehme ich einen Betablocker ein.


    Ich habe mich mit sensomototischer Körpertherapie befasst, bekomme die Yoga-Atemübungen gut hin, wenn auch nicht mehr so gut wie vor Corona und dachte, das schaffe ich da rauszukommen mit regelmässigen Übungen. Am Montag habe ich mir die Spitze gegeben und bis Mittwoch baut sich so langsam diese Brustenge auf, diese Schmerzen, die Panik und habe dann zum ersten Mal im Beipackzettel gelesen, bei Brustenge ist das Medikament sofort abzusetzen und der Arzt zu konsultieren.

    Ich habe hier vorhin im Forum gelesen, dass viele von euch unter diesen Brustengeschmerzen usw. leiden, aber kann es nicht auch sein, dass ich allergisch auf diese Spritze reagiere?


    Eine Überweisung für einen Lungenfacharzt habe ich schon, aber vor einem halben Jahr war die Lunge noch in Ordnung, das wird ja vor der Gabe von Biologicals geprüft. Die Rheumatologin weiß nicht, was das für Symptome sein sollen...


    Die Spritze hilft mir wirklich sehr, aber ich neige dazu, sie nicht mehr zu nehmen.


    Heute ist es etwas besser mit der Brustenge, sie tritt nur noch stündlich auf, bis Montag wird sie abgeklungen sein und dann müßte ich mich erneut spritzen.


    Vielleicht gibt es irgendjemand hier, der mir einen Rat geben kann, oder ähnliches unter Erelzi erlebt hat.
     
  2. Chrissi50

    Chrissi50 Bekanntes Mitglied

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    So wie ich das verstehe soll man laut Beipackzettel das Medikament absetzen, da vermutlich das Medikament die Brustenge auslöst und nicht ein Problem am Herz ursächlich ist. Dieser Hinweis des Herstellers wird einen Grund haben.
    Also da würde ich ansetzen und dies mit dem Rheumatologen abklären, und nicht mit dem Hausarzt.

    Außerdem kann man Brustenge vom Kardiologen abklären lassen, der hat die entsprechenden Geräte und kann auch eine Sono machen, wobei ich denke, wenns im Beipackzettel steht, wird der auch nichts anderes sagen, als der Hersteller anweist.

    Nur mal so ein Denkanstoß, also wie ich es machen würde.
     
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  3. Juditha

    Juditha Neues Mitglied

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    Da stimme ich Dir zu, Chrissi. Nur, Rheumatologin ist in Urlaub, und der Hausarzt hat mich sofort untersucht, denn bei Brustenge will so ein Internist/Kardiologie alles mögliche ausschließen. Darüber war ich erst einmal froh. Der letzte Ultraschall am Herz war vor 1,5 Jahren o.B. Und der Blutdruck war auch soweit okay. Beim Kardiologen bekomme ich bestimmt in ein paar Monaten einen Termin. Genauso wie beim Lungenfacharzt. Also ist der Beipackzettel ausschlaggebend, nach dem ich mich richten sollte.
     
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  4. Chrissi50

    Chrissi50 Bekanntes Mitglied

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    Bei Brustenge habe ich die Anweisung in der Notaufnahme zu erscheinen. Also nicht bei Medikamentennebenwirkung, denn ich nehme kein Erelzi, sondern Brustenge, da Brustenge nicht immer harmlos ist.
    Meine Probleme sind inzwischen operiert, aber trotzdem weiß ich, und das wurde mir versichert, dass bei jeder Art von Herzproblemen und Druck auf der Brust und Unsicherheit bei der Einschätzung des Herzproblems der Weg in die Notaufnahme nicht peinlich sondern angeraten und sinnvoll ist.

    Also wenn kein passender Doc greifbar ist, gibts als Notfall das Krankenhaus.
    Es ist halt so, dass die Pumpe lebensnotwendig ist. Da würde ich bei unklarer Ursache nicht warten, ob sichs gibt.... zumal im Beipackzettel der Ernstfall, der zum Absetzen zwingt, sogar aufgeführt ist.
     
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  5. Juditha

    Juditha Neues Mitglied

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    Okay, wenn es noch einmal so heftig wird, mache ich das. Aber es wird sich beruhigen nach meinem Gefühl. Die Enge geht weg, sie kommt erst wieder, wenn ich erneut spritze, und das werde ich nicht tun. Als ich letzte Woche untersucht wurde, hatte ich keine Symptome mehr. Die kamen erst wieder nach der Spritze.
     
  6. Maggy63

    Maggy63 Kreativmonster

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    Ich hatte solche Symptome (die meinem Hausarzt aber auch ein absolutes Rätsel waren) kurz vorm Infarkt. EKG war trotzdem völlig unauffällig.
    Ich nehme das o.g. Medikament aber nicht. Ich wollte das nur der Ordnung halber erzählt haben, weil dahinter alles mögliche stecken kann und ich nicht ggf Monate auf einen Kardiologentermin warten würde. So wie Chrissi50 schreibt, eher ein Fall für die Notaufnahme.
    Sollte dann tatsächlich 'nur' das Medikament schuld dran sein, wüsste man dann wenigstens bescheid und könnte entsprechend handeln.
    Ich würde da jedenfalls nichts riskieren wollen.

    Für die Herzrhythmusstörungen kann ich dir unterstützend Magnesium wärmstens empfehlen, bei mir ist es erheblich besser geworden, seit ich das regelmäßig nehme.
     
  7. Clödi

    Clödi Bekanntes Mitglied

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    Seit wann nimmst du denn den Betablocker? Schon vor Erelzi oder erst jetzt wegen der Brustenge?

    Wenn auch nur der leiseste Verdacht besteht, dass Erelzi die Ursache für die Beschwerden sein könnte, würde ich NICHT mehr spritzen, sondern nach dem Urlaub sofort Rücksprache mit der Rheumatologin nehmen. Der Urlaub wird ja nicht ewig dauern und das Zeug wirkt auch im Körper noch etwas nach. Dann siehst du auch, ob es besser wird oder vielleicht doch andere Ursachen als Erelzi in Frage kommen.

    Ich habe auch schon mal eine Spritze in der Praxis gesetzt und bin dann zur Beobachtung in der Praxis geblieben, da ich nach einer Spritze mal Kreislaufprobleme hatte und nachts stundenlang sehr unruhig war. In der Praxis passierte dann nichts dergleichen und somit wurde das als NW ausgeschlossen. Das gab mir die Sicherheit dann weiterzuspritzen. Meine Ärztin hat meine Sorgen aber sehr ernstgenommen und fand meine Vorsicht genau richtig.

    Was man auch versuchen kann, ist auf zweimal 25mg pro Woche umzustellen, um weniger Probleme zu haben. Aber das muss alles der behandelnde Arzt entscheiden. Sicherheit geht auf jeden Fall vor und Hausärzte kennen sich oft mit den Biologika nicht so wirklich gut aus, ist meine Erfahrung.

    Wünsche dir eine gute Besserung!
     
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  8. Juditha

    Juditha Neues Mitglied

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    Vielen Dank für eure Beiträge, die mich dazu veranlassten, bei der nächsten Attacke in die Notaufnahme zu gehen. Das war in unserem Urlaub. Nachdem der Hausarzt für den Urlaub das Okay gegeben hatte, war ich zuversichtlich, dass es besser wird. Phasenweise tauchten die Brustenge und Verkrampfungen weiter auf. Nach einer gemütllichen Radtour ungefähr eine halbe Stunde später bekam ich so eine Enge und Krämpfe, die leider für Stunden überhaupt nicht mehr weggegangen sind. Zur Infor: ich hatte Erelzi nicht mehr gespritzt. Im Krankenhaus haben sie mich dabehalten und da es so oft auftritt bei Belastung, ohne Belastung, haben die Kardiologen sich entschlossen, eine Katheteruntersuchung vorzunehmen. Alles gut. Gute Pumpfunktion, gute Durchblutung. Das ist also nicht der Grund für diese Symptome. Ich bin so froh, dass diese Untersuchung gemacht wurde, denn nun weiß ich, dass es nicht am Herz liegen kann. Trotzdem muss ich sekundärprophylaktisch zusätzlich zum Betablocker (23,75 mg), ASS 100 und einen Cholesterinsenker einnehmen. Die Symptome sind noch nicht weg, ich überlege in alle Richtungen, evtl. muss ich zum Orthopäden, aber der Rücken z.B. tut mir nicht weh. Bin etwas ratlos. Die Spritze lasse ich noch weg, 3 mg Prednisolon reichen mir im Moment noch. Und es stimmt: mit dem Biologika kennt sich wirklich fast niemand aus. Liebe Grüße.
     
  9. Juditha

    Juditha Neues Mitglied

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    @Clödi
    ach so, den Betablocker habe ich wegen Herzrhythmusstörungen durch das erste Medikament MTX bekommen. Das ist schon 7 Jahre her und MTX habe ich nicht vertragen. Seitdem nehme ich dieses Metoprolol.
     
  10. Hibiskus14

    Hibiskus14 Bekanntes Mitglied

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    "Für die Herzrhythmusstörungen kann ich dir unterstützend Magnesium wärmstens empfehlen, bei mir ist es erheblich besser geworden, seit ich das regelmäßig nehme."
    Zuviel gelöscht.


    Was nimmst du da, Maggy? Ich sollte wohl zur Rezidivprophylaxe Vorhofflimmern auch mal was nehmen.
     
  11. Maggy63

    Maggy63 Kreativmonster

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    Magnesium Verla. Gibts in der Apotheke, muss man aber selbst zahlen. Was das kostet, weiß ich gar nicht, mein Mann besorgt mir das immer. Im Krankenhaus hab ichs aber so gekriegt.
     
  12. Juditha

    Juditha Neues Mitglied

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    Vielen Dank Hibiskus, Magnesium nehme ich auch. Von Doppelherz Magnesium 500 depot, davon 1/2 Tablette. Aber stimmt, Magnesium Verla habe ich früher auch genommen, gibt es da Unterschiede in der Wirkungsweise? Es ist halt viel teurer. Und welche Dosis? ... Ich habe jetzt für die Brustenge- und Beklemmungen Novaminsulfon Tropfen bekommen. Bei Bedarf einzunehmen. Nachdem ich den Beipackzettel gelesen habe, traue ich mich das auf keinen Fall.
     
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