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Entzündungshemmer - Magenprobleme - wer hat einen Rat ?

Dieses Thema im Forum "Sonstige Medikamente und Schmerztherapie" wurde erstellt von anurju, 15. April 2012.

  1. anurju

    anurju anurju

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    Hallo zusammen,

    ich brauche mal den Rat von anderen Betroffenen: Seit geraumer Zeit habe ich massive Probleme mit der Verträglichkeit von Entzündungshemmern.
    Trotz Höchstdosis Magenschutz schlagen diese mir in kürzester Zeit auf den Verdauungstrakt und zwar mittlerweile so stark, dass ich das nicht mehr tolerieren kann (Magenspiegelung zeigte vor einigen Monaten auch massive Schleimhautprobleme...).

    Merkwürdigerweise habe ich noch vor Jahren problemlos verschiedene dieser Medikamente nehmen können. Nach einer Knie-OP hatte ich über viele Monate immer wieder neue Entzündungshemmer bekommen (leider hat mein Arzt damals keinen Magenschutz verschrieben...) - vielleicht ist die Unverträglichkeit in dieser Zeit entstanden oder sie hängt mit dem Rheuma zusammen (soll insbesondere bei Kollagenosen ja vorkommen...).

    Ich habe eine Mischform aus Rheumatoider Arthritis, Spondylartritis und Kollagenose - also recht komplexe Symptome und Probleme - und trotz MTX und Cortison komme ich derzeit - insbesondere bei Schüben - nicht ohne Entzündungshemmer aus. Demnächst bekomme ich Enbrel.
    Leider bewirkt höherdosiertes Cortison bei mir einen massiven Blutdruckantieg - ist also keine Option.

    Meine Frage: Welche Entzündungshemmer nehmt ihr und vertragt ihr (insbesondere magentechnisch) gut ?

    Bei mir fallen leider die folgenden Medikamente weg:
    • Arcoxia/Celebrex – bei höherer Dosis Kreislaufprobleme (früher gut vertragen)
    • Ibuprofen, Meloxicam – Magenprobleme (früher auch gut vertragen)
    • Voltaren – Durchfall (auch früher supergut wirksam gewesen - grrr...)
    • Indometacin – vertrage ich, hilft bei Sehnenproblemen gut, ansonsten nicht so grandios
    • Naproxen – hat zu wenig gewirkt - da könnte man vielleicht nochmal die Dosis erhöhen -
    • Rantundil – habe ich nur kurz genommen (ist wohl bei Kollagenose nicht so zu empfehlen)
    Gegen die Schmerzen bekomme ich 2x täglich Tilidin - es geht hier also weniger um die schmerzstillende Komponente der Mittel sondern eher um die Entzündungshemmung.

    Danke für jeden Tipp und herzliche Grüße von
    anurju :)
     
    #1 15. April 2012
    Zuletzt bearbeitet: 15. April 2012
  2. Kati

    Kati Bekanntes Mitglied

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    Wenn es nur entzündungshemmend sein soll, probier es doch einfach mal mit Vitamin C in höherer Dosierung.
    D.h. kauf das Pulver (nicht die Tabletten!) und lös es in Wasser auf, was Du den Tag über trinkst. Vitamin C hält nicht lange im Körper, d.h. es ist sinnvoll es über den Tag verteilt zu trinken.
    Vitamin C (ohne Zusatz - denn der Zusatz kann Gift sein) greift die Magenschleimhaut nicht an. Wird sogar manchmal gegen Reizung der Magenschleimhaut gegeben.

    Bei mir wirkt es Wunder... vor allem bei der Vaskultis und spart mir oft eine Erhöhung des Kortisons. Du brauchst aber ein bisschen Geduld!

    Alles Gute!
    Kati
     
  3. Julia123

    Julia123 rheumatic pixie

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    Hallo anurju,
    ich bekomme als Entzündungshemmer Relifex (Nabumeton) und das ist auch gut magenverträglich.

    LG
    Julia123
     
  4. anurju

    anurju anurju

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    Hallo und DANKE für die Tipps,

    - Nabumenton steht schon auf meiner List, die ich am Mi zum Arzt mitnehme - Danke für den Tipp - das wäre super, wenn das hilft...

    - Vitamin C habe ich schon als Infusionen bekommen, leider aber auch mit Magenbeschwerden reagiert. Aber das war auch sehr hoch dosiert und vielleicht war da ein Nebenstoff dabei, den ich nicht vertrug. Zudem habe ich in der Zeit so viele andere Medikamente bekommen, dass ich nicht weiß, woher die Magenprobleme kamen. Ich versuche es auf deinen Rat hin einfach nochmal zeitlich versetzt und "als Drink" zu nehmen - das müsst klappen - prima - DANKE für den Hinweis!

    Ich bin gespannt auf noch mehr Tipps - bin nämlich schon aktuell etwas in der Sackgasse...

    Liebe Grüße von anurju :)
     
  5. Sassi

    Sassi Neues Mitglied

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    Hallo anurju!

    Ich kann dir keinen Rat geben, welches Schmerzmittel magenverträglicher wäre, aber vielleicht was du tun kannst, um den gereizten Magen wieder zu beruhigen.
    Es wäre gut, vor allem solche Nahrungsmittel nicht zu essen, die starke Säurebildner sind. Vor allem Weißmehlprodukte, Zucker in jeder Form, Fleischwaren, aber auch Rohkost können den Magen sehr belasten. Kaffee ist auch gar nicht gut für den Magen. Wenn du nicht darauf verzichten möchtest, könntest du nach einer milden Sorte suchen.
    Zudem kann es helfen, zu jeder Mahlzeit warm zu essen. Am Morgen einen Frühstücksbrei aus Dinkel-, Hafer-, oder Hirseflocken kochen. Zum Beispiel mit Banane, Äpfeln und /oder einige Rosinen mitkochen. Abschmecken mit Zimt, Anis und Kardamom und zum Schluss ein Schuss Sahne und mit Honig, Agavendicksaft oder Ahornsirup süßen.
    Mittags ißt man ja sowieso meistens warm und abends könnte man sich Gemüse kochen und mit Käse überbacken z.B. Es ist auch wichtig sich Zeit zum Essen zu nehmen und langsam zu essen und lange zu kauen.
    Ach ja - und natürlich ausschließlich warme Getränke. Tee, leichte Suppen, warmes Wasser...
    Am besten nach 19 Uhr nichts mehr essen, damit der Körper zur Nachtruhe schon die Verdauungstätigkeit verrichtet hat und ein erholsamer Schlaf möglich ist.
    Diese Ernährungsratschläge stammen aus der Theorie der TCM und helfen meiner Verdauung sehr gut.
    Die Einnahme von Heilerde kann auch hilfreich sein, sofern keine Kontraindikation vorliegt.
    Übrigens hat der Arzt, der damals meine Magenspiegelung machte dazu geraten, den Magenschoner zum Abend zu nehmen, weil die Magensäure vor allem im Liegen in die Speiseröhre laufen kann. Über den Tag sei es auch nicht so sinnvoll die Magensäureproduktion zu reduzieren, weil dann was fehlen könnte, um das Essen gut verdauen zu können. Und mir hat auch nur ein Medikament wirklich geholfen, nämlich Nexium mups 40mg/Tag. Alles andere mit Omeprazol usw. hat kaum bis gar nicht geholfen.
    Vitamin C ist übrigens super, aber nur, wenn es nicht synthetisch hergestellt wurde, sondern aus natürlichen Produkten wie z.B. aus Pflanzenpulver, Fruchtextrakt oder Fruchtsaftkonzentrat besteht und wenig Zusatzstoffe beigefügt wurden.

    Ganz liebe Grüße und gute Besserung [​IMG]
    Sassi
     
  6. oleco90

    oleco90 Mitglied

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    Vielleicht probierst du einfach mal Suppositiorien aus, die umgehen den Magen und somit ein Problem weniger! Ansonsten nehme ich Piroxicam als Supp. und es hilft mir prima, dauert aber ca 5 Tage bis der Wirkspiegel konstant ist. Die Halbwertszeit beträgt ca. 50-80h :cool:
     
  7. Frau Meier

    Frau Meier Guest

    @anurju

    Ich würde ohne Rücksprache mit meinem Arzt überhaupt keine Experimente machen.

    Ein normal und ausgewogen ernährter Mensch benötigt kein Vitamin C-Präparat zusätzlich, da seine Ernährung mehr als seinen Tagesbedarf enthält; ein Nutzen der Nahrungsergänzung damit ist fragwürdig.

    Mit Magenproblemen würde ich erst recht seeehr vorsichtig damit umgehen.
    Bei Prädisponierten kann es unter hochdosierter Vitamin-C-Gabe sowohl zu Nierensteinen als auch zu Blasenentzündungen (manchmal sogar blutig!) kommen.

    Du machst aber sicher nichts falsch, wenn du Vitamin C in "natürlicher" Form - z. B. den Genuss von mehr Obst und Gemüse (das passt dann auch zu einer rheumagerechteren Ernährung, die die Beschwerden nachhaltiger beeinflusst....) - zu dir nimmst.

    Hierzu ein Buchtipp: Olaf Adam "Diät und Rat bei Rheuma und Osteoporose" (16.90)

    Beste Grüße und alles Gute,

    Frau Meier
     
  8. Sassi

    Sassi Neues Mitglied

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    Hallo anurju!

    Als Rheumatiker hat man einen erhöhten Vitamin C Bedarf, weil die chronischen Entzündungen in hohem Maße freie Radikale freisetzen, die vom Vitamin C abgefangen werden können.
    Es gibt dazu jede Menge Artikel zu finden, wie diesen hier zum Beispiel.
    Wenn du erwägst Vitamin C zusätzlich zu nehmen, solltest du am besten deinen Arzt (sofern er davon Ahnung hat) oder in einer Apotheke, einen Heilpraktiker o.ä. wegen der Dosierung fragen, und ob das deinem Magen bekommen würde.

    @Frau Meier
    Welche rheumatische Erkrankung hast du eigentlich?

    Liebe Grüße
    Sassi
     
  9. anurju

    anurju anurju

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    Hallo zusammen,

    @ all: vielen Dank - Ihr seid super !!!

    @ Sassi - du hast dir so viel Mühe gemacht und so viele prima Tipps gegeben - DANKE !!!!
    Ich ernähre mich nach den Regeln von Metabolic balance - da gibt es starke Parallelen zu deinen Vorschlägen ... (ich bin aktuell aber nicht mehr so konsequent wie noch vor einem Jahr). Deine Anregungen geben mir nochmal einen Anstoß und ich probiere das gerne aus !
    Insbesondere die warmen Mahlzeiten und die Vermeidung von Rohkost sind aktuell sicher wichtig.... Bei Metabolic balance vermeidet man Süßes und Weißmehl - das fällt mir nicht mehr schwer - Kaffee vertrage ich schon lange nicht mehr - kann ich also auch bestens drauf verzichten.

    Ich nehme auch Nexium mups - aber "gestückelt" morgens und abends - ich darf bis zu 80mg täglich nehmen - da diese Mittel ja nicht so gut für die Knochen sind, versuche meist mit 40mg/Tag auszukommen und ergänze aktuell dann eben im Notfall Maaloxan sowie Iberogast.

    Der Hinweis deines Arztes klingt plausibel, zumal Lodotra (Cortison) ja nachts ausgeschüttet wird und die Schleimhäute ja auch belastet.
    Mein Arzt hatte mir bei der Verteilung über den Tag freie Hand gelassen - der Abend ist sicher wichtiger - DANKE für den Hinweis !
    Er hält übrigens auch viel von Iberogast, weil dies wohl die Bewegungen des Magens fördert. Nur möchte ich das nicht sooo oft nehmen (ist ja auch ganz schön teuer). Heute hat mir die Apothekerin stattdessen Kalmus-Wuzel empfohlen - den Tipp fand ich auch in einem Naturheil-Buch von Maria Threben. Vom Gefühl her hat dieser Aufguss gut getan - Magentee bekommt mir auch immer ganz gut, aber manchmal eskaliert das trotzdem (dann sogar bis zu Speiseröhrenentzündung, Heiserkeit, Reizhusten, weil Magensäure in die Atemwege kommt...).

    Ich glaube, mein Körper signalisiert mir einfach, dass die Mischung aus Cortison, MTX und Entzündungshemmern insgesamt zu viel ist - dazu dann noch der Streß, den immer wieder aufflammende Schmerzen verursachen - und die Entzündungsprozesse, die ja auch den Körper belasten.
    Dennoch habe ich durch die ganzen Medikamente wieder eine Lebensqualität gewonnen, die ich mir nicht mehr hätte vorstellen können (ich konnte in der schlimmsten Zeit noch nicht mal sitzen, mich im Bett drehen...).
    Eigentlich soll ich (weil die Kontrolluntersuchung nicht gut war) in der nächsten Woche Enbrel bekommen - aber manchmal muss ich mich an deinen Blog erinnern - liebe Sassi - und zweifele, ob die Schwächung des Immunsystems langfristig der richtige Weg ist.
    Nur habe ich das Gefühl, dass ich zunächst nochmal medikamentöse Hilfe brauche, um überhaupt die Kraft zu bekommen, "alternative" Wege zu gehen. Zumal ich gerade in der Wiedereingliederung stecke und einfach im Job jetzt nicht ausfallen darf...

    @ oleco 90: Piroxicam werde ich meinem Schmerzdoc auch mal vorschlagen - gehört wohl aber in die Wirkstoffgruppe von Meloxicam und das soll ich eigentlich nicht mehr nehmen (weil es die letzte Magen-Eskalation ausgelöst hat). Zäpfchen habe ich auch schon einmal bekommen - das ist wirklich ein bißchen besser...

    Ich danke euch so sehr für all eure Tipps - herzliche Grüße von
    anurju
     
    #9 16. April 2012
    Zuletzt bearbeitet: 16. April 2012
  10. anurju

    anurju anurju

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    Hallo Frau Meier,

    DANKE für den Buchtipp - schaue ich mir mal bei Amazon an - habe schon 2 Bücher zum Thema, die ich aber nicht so praxistauglich finde...
    Toll finde ich übrigens die Zusammenstellung aus der Klinik in Sendenhorst - damit kann ich wirklich etwas anfangen:
    http://www.st-josef-stift.de/pdf/diaetratgeber.pdf

    Bei den Infusionen hatte mein Arzt auch erwähnt, ich müsse sehr viel trinken, da es das Risiko von Nierensteinen gäbe. Wie immer kommt es ja auf die Dosis an - ich denke, eine "etwas bewusstere" Zufuhr über die Nahrung ist eine gute Idee - werde darauf nochmal verstärkt achten.

    Eigenständig mache ich da natürlich garkeine Experimente - ich hatte ja geschrieben, dass ich alles mit meinem Arzt (Hausarzt und gleichzeitig Schmerzmediziner) besprechen möchte. Er ist zum Glück ein wunderbarer Arzt, der auch gerne Ideen von Betroffenen aufgreift und mich wirklich "mit auf dem Weg nimmt".
    Zusätzlich zu dieser fachkompetenten Betreuung habe ich aber hier im Forum schon so oft wertvolle Tipps bekommen (die meine Ärzte übrigens auch z.T. an andere Patienten weitergegeben haben...).
    Daher habe ich hier auch gefragt, denn die Betroffenen haben ja manchmal doch noch einen anderen Zugang zu Problemen als die Fachleute.
    Das ist ja einfach der unglaubliche Vorteil dieses Forums - ich erlebe es wie einen "Ideen- und Erfahrungspool" - und dabei lernt man auch noch nette Menschen kennen und kann sich über viele Dinge austauschen.

    In diesem Sinne: DANKE für die Anregungen und beste Grüße von
    anurju
     
    #10 16. April 2012
    Zuletzt bearbeitet: 16. April 2012
  11. took1211

    took1211 Guest

    Hallo anurju,
    ich kann Sassi's Ernährungstipps nur bestätigen.
    Nach meiner Magenspiegelung,meine Magenschleimhaut ist nach 25 Jahren
    Rheumamitteln noch o. k.,gab mir meine Internistin einen Rat.
    Kräutertee aus Fenchel-Anis-Kümmel würde den Schleimhäuten
    sehr gut bekommen.Was für Säuglinge gut ist wäre auch für Ältere und Kranke
    empfehlenswert.:):top:
    Ich würde auch mit meinem intern.Rheumatologen ein ausführliches Gespräch
    darüber führen,wie ich trotz meiner Medis den Magen am besten schonen kann.
    Drücke dir die Daumen.Liebe Grüße.took
     
  12. Sassi

    Sassi Neues Mitglied

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    Liebe anurju!

    Bitte setze dich nicht so unter Druck und vertraue deinem Gefühl.
    Wenn du erstmal mit Enbrel beginnst, heißt das ja noch nicht, dass du es immer brauchen wirst.
    Es ist sehr wichtig, dass du dich besser fühlst und du wieder zu mehr Kräften kommst.
    Lebensqualität durch Freude und weniger/keine Schmerzen ist so wichtig!
    Dabei kann dir Enbrel durch Herabsetzung der Entzündungsaktivität helfen und auch eine basenorientierte Schonkost.
    Wenn du dich damit irgendwann besser und hoffentlich auch stabil fühlst, kannst du herausfinden und mit deinen Ärzten besprechen, wo du Medikamente reduzieren könntest.
    Befreie dich von der Idee, dass es jetzt schon ohne Medis klappen sollte. Du musst dir und deinem Körper Zeit geben. Gehe den Weg, der dir am besten erscheint und der für dich machbar ist und dann kann hoffentlich eines Tages auch die Zeit ohne Medikamente kommen.
    Das Wichtigste ist immer, dass es dir gut gehen soll! Wenn das nur über Medikamente gehen sollte, darf das auch so sein. Du kannst aber immer was für dich tun (psychisch, physisch, Ernährung, Spaß haben...) und wirst sehen, wohin dein Weg dich führt. :)
    Wegen deines Magens ist mir noch eingefallen, dass man den Oberkörper beim Schlafen etwas erhöht lagern sollte. Das hilft auch nochmal, dass Magensäure nicht so leicht zurücklaufen kann.
    Vielleicht kannst du es ja so einrichten, dass du erstmal für einige Wochen vor allem morgens den warmen Brei ißt, was dem Magen soweit helfen könnte, dass du Nexium nur noch abends brauchst.
    Die morgendliche Einnahme von Nexium kann nämlich dazu führen, dass zu wenig Magensäure da ist, um aus der Nahrung Mineralstoffe und Vitamine herauszufiltern. Die Folge sind Verdauungsprobleme und Schlappheit durch Mineralstoff- und Vitaminmangel.
    Gefällt dir eigentlich die Wiedereingliederung im Job? Ich hoffe, dass du eher positiven Stress dadurch hast und die Arbeit dir gefällt.
    Falls sie eher negativen Stress für dich bedeutet, solltest du schauen, womit du den Stress kompensieren kannst bzw. verringern kannst.
    Nicht umsonst heißt es:
    "Mir ist was auf den Magen geschlagen." oder "Da läuft mir die Galle über."
    Der Magen ist wie unser zweites Gehirn, dass oft viel schneller mitbekommt, wenn uns etwas eigentlich gar nicht passt.

    Liebe Grüße
    Sassi
     
  13. anurju

    anurju anurju

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    Liebe Sassi,

    vielen, vielen DANK für die wunderbare Hilfe - tut mir unheimlich gut, deine Beiträge zu lesen !!!

    Nein - der Job macht mir keinen Streß - ich liebe ihn über alles - es ist zwar schon ein gewisser Druck vorhanden, weil ich eigentlich noch nicht fit genug für die Wiedereingliederung bin - aber ich denke, das wird gehen. Ich habe das Glück, meinen Traumberuf auszuüben, der mir unheimlich viel positive Energie bringt.

    Der heftige Rückschlag kam durch unseren zweiwöchigen Urlaub im Hochgebirge. Der hat mir überhaupt nicht gut getan - unglaubliche Ödeme in den Händen, Knöcheln - Schmerzen ohne Ende - Kreislaufprobleme, Atemnot (weil mein Blutdruck in die Höhe schnellte). Kälte und Höhenklima (1800m) waren wohl Gift für mich bzw. meine Gefäße/Gelenke.
    Um das irgendwie zu überstehen und nicht dort ins Krankenhaus zu müssen, habe ich die Höchstdosis der Entzündungshemmer genommen und das ging dann magentechnisch völlig nach hinten los. Ich vertrage die derzeit einfach nicht...
    Und dann hat man im Urlaub halt auch nicht die "normalen" Bedingungen (fremdes Bett, "überforderte" Ärzte,...) und zudem waren die Wege im Schnee dann für die entzündeten Knie zusätzlich Gift. Also: einmal an die extremen Grenzen geraten...

    Nun wird es wohl ein bißchen dauern, bis sich alles wieder beruhigt hat. Die Hände sind zum Glück schon wieder abgeschwollen - ich kann wieder die Uhr zu bekommen und man erkennt wieder die normale Fingerform...
    Anscheinend reicht MTX und Cortison als Basis noch nicht wirklich aus, um solche Extremphasen abzufedern und vermutlich werde ich daher Enbrel ausprobieren. Wenn das mich stabiler werden lässt, sind die anderen Methoden dran...

    Ich danke dir sooo sehr für diese unheimlich wertvolle Rückmeldung - natürlich allen anderen auch !

    Liebe Grüße von anurju :)
     
  14. Gertrud

    Gertrud Aktives Mitglied

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    Hallo!

    Ich stolpere in diesen Zusammenhängen immer über das Wort "Entzündungshemmer" .... und bezweifele arg, dass das bei "Entzündungen" im rheumatischen Bereich überhaupt helfen kann!? Keine Ahnung, was Ibuprofen und Diclofenac so an Entzündungen "hemmt", aber mir hat das diesbezüglich nie was gebracht. Sie waren Schmerzmittel wie viele andere auch - nur aggressiver für den Magen als andere - (und mir haben sie auch nicht viel gebracht).

    Es gibt doch Schmerzmedikamente, die den Magen nicht so angreifen - wie Tramadol, Tilidin - für die rheumatischen Entzündungen sind eh Cortison und Basismedikamente zuständig ....
     
  15. took1211

    took1211 Guest

    Liebe anurju,

    ich habe mir alle Beiträge nochmal durchgelesen.
    Jeder User meint es gut und gibt gern seine Erfahrungen weiter.Man kann dann
    vieles ausprobieren,aber bei der Empfehlung von Medikamenten würde ich sehr
    vorsichtig sein.Denn sie wirken bei jedem Rheumatiker anders.
    Ernährungstipps,sei es aus der chinesischen Küche oder z.B. Tipps aus Sendenhorst,
    sind immer eine Überlegung wert.Besonders dann,wenn man mit Magen,Darm und Speiseröhre einige Probleme hat.
    Du hast erwähnt,dass du durch euren Urlaub,der sicherlich sehr schön war,
    an deine Grenzen gestoßen bist und deine gesundheitliche Situation sich enorm
    verschlechtert hat.Das will ich dir wohl glauben.
    Anderes Klima,unterschiedliche Höhenlagen,Spaziergänge auf und in den Bergen,durch den Schnee stapfen.Das kostet ungemein viel Kraft und wirkt sich oft negativ
    nachhaltig auf den gesamten Organismus aus.
    Ich glaube,dass Rheumatiker,mich voll eingeschlossen,sich öfter mit dem übernehmen,
    was sie noch glauben zu schaffen.Es ist auch nicht so einfach,das richtige Maß
    zu finden.Aber wenn man so ausgepowert ist,dann braucht der Körper extrem
    lange sich zu erholen.Das nimmt mit zunehmendem Alter und Schwere der
    Erkrankung zu.
    Ich denke,in deinem Fall wäre die Kombination der Fachärzte für Inneres,
    Rheuma und Ernährung ideal.
    Nenne ihnen deine Beschwerden,lege die Medikamentenliste und die Auflistung
    deiner Nahrungsaufnahme(was,wann,wie viel gegessen und getrunken) vor.
    Gegenwärtig würde ich an deiner Stelle hauptsächlich auf Erholung und
    Entspannung achten,damit der Körper etwas zur Ruhe kommt.
    Ich drücke dir die Daumen und wünsche dir gute Besserung.
    lgtook
     
  16. anurju

    anurju anurju

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    Hallo zusammen,

    @ Gertrud - da hast du natürlich Recht - wie ich im Anfangsthread schrieb, bekomme ich ja Tilidin, Cortison und MTX - in einem Schub helfen mir Entzündungshemmer (NSAR) aber schon zusätzlich - nur vertrage ich die magentechnisch leider nicht mehr so gut - daher ja die Frage hier...

    @ Took - da hast du Recht - der Urlaub war toll, aber definitiv allein durch die Kälte nicht so gut für mich... Das mit den Grenzen erleben ist halt manchmal schmerzhaft aber auch heilsam. Nochmal riskiere ich so eine Verschlimmerung in nächster Zeit wohl nicht. Wie du das beschreibst stimmt es absolut - man merkt halt leider oft zu spät, ob etwas gut tut oder zu viel wird...
    Ich regeneriere mich schon langsam wieder - nur wenn es halt so "brisant" ist, würde ich mir gerne helfen können und das ging bislang zwar durch Cortison (nicht mehr so gut, weil mein Kreislauf reagiert) oder mit NSAR (da muckt ja der Magen).
    Ich bin in rheumatologischer, internistischer und schmerztherapeutischer Behandlung - die Ärzte sind prima, haben ja auch gemeinsam das Enbrel als neuen Versuch entschieden. Trotzdem ist man im Schub (der ja in dem Fall 800km weit weg passierte) halt doch allein und ich würde dann gerne ein Notfallmittel haben.
    Morgen werde ich natürlich meinen Schmerzmediziner fragen - aber da er manchmal auch schon recht ratlos wirkt (ist blöd mit so vielen Unverträglichkeiten...) wollte ich hier einfach nach Erfahrungen fragen...

    Und ihr ward alle ja supernett und habt mir wertvolle Tipps gegeben - DANKE !!!!

    Liebe Grüße von anurju :)