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Einstieg in den öffentlichen Dienst mit GdB - wer hat Erfahrung?

Dieses Thema im Forum "Arbeit und Allgemeines" wurde erstellt von Primrose, 16. Mai 2012.

  1. Primrose

    Primrose Kleiner Wollmops

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    Hallo :)

    Ja...meine Frage stellt sich eigentlich schon in dem Titel. Ich bin momentan in noch keiner Ausbildung, hole meine mittlere Reife erst nach, per Fernschule, was ganz gut klappt. Da das Rheuma nun meine ganze Planung durcheinander gewürfelt hat, habe ich nachgedacht, welchem Beruf ich am ehesten nachgehen würde und auch könnte. Letztendlich kam ich zum öffentlichen Dienst, da auch ich zu denen gehöre, die einen sicheren Job wollen, sofern die Gesundheit nicht in Ordnung ist. Und es da ja eigentlich auch heißt, man hätte mit einem GdB mehr Chancen auf einen Job. Meine Frage ist, ob jemand in dem Punkt Erfahrungen sammeln konnte. Behandeln sie dort einen wirklich "bevorzugt"? oder ist das wie in der freien Marktwirtschaft, dass man ewig auf einen Job hofft?
    Mich plagen derzeit schon kleinere Zukunftsängste, da ich in meinen jungen Jahren gerne noch etwas aus mir machen möchte...nur leider wäre mein Wunschberuf, Tierpflegerin oder Erzieherin mit meinen derzeitigen Beschwerden nichts mehr für mich :(

    lg Saskia
     
  2. took1211

    took1211 Guest

    Hallo Primrose,
    ich denke,dass du bei der Wahl deiner Berufsmöglichkeit im ÖD überlegen
    solltest,ob du den Beruf auch noch in späteren Jahren,wenn das Rheuma
    sich stark verschlimmert hat,ausüben kannst.
    Einen GdB wird man bei der Bewerbung sicherlich nicht erfragen.
    Ich wurde nicht verbeamtet,weil ich mit meinem Rheuma die Gesundheitsprüfung
    (Blutuntersuchung) nicht bestanden hätte.
    Du bist noch jung,berücksichtige bitte deshalb die späteren Arbeitsjahre.
    Dorthin musst du erst mal kommen,da verdient man mehr im Vergleich zum
    Anfang.
    lgtook
     
  3. kroeti

    kroeti Mitglied

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    Hallo,

    ich kenne einige Leute, die beim Staat nicht genommen wurden wegen den Gesundheitsprüfungen.
    Ich selbst hatte vor 15 Jahren Probleme,als ich das Bundesland ( ich war schon 10 Jahre verbeamtet) aus privaten Gründen wechseln wollte . Es fand eine erneute Gesundheitsprüfung statt. Das Gesundheitsamt wußte, dass ich schon mal zur Kur war und schrieb das dann auch in das Gutachten. Es war eine elende Zitterpartie und ich musste letztendlich ein Gutachten bringen. Von den Diagnosen, die 4 Jahre später zu einem GdB führten hatte ich nur eine oder zwei- die waren dem Gesundheitsamt nicht bekannt und meine Hauptkrankheit ( Fibromyalgie) hatte ich zwar schon 25 Jahre, aber sie hatte noch keinen Namen und es gab keine Diagnose- ich denke, sonst hätte mich das neue Bundesland nicht aufgenommen.
    Ich vermute, dass man den GdB verschweigen könnte, aber um eine oder mehrere Gesundheitsprüfungen kommt man nicht herum, zumindest, wenn man verbeamtet werden will.
    Gruß Kröti
     
  4. Primrose

    Primrose Kleiner Wollmops

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    Um mich genauer über alles zu informieren, hatte ich mir auch Dieses Buch hier gekauft, da dort alles recht allgemein und gut erklärt wird. Dort wird erwähnt, dass man einen GdB nicht verschweigen sollte, weil es eben unter Umständen Vorteile bringt. Zitat:

    Ich bin gerade dran, eine Erhöhung, sprich 50%(oder mindestens 40%) zu bekommen. Auch wird erwähnt, dass, wenn man eben eine Behinderung hat, bei dem Arzt vorlegen muss, dass man mindestens 5 Jahre arbeitsfähig sein wird. Meine Wahl wäre dann der mittlere, nichttechnische Dienst, was mit meinen Beschwerden auf jeden Fall machbar ist.
    Im Gegenteil, würde ich jetzt Erzieherin wählen, wüsste ich genau, dass sich in diesem Berufsfeld meine Beschwerden noch verschlimmern würden. Genauso Tierpflegerin, da man dort den ganzen Tag auf den Beinen ist, obwohl ich Tiere über alles liebe. Und bei mir ist eher die Angst da, dass wenn ich mich irgendwo bewerben würde, in einem normalen Betrieb, dass sie mich dort sowieso sofort ablehnen würden. Da ist mir eine Arbeit beim Staat wesentlich lieber. So wie ich meine Beschwerden momentan kenne, bin ich durchaus dazu fähig, mehr wie 5 Jahre zu arbeiten.
    Einen Termin beim Arbeitsamt werde ich mir aber auch noch machen, bei einer Berufsberaterin, die mir sehr sympathisch ist und der ich da auch vertraue, was sie mir rät. Obwohl ich sonst auch kein sonderlich großer Freund vom Arbeitsamt bin.
     
  5. kroeti

    kroeti Mitglied

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    Hallo Primerose,

    entschuldige bitte meine Offenheit, aber ich denke, es ist besser, du hörst das alles jetzt und kannst auch über andere Wege nachdenken:

    Nun, ich denke der öffentliche Dienst wird sich nicht nach dem richten, was in einem Weltbildbuch steht ( ich weiß, dass solche Bücher oft viel schreiben, Papier ist geduldig, die Wahrheit oft ganz anders) ......sie haben ihre Gesetze und daran halten sie sich.
    Zum einen müssen sie einen gewissen Anteil an Behinderten haben- der ist aber vermutlich meist schon im"Bestand" und wird nicht zwingend durch Neueinstellungen erfüllt.
    Für die Einstellung in den nichttechnischen Dienst ist immer eine Aufnahmeprüfung nötig, dabei ist dein GdB erst mal uninteressant. Nur wenn die bestanden ist, kann man sich überhaupt für die verschiedenen Behörden bewerben. Du solltest dich über diese Prüfungen informieren, bevor du weiter überlegst. Oft gehen die auch nach Alter anschließend vor und ich denke, du bist zumindest etwas älter als die durchschnittlichen Absolventen der mittleren Reife.
    Zweitens die besagten Gesundheitsprüfungen bei der Einstellung vor einer Beamtung- für alle, egal wie gesund oder krank....da fallen auch schon welche durchs Rater, die vorher völlig gesund zu glauben schienen. Und wie willst du beweisen, dass du nicht genauso geeignet warst wie jemand ohne Krankheit?

    Der Passus "dass schwerbehinderte Menschen bei gleicher Eignung und Qualifikation gegenüber nicht behinderten Menschen zu bevorzugen sind" wird meistens erst wichtig bei Bewerbungen um eine Funktionsstelle, da haben bei gleicher Eignung ( eine nicht sehr objektive Feststellung) Behinderte dann Vorrang.
    Wenn ich richtig gelesen habe, dann bist du auch noch nicht schwerbehindert im eigentlichen Sinn, das beginnt erst mit GdB 50 - mein "Weg von 30 nach 50 GdB" dauerte 7,5 Jahre ( insgesamt 3x Widerspruch , Verschlechterungsantrag und Klage) und ich befürchte bei jungen Menschen kann das mitunter noch viel mühsamer d.h. länger sein.

    Ich will dir nicht deinen Mut nehmen, aber ich denke, du solltest über alle Altenativen nachdenken und dich nicht nur auf den öffentlichen Dienst "verlassen"

    Gruß Kröti
     
  6. took1211

    took1211 Guest

    @ kroeti,ich danke dir für deine Ausführungen,die ich nur bekräftigen kann
    und muss.

    @ Primerose,ich bin ein wenig über deine Beiträge verwundert.
    Ich habe noch nicht gelesen,an welcher Erkrankung du leidest und welchen
    GdB du bereits hast.
    Sicherlich wird jeder Mensch bestrebt sein,einen Beruf zu ergreifen,den er
    auch mit seiner Schwerbehinderung /Krankheit viele Jahre ausüben möchte.
    Keine Frage.Das wünsche ich jedem.
    Aber so gezielt mit dieser Einstellung daran zu gehen,verursacht bei mir
    ein ungutes Bauchgefühl.
    Es gibt auch in anderen Bereichen der Arbeitswelt Möglichkeiten zur
    Berufsausübung.Nicht alle Bürger mit gesundheitlichen Problemen arbeiten
    im öffentlichen Dienst.
    lgtook
     
  7. Primrose

    Primrose Kleiner Wollmops

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    Ein allgemeines "Weltbildbuch" ist dies ja nicht, das kriegt man auch bei Amazon und co ;) ich hatte mir das nur bestellt, um mich noch mehr zu informieren. So kriege ich eigentlich von allen Seiten Unterstützung, Familie, Freunde und auch meine Krankengymnastin bestätigen alle, dass dies ein guter Weg wäre. Das man durch eine Aufnahmeprüfung durch muss, ist mir nicht fremd, auch das wird alles genau erklärt.
    Ich habe Morbus Bechterew + Oligoarthritis, wohingegen letzteres ausgeprägter ist, da ich mit meinem Rücken eher mit der Skoliose Probleme habe. Momentan 30% Behinderung, jedoch wie bereits erwähnt, Erhöhung beantragt, die zwar abgelehnt wurde, aber auch gegen das Widerspruch eingelegt wird (näheres zu diesem Thema nachzulesen in meinem dazu gehörigen Thread).
    Und ja, ich bin älter, als andere Schulabgänger mit mittlerer Reife weil ich es auf Grund meiner damaligen psychischen Probleme einfach nicht geschafft habe, es so durchzuziehen, das war keineswegs eine Entscheidung weil ich "keinen Bock" auf Schule hatte.
    Ich habe auch Alternativen, so würde ich zum Beispiel auch Logopädin oder Ergotherapeutin lernen weil ich in diesen Bereichen später auch tiergestützte Therapie anbieten könnte und dieser Bereich fasziniert mich sehr und ich so auch einen Job mit Tieren kombinieren könnte, ohne dass es Tierpflegerin ist.
    Erstere Wahl wäre aber nun mal erst öffentlicher Dienst. Wie gesagt werde ich mir auch noch einen Termin bei einer Berufsberaterin auf dem Arbeitsamt machen und mit dieser alles besprechen, ich war schon mal bei der netten Dame, damals unterstützte sie mich noch in dem Vorhaben, Erzieherin zu werden, was durch das Rheuma aber garantiert nicht mehr machbar ist, da ich meinen Rücken und meine Knie nicht allzu sehr "kaputt" machen möchte.
    Ich kann verstehen, dass auch in diesem Bereich keine "heile" Welt herrscht und es auch ein Auswahlverfahren gibt, durch das man durch muss. Nur gehe ich mit der Meinung an Dinge heran, dass man in seinem Leben wenigstens mehrere Wege ausprobieren sollte. Ich würde auch "normal" angestellt auf einem Rathaus oder Amt arbeiten, so ist das nicht. Meine KG kennt auch jemand, der im Rollstuhl sitzt und auf einem Rathaus arbeitet.
    Aber danke für eure offenen Meinungen, das ist ja genau das, was ich auch haben wollte, weil ich niemanden kenne, der im öffentlichen Dienst arbeitet und mir da weiterhelfen könnte und ich alleine an solchen Dingen gerne mal verzweifle.
     
  8. kroeti

    kroeti Mitglied

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    Hallo Primerose,

    noch einen kleinen Rat: man sollte immer einen Beruf ergreifen, von man man sich auch vorstellen kann, das man ihn 40 Jahre ausüben kann - d.h. der einem Spass macht und einen "erfüllt und ausfüllt"- wenn man dann aus gesundheitlichen Gründen gehen muss, ist das bedauerlich aber oft auch nicht vorhersehbar. Und ich weiß es gibt genügend Leute mit GdB 70 oder mehr, die bis zum Eintritt ins Rentenalter voll arbeiten können- ich hoffe, ich gehöre auch dazu und wünsche es dir auch.
    Erzieherin ist sicher problematisch, mit Tieren arbeiten vermutlich auch- Logopädin hingegen kann ich mir sehr gut als Möglichkeit vorstellen - ich kenne da eine , die im Krankenhaus angestellt ist.
    Wie es in einem Amt ist, wo man den ganzen Tag am Schreibtisch/ Computer sitzt...ich weiß nicht so recht , ob das zu Rheuma passt.
    Ich bin froh, dass ich zwar mal am Schreibtisch sitzen kann, abernicht dauernd muss.....
    Viele Grüße Kröti
     
  9. Silberpfeil

    Silberpfeil Bekanntes Mitglied

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    hm, so unterschiedlich sind die Meinungen.....

    Meine Tochter ist 24 und hat seit der Kindheit 50%.

    Sie hat Hauptschulabschluss und hat ihre Ausbildung zur Bürokraft abgeschlossen.
    Arbeit??? Kann man vergessen- obwohl sie im Jobcenter über die Abtlg. Reha betreut wird....
    Jetzt macht sie ein Pratikum(ESF Bundesprogramm) , und geht im Herbst für 10 Wochen nach Mallorca....


    Ich finde-und das ist meine pers. Meinung- ist es NIE verkehrt, wenn man einen Job im ÖD bekommt- man kann dort ja auch im Angestelltenverhältnis tätig sein....
    Für einen Behinderten meiner Meinung eine etwas sichere Zukunft!!

    LG S.
     
  10. kroeti

    kroeti Mitglied

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    Hallo Silberpfeil,

    da hattest du vielleicht was missverstanden- ich z.B. wollte ja Primrose nicht überzeugen, dass ein Job im ÖD eine sicherere Sache ist als z.B. in der Industrie - nur davor warnen sich so fest darauf zu versteifen, dort zu arbeiten- sie hat noch nicht mal die mittlere Reife hinter sich gebracht und sollte sich mehrere Möglichkeiten offen halten. Und einen Beruf zu ergreifen, den man eigentlich nur macht um im ÖD zu sein ist keine kluge Entscheidung, weil man ihn eben möglicherweise sein Leben lang machen muss-man sollte ja nicht schon mit der Idee "ich muss und kann ja eh nicht lange" an die Entschidung herangehen.
    Gruß von Kröti
     
  11. Primrose

    Primrose Kleiner Wollmops

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    Mit einer Einstellung, dass ich einen Job im ÖD ja nicht lange machen muss und mit...was weiß ich, 25 schon in Rente kann, gehe ich auch nicht da dran ;) Ich will arbeiten, solange es möglich ist und sei es bis in das normale Rentenalter hinein. Ich kann nicht in die Zukunft schauen, das kann niemand, von dem her wüsste ich auch nicht wie lange ich durch das Rheuma arbeitsfähig bin. Aber ich fühle mich nun mal sicherer, wenn ich unter dem Staat arbeiten kann. Eine Nachbarin von mir hat MS und hat das Glück halbtags als Bürokraft in einem kleinen Familienbetrieb zu arbeiten, aber habe mal das Glück, solch einen Arbeitsplatz zu bekommen.
    Und danke silberpfeil, dass man auch mal eine andere Meinung zu hören bekommt :)
    Ich will auch nicht auf biegen und brechen einen Beamtenstatus bekommen, wie bereits erwähnt würde ich auch dort normal angestellt arbeiten, so ist das nicht das ich jetzt zwingend verbeamtet werden will.
    Aber ich möchte auch keine große Diskussion daraus machen, wo man zu keinem Endziel kommt. Erste Wahl bleibt der ÖD, als weitere Möglichkeiten habe ich ja bereits Logopädin oder Ergotherapeutin erwähnt.
    Mal schauen, wann ich den Termin bei der Berufsberaterin bekomme, dann sehe ich da auch noch weiter.
     
  12. Frau Meier

    Frau Meier Guest


    Liebe took,

    da muss ich dir leider widersprechen. Vor meiner letzten Anstellung (öffentlicher Dienst) im Jahre 2010 wurde ich betriebsärztlich gefragt, ob ich einen GdB habe, und zwar auf einem Fragebogen, der am Ende meine Unterschrift trug.
    Nicht wahrheitsgemäße Antworten hierauf haben einen Verlust des Vertrauensverhältnisses zur Folge und rechtfertigen bei nachträglicher Korrektur eine fristlose Kündigung!

    Ich würde es mir daher im Einzelfall gut überlegen; ein GdB hat sicher zu erwartende Nachteilsausgleiche als Pro-Argument.
    Für manche Stellenbeschreibungen ist aber ein GdB selbst im Hinblick auf die Stellenvergabe ein Nachteil oder gar ein Hindernis!
    Nach Festanstellung sieht die Sache vielleicht anders aus....

    Viel Glück für dich, Primrose, und Grüße, Frau Meier
     
    #12 18. Mai 2012
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 18. Mai 2012
  13. took1211

    took1211 Guest

    Hallo liebe Frau Meier,
    danke für die Info.Das habe ich nicht gewußt.Es bestätigt wieder die Aussage,
    dass man ,und egal wie alt man wird,immer noch dazu lernen kann.
    lgtook:)

    Ich wünsche dir ein schönes Wochenende.
     
  14. booky

    booky Mitglied

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    Hallo Saskia,
    sicherlich ist es immer schwer den richtigen Beruf zu finden und wenn dann noch so eine Erkrankung hinzu kommt natürlich noch schwerer. Je länger ich arbeite, desto mehr interessante Berufe habe ich kennengelernt, von denen ich früher gar nichts wusste. Die klassische Berufsberatung (bei mir Ende 80er Jahre) ging nur auf die gängigen Ausbildungsberufe ein. Habe dann doch noch mein Abi gemacht, studiert und einen tollen Job gefunden. Ich kann Dir nur den Tipp geben, dass Du Dich zunächst sehr umfassend erkundigst, was es überhaupt gibt. Wonach wird z. B. in den Jobbörsen gesucht? Es ist auch immer gut, wenn man die Jobs zunächst in Praktika kennenlernt und man sich ausprobieren kann; gerade, bei einer vorliegenden Erkrankung. Ganz viele aus meinem Bekanntenkreis haben durch ein Praktikum bzw. die Erfahrungen, die dort gesammelt wurden ihren Job gefunden.

    Zum Öffentlichen Dienst: In Einrichtungen des ÖD kann man die verschiedensten Jobs ausüben. Es gibt Verwaltungen, Museen, Beratungsstellen, Krankenhäuser, Fördereinrichtungen, .... Und innerhalb dieser Einrichtungen gibt es wiederum ganz viele verschiedene Berufe, mit unterschiedlichen Ausbildungen und Qualifikationen. Kaum ein Berufszweig, der dort nicht zu finden ist; auch Öffentlichkeitsarbeit, Design, Technik, Wirtschaft, Beratung, Sozialdienst, Medizin, ... Viele Ausbildungen werden angeboten und viele Personen werden später noch eingestellt.

    In vielen Einrichtungen des ÖD sind tatsächlich die Bedingungen für Schwerbehinderte gut. Sobald eine Bewerbung eines Schwerbehinderten eingeht, wird direkt der Schwerbehindertenbeauftragte eingesetzt. Diese sind oft sehr engagiert und fadenscheinige Ablehnungsgründe werden nicht einfach hingenommen. Da Du eine Frau bist, hast Du schon 2 von 3 Pluspunkten. Denn wenn Du nun auch noch einen Migrationshintergrund hättest, dann hat man die besten Chancen (ok, etwas ironisch). Aber ehrlich: Heute spricht man nicht mehr ausschließlich von Integration, sondern von Inklusion. Selbst seit 6 Jahren im ÖD habe ich schon bei einigen mitbekommen, was alles getan wird, um Schwerbehinderten möglichst gute Arbeitsmöglichkeiten zu bieten; egal ob bereits angestellten oder neu eingestellt. Zum Teil gibt es auch eine Zusammenarbeit mit dem Integrationsfachdienst.

    Als ich zu meinem jetzigen Arbeitgeber gewechselt habe, hatte ich bereits die Spondarthritis und das Asthma und nahm schon etliche Medikamente ein (einen Antrag auf Schwerbehinderung habe ich bisher noch nie gestellt). Bei der betriebsärztlichen Untersuchung wurde alles aufgenommen. Man wollte mich dann wohl etwas intensiver betreuen; hat aber später keiner mehr dran gedacht :rolleyes: Hatte ich auch nichts gegen.
    Übrigens, verbeamtet werden heute nur noch wenige. Die meisten haben ein ganz normales Arbeitsverhältnis. Vorteile gibt es aber trotzdem. So erhält man z.B. für eine gewisse Zeit Ausgleichszahlungen zum Krankengeld, so dass man kaum finanzielle Einbußen hat. Allerdings kann man öfters in der freien Wirtschaft mehr Geld verdienen. Hat alles Vor- und Nachteile.

    Leider ist es jetzt doch mehr Text geworden. Hoffe aber, dass ich Dir etwas mehr Klarheit aus der Praxis bringen konnte.
    Drücke Dir die Daumen, dass Du Deinen Weg finden wirst. Und denke daran, wenn man jung ist, dann kann man auch immer noch mal in ein anderes Berufsfeld wechseln. Man soll ja auch zufrieden mit seinem Job sein..
    Liebe Grüße!
    Die Booky :top:
     
  15. Katharina B

    Katharina B Mitglied

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    Ich greife dieses Thema mal auf, hoffentlich ist das so ok.
    Letzte Woche habe ich mich nämlich für eine Stelle im Öffentlichen Dienst beworben, nicht WEIL es ÖD ist, sondern weil das beschriebene Profil genau meins war und ich genau das schon lange gerne machen möchte.

    Dort stand auch, das Behinderte bevorzugt eingestellt werden, also hab ich einfach erwähnt, dass ich einen GdB von 30 habe, aber keine weitere Erklärung dazu. Ich hoffe mal, das ist so ok.

    Die Bewerbungsfrist geht noch bis Monatsende, es dauert sicher noch, bis die sich evtl. melden. Drückt mir mal die Daumen, dass es was wird!
     
  16. kroma

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    Dann drück ich doch mal feste! :top:
     
  17. Katharina B

    Katharina B Mitglied

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  18. Silberpfeil

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    ...es gibt ja noch Stellen im ÖD - wo auch Neueinsteiger genommen werden....

    meistens aber werden Leute aus den eigenen Reihen genommen....schon wegen dem Finanziellen-

    Nur ausschreiben müssen sie es ja...:mad:

    @ Katharina ich drücke dir aber die Daumen - ganz fest.
     
  19. Katharina B

    Katharina B Mitglied

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    Silberpfeil

    Ja, aber man hofft ja trotzdem... es wäre einfach perfekt.

    Mit euren Daumen ist die Chance größer! :top:
     
  20. Katharina B

    Katharina B Mitglied

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    Gestern war die Einladung zum Vorstellungsgespräch im Briefkasten. Es ist schon am Donnerstag. Glück gehabt, Freitag fahren wir nämlich in Urlaub.

    Also weiter fleißig Daumen drücken bitte!