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ein Dankeschön

Dieses Thema im Forum "Kaffeeklatsch" wurde erstellt von GH1972, 1. Oktober 2002.

  1. GH1972

    GH1972 Guest

    ich möchte mich im allgemeinen für die unvorstellbare Hilfe bedanken...
    "erst kamen mir die Tränen als das Wasser kam und dann kamen mir die Tränen,als die Hilfe kam

    Auszug aus persönlichen Gedanken 12 - 15 August 2002

    Ich weiß nicht wo meine Gedanken sind, ich kehrte immer wieder zurück, dorthin, wo ich meinte glücklich zu werden und fühlte das ich es wurde und ich sehe das Wasser in diesen Tagen des Augustes, welches erbarmungslos meine Stadt verschlungen hat. Ich kann dieses Gefühl dieser Ohnmacht nicht beschreiben, ja mir fehlen die Worte und manchmal frage ich mich, warum uns so viel Leid zugemutet werden muss.
    Ich erinnere mich an die Zeit, die Zeit des Lebens und irgendwie läuft in meinem Kopf alles wie ein Film ab.
    Es ist zu viel um es zu beschreiben zu können. Vielleicht ist es so, als wenn fotografische Erinnerungen zum Leben erweckt werden. Ich musste mich in den letzten Tagen arg zusammenreißen, um nicht in Tränen auszubrechen.
    Ich war immer wieder über den Tag, abends musste ich mit einer Schlafstelle bei meinen Eltern zufrieden geben, zu meiner Wohnung zurückgekehrt und schaute immer wieder auf das Unfassbare auf das Unmögliche und dachte eigentlich gar nichts. Heute kam eine junge Frau, ich weiß nicht warum, ich weiß nur das sie auf dem Markt immer Mittwochs Brot verkaufte, sie ist bei diesen Anblick auf welchen ich immer und immer wieder starrte in Tränen ausgebrochen. Und ich konnte vielleicht das fühlen, was sie fühlte, ja da bin ich mir relativ sicher.
    Sie liebte vielleicht diese Stadt genauso wie ich, zumindest die Menschen, welche dort lebten, anders kann ich mir es nicht vorstellen. Wenn man von Liebe überhaupt in widrigen Zeiten sprechen kann. Zumindest muss Sie ja aber einen Grund gehabt haben, wenn man in Tränen ausbricht und sich somit seinen emotionalen Gefühlen hingibt.
    Meine Stadt, mit ihren verwinkelten Gassen und dem faden Licht, welches dem Betrachter in den Abendstunden nur einen kleinen Einblick gewährt und die Brunnen, die Tag für Tag Ihr eigenes Lied singen, das alles fehlt mir so. Ich komme mir vor als hätte ich meine Heimat verloren, denn das vermisse ich so sehr und ich vermisse mein Umfeld, die Menschen, welche man täglich grüßte und die, mit denen man abends bei Kerzenschein über den Sinn des Lebens diskutierte.
    Und ich dachte, ich hätte endlich Bekannte mit denen man zu Tisch sah und lachte und nun kommt die bittere Erfahrung, das man von den Leuten in Notsituationen nun überhaupt keine Hilfe erwarten kann.
    Es sind nur Masken mit grinsenden Gesichtern, und dahinter ist die große Leere, das Nichts, was uns alle zu den egoistischsten Kreaturen verkommen lässt.

    Einen herzlichen Dank an die Bundeswehr DRK THW Malteser und allen anderen welche uns geholfen haben...
     
  2. Helmut

    Helmut Guest

    Hallo GH 1972
    Ich kenn leider nur den Marktplatz in Grimma, wie er gleich nach der Flut aussah und wie er heute wieder aussieht. Noch lange nicht fertig aber immerhin....Und ich kenne sehr viele, die genau wie ich geholfen haben und ich kenne auch viele Betroffene, die nach wie vor Hilfe brauchen; deswegen helfen wir weiter, unbürokratisch und persönlich. Man meint irgendwie dazuzugehören, es läßt einen einfach nicht wieder los und leider leider kann man nur begrenzt helfen und verflucht diese teilweise unangemessene Bürokratie.
    Vielleicht sieht man sich mal auf diesem Marktplatz, ich fahre am 11.Okt. wieder nach Grimma und werde wie immer eine runde durch die Stadt gehen und mich mitfreuen, wenn wieder etwas fertig geworden ist. Und ich werde sicherlich wieder versprechen wiederzukommen.
    Und es ist schön wenn man oft angesprochen wird, "ach sind sie doch wiedergekommen"? Dieses "doch" stört mich ein bischen, aber es ist nicht persönlich gemeint, unser Staat verspielt hier, vielleicht ungewollt, eine Menge Vertrauen.
    Mein Vertrauen setze ich in meine Bekannten, unserem Hilfsverein
    die vielen Mitarbeiter dort, allein könnte ichs sicher nicht - aber man mußte einfach den Anfang machen...
    G.H. ich wünsche Dir, daß vieles von dem was Du vermißt zurückkommt, daß die Erinnerungen verblassen, daß ein bischen Vergessen ins Leben einzieht.
    Aber ich wünsche mir nicht Vergessen, um einer neuen Katastrophe willen, die die alte verdrängt ; sondern vergessen durch Veränderung.
    Einen ganz herzlichen Gruß aus Berlin Helmut (merre)