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Die Tupper-Party

Dieses Thema im Forum "Kaffeeklatsch" wurde erstellt von Isolde Fiedler, 15. Oktober 2002.

  1. Nachmachen auf eigene Gefahr!
    > >
    > > Letzte Woche komme ich mal etwas früher von der Arbeit
    > > ("Überraschung,Schatz!") und was finde ich vor?
    > >
    > > Eine Gruppe von Mitdreissigerinnen hockt in meinem Wohnzimmer,
    > > leider alle angezogen, meine Herzdame mitten unter ihnen, und sie
    > > haben einen Halbkreis um eine Mittdreissigerin gezogen, die neben sich
    > > ein
    > > Körbchen mit Plastikartikeln stehen hat. Jede der Damen hat eine
    > > Kaffetasse
    > > unseres besten Geschirrs vor sich stehen, dazu unsere
    > > schweineteuren"Rosso-Bianco"-Gläser, sie knabbern MEINE
    > > Salzstängelchen
    > > und futtern MEINE Süßigkeiten und haben ob meines Eintretens einen
    > > erschrocken-gequälten Gesichtsausdruck.
    > >
    > > Bis meine Frau die Worte als erstes findet: "Hallo Schatz, das ist
    > > Frau Mesenkamp (sie deutet auf die Lady mit den Plastikteilen), wir
    > > machen heute unsere "Tupper"-Party."
    > >
    > > Ahja. Party. Ohne mich. Tupper. Verstehe. "Hallo, Frau Mesenkamp"
    > > grinse ich die etwas verlegene Dame an. "Schön, sie kennenzulernen.
    > > Darf ich mich dazu setzen?" Alle Mädels öffnen den Mund, um "Nein"
    > > zu
    > > sagen, aber ich bin schneller und sitze am Tisch, bevor eines der
    > > anwesenden
    > > Hühner reagieren kann.
    > >
    > > "Na, dann mal los!" ermuntere ich Frau Mesenkamp. Die hat einen
    > > verlegenen Gesichtsausdruck, lächelt schamhaft und gibt jeder der
    > > anwesenden Hauskauffrauen ein Plastikschüsselchen mit Deckel.
    > > Ich kriege auch eines und stelle es vor mich hin.
    > >
    > > "Das ist zum Frischhalten von Lebensmitteln" erklärt Frau Mesenkamp
    > > bei der Ausgabe. "Alles, was sie da rein füllen, wird bei Druck auf
    > > den Deckel luftdicht verschlossen. So können sie Hühnersalat bis zu
    > > einer Woche frisch aufbewahren." "Oh, ahja" echot die Damenriege und
    > > macht
    > > die Deckelchen auf die Schüsselchen und im Nu ist die Luft erfüllt
    > > mit poppenden Geräuschen, als die hühnersalatleeren Plastikteilchen
    > > verschlossen und wieder geöffnet, wieder verschlossen und wieder
    > > geöffnet werden. Ich lasse meine Hühnersalatschüssel zu und
    > > trommle
    > > ein wenig auf dem Deckel herum. Die Sitzgruppe hingegen kann nicht
    > > genug vom Schüsselchen auf- und zumachen bekommen.
    > >
    > > "Praktisch" meint meine Frau. "Ohja" gibt ihr Frau Mesenkamp Recht.
    > > "Tupperware ist die erste Firma, die diesen luftdichten Verschluss
    > > entwickelt hat und ist heute noch Marktführer auf dem Segment."
    > >
    > > Nun, bisher habe ich in noch keiner Börsenzeitschrift Kursnotierungen
    > > zum Segment "luftdichte Essensaufbewahrungsplastikschälchen"
    > > gefunden,
    > > aber ich will ja Frau Mesenkamp nicht widersprechen. "Guck mal,
    > > Schatz",
    > > jubelt meine Frau "praktisch, oder?".
    > > "Sie können Ihrem Mann da auch Essen ins Büro mitgeben"
    > > springt Frau Mesenkamp bei, die wohl ahnt,was jetzt kommt......
    > > vorsichtshalber setzt sie noch ein "mein Mann macht das immer so"
    > > hinzu......
    > >
    > > "Man kann gut darauf trommeln" grinse ich sardonisch
    > > "aber der Tag, an dem Du mir einen eine Woche alten Hühnersalat mit
    > > ins Büro gibst,
    > > wird der Tag unserer Scheidung sein."
    > >
    > > Ich wende mich Frau Mesenkamp zu: "Was soll dieses Wunderwerk
    > > malaysischer Spitzen-konservierungstechnologie denn kosten?"
    > >
    > > Das Poppen mit den Deckelchen hat aufgehört. Die Damen schauen mich
    > > teils fragend, teils feindselig an. Preisfragen stellen.
    > > Bei so einem Spitzenprodukt. Wie kann ich nur......
    > >
    > > Frau Mesenkamp, die meine Frage irrtümlich als Kaufsignal wertet,
    > > strahlt mich an wie ein Christbaum
    > > "bei Abnahme von 10 Stück kostet Sie eine Schüssel grade mal 2
    > > Euro...."
    > >
    > > Wie? 2 Euro, damit ich von einem eine Woche alten Hühnersalat keinen
    > > Durchfall kriege?
    > > Ich wiege die lauernd wartende Mesenkamp in Sicherheit:
    > > "wie viel kostet eine Schüssel, wenn ich Ihnen 20 Stück abnehme?"
    > > "Oh" sagt das Mesenkamp, da muß ich nachschauen"....
    > > "Tun sie das".
    > >
    > > Und während die Herrin der Schüsselchen nach ihrer Rabattliste
    > > kramt,
    > > starren die Mammis ihre Gastgeberin mit einer Mischung aus Häme
    > > und Verachtung an. 20 Schüsselchen.
    > > Meine Frau blitzt mich zornig an und tritt mir unter dem Tisch ans
    > > Schienbein.
    > > Aber jetzt gibt es kein Zurück.
    > >
    > > "Naja, Schatz, so oft, wie ich Reste essen muss...."
    > > Hinten kichert die Mutter des besten Freundes meines Sohnes und meine
    > > Gattin
    > > wechselt die Gesichtsfarbe.
    > >
    > > "Einseurofünfundsiebzich" piept Frau Mesenkamp aus der Kreismitte,
    > > aber jetzt geht es nicht mehr um den Preis.
    > >
    > > Jetzt geht es um das Prestige meiner Lebenspartnerin als treusorgende
    > > Ehefrau.
    > > "Wann hast Du je Reste essen müssen....?" zischt sie.
    > > "Wann hat es bei uns je Hühnersalat gegeben,
    > >
    > > Du kannst doch gar keinen machen" gebe ich trotzig zurück und
    > > beschließe,
    > > die Situation weiter eskalieren zu lassen - mit dem Satz, den
    > > jede Ehefrau nach "ich muß Dir was gestehen" am meisten hasst:
    > > "Meine Mutter, die konnte Hühnersalat machen, der war immer klasse."
    > >
    > > "Willst Du damit sagen, daß Dir mein Essen nicht schmeckt?"
    > > Erneuter Gesichtsfarbwechsel.
    > > "Naja, bei Dosenravioli kann man ja nicht viel falsch machen" schlage
    > > ich zurück.
    > >
    > > Allgemeines, verhaltenes Kichern in der Runde.
    > > Nur Frau Mesenkamp schweigt und überlegt sich, wie sie die Situation
    > > entschärfen
    > > und ihre Töpfchen doch noch an Mann und Frau bringen könnte.
    > > Aber sie braucht zu lange!
    > >
    > > "Mein lieber Mann, " die schneidende Stimme meint dabei das Gegenteil
    > > von "lieber Mann", "ich racker mich von früh bis spät ab und mache
    > > jedes Essen frisch und das weißt Du auch!"
    > > "Und warum willst Du dann Tuppertöpfchen zum Frischhalten kaufen?
    > > Du widersprichst Dir doch selbst, merkst Du das nicht?"
    > >
    > > Frau Mesenkamp hat gespannt, wohin das führt. Nix mit
    > > Töpfchenverkauf
    > > in der Damenrunde.
    > > Schliesslich will sich keine als Resteverwerterin outen.
    > > Sie startet einen letzten Versuch mit "man kann in den Schalen ja
    > > auch Kuchenteig anrühren"
    > > aber ich blocke mit
    > > "meine Frau kann nur eines noch weniger gut als Hühnersalat - das ist
    > > Kuchenbacken."
    > >
    > > Das wars. Meine Frau springt auf, heult, knallt zuerst mir eine
    > > und dann die Zimmertüre zu und ist weg.
    > >
    > > In die peinliche Stille geben die anwesenden Ladys,
    > > die mich mitterlweile für das größte Chauvischwein der Welt
    > > halten,
    > > ihre Töpfchen Frau Mesenkamp zurück, diese sackt flugs wie ein
    > > Eichhörnchen
    > > ihren Ramsch ein, alles verabschiedet sich mehr oder weniger murmelnd
    > > von mir, weil alle noch gaaaanz wichtige Termine haben,
    > > ziehen im Gänsemarsch zur Tür und weg sind sie.
    > >
    > > Frau Mesenkamp und ihre Partygirls.
    > >
    > > Und ich klopfe mir auf die Schulter. Nichts bei Tupper gekauft!
    > >
    > >
     
  2. Nixe

    Nixe Guest

    *vor Lachen auf dem Boden wälz* - der ist suuuuuper

    Liebe Grüsse
    Nixe
     
  3. Nixe

    Nixe Guest

    *vor Lachen auf dem Boden wälz* - der ist suuuuuper

    Liebe Grüsse
    Nixe
     
  4. Nixe

    Nixe Guest

    *vor Lachen auf dem Boden wälz* - der ist suuuuuper

    Liebe Grüsse
    Nixe
     
  5. Das ist zum kringeln.
    alles gute
    Ekieh