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Diagnostik ?

Dieses Thema im Forum "Allgemeines und Begleiterkrankungen" wurde erstellt von Amulan, 16. November 2004.

  1. Amulan

    Amulan Ich bin harmlos!

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    Hallo,

    bei mir besteht ja der Verdacht auf eine seronegative Spondarthropathie, und ich bin deshalb schon seit über einem Jahr beim Rheumatologen.

    Er nimmt immer mal wieder Blut ab, aber meine Werte sind fast normal, d.h. Blutsenkung ist immer so bei 16 oder 17 (nach 1 Stunde) und CRP ist bei 0,6 bis 0,7 (Normalwert wird bis 0,5 angegeben).
    Der Rheumatologe will nun keine endgültige Diagnose stellen, solange sich da nichts tut. Für mich wäre aber eine Diagnose inzwischen schon irgendwie wichtig, weil ich es einfach nicht mehr abkann, nicht zu wissen, ob ich Rheuma habe oder nur "normale" Rückenprobleme. Die meisten kennen das ja auch, dass man dann gelegentlich den Verdacht bekommt, man ist gar nicht so krank, nur ein Hypochonder und bildet sich alles ein. :confused:
    Außerdem will der Rheumatologe mit einer Basistherapie erst anfangen, wenn er eine Diagnose hat, was ja auch an sich vernünftig ist. Nur bin ich mir nicht sicher, ob ich nicht was verpasse, wenn ich noch jahrelang mit einer Basistherapie warte.

    Meine Beschwerden sind hauptsächlich Rückenschmerzen (nachts/morgens) und Sehnenprobleme (Fersen, Hüften, Hand).

    Gibts denn da nicht eine Möglichkeit, wie man zu einer Diagnose kommen kann?? Eine MRT von den Ileosakralgelenken habe ich letztes Jahr schon gemacht, sie war aber ohne Befund, und auf den Röntgenbildern sieht man sowieso nichts. An der BWS sieht man Kleinigkeiten, da meinte der Orthopäde aber, das könnten auch "Abstützreaktionen" sein wegen schlechter Haltung (Rundrücken). Bin aber erst 32, wäre doch dafür ein wenig früh, oder - aber wer weiß. :o

    Was gibt es sonst noch an Diagnostik?? Oder hilft wirklich nur abwarten? :confused:

    Danke!!
     
  2. Paris

    Paris Fan vom kleinen Prinzen..

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    Szinti als Entzündungsnachweis....

    Hi Sonja, eine Möglichkeit wäre eine Szintigraphie machen zu lassen. Es kann halt sein, das die Entzündung so lokalisiert ist, das man im Blut fast nix sieht. In der Szintigraphie sollte man Entzündungsherde nachweisen können und dann überlegen, ob eine Baisitherapie nötig ist, oder ob man z.B. wenn es nur die ISG sind, dort CT-gestützt punktiert und Cortison reinspritzt. Dann belastest man nicht unnötig den ganzen Körper.
    Wäre mal so ne Idee.
    Gruss, Paris
     
  3. trombone

    trombone die Schreibtischtäterin

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    hallo Amulan,

    Dein Rheuma-Doc scheint wohl noch von der "Alten Sorte" zu sein: so unter dem Motto: Wenn im Blut nicht zu finden ist, ist es auch kein Rheuma!???
    Diese Aussage ist doch schon vor einigen Jahren wiederlegt worden. Ich selber bin eigentlich der klassische Fall dafür: seit der Schulzeit immer wieder Sehnenentzündungen (Sehnenscheidenentzündung und Tennisellenbogen bds.) - ich weis nicht mehr wie viele Monaten ich mit irgendwelchen Gipsschienen und -verbänden rumgelaufen bin.
    Desweitern sind - auch jetzt noch nicht - keine Entzündungsparameter und Rheumafaktoren nachweisbar oder wenn dann nicht gerade aussagekräftig, zudem bin ich HLA-B27 negativ - trotzdem ist bei mir MB diagnostiziert worden, aber mit einer Basistherapie ist schon weit vor der endgültigen Diagnosestellung begonnen worden.
    Ist bei Dir eigentlich mal ein Ganzkörperszintigram gemacht worden. lt. meinem Rheuma-Doc ist das eigentlich eine Standartuntersuchung.

    Nochmal auf die fehlende Diagnose/Basistherapie: Worauf will Dein Arzt warten - etwa das man endlich etwas sieht (das ist z.B. bei MB erst nach mehreren Jahren der Fall), wenn er das macht, kann es u.U. schon zu spät sein - will er auf eindeutigere Blutergebnisse warten?? Sollte wirklich eine MB-verwandete rheumatische Erkrankung bestehn, so ist es darfür gerade klassisch, dass eben nichts im Blut zu finden ist.
    Außerdem ändert der Name einer Erkrankung (zumindest zwischen z.B. undif. Spondarthritis und MB) nichst bei der Basistherapie - das Kind hat dann nur einen anderen Namen.
    Ist bei Dir eigentlich schon mal versuchsweise Cortison eingesetzt worden? Daran kann man dann doch am besten sehen, ob es was entzündliches ist oder nicht.
    Die Symtome die Du in Deinem Threat schilderst sind eigentlich Klassisch für eine sog. seronegative Spondarthritis (oder auch für Spondylitis ankylosans = Morbus Bechterew) - denn hier sind neben den ISG auch und vor allem bei Frauen viele Sehenansätze betroffen (Du wirst Dich wundern wie viele man davon hat und was alles weh tun kann). Das MB nur oder ausschließlich auf die Wirbelsäule geht ist schon vor Jahren wiederlegt worden.
    Sprich doch noch mal Deinen Rheumadoc darauf an, auf was er denn noch warten möchte oder ob er es nicht einfach mal mit einer "Kurztherapie" Cortison versuchen möchte (mal ne andere Frage: hast Du einen orthop. oder einen intern. Rheuma-Doc???) und hol Dir im Zweifelsfall doch bitte noch eine andere Meinung (möglichst von einem intern. Rheuma-Doc) ein.

    Und denk bitte daran, wenn man erst etwas im Röntgenbild sehen kann, ist es meistens schon zu spät!!!!!
     
  4. Amulan

    Amulan Ich bin harmlos!

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    Hallo!

    danke für eure Antworten! :)

    Eine Szintigraphie habe ich bisher nicht gemacht. Was ist das? Ist das etwas anderes als eine MRT (Magnetresonanztomographie bzw. Kernspint.)?
    Falls mein Arzt bei meinem nächsten Termin (im Januar) nichts dazu sagt, werde ich das mal ansprechen. Obwohl ich schon fast Angst habe, dass es wieder ohne Befund ist... :o

    Cortison habe ich noch nicht versuchsweise bekommen. Nur NSAR (Voltaren, Bextra, Ibuprofen - in dieser Reihenfolge). Voltaren hilft ganz gut, aber ich vertrage es nicht - als Schlafmittel ist es ganz nützlich... Bextra wollte mir der Arzt nach der Sache mit Vioxx nicht mehr verschreiben, Ibuprofen ist aber auch in Ordnung, nur finde ich, dass es nicht so stark wirkt wie Voltaren oder Bextra. Die Sehnenprobleme werden bei mir besser, wenn ich Medis nehme, aber sie gehen nicht ganz weg, und manchmal habe ich auch Tage, wo ich trotz Ibuprofen mitten in der Nacht wegen Rückenschmerzen aufwache. Tagsüber sind die Rückenschmerzen so gut wie weg, nur wenn ich so gebückte Arbeiten mache wie z.B. staubsaugen, dann bekomme ich Schmerzen im Hohlkreuz, ziemlich heftig. Ich weiß nicht, ob das auch dazugehört, oder ob das wieder ein anderes Problem ist. Ansonsten (nachts)ist mehr die BWS betroffen als die LWS.

    Der Rheumafaktor ist bei mir positiv, aber niedrig (zuletzt 31, war auch schon höher), und HLA B 27 ist negativ.

    Mein Rheumatologe ist ein Internist, und er ist eigentlich noch relativ jung, aber er vertritt trotzdem andere Ansichten als hier in r-o. Bei mir hat er anfangs die Hände und Füße geröntgt, obwohl ich da zu dem Zeitpunkt eigentlich gar keine großen Beschwerden hatte... ist das normal (Standarduntersuchung)? Eine Basistherapie, wie gesagt, erst wenn die Diagnose feststeht, und bei normalen Blutwerten gibt es keine Entzündung im Körper.
    Ich muss aber sagen, dass er trotzdem 100mal besser ist, als der Rheumatologe, bei dem ich davor war. Bei dem war ich nur 1x und das hat mir schon gereicht, denn der hatte sich nicht einmal Zeit für eine genaue Untersuchung genommen, und nachdem die Blutsenkung normal war, war für ihn das Thema Rheuma erledigt. :eek: Er hat mich mehr oder weniger rausgeworfen. Mein jetziger Rheumatologe lässt mich wenigstens alle 3 Monate zur Kontrolle kommen, und ist nett, und nimmt sich Zeit. Nur ist er halt der Meinung, dass ich nichts verpasse, wenn ich jetzt nur NSAR nehme, und da ich hier bei r-o immer was anderes lese, bin ich schon verunsichert.

    Deshalb würde mir eine Diagnose jetzt echt weiterhelfen.... :rolleyes:
     
  5. Paris

    Paris Fan vom kleinen Prinzen..

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    ....Szinti

    Hi Sonja, also, Röntgen der Hände und Füsse ist normale Standard-Eingangsuntersuchung, da eine cP sich meist da zuerst im Röntgenbild zeigt (auch ohne das bei dir die Hauptbeschwerden da sind...habe auch schon ne Sammlung von Rö-Bildern hier liegen ;)).
    http://rheuma-online.de/a-z/knochenszintigraphie.html
    Hier findest du eine Erklärung, was eine Szintigraphie ist.
    UNd das mit dem Cortisontest könntest du deinem Rheumadoc auch vorschlagen (aber dann erst nach einer möglichen Szintigraphie.....sonst sieht man da mit grosser Wahrscheinlichkeit nix, selbst wenns was entzündliches ist :)).
    Gruss, paris
     
  6. KayC

    KayC Stehauffrauchen

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    Hallo Amulan,

    ich habe auch eine seronegative Spondarthritis, die aber auch erst im letzten Juni diagnostiziert wurde, weil die periphere Gelenkbeteiligung dazugekommen ist. Vorher habe ich gut zehn Jahre mit Rückenschmerzen rumlaboriert und eine Menge Therapien versucht. Erst als letztes Jahr dann die Gelenkbeteiligung dazugekommen ist konnte eine Diagnose gestellt werden, weil laut Röntgenbild jetzt die ISG auch angefressen sind .Unter anderem bin ich eben auch noch "undifferenziert" was aber auch nicht heißt das ich nichts habe, sondern das man eben noch nicht weiß, was mir vielleicht mal blüht. Es wird zwar eine Schuppenflechtearthritis vermutet, aber da ich keine Schuppenflechte habe und nur die Gelenkverteilung so aussieht ist das schwierig zu beweisen und deswegen auch "Undifferenziert".

    Im übrigen hatte ich 10 Jahre lang eine ganz normale Blutsenkung und auch das CRP war normal. Die Entzündungswerte sind erst seit letztem Jahr erhöht, seitdem der Rest dazugekommen ist.

    Du bildest Dir das mit Sicherheit nicht ein. Aber manchmal sind eben rheumatische Diagnosen schwer zu stellen, weil noch nicht alle Teile in ein Bild passen. Manche Rheumatologen stellen lieber erst dann die Diagnose, wenn alles ganz eindeutig ist. Was nicht bedeutet, das Du nicht krank bist. Sonst würde er Dich ja nicht behandeln. Kopf hoch, das wird schon.

    Lieben Gruß Katharina
     
  7. trombone

    trombone die Schreibtischtäterin

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    Hallo,
    Das ist Schnee von gestern und das müsste er eigentlich auch wissen - es gibt sehrwohl Entzündungen, die ohne "Mitbezug" der Blut- und Entzündungswerte ablaufen.
    Das sollte eigentlich jeder Arzt wissen, aber manche Ärzte stehen halt auf dem Standpunkt was nicht sein kann - dass nicht sein darf.
    Ich habe das Glück das mein Hausarzt selbst von diesem "Phänomen" betroffen ist (mein Rheuma-Doc denkt glücklicherweise genauso, auch konnte ich es Ihm schon während einses stat. KH-Aufenthaltes - da war er mein behandelnder Stationsarzt beweisen).
    ich kenne selbst welche, bei denen trotz einer massiven Nierenbeckenentzündung keine Entzündungsfaktoren im Blut nachweisbar sind/waren - was würde denn Dein Arzt in einem solchen Fall machen, auch niciht behandeln???? Da ja keine Entzündungszeichen vorhanden sind, kann ja auch keine Entzündung vorliegen.

    Ich habe Dir hier noch mal einen Abschnitt aus Rheuma-Online A-Z kopiert:

    Viele Patienten mit einem M. Bechterew haben keine Entzündungszeichen im Blut (z.B. findet man bei ihnen weder eine erhöhte ---> Blutsenkungsgeschwindigkeit noch ein erhöhtes ---> c-reaktives Protein), obwohl der M. Bechterew eine entzündlich-rheumatische Erkrankung ist. Das Fehlen solcher Entzündungszeichen im Blut ist bei einigen Patienten der Grund dafür, daß die Diagnose z.T. erst sehr spät oder manchmal auch gar nicht gestellt wird.
    Gerade zu Beginn der Erkrankung sind oft im Blut keine entzündlichen Veränderungen nachweisbar. Auch fehlen bei Krankheitsbeginn einige andere der oben aufgeführten Symptome und Befunde. Das macht für den unerfahrenen Arzt die Diagnose eines M. Bechterew oft schwierig.


    Den gesamten Artikel findest Du hier (Thema Morbus Bechterew): http://rheuma-online.de/a-z/morbus-bechterew---m.-bechterew.html

    das soll nicht bedeuten, dass Du unbedingt an MB leiden musst, aber wenn Du Dir die Sachen durchliest, wird Dir einiges sehr bekannt vorkommen.

    Ich an Deiner Stelle würde den Rheuma-Doc einfach mal auf Cortison ansprechen - vielleicht lässt er sich ja auf einen Test ein, ich denke das wäre zumindest ein Anfang.
    Denn ich denke, wenn man erst warten will, bis das Kind einen Namen hat (klar ich kann den Arzt ja auch irgendwie ein klein bischen verstehen), kann es für Dich schon zu spät sein - besonders dann, wenn er warten will bis endlich auch etwas im Röntgenbild zu sehn ist.

    Das mit dem Röntgen der Hände und Füsse gehört zur Standartbefundaufnahme. Denn gerade an diesen kleinen Gelenken erkennt der Arzt am schnellsten, ob Errosive Veränderungen, die durch eine rheumatoide Arthritis hervorgerufen wurden, vorhanden sind (hat Paris auch schon geschrieben).
    Ferner gehört zumindest bei der MHH die Szintigraphie als Standartuntersuchung dazu - um halt erkennen zu können, ob Entzündungen vorliegen.

    Du hast geschrieben, dass bei Dir ein MRT druchgeführt wurde, kannst Du Dich daran erinnern, ob bei der Untersuchung Kontrastmittel eingesetzt wurde? Falls nein, können viele Entzündungsherde nicht im MRT dargestellt werden - und somit natürlich auch nicht erkannt werden.

    Ich an Deiner Stelle würde auf jeden Fall nochmal mit dem Rheuma-Doc sprechen - auch im Hinblick darauf, warum er unbedingt so auf die Entzündungswerte im Blut besteht (siehe Morbus Bechterew).

    Wünsche Dir alles Gute
     
    #7 17. November 2004
    Zuletzt bearbeitet: 17. November 2004
  8. Amulan

    Amulan Ich bin harmlos!

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    Hallo!

    Ich steh grade auf dem Schlauch - wofür steht MHH? :o

    Nein, sie wurde ohne Kontrastmittel gemacht. Daran kann ich mich gut erinnern, weil ich bei einer früheren MRT für die Fersen Kontrastmittel bekommen habe, bei der für die ISG aber nicht. Es wär natürlich ärgerlich, wenn es nun nur daran lag, dass nichts gefunden wurde. Ich dachte damals, die werden schon wissen, ob sie Kontrastmittel brauchen oder nicht, deshalb hab ich auch nichts gesagt.

    Ich werde jetzt den nächsten Termin bei meinem Rheumadoc im Januar abwarten, und dann das alles mal ansprechen. Hoffe mal, dass die 2 Monate bis dahin auch noch gut vorbeigehen. Im letzten Jahr ging es mir ab Dezember wieder besser, vielleicht ist es diesmal ja wieder so.... :)