Diagnose Blut: SCL-70 neg./pos./neg.

Elmona

Neues Mitglied
Hallo zusammen!

Ich bin neu hier und begeistert vom Austausch und vom Wissen vieler User.

Ich hoffe, mit dieser großartigen Hilfe vieler Betroffener hier, etwas mehr Klarheit zu bekommen. Ich würde bewusst erstmal nicht auf die Symptome eingehen, sondern gerne erstmal die Werte zur “Bewertung” einstellen. Ich habe den Eindruck, hier sind einige richtig gut informiert. Ist das so ok? Gerne speziell auf ENA achten ;-)

Also:

Anfang Juni
FT3 und FT4 unauffällig

Mitte Juli
Neutrophile absolut erhöht
Leukozyten minimal erhöht
ASL 405 plus (normal bis 200)
1:900 Titer (normal bis 100)
ANFFM1 homogen
ANA Subtyp negativ
SCL70 negativ
Borrelia burgd IgM positiv

Ende Juli
1:640 Titer nukleär homogenes Fluoreszenc AC-1
CRIT negativ
Doppelstrang DNS 0,6 (normal <10)
ANA/ENA (Elisa) 0,1 (normal <0,7) kein Ena-Nachweis
Borrelien positiv

Anfang August (zum Zeitpunkt der Blutentnahme noch keine Therapie Borreliose begonnen)
Leukozyten minimal erhöht
BSG Blutsenkung 2 (normal <20)
Keine weiteren Auffälligkeiten im großen Blutbild
Jedoch…
ANA Profil LIA SCL70 ++
IFT auf Hep2 Zellen homogen 1:320, Metachromatin positiv
Komplementfaktor C3 und C4 im Normbereich
Rheumafaktor 5,6
Vitamin D normal
dsDNA Ak Elisa negative
ANA Screen Elisa mäßig erhöht
Zirk-zitrullinierte Peptid Ak Elisa 2 Gen normal

Therapie Borreliose beginnt

Mitte September
ANA 1:320
CRIT schwach positiv (Hinweis: kein Nachweis Ak gegen native dns)
SCL70 NEGATIV
ANA/ENA normal
Borrelien IgM geht leicht zurück

Erstdiagnose Ende August durch Rheumatologen: undifferenzierte Kollagenose
Diagnose Ende September durch Rheumatologen: Systemische Sklerose

Körperlich geht es mir gut. Keine Auffälligkeiten Haut. Keine Einschränkungen mehr seit Therapie Borreliose. Keine Gelenkschwellungen.

Meine Frage: Wie war euer Weg zur Diagnose?
Ging das auch so schnell?
Hattet ihr auch ENA-Werte, die negativ-positiv-negativ sind. Also sich einfach mal so verändern?
Mir wurden täglich 200 mg Quensyl vom behandelnden Arzt empfohlen. Ich bin sehr unsicher….

Vielen Dank fürs Zuhören und allen von Herzen eine gute Zeit!!
Über Nachrichten würde ich mich wirklich sehr freuen.
 
Kann Dich nur willkommen heissen, zu allem anderen weiß ich nix zu sagen.
Kommt sicher noch jemand.
 
Danke, PiRi!
Bist du schon länger dabei und erinnerst dich vllt an Mitglieder, die innerhalb von 2 Monaten eine Diagnose erhalten haben? Und die sich körperlich auch gut fühlen? Ich verstehe einfach nicht, was hier gerade mit mir passiert :-(
 
Moin und herzlich willkommen auch aus dem Norden, @Elmona!

Dein Blutbild möchte ich nicht interpretieren, wir sind ein Laienforum und dafür gibt es ja zum Glück die spezialisierten Ärzte und bei großem Zweifel auch ein Recht auf eine Zweitmeinung.
Ich gehöre in gewisser Weise zu denen, die Du suchst.
Ich hatte gar keine Symptome, ging aber zum Doc wegen eines Spannungsgefühls, schwer beschreibbar. Die Rheumadoc untersuchte mich körperlich sehr gründlich, freute sich an meiner Beweglichkeit und meinem durchtrainierten Körper und sagte, ich sei offensichtlich gesund. Da ich mich kenne, bat ich sie, dennoch zu prüfen, ob mein Blut schon etwas zeigt, was sich noch nicht äußert. So geschehen erhielt ich fast 2 Wochen später 2 Diagnosen aus dem rheumatischen Formenkreis, RA + SLE, also eine davon auch eine Kollagenose.
Dennoch schickte sie mich ohne Therapievorschlag weg, weil ja tatsächlich Blutbilder Momentaufnahmen sind und die Symptome schon zum Blut passen sollten, um eine Diagnose zu sichern.
Leider kamen die Symptome 4 Wochen später in aller Deutlichkeit.

Ich freue mich für Dich, dass Deine Borreliose rechtzeitig erkannt und behandelt wurde (!) und wünsche Dir sehr, dass Du keine zu den Diagnosen passenden Symptome bekommst.
Auch mir wurde ergänzend Quensyl verordnet, ich vertrage es ganz gut.

Ich möchte Dir noch sagen, dass es neben sämtlichen medikamentösen Therapien, die es inzwischen zum Glück gibt, auch z.B. manuelle Therapie gibt, die sehr gut zum Erhalt unserer Gesundheit beitragen. Und auch wir können viel tun, um diesen Krankheiten zu begegnen. Unseren ureigenen Rhythmus finden, inneren Frieden, Ruhe und Zufriedenheit, Freude an der Natur, "unseren" Menschen und den kleinen schönen Dingen des Lebens und unser Leben nicht durch toxischen Menschen oder Situationen vergiften lassen. Am besten ganz rausschmeißen. Das ist manchmal viel Arbeit, aber es lohnt sich. Unser Immunsystem reagiert, negativ und positiv.

Herzliche Grüße von stray cat :king:
 
Liebe stray cat,

ich bin tief berührt von deiner Nachricht. Vielen Dank hierfür.

An einer Zweitmeinung durch die Uni bin ich bereits mit Unterstützung durch die Arztpraxis dran. Hast du das auch in Anspruch genommen? Und werden deine Werte nun regelmäßig kontrolliert?

Weißt du vielleicht auch, warum auf meinem Befund aus dem Labor “ANA Profil LIA” steht? Also was dieses LIA heißt? Diese Frage kam mir am Wochenende…Das steht auf den beiden negativen Laborbefunden des Haus-und Hautarztes nämlich nicht drauf.

Magst du mir noch sagen, was du mit einer ergänzenden manuellen Therapie meinst? Da wäre ich sehr interessiert.

Vielen Dank und liebe Grüße!!
 
Hallo Elmona,

Lia steht für die Methode nach der die Autoantikörper untersucht werden und bedeutet wohl line immunoassay (LIA) method. Wie das genau funktioniert, kann ich dir leider nicht sagen.

Lg Clödi
 
Also sowas wie Elisa? Ich verstehe momentan nur Bahnhof. Ist das so gemeint?
Ich kann ein Brot mit Dinkel oder mit Weizen backen? Am Ende hole ich immer ein Brot aus dem Ofen.
Ist dieses LIA denn zuverlässiger?
Dann hätte ich ja quasi eine Antwort, warum SCL-70 bei LIA positiv war?
 
Moin @Elmona,

Du hast ja ein Wirbelwind- Temperament :)
Ich glaube, dass Dein Brot tatsächlich irgendwie passt.
Normalerweise überlasse ich jeder Profession ihr Revier, hab nur wegen Deiner Eile kurz nachgeguckt: es sind einfach verschiedene Testverfahren.
LIA Lumineszenz- Immunoassay, wie Clödi schon schrieb und
ELISA bedeutet Enzyme- linked Immunosorbent Assay

Beide Testverfahren können Antikörper feststellen, zum Beispiel die Frühantikörper IgM oder die IgG, wenn sich Dein Körper zB schon länger mit der Borreliose auseinander gesetzt hat.

ELISA verwendet Enzyme zum Entdecken der Antikörper, kann die Ursache aber auch nicht identifizieren, also z.B. das Bakterium borrelia burgdorferi. Dieses Bakterium hat z.B. leider eine gut funktionierende Tarnkappe auf.
ELISA scheint gut technisiert zu sein und wird wohl gerne und häufig angewandt. Die Enzyme können nicht nur Antikörper identifizieren, sondern in verschiedenen Laboranordnungen auch Proteine, Hormone, Tumormarker, Viren etc. ELISA kann man auch zur Allergieuntersuchung anwenden (IgE) und kann sogar die Menge der Antikörper feststellen, was wohl bezüglich eventueller Notwendigkeit von eventuellen Auffrischimpfungen wichtig ist.

Nachgucken kannst Du all sowas natürlich im weltweiten Wissen oder, falls Du auch Bücher gerne magst zum Beispiel im Pschyrembel oder Springer Lexikon.

Frag lieber Deine Ärzte, ob eines der Testverfahren zuverlässiger ist.
Es gibt auch andere Möglichkeiten für die Änderung Deines Blutbiildes. Autoimmunerkrankungen entwickeln sich über lange Zeit, bis sie im Blut entdeckt werden können und Symptome ausbilden. Es gibt auch Autoimmunerkrankungen, die man nicht im Blut feststellen kann.

Zu den manuellen Therapien findest Du hier viel und natürlich kann ich Dir dazu auch was schreiben, sofern es bei Dir sinnvoll oder notwendig wird.

Einen guten Tag und ruhiges tiefes Atmen wünscht cat
 
Ahhh, langsam verstehe ich ein wenig mehr. Woher wisst ihr das alles und versteht die Zusammenhänge so gut?
Das ist so hilfreich!

Meine Fragen, Diagnose gabs am Telefon, wollte ich paar Tage später telefonisch beim Rheumatologen stellen. Rückruf Mitte Oktober erst wieder möglich. Nun steh ich da….wie gut, dass ich hier gelandet bin
 
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