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Dahlke / Dethleffsen Krankheit als Weg

Dieses Thema im Forum "Naturheilkunde und Komplementärmedizin / Alternati" wurde erstellt von Julika-Marie, 20. Februar 2012.

Status des Themas:
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  1. kelvin

    kelvin Neues Mitglied

    Gegenfrage: Was hilft denn dann? So richtig?

    Und was ist, wenn doch mehr dahinter steckt, als nur der Looser bei der Genkombination zu sein?

    Kelvin
     
  2. Calacirya

    Calacirya Gesperrter Benutzer

    Die Gegenfrage ist müßig. -

    Du sprichst es ja selber an: Gene sind unterschiedlich. Der eine hat Glück, der andere weniger. Wobei ich durchaus ein Verfechter der Umwelttheorie a la B. Lipton bin; die Umwelt formt die Gene mit.

    Aber auch diesbezüglich haben Menschen entweder Glück oder Pech. Der eine wird in eine günstige Umgebung hinein geboren, der andere in eine eher ungünstige Umgebung.
    Das ist aber normal so in der Natur. Daraus zu schlussfolgern, dass Krankheit einen tieferen Sinn habe oder sich gar ein Weg durch sie aufzeige oder, noch schlimmer, den Leuten eine Mitschuld an ihrer Krankheit anzudichten, halte ich für wenig sinnvoll.
    Zwar ... irgendwie ... menschlich, aber nicht sinnvoll im Sinne von zielführend.
     
  3. kelvin

    kelvin Neues Mitglied

    Die Gegenfrage zielte eher darauf ab, die beiden Extrempositionen klarzustellen.

    Entweder man glaubt an den Zufall,

    - dann gibts irgendwas dazwischen -

    Oder man glaubt an einen Sinn des Lebens mit mehr dahinter.

    Muss jeder selbst wissen, wo man sich eher hinzu rechnet, oder mitten rein und je nach Lage mal so oder so ;-)
    Mich persönlich hat das letztere wirklich weiter gebracht.

    Grüße!

    Kelvin
     
    Zuletzt bearbeitet: 2. März 2012
  4. Calacirya

    Calacirya Gesperrter Benutzer

    Was hat denn der Sinn des Lebens mit einer Krankheit zu tun? Das verstehe ich nicht.

    Ich würde Lebenssinn nie an Krankheit oder Gesundheit festmachen.
     
  5. tina71

    tina71 Neues Mitglied

    den Sinn

    des Lebens ( erst ) durch Krankheit zu entdecken oder zu finden ist ein Phänomen unserer "hochentwickelten Leistungsgesellschaft". 90 % der Menschen auf diesem Planeten fänden diese Art der Auseinandersetzung mit einer ( ernsten ) Erkrankung sicher merkwürdig. Anderersseits haben genau diese Menschen höchstwahscheinlich eine stärkere Spiritualität, Glauben oder Wurzeln in traditionellen Riten, dass sie diese nicht erst in Krisenzeiten "suchen" müssen.
    In unserer Kultur huldigen doch erstmal alle der Jagd nach dem Geld, bis sie durch einen Schicksalsschlag oder Krankheit anfangen, über den Sinn des - ihres - Lebens nachzudenken, manche reflektieren dann sogar !

    Die Bücher "Krankheit als Weg " KÖNNEN eine Möglichkeit sein, über sich und den eigenen Standpunkt in der Welt nachzudenken, nicht als Doktrin und schon gar nicht als " Schuld", wie es hier dargestellt wird. Es kann Anreiz sein, anzufangen, nachzudenken. Und hier sind die Menschen unterschiedlich : einer möchte sich ablenken und sich am liebsten nicht mit seiner Situation auseinanderssetzen und ein anderer liest, denkt nach, zieht sich vielleicht auch nach innen zurück und verarbeitet seine Erkrankung in einem Prozeß. Für die Menschen um einen herum ist die letzte Möglichkeit schwer zu ertragen. Ich meine das nicht wertend, und es gibt natürlich auch noch andere Wege des Umgans mit der Verarbeitung einer chronischen Erkrankung. Hier beziehe ich mich auf die Schwiegertochter von Julika-Marie.
    Ich hatte dir ja schon einmal vor einigen Monaten geantwortet, liebe Julika. Deine Schwiegertochter hat ihre Art,mit ihrer Erkrankung umzugehen, es ist ja auch noch recht "frisch". Welche inneren Sorgen, Ängste und auch Versagensgefühle sie hat, weiß wahrscheinlich kaum jemand. Sie sucht nach Antworten, Hilfen, eine Möglichkeit, mit der sie die Information über eine eventuell sogar die Lebensplanung ( auch eine merkwürdige Sache ) betreffende Veränderung verarbeiten kann. Ihre Welt steht auf dem Kopf ! Für die Außenstehenden, die Familienmitglieder, eine schwer aushaltbare Situation, sie erwarten, dass "nun" doch alles wieder rasch "normal" wird, nicht aufgeben, positiv denken und bitte lächeln ist das Ziel....
    ein großer Druck, der da auf den Betroffenen ausgeübt wird, wenn auch ungewollt. Ich frage mich, warum du deiner Schwiegertochter nicht die Möglichkeit läßt, sich mit IHRER Erkrankung auf IHRE Weise auseinanderzusetzen ? Wovor hast du Angst ? Dass sie depressiv wird, nicht mehr funktioniert, eine schlechte Mutter / Frau wird ? Wie geht dein Sohn mit der Krankheit um ? Machst du dir Sorgen um ihn ?
    Die Frage, die ich mir stellen würde, und die ich ihr eventuell ihr gegenüber auch äußern würde, wäre, warum sie den Grund ihrer Erkrankung bei sich sucht - wenn das dein Eindruck ist. Ob sie vielleicht Schuldgefühle hat - und weswegen und WER ihr die vermittelt. Vielleicht hat sie auch "Altlasten" zu verarbeiten, die jetzt erst für sie greifbar sind.
    Sei mir nicht böse, aber ich würde mich durch dich unter Druck gesetzt fühlen ( noch mehr das Gefühl haben, nicht auf dem richtigen Weg zu sein ). Du möchtest, dass sie funktioniert - für wen ? Kinder, den Mann, für sich oder für dich ? Wenn du das Gefühl hast, deine Schwiegertochter braucht Hilfe und fällt in ein "Loch", solltest du sie ermutigen, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Du wirst das nicht können und eher mehr Schaden anrichten, als ihr zu helfen. Wenn ihr ein gutes Verhältnis habt, wird sie darüber nicht böse sein. Wenn ihr etwas an ihr liegt, lass sie doch etwas mehr "in Ruhe" und unterstütze sie eher im Alltag....
    Bitte nicht falsch verstehen, aber als selbst chronisch Kranke weiß ich, wie anstrengend "Hilfe versuche" und gute Ratschläge von Familie und Freunden in der Situation sein können....man will jemanden aufbauen und schafft nur mehr Distanz.

    Liebe Grüße, Tina
     
  6. Calacirya

    Calacirya Gesperrter Benutzer

    Dies ist eine grobe Verallgemeinerung, der ich nicht zustimme.
    Verallgemeinerungen bringen überhaupt nie weiter.
    Es ist klassisch, dass Menschen dann, bei solch einem Thema, beginnen, die Schuld bei sich zu suchen für ihre Krankheit. Und genau das macht noch kränker.
     
  7. anurju

    anurju anurju

    Hey zusammen,

    also ich finde, Tina hat das absolut perfekt ausgedrückt.
    Wenn ich das rückblickend bei mir betrachte, habe ich zwar schon vorher "reflektiert" gelebt und andere sagten mir immer, ich würde "in mir ruhen", aber die Erkrankung zwang mich gnadenlos, mein Leben zu überdenken, Prioriäten zu setzen...
    Insofern: ich glaube schon, dass solche Grenzsituationen eine Auseinandersetzung mit den eigenen Zielen und mit dem Leben an sich anstoßen können - nicht müssen...

    Das Buch und ähnliche Werke sehe ich allerdings durchaus kritisch - dort wird manches für meine Begriffe zu sehr verallgemeinert und dogmatisiert. Aber das ist vermutlich eben auch Geschmacksache und für jeden anders.

    Liebe Grüße und für Jelka-Marie: ich finde es sehr gut, dass du dich mit dem Problem deiner Schwiegertochter beschäftigst.
    Aber vielleicht ist die Anregung von Tina, ihr erst einmal ihre "Suchbewegungen" zu lassen und geduldig abzuwarten, wirklich der richtige Weg.
    Sonst reibt sich die ganze Familie zu sehr auf und letztlich lässt sich der Verarbeitungsprozess in ihr drin sowieso nicht beschleunigen. Auch bei mir hat es eine Zeit gedauert, bis ich das alles für mich geklärt hatte und ich bin damit lange noch nicht fertig...

    Viel Kraft für eure ganze Familie wünscht
    anurju :)
     
  8. Calacirya

    Calacirya Gesperrter Benutzer

    ich brauche dazu keine Krankheit. Ich kann das auch alleine.
    Im Gegenteil Krankheit be-hindert mich. Davon abgesehen: Ich würde mich nicht wundern, wenn andere das ähnlich sehen würden.

    Teilweise ist mir das auch zu dogmatisch. Stekct mir zu sehr dieses Schuld-Denken dahinter, dieses "Bescheide dich, sei zufrieden mit deiner Krankheit". Und das finde ich wahrhaft krankhaft. Der Mensch ist geboren, um glücklich zu leben, im Rahmen seiner Möglichkeiten seine Ziele zu erreichen; und nicht, um krank dahin zu "leben" und sich ständig bescheiden und zurück nehmen zu müssen, weil er krank ist. Das kann nicht Lebens-Sinn sein.
     
  9. anurju

    anurju anurju

    Hey calacirya,

    dein Zitat hat ja den Satz, der davor stand weggelassen - der gehört aber dazu: ich habe vor der Erkrankung auch reflektiert gelebt - stand da ! Insofern sehen wir das wohl gleich...
    Das Leben mit Schmerzen ist halt doch ein völlig anderes und meiner Ansicht nach zwingt es eben zu Veränderungen; ob man die mag oder nicht. Und in meinem Fall eben auch zum Überdenken und Verändern einiger Lebensinhalte und Verhaltensweisen.

    Jeder hat da letztlich seinen eigenen Weg und seine eigene Sicht der Dinge - das ist ja auch gut so.

    Liebe Grüße von anurju :)
     
  10. Tiangara

    Tiangara PMR seit 08/2008

    Ich sehe das wie Tina. Und obwohl die Krankheit mich auch (körperlich) behindert, so hat sie mir doch ermöglicht, auf geistig-seelischem Gebiet Entwicklungen durchzumachen, die ich ohne sie nicht gemacht hätte!

    Würde mir jemand sagen: "Lies dieses (oder jenes) Buch nicht, das tut dir nicht gut" o. Ä., dann würde ich mich fühlen wie ein bevormundetes Kind und mich erst recht zurückziehen.

    Wenn jemand dabei ist, sich mit sich selbst auseinanderzusetzen, sollte sich niemand ungefragt einmischen. Ein Mensch muss auch die Chance haben, für sich selbst herauszufinden, was für IHN gut und richtig ist (das kann für einen anderen aber ganz anders sein und ist eben individuell verschieden). Solche Prozesse ziehen sich oft über Jahre hin und es gibt viele Hochs und Tiefs dabei, aber es ist das, was man Entwicklung nennt, und ich finde Entwicklung immer besser als keine Entwicklung. Es ist im Übrigen auch einfach ein Weg, mit der Krankheit besser klar zu kommen.

    Wenn da jemand anderer Ansicht ist, ist das vollkommen okay. Dann ist das für IHN eben anders. Aber auch hier darf man nicht einfach von sich ausgehen und für andere bewerten. Jeder ist anders und keiner kann in den anderen hineingucken. Insofern bin ich dafür, die Menschen ihre Probleme selbst lösen zu lassen - es sei denn, sie bitten ausdrücklich um Hilfe.

    Schönen Samstag,

    Tiangara
     
  11. Julika-Marie

    Julika-Marie Neues Mitglied

    Hallo ,


    Ich finde es schade,daß meine Beiträge nur auf die mir mitlerweile zugewiesene Rolle als übergriffiges Schwiegermonster reduziert werden.


    Schönes Wochenede

    Julika-Marie
     
  12. Nachtigall

    Nachtigall Neues Mitglied

    Hallo alle miteinander,
    ich hab das Buch "Krankheit als Weg" schon vor vielen Jahren mal gelesen, als ich noch kein Rheuma hatte, aber einige Schwachstellen in meinem Körper aufbegehrten. Damals hab mich auch noch viel mehr mit Bach-Blüten gemacht, und ich hab mir sogar rausgeschrieben, welche Charaktereigenschaften welche Krankheiten auslösen "können". Ich hatte erstaunt festgestellt, dass die Theorien bei den Menschen in meinem Umfeld häufig zutrafen, nur bei mir selber wollte ich es damals noch nicht wahrhaben, wo meine charakterlichen Schwachstellen waren und dass sie sich wirklich in diesen oder jenen Symptomen gezeigt hatten. Ich kann nicht mehr sagen, ob ich alles befürworten konnte, was da geschrieben stand, aber ich hab auf jeden Fall draus gelernt.

    Auf jeden Fall finde ich noch heute die Ansätze gut, die auch in der Bach-Blüten-Philosophie zu finden ist: Wenn die Seele aus dem Gleichgewicht ist, egal ob durch Charakterschwächen oder psychische Belastungen, dann leidet sie, und das äußert sich eher weniger durch psychische Erkrankungen, sondern überwiegend durch körperlichen Symptome. Diese kann man oft nicht richtig deuten, weshalb dann oft nur an den Symptomen herumgedoktert wird anstatt den Gemütszustand zu beleuchten.
    Dass die Seele über den Körper reagiert, kann jeder an sich und anderen feststellen, wenn man die Körperhaltung usw. beobachtet. Wer fröhlich ist, geht aufrecht und beschwingt daher, wer traurig ist, hat den Kopf gesenkt usw. Bei Nervosität muss man oft zur Toilette, bei Ärger bekommen die Einen Magenschmerzen, die anderen Migräne usw.
    Ich denke, besagtes Buch soll ein Impuls sein, ein Denkanstoß.

    Als ich Rheuma bekam (und z. T. auch heute noch), meinten einige Leute, darunter auch meine Heilpraktikerin, dass die Krankheit nicht nur als Autoimmunkrankheit, sondern auch als Autoaggressionskrankheit bezeichnet würde. Meine Lebensumstände sind nicht gerade einfach, und so deutete man die Krankheit als Zeichen, dass ich falsch mit meinen Lebensumständen umging.
    Wenn das 10 Jahre früher gewesen wäre, hätte ich es ihnen geglaubt. Aber mein Rheuma kam zu dem Zeitpunkt, als ich schon längst gelernt hatte, anders mit meinen Problemen umzugehen. Ich denke, natürlich schwächt alles, was fürs Gemüt negativ ist, die Immunabwehr. Aber ich lehne es ab zu glauben, dass man am Rheuma selber schuld sei.

    @ Julika-Marie:
    Deine Schwiegertochter hat absolut keinen Grund zum schlechten Gewissen, dass sie selber schuld sei an ihrer Erkrankung. Das genannte Buch zeigt Thesen auf, die zum Nachdenken anregen sollen, aber nicht zur Selbstzerfleischung. Letztere ist sowieso niemals sinnvoll, denn auch wenn man im Leben Fehler gemacht hat, hilft es niemandem, wenn man sich selber kreuzigt, sondern Fehler sind da, um daraus zu lernen, wie man es in Zukunft anders machen sollte.
     
  13. Calacirya

    Calacirya Gesperrter Benutzer

    Gesund oder krank, das entscheidet nicht die Psyche, sondern das Immunsystem (oft genug angeboren und zusätzlich falsche Umwelteinflüsse gehabt, Stichwort: Infektionen.) Das ist der grundlegende Fehler in Theorien a la "Dahlke". Er bietet nur die angeblich mächtige Psyche als Verursacher von Krankheiten an.

    Zum Glück ist die moderne Medizin da schon weiter. Es gibt jede Menge Erklärungen für die Entstehung von Autoimmunerkrankungen (zu denen auch Rheuma zählt), und damit gibt es auch immunmodulierende, das Immunsystem korrigierende, Behandlugsmöglichkeiten. Das wird allerdings von den "Dahlkes dieser Welt" geleugnet. Ach, vermutlich weiß er gar nichts davon, aber egal. Er will ja sein Buch verkaufen. -

    Zum Glück bin ich persönlich schon etwas weiter in meiner Erkenntnis (durch ausführliches Lesen über Autoimmunerkrankungen und ihre Entstehung), und kann deshalb die für mich krankmachenden Thesen eines Herrn Dahlke gar nicht teilen. Ich finde sie sogar in höchstem Maße menschenfeindlich, wegen der Schuldsuggestion. Deshalb verabschiede ich mich hiermit aus diesem thread.
     
  14. Nachtigall

    Nachtigall Neues Mitglied

    Was Autoimmunerkrankungen betrifft, stimme ich mit Calaciryas Meinung überein.
    Aber ihre Meinung, dass die Psyche nicht schuld an Krankheiten ist, kann ich nicht teilen. Ich habe schon zu viele Erfahrungen damit gemacht, wie falsche Lebenseinstellungen und psychische Disharmonien den Körper krank gemacht haben.
    Ich bin der Meinung, man darf halt nicht alles in einen Topf werfen. Wie ich schon sagte, stelle ich bei mir immer wieder mal fest, wie eng Körper und Seele zusammenhängen, aber ich weise den Gedanken entschieden zurück, das Rheuma psychisch bedingt ist.
     
  15. Gitta

    Gitta Aktives Mitglied

    **

    Mal die Finger unter meinem Po hervor hole..
    Leider schaffen Menschen wie Dahlke usw. immer wieder
    durch gewagte und auch unrichtige Thesen,Menschen zu verunsichern.
    Vor allem die,die in irgendeiner Krise sind.
    Es gibt noch andere Schriftsteller,bei denen ich nach kurzer
    Zeit ausgeblendet habe.
    Sorge dich nicht Lebe.Das ist auch eine Art Gehirnwäsche.
    Diese Schriftsteller,wobei hier nur 2 genannt sind,erinnern mich
    an Sektenführer.Nur,als Schriftsteller,verdienen sie an ihren Büchern
    und bleiben weitesgehend im Hintergrund.
    Ich habe einiges hinter mir,nur,ich bin solange ich denken
    kann,ein positiver Mensch.Ich wünsche allen,
    das sie sich nicht kirre machen lassen,denn unsere Ungesundheiten,
    die versuchen es ja ständig.Wer braucht dann noch wiedrsprüchliche Ratschläge.
    Meine Meinung.
    Gitta
     
  16. tina71

    tina71 Neues Mitglied

    Hallo @ alle,

    @ calacyra - du verallgemeinerst selbst ! Meine Erfahrung, auch aus meiner Arbeit heraus, ist nunmal das, was ich schrieb. Viele Menschen sehen Gesundheit als etwas Selbstverständliches an und fangen erst an, sich mit sich selbst auseinanderzusetzen, wenn sie in eine Krise geraten.

    Ich lese ehrlich gesagt heute gar keine "Lebensratgeber" mehr, nicht, wie mein Kind wie "jedes Kind schlafen lernt", noch "wie ich mein Leben entrümpeln kann" usw.
    Ich habe gelernt, meinem eigenen Verstand zu folgen und auch meinem Bauchgefühl. Dennoch frage ich mich manchmal, wie gewisse Emotionen, Unwohlsein, Schmerzen und Frustrationen im Kontext mit meinen Erfahrungen, meiner Psyche, meiner derzeitigen Situation usw. zusammen hängen. Ich sehe das nicht im Zusammenhang mit "Schuld", sondern als Entwicklung.
    Ich habe mich mit vielen dieser Bücher beschäftigt, sie gelesen, darüber nachgedacht, teils empört, teils beeindruckt, teils gelangweilt oder belustigt. Jedem Menschen sollte offen stehen, wie er oder sie Dinge verarbeitet. Auch wenn es für Außenstehende destruktiv aussehen mag, ist es vielleicht für denjenigen heilsam, auch wenn man das nicht direkt sieht. Vielleicht führt der Weg ins Tal zu einem Punkt mit mehr Aussicht oder aber zu mehr Mut, den Aufstieg wieder zu wagen. Vielleicht muss man auch erst das Tal gesehen haben, um den Ausblick später wieder geniessen zu können.
    In der Verarbeitung von "Krankheit" gibt es Stufen, Schritte, zu der auch mal Trauer, Wut, Depression, Resignation usw. gehören.
    Interessant finde ich,dass Dahlkes Thesen hier sehr unter dem Aspekt der Schuld gesehen werden, ich denke, man muss das nicht so dicht an sich heranlassen, sondern als einen Aspekt sehen. Deine Schwiegertochter darauf "anzustossen", dass diese Thesen Ideen, Anreize - aber kein Rezept - sein können, wäre eine Möglichkeit. Im Christentum ist der Gedanke von "Schuld", "Strafe" und "Belohnung" VIEL stärker gegeben, das wird einfach hingenommen...
    In der antroposophischen Medizin wird der Aspekt " was will meine Krankheit mir sagen" auch ganz stark betont. Nicht,dass man mich hier falsch versteht : ich teile diese Thesen nicht, aber ich gestehe sie anderen zu, und ich lasse sie ihre Erfahrungen machen.

    Julika- Marie, ich sehe in dir kein "Schwiegermutter -Monster" - ehrlich gesagt, habe ich mir viele Gedanken gemacht und einfach ehrlich geantwortet - schade, dass du nicht auf meine Fragen eingehst. Wass willst du hören ? Ja, ich denke auch, es tut deiner Schwiegertochter nicht unbedingt gut, in ihrer Situation Dahlke zu lesen. Aber wenn DU ihr das sagst, tut ihr das genausowenig gut... ! Verstehst du ? Ich habe versucht, nachzuempfinden, was in deiner Schwiegertochter vorgeht. Ja, und ich kann verstehen, dass du dir Sorgen machst, wenn sie, wie du es nennst, "destruktiv" mit ihrer Erkrankung umgeht. Vielleicht entspricht das aber ihrem Wesen. Deine Einwände oder Tips können von ihr nicht wirklich als Hilfe verstanden werden, sie geben ihr vielmehr das Gefühl, "jetzt bitte den Schalter umzulegen" und wieder "lustig" zu sein. Wie, denkst du denn, sollte man damit umgehen, zu wissen, dass man chronisch krank ist, das die Schmerzen immer wieder kommen können, dass man müde ist, bevor der Tag beginnt, dass man weniger leistungsfähig ist, als Menschen gleichen Alters... da findet ein Abschied statt, ein Dahinscheiden des "alten Ichs" - und es gibt eine Trauerarbeit, und die kann dauern. Das Schlimmste, was einem in dieser Zeit passieren kann, sind Menschen um einen, die ständig guteTips, Zeitungsauschnitte, "Aufmunterungen" oder Mitleid parat haben.
    Mein Anliegen war, dir aufzuzeigen, in welcher emotionalen Krise deine Schwiegertochter steckt und das Druck nicht hilfreich ist. Akzeptiere sie, wie sie (gerade) ist, und unterstütze sie im Alltag, sag ihr etwas Nettes, bau sie auf - und kritisiere nicht an ihr herum ! Denn : auch Ratschläge sind Schläge... ( wenn man nicht darum bittet ).

    Herzliche Grüße an alle, Tina
     
  17. Julika-Marie

    Julika-Marie Neues Mitglied

    Hallo tina,

    vielen Dank für Deine Ausführungen.

    Es ist keine Ignoranz,daß ich Deine Fragen nicht beantworte.

    Aber zu schnell bekommen solche Darstellungen den Beigeschmack der

    "billigen Rechtfertigung".

    Und ich möchte nicht den Eindruck erwecken,daß ich mich selber als Opfer
    sehe,um mich( in Wahrheit ) vor Selbstreflektion zu schützen.


    Ich hoffe auf Dein Verständnis

    LG

    Julika-Marie
     
  18. anurju

    anurju anurju

    Hey Julika-Marie,

    ich habe mir alle Beiträge nochmal aufmerksam durchgelesen - und ehrlich: ich finde nicht, dass dich irgendwer als "Schwiegermutter-Monster" sieht - ganz im Gegenteil finden wir alle wohl toll, wie viele Gedanken du dir um das Wohl deiner Schwiegertochter machst und wie du an ihrem Seelenleben interessiert bist.

    Vermutlich ist es einfach die "andere Brille", die uns da vielleicht andere Ratschläge formulieren lässt als man sie vielleicht erwarten könnte...
    Als Betroffene hat man einfach so viel zu hören bekommen, gezeigt bekommen... oft genau in Phasen der tiefen Verzweiflung und fühlte sich dadurch unverstanden, gegängelt und vielleicht auch etwas "in die Ecke gedränkt".

    All das bezweckst du zweifellos nicht und ich glaube auch, dass du deine Schwiegertochter sehr sanft und einfühlsam begleitest.
    Aber bei einigen von uns kommen da einfach so starke eigene Erfahrungen hoch, dass man nicht ganz neutral raten kann und sofort mahnt, deiner Schwiegertochter bitte nicht das Gleiche anzutun...

    Also: nochmal kurz zusammengefasst:
    Ich finde auch erschreckend, wie "selbstzerfleischend" deine Schwiegertochter mit ihrer Erkrankung umzugehen scheint.
    Die Idee der eigenen Schuld würde man am liebsten einfach aus ihrem Hirn herausstreichen - aber das wird so einfach nicht gehen...
    Sie muss wohl den langen Prozess der Verarbeitung weitergehen und vielleicht gehört dazu die Auseinandersetzung mit der (leider etwas etwas einseitigen) Theorie Dahlkes...
    Man kann ihr nur wünschen, dass sie Therapeuten, Ärzte und vielleicht andere Betroffene findet, die sie zu einem optimistischen, lebensbejahrenden Umgang mit der Erkrankung animieren.
    Dazu - wie schon einmal erwähnt - wäre vielleicht ein Klinikaufenthalt sinnvoll - der ändert für viele Leute Sichtweisen, weil man auf sich selber "zurückgeworfen" und gleichzeitig mit den Bewältigungsstrategien anderer Menschen konfrontiert wird.

    Ich drücke sehr feste die Daumen für den weiteren Weg - und bitte versteh die Beiträge als gut gemeinte und wohlwohllende Ideen - wirklich bewunderswert dein Engagement und keiner versteht dich hier falsch...

    Alles, alles Gute von anurju :)
     
  19. kelvin

    kelvin Neues Mitglied

    Hallo zusammen!

    Ich habe von Anfang an den starken Einfluss meiner Innenwelt auf das Schmerzniveau gespürt, also war klar, da ist ein Hebel, ich muss ihn nur bedienen können. Da steckt mehr dahinter. Viel mehr als mir jeder Arzt so eingestehen wollte. Sogar so stark, das ich mich dessen gar nicht erwehren konnte. Also hab ichs einfach an mir selbst erforscht...

    Und wenn tatsächlich ein Sinn oder mehr oder was für Gesetze auch immer dahinter stecken, dann will ich diese erfahren, lernen, mich danach richten. Wer mitspielen will, der sollte die Regel kennen. Ist schon beim simpelsten Kartenspiel so.

    Krankheit und Behinderung sehe ich nicht als Willkür oder Strafe, sondern als Hinweis. Einen Hinweis den ich in schwächerer Form sicherlich übergangen hätte. Ein Hinweis, der im Nachhinein für mich ein Geschenk ist. Ja, ich liebe mein Leben, auch wenn es manchmal schwierig ist!

    Grüße!
    Kelvin
     
  20. Calacirya

    Calacirya Gesperrter Benutzer

    @Tina71:
    nein.

    Dies hier ist ein Beispiel von klassischer Verallgemeinerung:

    Es stammt von dir.
    Deine Erfahrung ist aber nicht ohne weiteres auf alle Menschen anwendbar. Ich zb. schließe mich davon eindeutig aus. Ich brauche keine Krankheit, um einen Sinn im Leben erkennen zu können, und ich finde solche Gedankengänge auch äusserst befremdlich, um nicht zu sagen: krank! Denn: psychisch gesunde Menschen brauchen sowas nicht! Psychisch gesunde Menschen wollen keine Krankheit und sehen da auch keinen Sinn drin, in Krankheit! Wie kann man nur in Krankheit einen Sinn sehen! Das einzige, was Sinn macht, ist ein erfülltes Leben, mit Wünschen, Zielen, Sehnsüchten, denen man aktiv nachgehen kann, wofür man aktiv was tun kann, und dabei behindert Krankheit nur.

    Krankheit ist Folge eines defekten Immunsystems. Nicht mehr. Dieses ganze Psycho-Gequatsche macht körperliche Krankheit natürlich noch schlimmer, anstatt besser, weil sich die armen Leute dann auch noch einreden, selbst schuld an ihrer Krankheit zu haben. Nein, sie haben nicht selbst Schuld. Dieses sich selbst Schuld einreden, ist schon kollektiv in Deutschland (Deutschland ist dafür aber auch besonders anfällig). - Nein, Menschen sind einfach krank. Weil ihr Immunsystem es so wollte, zugelassen hat... wasauchimmmer. So einfach ist das.

    Hallo Gitta, stimme dir zu. Diese Verunsicherung der Leute ist echt schrecklich. Aber so kann man gut viele viele Bücher verkaufen. Menschen, die sicher in sich sind, brauchen keine solch obskuren Ratgeber.
     
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