Hallo und guten Morgen,
ob Gefäßentzündungen (Vasculitis) nun wirklich speziell zum Crest Syndrom gehören, konnte ich nirgendwo nachlesen. Soweit ich das verstehe, können beim Crest auch Symptome von anderen Kollagenosen auftauchen, was bei Kollagenosen normal ist, denn das Immunsystem grenzt ja nicht ganz scharf ab.
So habe ich z.B. neurologische Ausfälle, wie Taubheit in den Beinen und Füßen oder einen schwankenden Gang mit Gleichgewichtsstörungen und eine Muskelschwäche in den Beinen und Armen. Aber bei mir wurde ein eindeutiges Crest im Labor nachgewiesen.
Mir wurde auch empfohlen, mit Azathioprin anzufangen. Nun hat mich die Uniklinik Gießen nach Bad Nauheim in die Kerkhoffklinik vermittelt, wo ich nächsten Donnerstag hin fahre. Die haben eine Spezialsprechstunde für Sklerodermie und ich vermute mal, das da dann nach den neuesten Erkenntnissen behandelt wird. (Soweit ich weiß wird Quensyl, Methotrexat oder Azathioprin verordnet.)
Falls ihr was lesen wollt habe ich hier einen Artikel von 2013 im Springer Verlag gefunden, der sehr umfassend die Systemische Sklerose beschreibt:
http://www.springerzahnmedizin.de/systemische-sklerodermie/4539486.html
Auch hier bei Rheuma Online gibt es einen guten Text zum Crest:
https://www.rheuma-online.de/a-z/c/crest-syndrom.html
Beim Crest Syndrom sind eigentlich immer die Hände betroffen durch das Raynaud-Syndrom, die Hautverhärtungen, die Calcinosen oder die offenen Stellen. Knubbel und Verhärtungen sind meist die übliche Hautverhärtung und Calcinosen.
Ich gehe in eine Sklerodermie Selbsthilfegruppe nach Marburg. Dort habe ich Kontakt zu anderen Betroffenen und konnte feststellen, dass jeder anders betroffen ist. Beim Crest fast immer die Hände und die Speiseröhre.
Zu eurer enormen Erschöpfung kann ich noch erzählen, das ich letztes Jahr einen Schub von 8 Monaten hatte, in dem ich vor Erschöpfung das Haus nicht verlassen konnte. Ich habe nachts 8 Stunden durch geschlafen und tagsüber nochmal 3 bis 4 Stunden. In den Schüben ist das bei mir immer so. Wenn der Schub vorbei ist, bin ich wieder etwas leistungsfähiger, aber eine Einschränkung ist geblieben - leider.
Ich bin jetzt nicht im akuten Schub, aber schaffe am Tag viel weniger als noch vor 4 Jahren. Vor allem die Laufstrecke ist bei mir eingeschränkt. Zudem habe ich starke Schwankungen in der Tagesform. Heute kann ich ganz gut laufen und mal Bummeln gehen und morgen komme ich wieder kaum vom Fleck. Das macht zB. eine Planung für einen Urlaub unmöglich, denn das traue ich mich schon gar nicht mehr. Mir ist schon passiert, dass ich an die Ostsee gefahren bin (ging auch ganz gut) und vor Ort kam ich nicht mehr vom Fleck.
Auch das tägliche Einkaufen geht an vielen Tagen nicht. Ich schaue immer nach meiner Tagesform.
Liebe Grüße
Brumsel