Hallo Danydrum, hallo mandoline, hallo auch an alle anderen,
ich habe ebenfalls Polymyalgia - seit Sommer 2008 - und üble Erfahrungen mit Cortison. Zwar habe ich mit "nur" 30 mg begonnen, aber als ich nach ca. 6 Monaten bei 12,5 mg angekommen war, haben die Nebenwirkungen voll zugeschlagen: Vollmondgesicht, Stiernacken, 20 kg Gewichtszunahme und ganz enorme Wassereinlagerungen! Meine Füße waren so prall, dass ich nur noch in Flip-Flops reinkam und eine leichte Berührung schon schmerzhaft war!!
Ab dieser Dosis konnte ich nicht weiter reduzieren, ohne dass die Schmerzen heftig wiedergekommen wären - MUSSTE es nun aber tun! Gleichzeitig startete ich eine Basismedikation mit MTX, beginnend mit 1 x 15 mg pro Woche (und jeweils am Tag danach 5 mg Folsäure). Nach ca. 3 Monaten spürte ich langsam eine Wirkung des MTX, die aber das durch die weitere Reduktion fehlende Cortison nicht wettmachen konnte - obwohl es ständig weiter gesteigert wurde! Bin mittlerweile bei 25 mg MTX/Woche (das ist die Obergrenze, die bei Rheuma gegeben wird) und 7 mg Cortison/Tag. Wenigstens vertrage ich MTX einigermaßen gut (außer, dass mir immer mehr Haare ausfallen)!
Zwar habe ich ab ca. 10 mg Cortison ziemlich Wasser sowie Gewicht verloren, aber mit der Zeit kam das "einfach so" wieder - trotz 2 verschiedenen Wassertabletten! Was ebenfalls immer stärker wurde, waren und sind die Schmerzen! Ständige Müdigkeit, Schlappheit, Muskelschwäche, ständig Pausen machen müssen - das alles kenne ich ebenfalls zur Genüge! Und vor allem eben auch die Gehprobleme! Ich zwinge mich trotzdem dazu, jeden Tag neben dem Haushalt auch noch 1/2 Std. spazieren zu gehen, damit die Muskeln nicht total verkümmern, aber es ist eine Qual!
Mit der Zeit kamen zu den ursprünglichen typischen PMR-Schmerzen noch verstärkt Hüftgelenkschmerzen dazu und nun wurde auch noch eine schwere Hüftgelenkarthrose beidseitig diagnostiziert. Um die Zeit bis zu einer OP noch ein bissel rauszuziehen, versuche ich es gerade mit Hyaluronsäure-Spritzen, wovon ich meine, eine erste kleine Erleichterung zu verspüren, aber ich bin ja noch nicht fertig mit der Behandlung.
Diese heftigen Schmerzen und Behinderungen über Jahre - verbunden mit all den schlimmen Nebenwirkungen - gehen ganz schön an die Substanz und ich kann nur jeden Tag neu hoffen, dass endlich mal - in Bezug auf die Polymyalgie - eine spontane Besserung einsetzt, denn mit meinen 55 Jahren fühle ich mich noch viel zu jung für diese typische Erkrankung des "höheren Alters", die noch dazu laut meinen Ärzten bei mir sehr hartnäckig ist!
Ich wünsche auch allen anderen von euch, die so leiden müssen, eine baldige Besserung!
Liebe Grüße von Tiangara