Cortison - Verständnisfrage zu Dosierung

Dieses Thema im Forum "Cortison / Glukokortikoide" wurde erstellt von Maddl1107, 2. Februar 2018.

  1. Maddl1107

    Maddl1107 Neues Mitglied

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    Hallo ihr Lieben,

    ich nehme seid Mittwoch Prednisolon 40 mg, quasi als Versuchsballon, um zu sehen, ob meine Fussbeschwerden entzündlicher Natur sind. Der Arzt sagt, wenn es anschlägt ist es eine Entzündung, egal woher diese kommt. Dann soll ich es über 4 Wochen unter seiner Anleitung langsam ausschleichen bis auf Null. Schlägt es bis heute nicht an, soll ich es wieder weglassen ab morgen.

    Nun ist es so, dass ich Mittwoch nachmittag die erste Ladung genommen habe und bis abends hatte ich eine deutliche Verbesserung. Gestern morgen waren die Schmerzen zu 90 Prozent reduziert. Heute würde ich sagen, merke ich die Schmerzen wieder ein ganz klein wenig mehr als gestern. Wobei es natürlich sein kann, dass es durch den Unterschied Schmerzen/weniger Schmerzen mir gestern einfach um noch so viel besser vorgekommen ist. Alles in allem würde ich heute sagen, ich habe eine Verbesserung von 70-80 Prozent.

    Geplant sind bis heute 40 mg, also 3 Tage und ab morgen dann weniger. Ich muss versuchen, heute Abend meinen Arzt zu erreichen um näheres abzustimmen.

    Nun meine Frage. Reduziert man erst, wenn die Entzündung zu 100 Prozent weg ist, also quasi bei Schmerzfreiheit? Kann man quasi bei Reduzierung bestenfalls den letzten Entzündungsstand halten oder wirkt die reduzierte Dosis weiterhin auf die Entzündung ein. Wisst ihr was ich meine??

    Danke :)
     
  2. Birte

    Birte Registrierter Benutzer

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    Im Normalfall reduziert man schnell wieder runter, um erstens die teilweise starken Nebenwirkungen gar nicht erst richtig hochkommen zu lassen und zweitens das langsame Ausschleichen über mehrere Monate zu vermeiden. Komplette Schmerzfreiheit nur mit Cortison zu erreichen stelle ich mir ohnehin schwierig vor.

    Das ist aber, wie du schon sagst, definitiv eine Frage, die du deinem Arzt stellen solltest. Immerhin hat sich ja dadurch die Entzündung bestätigt und nun muss man weitersehen. Falls es sich um etwas Rheumatisches handelt, wird dann eine entsprechende Basistherapie eingeleitet, sodass die Ursache bekämpft wird.

    Gruß,

    Birte
     
  3. Maddl1107

    Maddl1107 Neues Mitglied

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    Danke Birte für deine Antwort. Ich persönlich tippe auf eine durch Überlastung aktivierte Arthrose. Glaube nicht so sehr an was rheumatisches. Dafür hab ich glaub zu wenig Symptome. Dafür spricht Rheuma bei meiner Mutter und mein Hashimoto. Dagegen die guten Blutwerte, die fehlende morgensteifigkeit und der fehlende Ruheschmerz...

    Warum kann man durch cortison keine Beschwerdefreiheit erreichen? Ich dachte mir Entzündung weg= Schmerz weg...
     
  4. Birte

    Birte Registrierter Benutzer

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    Cortison ist kein Schmerzmittel. Auch wenn die Entzündung zurückgeht, bleibt angegriffenes Gewebe oder sogar ein geschädigtes Gelenk zurück. Dazu kommen ggf. Probleme durch Schonhaltung/Anspannung. Falls es sich "nur" um den einen Körperbereich handelt, keine weiteren Schäden am Gelenk entstanden sind und keine tieferliegende Problematik wie z. B. eine Autoimmunerkrankung dahintersteckt, könnte vermutlich nach einer gewissen Zeit alles wieder so sein wie vorher.

    Aber da bin ich wirklich nicht die richtige Ansprechpartnerin - ich kann mich noch nicht einmal erinnern, wann ich das letzte Mal völlig schmerzfrei war.
     
  5. O-häsin

    O-häsin Aktives Mitglied

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    Hallo Maddl.
    bei Dir wird ja zunächst eine Entzündungstätigkeit erwogen, deshalb das Corti. Nach Deiner Schilderung scheint es mir, als sei dieser Versuch gelungen.
    Jedoch scheint mir die einfache Formel 'Entzündung weg = schmerzfrei' etwas kurz gegriffen. Zunächst ist von Bedeutung, dass die Entzündungstätigkeit sozusagen der Gegenspieler von Corti ist (und umgekehrtI; sie verschwindet nicht so einfach, nur weil ihr Corti entgegengehalten wird. Es ist die Corti-Dosis, die immer angepaßt werden müßte. Wird es reduziert zu einem Zeitpunkt, in dem die Entzündung noch "wütet", reicht (wahrscheinlich) die Dosis nicht.
    Aber gerade das spricht ebenfalls dafür, dass es entsprechend dem Ausmaß der Aktivität gewirkt hat, und mit der Reduzierung bekommt halt die Entzündung wieder Oberwasser.
    LG o-häsin
     
  6. Maddl1107

    Maddl1107 Neues Mitglied

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    Vielen Dank für eure Antworten . Ich bin begeistert von dem respektvollen Umgang miteinander hier in diesem Forum. Hab das schon ganz anders erlebt ...

    Ich bin gespannt was der Doc sagt, ob ich reduzieren darf... wenn ich das richtig verstanden habe wirkt es dann ja trotzdem weiter. Ich hab auch kein Problem damit die Dosierung noch etwas zu halten, habe aber Angst vor sichtbaren Nebenwirkungen wie Mondgesicht usw.... Bin grundsätzlich kein guter Tablettenschlucker... hab immer mulmiges Gefühl wenn ich was einnehmen muss ...
    Ich hätte einfach so gerne die Schmerzen weg und vor allem hätt ich gerne eine Diagnose. Der eine Arzt sagt ja keine Entzündung, aber Arthrose. Der zweite Arzt sagt keine Arthrose, aber eine Entzündung. Was soll man da noch denken.

    Wenn es wie ich vermute eine durch Belastung aktivierte Arthrose, müsste es doch eigentlich wieder weggehen oder? Die Arthrose ist ganz geringgradig... so dass sie der eine Arzt noch nichtmal erkannt hat...
    das MRT zeigt knochenödeme, Geröllzysten und arrossionen. Alles sehr widersprüchlich ...
     
  7. Maddl1107

    Maddl1107 Neues Mitglied

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    Arzt grade angerufen. Er meint auf der einen Seite ist er froh dass cortison greift, auf der anderen seite glaubt er genau wie ich nicht so richtig an Rheuma, obwohl es schon wahrscheinlicher ist jetzt durch das Wirken vom cortison. Aber er ist auch immer noch auf der Überlastungsschiene in Verbindung mit der Arthrose, die sich dadurch aktiviert... er sieht das quasi unabhängig genau wie ich . Ich soll morgen und Sonntag noch die 40 mg nehmen und dann ab Montag 5 Tage auf 30 mg runtergehen. Im Laufe der Woche mich mal melden, bei Fragen oder Beschwerden sowieso. Ab nächsten Samstag dann 20 mg. Er meint er hat die Hoffnung dass es wirklich komplett in den Griff zu bekommen ist...
     
  8. Monsti

    Monsti das Monster

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    Grundsätzliches zum Cortison: Je länger man es nimmt, desto langsamer muss es wieder ausgeschlichen werden. Ob höher dosiertes und nur sehr kurzfristig genommenes Cortison ausgeschlichen werden muss, hängt von der Dosis ab. Eine Stoßdosis von 40 mg würde ich stets innerhalb einer knappen Woche wieder ausschleichen: 1. Tag 40 mg, bei weitgehender Schmerzfreiheit am Tag 2 nur noch 20 mg. Hält die Schmerzfreiheit weiter an: 3. Tag 10 mg, 4. Tag 5 mg, dann absetzen. Kommen die Schmerzen wieder sehr unangenehm zurück (leichtes Maulen wird ignoriert), bleibe ich einen weiteren Tag auf der vorangegangen Dosis und dehne das Ausschleichen um jeweils einen zusätzlichen Tag aus. So praktiziere ich es schon seit ca. 20 Jahren und kommt sehr gut klar.

    Im Herbst war ich bei 10 mg Urbason (Methylprednisolon), und zwar schon seit Monaten. Das Runterschleichen auf 2 mg zog sich bis Weihnachten hin.

    Vor 18 Jahren lag ich mal mit einer Orbitalphlegmone, Sehnervenentzündung und beginnender Meningitis im KH. Dort erhielt ich vier Tage lang 1.500 mg Prednisolon (?) i.v., in den knapp zwei Wochen wurde das Zeug langsam soweit reduziert, dass ich es kurz vor der Entlassung oral nehmen konnte. Das Ausschleichen dauerte dann drei Monate, aber nur, weil die Anfangsdosis so hoch war.
     
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