Cortisonstoß und die Folgen
Hallo,
ich bin seit 1992 "dabei", sprich Cortison zu nehmen. Vorweg: Ich bin 100% pro Cortison eingestellt, möchte aber doch vor den Nebenwirkungen vor Stoßtherapien, sei es als Spritze, sei es als Infusion warnen. Eine Infusion habe ich zum Glück noch nicht bekommen. Die meisten Stoßtherapien waren als Tabletten mit erst sehr schnellem, dann langsamen Abbau. Am unangenehmsten fand ich die Spritzen bei einem Bandscheibenvorfall, nach der ersten konnte ich sofort wieder "fliegen", nach dem Ausklingen der 6. Spritze war der Fuß aber fast wieder gelähmt. Von dem nervlichen Auf und Ab mal abgesehen. Die nervlichen und körperlichen Krisen nach einem Stoß fürchte ich inzwischen am meisten. Erst ist man dem Ende nahe, dann der Stoß, in den nächsten Tagen totale Euphorie und unbändige Kräfte. Man übernimmt sich dann auch leicht. (Lese deshalb auch mit Interesse die Doping Berichte über die Sportler.) Dann der Abstieg, plötzlich bricht alles zusammen, bei mir kommen Depressionen, ich heule bei jeder Art von Stress und möchte am liebsten aus dem Fenster springen. Bei mir ist der Wendepunkt inzwischen bei 10 mg angelangt, darunter komme ich gar nicht mehr.
Meine Mutter hat auch sehr lange Cortison nehmen müssen. Damals waren Spritzen besonders angesagt, die halfen schnell, nach 3 Monaten ging dann das Elend wieder richtig los. Also wieder eine Spritze. Sie hatte relativ schnell sehr starke Hautprobleme. Tabletten kann man viel besser dosieren als Spritzen und Infusionen. Ich habe auch Cortison Spritzen in die Handgelenke bekommen, aber es gab keine langfristige Stabilisierung. Die Ärzte, die die Spritzen verabreichen, sind oft mit den späteren Auswirkungen (sprich Zusammenbruch) gar nicht konfrontiert. Das ist meist der Hausarzt, der dann dem Cortison auch etwas kritischer gegenübersteht.
Du hast nicht geschrieben, welche Grunderkrankung Du hast, welche Basistherpie Du bekommst. Wenn man keine Cortison-Dauertherapie hat, ist eine Infusion sicher nicht so schlimm und beeinflusst die Nebenniere sicher nicht so stark, dann bringt es schon momentane und eventuell dauerhafte Erleichterung. Solltest Du RA haben, würde ich mir das überlegen, es sei denn, Du bist gerade total am Ende.
Cortison hat mir immer schnell geholfen, möchte trotz der Krisen nicht darauf verzichten.
Alles Gute wünscht Dir Susanne