Cortison - Entzug???

Dieses Thema im Forum "Cortison / Glukokortikoide" wurde erstellt von eve60, 28. Oktober 2017.

  1. eve60

    eve60 PMR Fibro

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    Hallo an Alle.

    Ich mache gerade eine etwas seltsame Erfahrung. Bei mir wurde ja so ein Pseudotumor Cerebri festgestellt und ich nehme Diamox dagegen. War im KH und der Hirndruck ist weiter gestiegen statt gesunken. Meine Kopfschmerzen sind auch in den letzten 2 Wochen schlimmer geworden. Während dieses Zeitraums habe ich das Cortison von 9 mg täglich auf 8/9 mg im Wechsel eingependelt.
    Heute früh z.B. habe ich nach 35 Tropfen Novamin kaum eine Schmerzlinderung gehabt. Und ich wollte dann mal sehen, ob bzw. wie das alles auf Cortison reagiert und habe einen Cortisonstoß in höherer Dosis gemacht. Und siehe da - nach ca. 1 Stunde waren die Kopfschmerzen besser bzw. weg.
    Ist es grundsätzlich denkbar, daß ein Cortison"Entzug" solche Dinge mit sich bringen kann? Kennt Ihr auch Entzugserscheinungen???
    Meine Neurologin ist leider erst in ein paar Tagen wieder da; dann werde ich sie mal dazu befragen.
     
  2. Chrissi50

    Chrissi50 Registrierter Benutzer

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    Kortison-Entzug bzw. Runterdosierung macht bei mir die seltsamsten Dinge, die angeblich garnicht möglich sind, bzw. paradox sind, so wie hoher Blutdruck, Muskelschmerzen, Nervenbrennen, Kopfschmerzen.
    Am 3. Tag der Abdosierung ists am schlimmsten, dann pendelt sichs ein. Beim nächsten 1/2 mg gehts wieder los.

    Dass der Stoß die Schmerzen behebt ist aber doch logisch, oder hab ich da grad was falsch verstanden?
     
  3. Lagune

    Lagune Registrierter Benutzer

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    Hallo Chrissi, den erhöten Blutdruck kann ich mir schon vorstellen, denn wenn man schon länger Cortison genommen hat und dan reduziert ist das doch irgendwie auch Stress im "Körpersystem". Ich habe ja letzthin nach vielen Jahren von 5mg Cortison-Prednisolon auf 4mg Prednissolon reduziert und das war eine längere Prozedur.
    Jetzt war ich letzte Woche bei meinem Reumatologen und der sagte, er findet es schon toll, wenn ich es nach all den Jahren von 5mg jetzt auf 4mg geschafft habe und wenn ich es jetzt nicht weiter runterschaffe, dann soll ich jetzt es damit erst mal gut sein lassen und bei den 4mg belassen, zumal ich viel Dauerstress mit Angehörigen(die teils auch schwer krank sind) ausgesetzt bin und es da noch schwieriger ist mit dem weiteren reduzieren bei Langzeiteinnahme. Ich hätte eh nie mehr damit gerechnet das ich jemals wieder auf weniger als 5mg Prednisolon komme. Nehme ja Cortison schon seit über 23 Jahren.
     
    #3 28. Oktober 2017
    Zuletzt bearbeitet: 29. Oktober 2017
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  4. Chrissi50

    Chrissi50 Registrierter Benutzer

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    So hab ichs mir auch erklärt.
    Aber Mediziner sagen, je weniger Kortison, desto weniger Grund hohen Blutdruck zu haben.
    Mein Körper reagiert schon bei einem halben Milligramm nach drei Tagen. Deshalb bin ich froh, wieder auf 5 mg zu sein undhoffe, alles pendelt sich wieder ein.
     
  5. kukana

    kukana Moderatorin

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    Hi,
    ich vermute du bekommst Cortison wegen einer anderen entzündlichen Erkrankung? Da kann es wirklich passieren dass es dir einige Tage schlechter geht bei Reduzierung, weil dein Körper das fehlende mg ja nun wieder selbst produzieren muss und das muss erst einmal in Gang kommen.

    Bei der anderen Erkrankung mit dem Hirndruck ist es doch sogar kontrainduziert mit Cortison und produziert nur noch mehr Kofschmerzen und höheren Druck.

    Ich würde da an deiner Stelle deinen Arzt nochmal genauer fragen, vielleicht hat er auch eine Idee wie man das Cortison ersetzen kann.
     
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  6. Kati

    Kati Registrierter Benutzer

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    Hallo Eve,

    durch die Vaskulitis geht mein Blutdruck in "astronomische Höhe". Die Erklärung ist hierfür sehr einfach: ein entzündetes Gefäss lässt Blut nicht so gut durch, dadurch wird der Druck erhöht.
    Durch das Cortison - was bei mir aber erst nach 4-5 Stunden wirkt, kann man zusehen, wie der Blutdruck sinkt.
    Das Phänomen habe ich immer, wenn ich Cortison nehme: mein Blutdruck sinkt. Offenbar ist auch wenn nicht "von außen sichtbar" bei mir doch noch ein Entzündung im Raum.

    Ich meine Du solltest beobachten, wie es Dir besser geht - mal abgesehen davon, dass es mir leid tut, dass Du schlecht dran bist - und das dann der Ärztin schildern, so dass die Therapie an Dich persönlich angepasst werden kann. Eine Universitätsprofessorin hat mir zwar gesagt, dass das mit dem Cortison-senkt-Blutdruck Blödsinn ist, andere Ärzte im Kh haben mir das aber bestätigt, und mir die oben beschriebene Erklärung gegeben.

    Der Blutdruck ist dann natürlich auch noch von 100 anderen Faktoren beeinflußt: jemand den ich kenne, änderte das Salz, mit dem er das Essen salzte, und stand dann mit viel zu hohem Blutdruck da... mein Blutdruck geht auch in die Höhe, wenn ich mich ärgere... und daher würde ich jetzt nicht alles am Cortison festmachen.

    Ganz liebe Grüsse,
    Kati
     
  7. Mary68

    Mary68 Bekanntes Mitglied

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    Hallo eve,

    ich kenne einen kortisonentzug zwar nicht von mir selbst, aber ich war in einer Hautklinik in der ein junger Mann einen kortisonentzug durchgemacht hat. Es drehte sich zwar um lange Behandlung seiner Haut mit Kortison, aber er bekam damit Probleme und kam in die Klinik. Leider weiß ich keine näheren Details. Man hat nur kurz darüber bei zufälligen Treffen gesprochen.
    Dem Blutdruck betreffend kann ich nur von mir sprechen, ich nehme seit drei Jahren Kortison. Seit etwa einem Jahr noch 5,8 mg täglich. Ich habe nach wie vor immer noch meinen niedrigen Blutdruck den ich schon mein Leben lang habe.
     
  8. Resi Ratlos

    Resi Ratlos Registrierter Benutzer

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    My two pence:

    1. Bei Reduktion von 5 auf 4,5 mg Prednisolon können zwar Beschwerden auftreten, aber von einem "Cortisonentzug" würde ich persönlich da nicht sprechen.

    2. Die Regulation des Blutdrucks obliegt weder dem Cortison noch ist sie trivial. In Abhängigkeit von der Dosis steigt dieser eher, als dass er fällt - es sei denn, es sind bestimmte andere Faktoren im Spiel, die ihrerseits den Blutdruck nach oben Triggern (z. B. starke Schmerzen oder Nierenbeteiligungen), wie sie bei manchen Vaskulitisformen - längst nicht allen - auftreten können.
     
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  9. eve60

    eve60 PMR Fibro

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    Mein Blutdruck ist ziemlich normal, pendelt aber manchmal nach oben oder auch nach unten. Ich kann nur nicht unterscheiden, ob die Kopfschmerzen nun alle dem Pseudotumor Cerebri, also dem erhöhten Hirndruck zuzuschreiben sind oder ob dieser vielleicht sogar in Zusammenhang mit meinem Reduktionsversuch steht. Es gibt wohl einfach zu wenig Kenntnisse über den PTC. In erster Linie "befällt" er junge übergewichtige Frauen, und eins bin ich nicht - jung.
     
  10. Schwiecker

    Schwiecker Registrierter Benutzer

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    Hallo Eva ich bin ja erschrocken was heißt das denn Du hast einen Pseudotumor ???
    Das tut mir sehr leid bei alldem Mist ,so etwas das zerrt sicher ganz schön an Kraft und Nerven!!!
    Ich wünsche Dir vor allem gute Besserung, liebe Menschen, gute Ärzte und Durchhaltevermögen!!!!!

    Alles Liebe Geli
     
  11. eve60

    eve60 PMR Fibro

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    Hallo Geli, so ein PTC ist eine Hirndruckerhöhung, der kein Tumor zugrunde liegt. deshalb Pseudo. So ganz sind die Ursachen nicht geklärt, u.a. kommt auch ein Zusammenhang mit einer Steroidtherapie in Betracht.
     
  12. Schwiecker

    Schwiecker Registrierter Benutzer

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    Ach du liebe Güte Eva ,du meinst eine Folge der Kortison Einnahme ? Das ist ja Mega scheisse !!! Was macht man denn dagegen?
    Ich hoffe du hast dadurch nicht allzu viele Beeinträchtigungen ? was macht denn deine PMR ? ich wünsche dir gute Besserung!
    Herzliche Grüße Geli
     
  13. eve60

    eve60 PMR Fibro

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    Ja weißt Du, machen kann man dagegen nicht so sehr viel. Bei einer Lumbalpunktion wird Hirnwasser abgelassen, um den Druck zu mindern, was bei mir aber nicht so funktioniert. Dann gibt es ein Medikament, Diamox, welches mir von der Dosis nun erhöht wurde. Da ich mit den Nebenwirkungen große Probleme habe (vor allem Übelkeit und auch Kurzatmigkeit), muß ich mich da ganz langsam reinschleichen. Die hauptsächliche Beeinträchtigung sind Kopfschmerzen, zum Teil ganz extrem. Ohne Novamin käme ich im Moment nicht klar.
    Und meine PMR scheint sich auch wieder auszutoben, mein CRP lag letztens bei 16.

    Danke für die guten Wünsche, die gebe ich gerne an Dich zurück!
    LG Eve
     
  14. Mary68

    Mary68 Bekanntes Mitglied

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    Ich wünsch dir auch dass es dir bald wieder besser geht.
    L.G.
     
  15. Schwiecker

    Schwiecker Registrierter Benutzer

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    Liebe Eve, ich kenne solche Phasen,das sind dann so Rückschläge die einen ganz beträchtlich vereinnahmen ...... um so wichtiger ist es sich hier austauschen zu können und zu wissen du bist nicht allein ....
    Du bist nicht allein !!! Hier drücken für dich alle die dich kennen die Däumchen das der Druck sich verringern möge und du bald Beschwerdefreier bist :heartline:
    Dir einen schönen Feiertag und ganz liebe Grüße :malelovies:
    Geli
     
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  16. eve60

    eve60 PMR Fibro

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    Dankeschön!!!
     
  17. Flocke_79

    Flocke_79 Registrierter Benutzer

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    Und das PTC ist eine Folge der Cortison Einnahme?? Habe ich das jetzt richtig verstanden? Wie häufig tritt sowas denn auf? Ich bin erschrocken.
     
  18. eve60

    eve60 PMR Fibro

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    Also, PTC gilt eher als seltene Erkrankung. Und was immer auch der "Zusammenhang mit einer Steroidtherapie" auch bedeutet - ich weiß es (noch) nicht. Manchmal wird dieser Begriff allgemein genannt, manchmal beim Abdosieren. Wie schon geschrieben - so ein PTC betrifft überwiegend junge übergewichtige Frauen. Und nun überlege ich natürlich, was da bei mir "Alter" als Auslöser dazugekommen sein könnte.
     
  19. eve60

    eve60 PMR Fibro

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    @ Kukana:
    Ich werde bei meinem nächsten Termin beim Rheuma-Doc mal fragen welche Alternativen ich habe. Roactemra ist ja wohl noch nicht zugelassen für die simple PMR und das macht mich wegen meiner Divertikulitis auch nicht ganz so traurig.
    Mal sehen.
     
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