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Cortison-Dosis hoch genug?

Dieses Thema im Forum "Allgemeines und Begleiterkrankungen" wurde erstellt von ChAli, 22. Januar 2006.

  1. ChAli

    ChAli Guest

    Seit September hat meine Schwiegermutter eine Erkrankung, die nach Aussage der behandelnden Ärzte im Krankenhaus (Abt. Neurologie) zum rheumatischen Formenkreis gehört. Eine genaue Diagnose hat man uns trotz einer Muskelbiopsie nicht sagen können oder wollen. Auf einer Hilfsmittelverordnung stand "Vasculitis" als Diagnose.
    Angefangen hat es mit Kreuzschmerzen, Schmerzen in der Leiste, in den Hüften, in der Schulter, dann kam Doppelsehen hinzu und wir haben meine Schwiegermutter ins Krankenhaus gebracht, weil wir einen Schlaganfall befürchteten. Bis zum Zeitpunkt der Aufnahme ins Krankenhaus hatten insgesamt vier Orthopäden bei ihr unterschiedliche Diagnosen gestellt (von Rückenbeschwerden allgemein über Hüftgelenksarthrose bis zu Hexenschuss). Weitere Beschwerden, die kurzfristig von ihr geäußert wurden waren: Kribbeln in den Fingern, ein "dusseliges" Gefühl im Kopf, Schmerzen beim Kauen (sie meinte ihre Prothese würde drücken), im Krankenhaus war sie auch kurzzeitig verwirrt.
    Im Krankenhaus wurden dann sehr stark erhöhte Entzündungswerte im Blut festgestellt. Sie bekam Cortison, die Beschwerden besserten sich. Nach vier Wochen wurde sie entlassen (gebessert, ohne Cortisonmedikation), 14 Tage später begann das Doppeltsehen wieder. Jetzt hat sie wieder drei Wochen im Krankenhaus gelegen, trotz Cortison (jetzt tgl. 30 mg) sieht sie immer noch Doppelbilder und sie ist unsicher, d.h. sie fällt beim Laufen einfach um. Man hat sie jetzt in eine Reha-Klinik verlegt (Fachbereich Neurologie).
    Wir sind sehr verzweifelt, weil sich trotz des Cortisons ihr Zustand nicht bessert. Schmerzen hat sie keine mehr, aber die Gangunsicherheit und das Doppeltsehen sind sehr schlimm. Meine Schwiegermutter war mit ihren 84 Jahren bis zum Beginn ihrer Krankheit ein sehr aktiver Mensch, sie trieb noch Sport und versorgte ihr Haus und den Garten. Jetzt stehen wir vor der Situation, eine Heimplatz suchen zu müssen, wenn sich ihr Zustand nicht bessert.
    Kann es sein, dass trotz abgesunkener Entzündungswerte im Blut die Cortisondosis zu niedrig ist und sich deshalb das Doppelsehen und die Unsicherheit beim Gehen nicht bessern?
    Ich bin über jeden Hinweis dankbar. ChAli
     
  2. jutta S.

    jutta S. Guest

    hallo

    ich kann deine Verzeiflung gut verstehen , aber wenn noch nicht einmal die Ärzte eine eindeutige Diagnose stellen können wie sollen wir hier etwas dazu sagen.
    Vielleicht solltest du auch ein wenig dich mit dem Alter deiner Mutter auseinander setzen, denn mit 84 Jahren muß man sich auch mit dem Verabschieden auseinander setzen.
    Ich hoffe für deine Schwiegermutter, dass sie nicht in ein Heim muß, denn das ist für einen vorher so aktiven Menschen ziemlich schlimm, auch wenn die Heime inzwischen besser geworden sein sollen. So einem aktiven Menschen wünsche ich einen schnellen Abschied, nicht ein langsames dahinsiechen - machmal ist es besser zu begleiten anstatt quälend zu verlängern
     
  3. aywa

    aywa Neues Mitglied

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    Hallo Chali,

    es gibt Erkrankungen die sowohl in den rheumatischen als auch den neurologischen Berreich gehören. Ich habe eine Dermatomyositis und da ist es der Fall, weil es eine entzündliche Muskelerkrankung( neurologisch) und Weichteilrheuma (rheumatologisch) ist. Ob die Cortisondiosis ausreicht hängt von den Blutwerten ab. Ich komme zum Beispiel mit dem Cortison alleine nicht zurecht und bekomme zusätzlich noch Imurek. das müßte dann immer angepasst werden, je nach Befund.

    Ich habe auch eine starke Unsicherheit beim Gehen, weil ja nun mal die Muskeln betroffen sind. Da sind stolpern usw. gang und gebe weil ich kaum noch die Kraft in den Beinen habe.

    Schaut doch mal unter www.dgm.org ( Deutsche Gesellschaft für Muskelkranke) da findest du bestimmt auch noch Infos dazu.

    Ich hoffe ich konnte dir etwas weiter helfen.
    Viele Grüße aywa
     
  4. ChAli

    ChAli Guest

    Lebenswille

    Hallo jutta S.,
    Danke für Deine Antwort. Darüber, dass meine Schwiegermutter alt ist, bin ich mir im Klaren. Aber sie ist im Kopf topfit und sie hat den Willen alles in Erfahrung zu bringen, was ihr helfen könnte. Deshalb meine Teilnahme am Chat.
     
  5. ChAli

    ChAli Guest

    Danke

    Hallo aywa,

    Danke für den Hinweis, ich werde die Ärzte darauf ansprechen.
    Herzliche Grüße, ChAli
     
  6. Amulan

    Amulan Ich bin harmlos!

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    Hallo ChAli,

    leider kann ich dir nicht wirklich weiterhelfen, weil ich mir auf die Symptome auch keinen Reim machen kann... Dass sie keine Schmerzen mehr hat, ist ja schon mal viel wert. Wie aywa schon geschrieben hat, muss man schauen, ob die Blutwerte sich unter der Cortisonbehandlung verbessert haben. Und dann wäre es natürlich wichtig, eine Diagnose zu bekommen, damit man außer mit Cortison auch noch mit dem "richtigen" Medikament behandeln kann.

    Ich hoffe, in der Rehaklinik wird deiner Schwiegermutter weitergeholfen. Man darf auch bei einem alten Menschen nicht jede Einschränkung oder Krankheit als unabänderlich hinnehmen, denn auch da kann man noch helfen und Lebensqualität erhalten. Wenn ich mal alt bin (und manchmal fühle ich mich jetzt schon so... :rolleyes: ) dann möchte ich auch nicht nur irgendwo abgestellt werden, sondern will auch noch soviel Hilfe wie möglich, um keine Schmerzen zu haben und so selbständig wie möglich zu bleiben.
    Deshalb finde ich es gut, dass du dich für sie einsetzt.

    LG
    Sonja
     
  7. susannegru

    susannegru Neues Mitglied

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    Hallo,
    Deine Frage war, ob 30mg Cortison "genug" sind. 30 mg sind für einen durchschnittlichen Rheumatiker schon ganz schön viel. Vermutlich hat Deine Schwiegermutter, genauso wie die meine, plötzlich mit Mitte 80 eine Fehlsteuerung im Körper und es ist schwierig für die Ärzte festzustellen, was das eigentlich ist und es wird heutzutage allerhand unternommen, um dem Patienten zu helfen. Aber aufgrund des Alters ist es eben nicht mehr so einfach mit der Diagnose und Therapie. Ich selber habe erst mit meiner Mutter, jetzt mit meiner Schwiegermutter diesen leider sehr langen qualvollen Weg zu gehen, der wohl besonders schwer ist, wenn die Betroffenen vorher sehr lange fit waren.

    Übrigens, ein schreckliches Erlebnis hatte ich schon verdrängt. Meine Mutter war mit 90 im Todeskampf, sie wollte trotz aller Leiden keinesfalls sterben, dann kam der Zusammenbruch, sie war eigentlich schon auf halber Strecke in den "Tunnel", fast gelähmt. Leider haben die Ärzte im Krankenhaus ihr dann eine Kortisonspritze verpasst, sie erwachte wieder zum leben, konnte sich plötzlich bewegen, gucken etc. Es standen ihr, eigentlich uns noch 6 schreckliche Monate bevor, aber sie wollte das so.
    Viel Mut wünscht Dir Susanne