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Chronisch krank + Schikane am Arbeitsplatz

Dieses Thema im Forum "Allgemeines und Begleiterkrankungen" wurde erstellt von Christiane Köppl, 20. Februar 2003.

  1. Hallo ihr Lieben,

    nach längerer Zeit, in der es mir vergleichsweise gut ging, melde ich mich mal wieder, diesmal mit einem Thema, wo mich eure Erfahrungen und Reaktionen sehr interessieren (wie immer):
    Man hat mir heute nahe gelegt, mir einen anderen Job zu suchen. Ich würde meine Krankheitszeiten (zusammenhängend immer jeweils ca. 1 Woche!) so lange wie möglich ausdehen, um dann hübsch gesund wieder zu kommen (!) - und so ging grade weiter.
    Ich habe das strenge Gefühl, "man" kommt mit der Tatsache, daß ich als Chronische halt noch weniger berechenbar bin im Hinblick auf die Frage "kommt sie oder kommt sie nicht".
    Wie sind denn da eure Erfahrungen und was habt ihr gemacht?
    Lieben Dank schon mal für eure Antworten
    und alles Liebe und schmerzarme Zeit, viel Lachen und Sonnenschein
    Rufinella, die neugierig ist...
     
  2. monsti

    monsti Guest

    Servus Rufinella,

    leider (oder auch zum Glück) sieht man uns das Rheuma lange Zeit nicht oder kaum an. Hinzu kommt, dass nur wenige Leute eine Ahnung davon haben, was Rheuma bedeutet.

    Ist doch so: Man kriegt ne ordentliche Erkältung, schnupft an der Arbeitsstelle schon mächtig vor sich hin und fehlt dann einige Tage. Wenn man wiederkommt, klingt man meistens immer noch leicht angeschlagen. Kaum einer wird wegen der Krankschreibung rummaulen.

    Bei uns ist es halt anders: Man fehlt von einem Tag zum nächsten und hatte zuvor meistens keinerlei Anzeichen.

    Vermutlich würde ich den Leuten mal eine Info-Broschüre über Rheuma in die Hand drücken, mit der Bitte, sich doch erst einmal zu informieren, ehe sie Urteile fällen ...

    Viel Glück und liebe Grüße aus Tirol von
    Monsti
     
  3. Gerhard

    Gerhard Guest

    Hi Rufinella
    Ich hab cP seit 3 Jahren und seit letzten Juni arbeite ich wieder 5 std
    und wegen der cP war ich noch nie krank :freu: Eine Erfahrung hab ich
    gemacht der Angriff nach vorne ist immer besser also informiere deine
    Leute über die Krankheit mit Bröschüren noch und nöcher und mach dich
    auch mal selber schlau ( Integrationsfachdienst )sonst läufst du ins offene
    Messer weil wenn du dich bei einem neuen Arbeitgeber vorstellst mit:
    Ich kann die und das hab aber Rheuma : dann haste ganz schlechte
    Karten .

    Also viele Grüsse aus dem Hegau

    Gerhard
     
  4. Hallo Christian,
    auch ich musste mich heute wieder krankschreiben lassen, weil ich kaum noch in der Lage war mich anzuziehen. Mein Arzt fragte mich, was er auf die Krankmeldung draufschreiben sollte, da der Arbeitgeber dann, wenn man immer wieder wegen der gleichen Krankheit fehlen würde, kündigen könnte.
    Ich bin Lehrerin und wirklich in einem Zwiespalt: eigentlich haben die Schüler ja eine fitte und energiegeladene Lehrerin verdient, die ich auch in "gesunden" Zeiten nicht bin, andererseits muss man ja auch sein Brot verdienen. Die Kollegen, denen man erzählt, was man hat, sind zwar sehr mitfühlend und verständnisvoll, andererseits kann ich auch verstehen, wenn sie irgendwann keine Lust mehr haben deine Arbeit mitzumachen.
    Aber welche Alternative gibt es?
    Allerdings habe ich auch den Eindruck, dass ich nicht häufiger fehle als andere Kollegen, aber eine Grippe mit Husten und Schniefen ist halt wirklich eindrucksvoller als das mehr oder weniger unsichtbare Rheuma.
    Kurz und gut: ich bin auch etwas ratlos.
    Damit konnte ich dir zwar nicht helfen, aber vielleicht dir zeigen, dass es anderen genauso geht wie dir. Vielleicht hat irgenjemand in diesem wirklich tollen Forum ja einen heißen Tip!
    Gruß, Bärbel
     
  5. Bergmann

    Bergmann Guest

    Hi Ruffinella!

    Ich habe 8 Monate die Hölle auf Erden am Arbeitsplatz gehabt. Man hat mir mein Rheuma auch nicht unbedingt angesehn, meine kolleginnen haben es gewußt. Ich bin oder war Verkäuferin und habe diesen auch sehr gern gemacht. Ich habe seit 1995 cp bin gut damit zurecht gekommen, bis dieser Tag kam wo man beschloß, es ist einer zu viel. Mobbing ohne Ende und das von der obersten Etage. Nun hat der Herr geschafft was er wollte, obwohl ich ganz schön gekämpft habe. Nun bin ich kurz vor der Umschulung, was ich nie vor hatte. Aber nun bleibt mir nichts anderes übrig. Seelisch und Körperlich lag ich am Boden. Ich durfte die schwersten Sachen verrichten und immer mit Zeitdruck im Nacken. Nun können sie mich alle mal, seit ich dort weg bin geht es mir wieder etwas besser. Aber ich finde es schrecklich, das man als Rheumi so behandelt wird. Aber wenn man weiter geht, dann heißt es immer Aussage gegen Aussage. Obwohl ich den Betriebsrat eingeschaltet habe kam es nur zur Versetzung in einer von mir 25 km entfernte Filiale. Aber da war auch schon alles zu Spät. Also ihr Lieben, lasst euch ja nicht in die Ecke drängen. Ich weiß, das ist leichter gesagt als getan. ich bin eh der etwas ruhiger Typ und das war wohl mein Verhägniss.

    Lasst es euch gut gehen und passt gut auf euch auf!!
    Liebe Grüße
    Biggi
     
  6. Hallo ihr lieben,

    da habe ich ja doll viel Glück. Bin 25 Jahre alt habe ein kleines Kind und arbeite ca. 20 Stunden in der Woche im Geschäft und dann noch einiges von zu Hause aus. Na, im Moment nicht bin letztes Jahr schon sehr viel krank gewesen da es Zeiten bzw. Wochen gab wo ich fast nicht laufen konnte ja und jetzt sind es auch schon wieder ca. 8 Wochen wo ich zu Hause bin. Mein Chef ist SUUUUPPPER und wenn ich eure Berichte lese bin ich Glücklich das ich meinen Chef hab. Der ist total Verständnisvoll kümmert sich um mich und hilft wo er nur kann. Gott sei dank, da ich auch schon Angst hatte mit meiner Diagnose bricht die Welt zusammen da tut es gut das man wenigstens weiß der Arbeitsplatz ist sicher.
    Ja, das wünsche ich euch auch allen einen guten Arbeitsplatz, akzeptanz und tolleranz und natürlich ganz viel schmerzfreie und tolle Tage.
    Sandra
     
  7. Mecki

    Mecki Guest

    Hallo Ruffinella,

    mit meinen Chefs hatte ich nie Probleme in den letzten Jahre meines Berufslebens, obwohl ich oft krank war und das nicht nur 1 Woche. Im Gegenteil, die waren immer der Meinung, daß ich sofort was unternehmen muß, als sie merkten, wie es mir ging. Ich brauchte wirklich keine Worte, man sah es schon, wenn man mich genau anschaute. Leider Gottes sehen das wahrscheinlich heutzutage die wenigsten. Nur die lieben Kolleginnen waren nicht so verständnisvoll. Wenn ich mal so nen Aua-Schrei von mir gab war man der Meinung, daß ich mich nicht so anstellen solle. Das änderte sich aber, als meine Diagnose bekannt wurde.

    Gekündigt wurde ich auch nicht, obwohl ich darum gebeten habe. Wahrscheinlich lag es auch daran, daß ich unkündbar war und man mir hätte eine Abfindung zahlen müssen. So war ich halt gezwungen, aus gesundheitlichen Gründen selbst zu kündigen, bevor ich ausgesteuert wurde und habe vom Arbeitsamt auch keine Sperre bekommen, nachdem mir mein Hausarzt bestätigte, daß ich meinen Beruf als Sekretärin nicht mehr ausüben könne. Allerdings hatte ich da schon ein entsprechendes Alter.

    Jetzt kann ich noch 26 Monate (von insgesamt 32) stempeln. Mir fehlt dann nur noch 1 Jahr für die Rente ohne Abzüge (aufgrund meiner Behinderung von 70 %). Aber darauf kann ich auch verzichten, denn ich habe nur noch 2,6 % Abzüge und die verkrafte ich schon.

    Jetzt genieße ich das Leben mit meinem Göga (Frührentner) und kann mir nichts schöneres mehr wünschen.

    Ich wünsch Dir alles Gute und daß sich Deine Probleme lösen werden.

    Liebe Grüße aus Oberfranken Mecki
     
  8. Emma

    Emma Guest

    Hallo Rufinella!

    Leider kann ich auch nur berichten, dass das Arbeitsklima von manchen Kollegen mir gegenüber deutlich schlechter geworden ist!

    Besonders bei einem Kollegen habe ich das deutliche Gefühl, gemobbt zu werden. Er macht es jedoch auf solch eine miese hinterlistige Tour, dass ich noch nicht einmal etwas sagen kann.

    Als mein Rheuma bekannt wurde, hiess es zuerst, dass wird schon gehen!
    Doch als ich dann aus der Kur zurückkam, haben sie erwartet, dass ich geheilt bin! Und seitdem hat es sich sehr verschlechtert!

    Ich finde es sehr schwierig, dass man mir nichts ansieht!

    Uns allen wünsche ich viel Kraft und Ausdauer, in unserer leistungsorientierten Gesellschaft zurecht zu kommen

    Liebe Grüsse
    Emma
     
  9. Rita(Bj57)

    Rita(Bj57) Guest

    Hallo Rufinella!

    Bin neu im Chat und habe Deine Befürchtungen sowie alle Meinungen der Mitbetroffenen gelesen.
    Ich kenne das Problem auch - vor allem von lieben Kollegen, die gerne den Arbeitsplatz von einem übernehmen würden. Aber ich habe Kämpfen gelernt, da ich das Problem von einem Herzinfarkt und anschließender KHK-Erkrankung wehre mich seit 3 Jahren gegen Mobbing am Arbeitsplatz.
    Es schafft, aber - was ich festgestellt habe - es kommt immer auf den Vorgesetzten an. Leider ist mein damaliger Vorgesetzter gegangen und der jetzige - na ja - es erübrigt sich dazu noch etwas zu sagen.

    Ich habe nun angefangen, wenn man fragt was ich habe - getreuchlich - dies mitzuteilen und gleichzeitig auf rheuma-onine - hinzuweisen. Hier kann bei Interesse sich jeder selbst herausholen, was man vielleicht garnicht wissen wollte.

    Ich drücke uns allen die Daumen, das wir ganz ganz viel Stärke behalten und uns erfolgreich gegen den Mob.. durchsezten.

    Alles Gute

    Rita aus Ffm.
     
  10. baba

    baba Guest

    Hallo Rufinella

    Tja, was sol ich zu deiner Frage antworten? Ich habe immer gearbeitet, mich sozusagen geknüppelt. Meine Chefin wußte von anfang an von meinen Rheuma (bekam die Diagnose als ich schon bei ihr angestellt war).
    Ich habe, weil "Not am Mann" war noch gearbeitet, als ich kaum noch laufen konnte. 4 Wochen lang! Nicht ein Dank gab es. Danach hatte ich dann Urlaub und kam, weil ich nichts mehr tat und mich nur noch schonte, "relativ" fit wieder.
    Ich hatte Schmerzen in den Handgelenke und die einzige Reaktion meiner Chefin war zu sagen:"... du weißt wie eng es bei uns ist, da muß jeder ran..." und plante mir gleich drei neue Patienten zur Massage ein! Und ich habe die Zähne zusammengebissen und gearbeitet.

    Ich war also in den letzten 5 Jahren fast immer da! Und dann kam das letzte Jahr. Leider mußte ich 2x für jeweils 10 Tage ins KH und als ich wiederkam, bekam ich meine Kündigung!
    Also......was soll ich sagen? Ausnutzen können viele Chefs, aber wenn man sie mal wirklich braucht.....

    lg baba
     
  11. Hallo,

    auch ich habe die Erfahrungen gemacht, dass man Krankheiten, die man einen nicht gleich ansieht nicht ernst nimmt. Ich habe seit etwa 17 Jahren Kiefergelenksbeschwerden, die zum Teil so stark waren, dass ich Schwierigkeiten mit dem (langen!?) Sprechen bekam. Mein damaliger Chef machte sich immer über mich lustig und warf mir vor, dass ich keine Lust zum Arbeiten hatte. Dieses hörte auch nach den ersten operativen Eingriffen nicht auf, erst als ich innerhalb von wenigen Monaten 10 - 15 kg Gewicht verlor wurde es etwas weniger. Mittlerweile habe ich einen Arbeitsplatz, der lt. Auskunft der Personalabteilung eigentlich ein Platz sein sollte wo ich nicht so viel Sprechen brauchte - was man aber bei 70 - 80 Telefonaten plus pers. Beratung nicht gerade behaupten kann. Außerdem wird ja leider auch im öff. Dienst jede "überflüssige" Arbeitskraft abgezogen oder eingespart. Dieses hat zur Folge, dass wenn ich mir mal wirklich überlege wegen meinem Rheuma (SpA) zu hause zu bleiben, dass ich an die Berge Arbeit denke, die dann nach meiner Rückkehr auf meinem Schreibtisch liegen, nicht mehr die Ruhe habe mich wirklich richtig auszukurieren. Auch muss man sich dann solche schlauen Reden anhören wie z.B. "Du kannst doch noch kein Rheuma haben, dafür bist Du doch zu jung" (ich bin übrigens 37). Na ja, mit meinem Chef habe ich auch das große Los gezogen - er ist Workoholic - und meint alle müssten es ihm nachmachen und auch Arbeit übers Wochenende mit nach Hause nehmen (in der Regel weiß ich dass aber zu umgehen). Im Augenblick bin ich am planen wie ich meine Kur noch so zwischen meine dienstl. Termine schieben kann (wenn die denn überhaupt genehmigt wird).
    Na jetzt habe ich genug gestöhnt.
    Bis bald

    Trombone
     
  12. uedeke

    uedeke Guest

    Hallo !

    Es ist schade, daß in der heutigen Zeit immer mehr arbeit von immer weniger Leuten gemacht werden muss und auf Kranke/Behinderte keine Rücksicht genommmen werden wird,

    Nichtsdestrotrotz allen alles Gute

    uedeke

    [%sig%]