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Chemische Synoviorthesen

Dieses Thema im Forum "Entzündliche rheumatische Erkrankungen" wurde erstellt von madmaxi, 21. Juli 2009.

  1. madmaxi

    madmaxi Gesperrter Benutzer

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    Hallo,
    was sind chemische Synoviorthesen?? Mein Rheuma-Arzt empfiehlt das. Jetzt habe ich schon wieder Angst. Wird da etwas in mein Knie gespritzt, oder was ist das?
    madmaxi
     
  2. Melanie_1972

    Melanie_1972 Neues Mitglied

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    ja genau. Das ist eine Art Säure, die die befallene Knochenhaut abträgt. Dadurch soll sich dann wieder gesunde nach bilden. Habe das mit meinen ISG´s vor ein paar Jahren mal machen lassen.
     
  3. Kristina cux.

    Kristina cux. Küstenkind

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    Hi,

    mit meinem linken Handgelenk wurde dies auch schon gemacht, leider ohne Erfolg.

    Lg
     
  4. madmaxi

    madmaxi Gesperrter Benutzer

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    Wie wird das gemacht?

    Bekommt man eine Spritze ins Gelenk, oder wie?? Was gibt es für Nebenwirkungen?? Schmerzt das??
    Gruß madmaxi
     
  5. Melanie_1972

    Melanie_1972 Neues Mitglied

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    Das wird direkt ins Gelenk gespritzt. Anschließend 24 Stunden mit Eis kühlen. Ich meine, dass sie dann Zeugs aus dem Knie wieder raus ziehen. Wird zumindest in Sendenhorst dann 2 oder 3 mal wiederholt. Keine Belastung auf das gespritze Gelenk.
     
  6. Don Carlo

    Don Carlo Neues Mitglied

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    Hallo madmaxi, der Versuch ist es allemal Wert, auf einen Erfolg muß man halt eine Zeit warten. Genauere Erläuterung unten und beim Behandelden Arzt.

    Gruß Don Carlo

    Chemische Synoviorthese
    Ein Therapieansatz bei der chronischen Polyarthritis ist deshalb die Beseitigung der zerstörerischen und chronisch entzündlichen Gelenkschleimhaut. Neben der operativen Schleimhautentfernung gibt es die Möglichkeit einer Schleimhautverödung durch eine Injektion von chemischen oder radioaktiven Substanzen (Chemosynoviorthese oder Radiosynoviorthese).
    Chemische Substanzen wie z. B. Natrium-Morrhuate (Scleromate ®) greifen direkt die entzündete Gelenkschleimhaut an und führen zu einem Schleimhautuntergang. Das abgestorbene Gewebe wird vom Körper aufgenommen und ausgeschieden. Eine chemische Synoviorthese muss manchmal mehrmals durchgeführt werden, um den gewünschten Erfolg zu erzielen. Eine schon bestehende Gelenkknorpelschädigung (Arthrose) kann allerdings nicht mehr rückgängig gemacht werden.
    Erfolgsaussichten
    Durch eine Chemosynoviorthese kommt es oft zu lang anhaltenden Verbesserungen von Gelenkschwellung, Schmerzen und Gelenkfunktion. Die Erfolgsaussichten sind schlechter, wenn schon eine fortgeschrittene Schädigung des behandelten Gelenkes vorliegt. Häufig angewendet und Erfolg versprechend besonders an großen Gelenken (z. B. Kniegelenk)- ist die Kombinationstherapie aus operativer Schleimhautentfernung und anschließender Chemosynoviorthese, wodurch noch Schleimhautreste entfernt werden, die nach einer operativen Schleimhautentfernung immer verbleiben.
    Durchführung
    Das behandelte Gelenk wird sorgfältig mit alkoholischer Desinfektionslösung gesäubert. Die Gelenkpunktion erfolgt unter sterilen Bedingungen. Zunächst wird ein evtl. vorhandener Gelenkerguss abgezogen, dann ein lokales Betäubungsmittel gespritzt. Anschließend wird das Verödungsmittel in genau der richtigen Dosierung injiziert.
    In der Folgezeit kann es vorübergehend zu einer Befundverschlechterung (Rötung, Schwellung, Schmerzen) des Gelenkes kommen, verursacht durch eine Begleitentzündung und die Abbauprodukte der Gelenkschleimhaut.
    Eine schädigende Wirkung auf den Gelenkknorpel besteht in der Regel nicht. Damit das Medikament seine Wirkung optimal entfalten kann, ist es wichtig, nach einem anfänglichen Durchbewegen des Gelenkes ruhig zu halten.
    Nebenwirkung
    Schwer wiegende Nebenwirkungen sind selten.
    Am gefährlichsten ist die Verschleppung von Hautkeimen ins Gelenkinnere. Deshalb ist das Einhalten steriler Arbeitsbedingungen unabdingbar. In extrem seltenen Fällen kann durch eine Weichteilschwellung in der Umgebung des behandelten Gelenkes eine Thrombose ausgelöst werden.
    Allgemeine Auswirkungen auf den Organismus können kurzfristiges Fieber und Schüttelfrost sein, sowie ein Anstieg von weißen Blutkörperchen und der Leberwerte. Neben den erwähnten Reaktionen im Gelenk kann eine versehentliche Medikamenteninjektion in die Weichteile zu Schmerzen und einer lokalen Entzündung führen, die fast immer folgenlos bleibt.
    Kontraindikation
    Von einer Behandlung mittels chemischer Synoviorthese sind Schwangere und Patienten mit bestehender Leber- und / oder Nierenerkrankung ausgenommen.
    Nachbehandlung
    Das behandelte Gelenk sollte für einen Zeitraum von 48 Stunden geschont werden. Für Gelenke der unteren Extremität bedeutet dies eine Entlastung des Beines und die Mobilisation des Patienten an zwei Unterarm Gehstützen oder in einem Rollstuhl.
    Anschließend kann mit einem beschwerdeabhängigen Belastungsaufbau hin bis zur zügigen Vollbelastung weiterbehandelt werden. Eine sich anschließende Bewegungstherapie soll eine Gelenkversteifung vorbeugen, die durch eine medikamentenverursachte Kapselschrumpfung hervorgerufen werden könnte. Lokale Beschwerden wie:
    · Schwellung
    · Rötung und
    · Schmerzen
    Werden symptomatisch durch Kühlung und schmerz- und entzündungshemmende Medikamente behandelt.
     
  7. Kira73

    Kira73 Uveitispapst

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    chemische Syno

    Hallo Zusammen ,

    was da ins Gelenk, meist im Anschluß an eine Punktion, eingebracht wird is im Prinzip nix anderes als Schmierseife.

    Sie löst eine heftige Entzündung aus in deren Verlauf die Knochenhaut abstirbt. Das kann äußerst schmerzhaft sein, ist aber in jedem Fall abhängig vom Patienten. Bei manchen fällt die Wirkungsweise heftiger aus als bei anderen. Dementsprechend lange ist auch die Dauer, bis sich die Knochenhaut neu gebildet hat.

    Zuerst wird ganz normal punktiert, dazu wird einmal gestochen und so lange Punktat abgezapft, bis keines mehr nachfliest. Die Nadel muß dazu nicht immer neu gesetzt werden. Dann wird mit einer anderen das "Synozeug" eingebracht. Direkt im Anschluß bekommt man ein Schmerzmittel zu trinken.

    Innerhalb weniger Minuten nach der Einspritzung fängt es bereits an zu wirken und man wird ins Zimmer gefahren. Wenn man kann läuft man noch, damit sich das Mittel im Gelenk gut verteilt. Das Knie, in meinem Fall, wird in Eis eingepackt und dieses nur mit kurzen Erholungspausen für die Haut, um Erfrierungen zu vermeiden, häufig ausgewechselt.

    Je nachdem wie stark die durchschlagende Wirkung ist sind die Schmerzen. Mal davon ab, dass das jeder anders empfindet.

    Am Nachmittag wird das Knie gespült, das läuft ebenso wie die Punktion ab. Am Folgetag ist "frei".

    Und am zweiten Tag nach der Syno wird der Vorgang wiederholt.
    Anders ist an diesem Tag, dass am Nachmittag nach dem Spülen Kortison ins Gelenk eingespritzt wird und die Entzündung somit auch eingedämmt.

    In den folgenden Tagen muss mit Physiotherapie die Beweglichkeit des Knies wieder hergestellt werden.

    Am Tag der Syno hat man sowas wie den Freifahrtsschein in Sachen Schmerzmittel. Ganz wichtig ist nicht tapfer zu sein und bereits bei Einsetzen des Schmerzes Bescheid zu geben. Ist der erst richtig durchgebrochen kann praktisch nichts mehr gemacht werden. Dann muss man da durch. Trotz heftiger Mittel ist dem dann nicht mehr entgegen zu treten.

    Ich habe sehr gute Erfahrungen damit.
    Die Synos haben unterschiedlich lang gehalten. Ebenso wie die Schmerzen danach unterschiedlich schlimm waren. Die kürzeste hat nur für sechs Monate Abhilfe gebracht, die längste für 2 einhalb Jahre.

    Viele Grüße
    Kira
     
  8. madmaxi

    madmaxi Gesperrter Benutzer

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    Danke für die ausführlichen Informationen

    jetzt habe ich einen Schock. Dennoch danke.
    madmaxi
     
  9. Heidesand

    Heidesand Bekanntes Mitglied

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    Hallo,
    das hört sich ja krass an.... warum wird denn keine Radiosyn gemacht?
    Die erfolgt meist ambulant und es wird nur 1mal gespritzt. Morgen kommt die Manu nach hause, frage sie doch mal. Sie hatte es auch im Knie.

    "alles wird gut"
    Heidesand
     
  10. madmaxi

    madmaxi Gesperrter Benutzer

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    Danke heidesand..................ja bitte tu das
    gruß madmaxi
     
  11. manu1111

    manu1111 Wasserfrau

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    Hallo Madmaxi,

    habe gerade deinen Beitrag gelesen. Bin zzt. noch in Sendenhorst und ab Nachmittag zuhause. Habe schon eine RSO im Knie gehabt. Das war gut auszuhalten - ehrlich! Die kleinen Gelenke zu spritzen schmerzt mehr - hab ich mir sagen lassen. Geh dazu nach Sendenhorst! Die haben große Erfahrungen damit und du wirst hervorragend betreut. Hier sind viele Leute, die nur deswegen gekommen sind. Hier wird das nur stationär gemacht. Mach das - denn es hilft wirklich super. Bei mir hält es schon 4 Jahre.

    Bis bald mal und

    LG

    manu



     
  12. Kira73

    Kira73 Uveitispapst

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    warum bei mir keine Radio Syno ?

    ... weil ich

    a) einen Herzfehler habe
    b) das Knie bereits zu sehr geschädigt ist , die Gelenkzerstörung zu weit fortgeschritten
    c) ich mehrere Zysten im Knie habe und eine davon inzwischen 6x8 cm ist, dem Radionolgen ist glattweg das Risiko zu groß und die Wirkung zu wenig um meinen Organismus mit dem Mittel zu belasten

    Aber dennoch versuchen wir solange wie es geht die Prothese rauszuziehen, weil ich einfach zu jung bin und schließlich li. Knie und li. Hüfte , plus neu rechter Vorderfuß und Sprunggelenk anstehen um eine Prothese zu bekommen.
    Man muss abwägen und mit den chem. Synos halten wir uns über Wasser, so lange es geht.
    Heute habe ich bescheid bekommen, dass der Wichtigkeit nach als erstes eine Synovektomie am li. Knie ansteht, dann rechtes Sprunggelenk und Vorderfuß und dann sehen wie es weiter geht.

    Mir wäre ne Radiosyno auch lieber, weils net weh tut. ;) Kira