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Blutwerte
Die wichtigsten Blutwerte für rheumakranke Kinder:
Senkung, abgekürzt als BKS oder BSG (Frauen: 6/11, Männer 3/8)
Sie ist der vielleicht vieldeutigste Laborwert überhaupt. Erhöht ist sie bei
allen möglichen Entzündungen, z.B. meist auch bei einer "Grippe" oder einem
Harnwegsinfekt, aber auch bei Tumoren. Bei den entzündlich
rheumatischen Erkrankungen ist sie ebenfalls fast immer erhöht, so lange die
Krankheit aktiv ist.Wie bei allen Regeln gibt es hier Ausnahmen: Manche Menschen
haben trotz einer sonst feststellbaren starken Entzündung
keine Senkungsbeschleunigung: bei anderen findet sich die Senkung erhöht, ohne
dass man bei ihnen eine Krankheit entdecken kann. Da man nach 1 und nach 2
Stunden abliest, wie weit die Blutsäule in einem bestimmten Röhrchen abgesunken
ist, werden normalerweise 2 Zahlen angegeben. Steht die Säule z.B. nach 1 Stunde
bei der Zahl 4 und nach 2 Stunden bei der Zahl 8, gibt man die Senkung mit 4/8
an. Man spricht das "4 zu 8".
Da der nach 1 Stunde erreichte Wert weit wichtiger ist, wird manchmal nur er
angeben.
Man sollte den Wert eines Tages nicht überbewerten. Genauere Aussagen lassen
sich erst aus mehreren Blutsenkungen gewinnen, die über einen längeren Zeitraum
entnommen worden sind.
Leukozyten, Leukos, weisse Blutkörperchen (5,0 - 12,0 Tsd/µl)
Die Leukos spiegeln vor allem die Abwehrlage des Körpers gegen Infektionen
wieder. Eine Erhöhung zeigt meist eine Infektion mit Bakterien an. Oft sind die
weissen Blutkörperchen auch bei Patienten erhöht, die Cortison einnehmen. Eine
Erniedrigung tritt manchmal auch als Nebenwirkung von Rheumamitteln auf, z.B.
bei MTX.
Erythrozyten (4,9 - 5.7 Mio/µl) - die Gesamtanzahl der roten Blutkörperchen
Hämoglobin (12,8 - 16,8 g/dl) kurz auch Hb - der Anteil der roten Blutkörperchen am
Blutvolumen
Hämatokrit (33 - 45 %) - der Anteil der fast ausschliesslich von den roten Blutkörperchen
gebildeten festen Blutanteile am Gesamtblut
Man kann durch die Betrachtung der drei Werte im Verhältnis zueinander
Rückschlüsse auf die Entstehung einer Blutarmut
(Verminderung der Zahl der roten Blutkörperchen) oder eines Eisenmangels
(Hb-Wert im Verhältnis zu den anderen Werten
stark vermindert) erhalten. Ein Eisenmangel kann auftreten, weil bei einer sehr
aktiven Entzündung das im Blut vorhandene
Eisen von bestimmten Zellen weggefangen wird und nicht in die roten
Blutkörperchen eingebaut werden kann.
MCV - mean cellular volume (69 - 93 fl) beschreibt den Volumen-Inhalt des
Einzel-Erythrozyten.
MCH - mean cellular heamoglobine (22 - 34 pg) - der Hämoglobin-Gehalt des
Einzel-Erythrozyten.
MCHC - mean cellular heamoglobine concentration (32 - 36 g/dl) ist als
mittlerer, zellulärer Hämoglobingehalt definiert.
Diese zunächst verwirrenden Abkürzungen stellen Laborwerte dar, die der
Funktionsüberprüfung der Roten Blutkörperchen (Erythrozyten) dienen.
Die roten Blutkörperchen (Erythrozyten) sind für den Sauerstofftransport im Blut
zuständig. Sie werden im Knochenmark produziert und leben etwa 120 Tage lang,
bevor sie unter anderem in der Milz abgebaut werden.
Wenn alle Werte zu niedrig sind, deutet dies häufig auf einen Eisenmangel hin,
der zu einer Blutarmut führt. Erhöhte Werte weisen auf eine lang andauernde
Erkrankung der Nieren hin.
Thombozyten (150 - 300 Tsd/µl) sie haben eine wichtige Funktion bei der
Blutgerinnung. Bei Patienten mit einer hohen Krankheitsaktivität sind sie oft
erhöht. Das ist im allgemeinen nicht gefährlich. Eine Erniedrigung kann dagegen
zu einer erhöhten Blutungsneigung führen.
Neutrophile (18,0 - 80,0 %)
Die neutrophilen Granulozyten sind mit 50 bis 80 Prozent die zahlenmäßig
stärkste Art der weißen Blutkörperchen (Leukozyten). Sie sind die wichtigsten
Funktionsträger im unspezifischen Abwehrsystem des Blutes.
Beim Beginn von Infektionen nehmen die neutrophilen Granulozyten im Blut
besonders rasch zu ("neutrophile Kampfphase"). Sie "fressen" (phagozytieren)
Bakterien und Gewebetrümmer. Eine zu niedrige Zahl kommt z.B. bei Virus-
infektionen, bei Blutarmut oder bei Einnahme gewisser Medikamten (Zytostatika)
vor. Eine Erhöhung kommt z.B. nach Impfungen oder bei Cortisoneinnahme vor.
Eosinophile Granulozyten (0,0 - 2,0 %) machen nur zwei bis vier Prozent der weißen
Blutkörperchen (Leukozyten) aus. Ihre Zahl unterliegt einer 24-Stunden-Periodik.
Am späten Nachmittag und am frühen Morgen ist ihre Anzahl um rund 20 Prozent
niedriger, um Mitternacht rund 30 Prozent höher als der 24-Stunden-Mittelwert.
Die eosinophilen Granulozyten können Bakterien und Gewebereste "fressen"
(phagozytieren). Die Zahl der eosinophilen Granulozyten ist besonders bei einer
abklingenden Infektion erhöht.
Basophile Granulozyten (0,0 - 2,0 %) sind die zahlenmäßig schwächste Unterart
der weißen Blutkörperchen (Leukozyten). Sie machen unter diesen nur ein halbes bis ein
Prozent aus. An der Oberfläche dieser Zellen befinden sich Stellen zum Andocken
(IgE-Rezeptoren) für bestimmte körperfremde Stoffe (spezifische Antigene).
Wenn Antigene, zum Beispiel bestimmte Pollen, an diese Rezeptoren andocken,
kommt es zu einer allergischen Reaktion. Basophile Granulozyten, die allergische
Reaktionen vermitteln, sind gewissermaßen die Gegenspieler der eosinophilen
Granulozyten, die allergische Reaktionen dämpfen.
Lymphozyten (20,0 - 60,0 %) gehören zu den weißen Blutkörperchen (Leukozyten).
Sie sind die eigentlichen Abwehrzellen des menschlichen Körpers. Lymphozyten sind die
kleinsten weißen Blutkörperchen. Sie machen 25 bis 40 Prozent der Leukozyten
aus. Aber nur vier Prozent der Lymphozyten des Menschen befinden sich im
Blutkreislauf, bei kleinen Kindern sind es über 50 Prozent.
Man unterscheidet zwei Typen von Lymphozyten: B-Lymphozyten und T-Lymphozyten.
Diese haben verschiedene Bildungsorte, verschiedene Aufgaben und ein
unterschiedliches Aussehen. Von beiden Unterarten existieren kurzlebige
Lymphozyten, die nur sieben Tage aktiv sind, und langlebige Lymphozyten, die 500
Tage ihren Dienst versehen können. Letztere arbeiten als "Gedächtniszellen". Sie
sind in der Lage, sich den Erreger einer überstandenen Infektion zu merken. Bei
einer erneuten Infektion mit dem Erreger können sie so viel schneller und
effektiver reagieren. Lymphozyten werden routinemäßig bei jeder Blutuntersuchung
bestimmt. Sie sind von zentraler Bedeutung bei der Immunabwehr des Körpers.
Monozyten (0,0 - 8,0 %)machen zwei bis acht Prozent der weißen Blutkörperchen
(Leukozyten) aus. Unter diesen stellen sie die größten dar. Außerdem sind sie unter den
weißen Blutkörperchen am besten in der Lage, Bakterien und Gewebetrümmer
unschädlich zu machen (zu phagozytieren, d. h. wörtlich zu "fressen").
GOT - Glutamat-Oxalacetat-Transaminase, abgekürzt GOT (bis 17 U/l), auch
Aspartat-Amino-Transferase (ASAT) genannt, ist ein Enzym, das im Herzmuskel, im
Skelettmuskel und in der Leberzelle in hohen Konzentrationen vorkommt. Die
Untersuchung des GOT-Werts erfolgt aus dem Blutserum. Eine Erhöhung kann auf
Erkrankungen der Leber oder des Herzens hinweisen.
GPT, auch ALAT (Alanin-Aminotransferase) (5 - 21 U/l) genannt,
ist ein Enzym, dessen höchste Konzentration in der Leberzelle vorkommt. In geringerer
Konzentration tritt es auch in der Skelett- und Herzmuskulatur auf. Schon eine
Zellschädigung geringen Ausmaßes kann eine messbare Erhöhung im Blutserum
zur Folge haben.
Gamma-GT (Gamma-Glutamyl-Transferase) (3 - 17 U/l) ist ein Enzym, das in
allen Organen vorkommt. Trotzdem weist eine erhöhte Konzentration im Serum
eigentlich immer auf eine Leberzellschädigung oder eine Schädigung der Gallenwege
hin. Die Gamma-GT ist der empfindlichste Parameter zur Bestimmung von Leberschäden.
Bei geringfügigen Schädigungen ist sie manchmal der einzige Hinweis im Blut.
AP - alkalische Phosphatase (74 - 390 U/l) ist eine Gruppe von Enzymen,
die in nahezu allen Geweben vorhanden ist. Erkrankungen, die mit einer Abflußstörung
der Gallensäuren einhergehen, führen stets zu einer erheblichen Steigerung der
AP-Werte.
Harnstoff (6 - 28 mg/100 ml)
Harnstoff ist ein Endprodukt des Eiweißstoffwechsels und wird in der Leber
gebildet. Eine Erhöhung der Harnstoff-Konzentration weist auf Nierenfunktions-
störungen hin, die durch z.B. durch Fieber, aber auch durch Medikamente verur-
sacht sein können.
Kreatinin (0,4 - 1,1 mg/dl)
Kreatinin ist die Ausscheidungsform von Kreatin, das sich als Energiereserve im
Muskel befindet. Kreatinin wird über die Nieren mit dem Urin ausgeschieden. Es
hat keine besondere Bedeutung für den Körper, da es aber fast vollständig
filtriert wird, wird es zur Überprüfung der Nierenfunktion verwendet.
Kreatinin und Harnstoff sind Abfallprodukte des Eiweißstoffwechsels, die im Blut
zirkulieren und durch die Niere ausgeschieden werden. Je höher diese Werte im
Blut (genauer: im Serum) sind, desto schlechter ist die Funktion der Niere.
Kalium
Kalium ist ein Mineralstoff, der wasserlöslich ist und in unterschiedlichen
Mengen in allen pflanzlichen und tierischen Nahrungsmitteln enthalten ist.
Kalium ist z.B. für die Regulierung der Körperflüssigkeit im Gewebe und
für die Muskelkontraktion notwendig. Deshalb ist dieser Mineralstoff
lebensnotwendig für den menschlichen Organismus.
98 Prozent der gesamten Kaliummenge des Menschen befindet sich in den Zellen.
Daher ist die Bestimmung der Kaliumkonzentration im Blut kein ausreichender
Repräsentant der Kaliumbilanz des Organismus.
CRP - C-reaktives-Protein (<0,5 mg/dl)
Es findet sich häufig bei Kranken mit einer aktiven entzündlich-rheumatischen
Erkrankung positiv bzw. erhöht. Es ist aber ähnlich wie die Blutsenkung auch bei
anderen Entzündungen, vor allem Infektionen, erhöht. Zur Einschätzung der
Aktivität der Erkrankung ist es jedoch oft hilfreich.
Rheumafaktor (RF)
Man kann ihn auf zwei Arten bestimmen:
durch den Latextropftest - es gibt nur die Aussage positiv oder negativ
durch den Waaler-Rose-Test - bei ihm sind weitere Abstufungen möglich
Wenn sich der Rheumafaktor bei einem Kranken mit einer chronischen Polyarthritis
nachweisen lässt, dann leidet er unter einer
seropositiven chronischen Polyarthritis, wenn nicht an einer seronegativen.
ASL - Antistreptolysintest
Wenn er positiv ist, spricht das für eine vorausgegangene Infektion mit einer bestimmten
Bakterienart, den Streptokokken. Er kann damit auf eine bestimmte entzündlich rheumatische
Erkrankung hinweisen: das "Rheumatische Fieber". Diese Krankheit ist aber in
Deutschland sehr selten geworden.
HLA-B 27
Es ist ein Oberflächenmarker an weissen Blutkörperchen. Ca. 7 % der mitteleuropäischen
Bevölkerung tragen ihn in sich.
Es findet sich jedoch überdurchschnittlich häufig mit bestimmten Krankheiten vergesellschaftet.
So haben es über 90 % der Bechterew-Patienten. Etwas seltener ist es beim Morbus Reiter
oder bei der Gelenkentzündung bei Schuppenflechte (Psoriasisarthritis)
Die Normwerte gelten allesamt für Kinder.
Nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt sollten die Blut- und Urinwerte ihres Kindes
regelmässig kontrolliert werden, dies ist besonderes wichtig wenn es Rheumamedikamente
einnehmen muss!
Die wichtigsten Blutwerte für rheumakranke Kinder:
Senkung, abgekürzt als BKS oder BSG (Frauen: 6/11, Männer 3/8)
Sie ist der vielleicht vieldeutigste Laborwert überhaupt. Erhöht ist sie bei
allen möglichen Entzündungen, z.B. meist auch bei einer "Grippe" oder einem
Harnwegsinfekt, aber auch bei Tumoren. Bei den entzündlich
rheumatischen Erkrankungen ist sie ebenfalls fast immer erhöht, so lange die
Krankheit aktiv ist.Wie bei allen Regeln gibt es hier Ausnahmen: Manche Menschen
haben trotz einer sonst feststellbaren starken Entzündung
keine Senkungsbeschleunigung: bei anderen findet sich die Senkung erhöht, ohne
dass man bei ihnen eine Krankheit entdecken kann. Da man nach 1 und nach 2
Stunden abliest, wie weit die Blutsäule in einem bestimmten Röhrchen abgesunken
ist, werden normalerweise 2 Zahlen angegeben. Steht die Säule z.B. nach 1 Stunde
bei der Zahl 4 und nach 2 Stunden bei der Zahl 8, gibt man die Senkung mit 4/8
an. Man spricht das "4 zu 8".
Da der nach 1 Stunde erreichte Wert weit wichtiger ist, wird manchmal nur er
angeben.
Man sollte den Wert eines Tages nicht überbewerten. Genauere Aussagen lassen
sich erst aus mehreren Blutsenkungen gewinnen, die über einen längeren Zeitraum
entnommen worden sind.
Leukozyten, Leukos, weisse Blutkörperchen (5,0 - 12,0 Tsd/µl)
Die Leukos spiegeln vor allem die Abwehrlage des Körpers gegen Infektionen
wieder. Eine Erhöhung zeigt meist eine Infektion mit Bakterien an. Oft sind die
weissen Blutkörperchen auch bei Patienten erhöht, die Cortison einnehmen. Eine
Erniedrigung tritt manchmal auch als Nebenwirkung von Rheumamitteln auf, z.B.
bei MTX.
Erythrozyten (4,9 - 5.7 Mio/µl) - die Gesamtanzahl der roten Blutkörperchen
Hämoglobin (12,8 - 16,8 g/dl) kurz auch Hb - der Anteil der roten Blutkörperchen am
Blutvolumen
Hämatokrit (33 - 45 %) - der Anteil der fast ausschliesslich von den roten Blutkörperchen
gebildeten festen Blutanteile am Gesamtblut
Man kann durch die Betrachtung der drei Werte im Verhältnis zueinander
Rückschlüsse auf die Entstehung einer Blutarmut
(Verminderung der Zahl der roten Blutkörperchen) oder eines Eisenmangels
(Hb-Wert im Verhältnis zu den anderen Werten
stark vermindert) erhalten. Ein Eisenmangel kann auftreten, weil bei einer sehr
aktiven Entzündung das im Blut vorhandene
Eisen von bestimmten Zellen weggefangen wird und nicht in die roten
Blutkörperchen eingebaut werden kann.
MCV - mean cellular volume (69 - 93 fl) beschreibt den Volumen-Inhalt des
Einzel-Erythrozyten.
MCH - mean cellular heamoglobine (22 - 34 pg) - der Hämoglobin-Gehalt des
Einzel-Erythrozyten.
MCHC - mean cellular heamoglobine concentration (32 - 36 g/dl) ist als
mittlerer, zellulärer Hämoglobingehalt definiert.
Diese zunächst verwirrenden Abkürzungen stellen Laborwerte dar, die der
Funktionsüberprüfung der Roten Blutkörperchen (Erythrozyten) dienen.
Die roten Blutkörperchen (Erythrozyten) sind für den Sauerstofftransport im Blut
zuständig. Sie werden im Knochenmark produziert und leben etwa 120 Tage lang,
bevor sie unter anderem in der Milz abgebaut werden.
Wenn alle Werte zu niedrig sind, deutet dies häufig auf einen Eisenmangel hin,
der zu einer Blutarmut führt. Erhöhte Werte weisen auf eine lang andauernde
Erkrankung der Nieren hin.
Thombozyten (150 - 300 Tsd/µl) sie haben eine wichtige Funktion bei der
Blutgerinnung. Bei Patienten mit einer hohen Krankheitsaktivität sind sie oft
erhöht. Das ist im allgemeinen nicht gefährlich. Eine Erniedrigung kann dagegen
zu einer erhöhten Blutungsneigung führen.
Neutrophile (18,0 - 80,0 %)
Die neutrophilen Granulozyten sind mit 50 bis 80 Prozent die zahlenmäßig
stärkste Art der weißen Blutkörperchen (Leukozyten). Sie sind die wichtigsten
Funktionsträger im unspezifischen Abwehrsystem des Blutes.
Beim Beginn von Infektionen nehmen die neutrophilen Granulozyten im Blut
besonders rasch zu ("neutrophile Kampfphase"). Sie "fressen" (phagozytieren)
Bakterien und Gewebetrümmer. Eine zu niedrige Zahl kommt z.B. bei Virus-
infektionen, bei Blutarmut oder bei Einnahme gewisser Medikamten (Zytostatika)
vor. Eine Erhöhung kommt z.B. nach Impfungen oder bei Cortisoneinnahme vor.
Eosinophile Granulozyten (0,0 - 2,0 %) machen nur zwei bis vier Prozent der weißen
Blutkörperchen (Leukozyten) aus. Ihre Zahl unterliegt einer 24-Stunden-Periodik.
Am späten Nachmittag und am frühen Morgen ist ihre Anzahl um rund 20 Prozent
niedriger, um Mitternacht rund 30 Prozent höher als der 24-Stunden-Mittelwert.
Die eosinophilen Granulozyten können Bakterien und Gewebereste "fressen"
(phagozytieren). Die Zahl der eosinophilen Granulozyten ist besonders bei einer
abklingenden Infektion erhöht.
Basophile Granulozyten (0,0 - 2,0 %) sind die zahlenmäßig schwächste Unterart
der weißen Blutkörperchen (Leukozyten). Sie machen unter diesen nur ein halbes bis ein
Prozent aus. An der Oberfläche dieser Zellen befinden sich Stellen zum Andocken
(IgE-Rezeptoren) für bestimmte körperfremde Stoffe (spezifische Antigene).
Wenn Antigene, zum Beispiel bestimmte Pollen, an diese Rezeptoren andocken,
kommt es zu einer allergischen Reaktion. Basophile Granulozyten, die allergische
Reaktionen vermitteln, sind gewissermaßen die Gegenspieler der eosinophilen
Granulozyten, die allergische Reaktionen dämpfen.
Lymphozyten (20,0 - 60,0 %) gehören zu den weißen Blutkörperchen (Leukozyten).
Sie sind die eigentlichen Abwehrzellen des menschlichen Körpers. Lymphozyten sind die
kleinsten weißen Blutkörperchen. Sie machen 25 bis 40 Prozent der Leukozyten
aus. Aber nur vier Prozent der Lymphozyten des Menschen befinden sich im
Blutkreislauf, bei kleinen Kindern sind es über 50 Prozent.
Man unterscheidet zwei Typen von Lymphozyten: B-Lymphozyten und T-Lymphozyten.
Diese haben verschiedene Bildungsorte, verschiedene Aufgaben und ein
unterschiedliches Aussehen. Von beiden Unterarten existieren kurzlebige
Lymphozyten, die nur sieben Tage aktiv sind, und langlebige Lymphozyten, die 500
Tage ihren Dienst versehen können. Letztere arbeiten als "Gedächtniszellen". Sie
sind in der Lage, sich den Erreger einer überstandenen Infektion zu merken. Bei
einer erneuten Infektion mit dem Erreger können sie so viel schneller und
effektiver reagieren. Lymphozyten werden routinemäßig bei jeder Blutuntersuchung
bestimmt. Sie sind von zentraler Bedeutung bei der Immunabwehr des Körpers.
Monozyten (0,0 - 8,0 %)machen zwei bis acht Prozent der weißen Blutkörperchen
(Leukozyten) aus. Unter diesen stellen sie die größten dar. Außerdem sind sie unter den
weißen Blutkörperchen am besten in der Lage, Bakterien und Gewebetrümmer
unschädlich zu machen (zu phagozytieren, d. h. wörtlich zu "fressen").
GOT - Glutamat-Oxalacetat-Transaminase, abgekürzt GOT (bis 17 U/l), auch
Aspartat-Amino-Transferase (ASAT) genannt, ist ein Enzym, das im Herzmuskel, im
Skelettmuskel und in der Leberzelle in hohen Konzentrationen vorkommt. Die
Untersuchung des GOT-Werts erfolgt aus dem Blutserum. Eine Erhöhung kann auf
Erkrankungen der Leber oder des Herzens hinweisen.
GPT, auch ALAT (Alanin-Aminotransferase) (5 - 21 U/l) genannt,
ist ein Enzym, dessen höchste Konzentration in der Leberzelle vorkommt. In geringerer
Konzentration tritt es auch in der Skelett- und Herzmuskulatur auf. Schon eine
Zellschädigung geringen Ausmaßes kann eine messbare Erhöhung im Blutserum
zur Folge haben.
Gamma-GT (Gamma-Glutamyl-Transferase) (3 - 17 U/l) ist ein Enzym, das in
allen Organen vorkommt. Trotzdem weist eine erhöhte Konzentration im Serum
eigentlich immer auf eine Leberzellschädigung oder eine Schädigung der Gallenwege
hin. Die Gamma-GT ist der empfindlichste Parameter zur Bestimmung von Leberschäden.
Bei geringfügigen Schädigungen ist sie manchmal der einzige Hinweis im Blut.
AP - alkalische Phosphatase (74 - 390 U/l) ist eine Gruppe von Enzymen,
die in nahezu allen Geweben vorhanden ist. Erkrankungen, die mit einer Abflußstörung
der Gallensäuren einhergehen, führen stets zu einer erheblichen Steigerung der
AP-Werte.
Harnstoff (6 - 28 mg/100 ml)
Harnstoff ist ein Endprodukt des Eiweißstoffwechsels und wird in der Leber
gebildet. Eine Erhöhung der Harnstoff-Konzentration weist auf Nierenfunktions-
störungen hin, die durch z.B. durch Fieber, aber auch durch Medikamente verur-
sacht sein können.
Kreatinin (0,4 - 1,1 mg/dl)
Kreatinin ist die Ausscheidungsform von Kreatin, das sich als Energiereserve im
Muskel befindet. Kreatinin wird über die Nieren mit dem Urin ausgeschieden. Es
hat keine besondere Bedeutung für den Körper, da es aber fast vollständig
filtriert wird, wird es zur Überprüfung der Nierenfunktion verwendet.
Kreatinin und Harnstoff sind Abfallprodukte des Eiweißstoffwechsels, die im Blut
zirkulieren und durch die Niere ausgeschieden werden. Je höher diese Werte im
Blut (genauer: im Serum) sind, desto schlechter ist die Funktion der Niere.
Kalium
Kalium ist ein Mineralstoff, der wasserlöslich ist und in unterschiedlichen
Mengen in allen pflanzlichen und tierischen Nahrungsmitteln enthalten ist.
Kalium ist z.B. für die Regulierung der Körperflüssigkeit im Gewebe und
für die Muskelkontraktion notwendig. Deshalb ist dieser Mineralstoff
lebensnotwendig für den menschlichen Organismus.
98 Prozent der gesamten Kaliummenge des Menschen befindet sich in den Zellen.
Daher ist die Bestimmung der Kaliumkonzentration im Blut kein ausreichender
Repräsentant der Kaliumbilanz des Organismus.
CRP - C-reaktives-Protein (<0,5 mg/dl)
Es findet sich häufig bei Kranken mit einer aktiven entzündlich-rheumatischen
Erkrankung positiv bzw. erhöht. Es ist aber ähnlich wie die Blutsenkung auch bei
anderen Entzündungen, vor allem Infektionen, erhöht. Zur Einschätzung der
Aktivität der Erkrankung ist es jedoch oft hilfreich.
Rheumafaktor (RF)
Man kann ihn auf zwei Arten bestimmen:
durch den Latextropftest - es gibt nur die Aussage positiv oder negativ
durch den Waaler-Rose-Test - bei ihm sind weitere Abstufungen möglich
Wenn sich der Rheumafaktor bei einem Kranken mit einer chronischen Polyarthritis
nachweisen lässt, dann leidet er unter einer
seropositiven chronischen Polyarthritis, wenn nicht an einer seronegativen.
ASL - Antistreptolysintest
Wenn er positiv ist, spricht das für eine vorausgegangene Infektion mit einer bestimmten
Bakterienart, den Streptokokken. Er kann damit auf eine bestimmte entzündlich rheumatische
Erkrankung hinweisen: das "Rheumatische Fieber". Diese Krankheit ist aber in
Deutschland sehr selten geworden.
HLA-B 27
Es ist ein Oberflächenmarker an weissen Blutkörperchen. Ca. 7 % der mitteleuropäischen
Bevölkerung tragen ihn in sich.
Es findet sich jedoch überdurchschnittlich häufig mit bestimmten Krankheiten vergesellschaftet.
So haben es über 90 % der Bechterew-Patienten. Etwas seltener ist es beim Morbus Reiter
oder bei der Gelenkentzündung bei Schuppenflechte (Psoriasisarthritis)
Die Normwerte gelten allesamt für Kinder.
Nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt sollten die Blut- und Urinwerte ihres Kindes
regelmässig kontrolliert werden, dies ist besonderes wichtig wenn es Rheumamedikamente
einnehmen muss!
