Bitte alle mitmachen: Naturgedichte und -lieder

Dieses Thema im Forum "Kaffeeklatsch" wurde erstellt von Neli, 18. März 2007.

  1. took1211

    took1211 Guest

    Sommer


    Sommer,
    bist im Jahr die schönste Zeit,
    zeigst dich von der besten Seite,
    trägst ein wundersames Kleid,
    von unsagbar schöner Weite.


    Sommer,
    lässt unser Land erhellen,
    mit Sonnenschein und warmer Luft,
    bringst als Quelle aller Quellen,
    der Mutter Erde frischen Duft.


    Sommer,
    wirst geliebt von Mensch und Tier,
    Pflanzen können dich nicht missen,
    Bist ein stetes Lebenselixier,
    das alle hier zu schätzen wissen.


    Horst Rehmann
     
  2. samira2000

    samira2000 Registrierter Benutzer

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    De Summer schient in all sin Pracht

    De Summer schient in all sin Pracht.
    He grönt un blöht un levt un lacht
    Op Koppeln, Moor un Heiden;
    Als harr de Eer
    Keen Kummer mehr
    Un nix als luter Freuden.

    Dat smucke Holt is wedder grön,
    Un Feld un Wischen staht to blöhn,
    Un moje is dat Wedder.
    De Lurken singt,
    De Lämmer springt,
    De Drosseln fleut in'n Redder.

    Ach, freu di an de schöne Tid!
    Dat durt ni lang, so is se wid.
    So streut de Winter Flocken,
    Un Grön un Blom
    Weern als en Drom, –
    Un witt sünd di de Locken!

    Johann Meyer
     
  3. samira2000

    samira2000 Registrierter Benutzer

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    Sommer

    Der Sommer folgt. Es wachsen Tag und Hitze,
    und von den Auen dränget uns die Glut;
    doch dort am Wasserfall, am Felsensitze
    erquickt ein Trunk, erfrischt ein Wort das Blut.

    Der Donner rollt, schon kreuzen sich die Blitze,
    die Höhle wölbt sich auf zur sichern Hut,
    dem Tosen nach kracht schnell ein knatternd Schmettern;
    doch Liebe lächelt unter Sturm und Wettern.

    -Johann Wolfgang von Goethe-
     
  4. Lagune

    Lagune Registrierter Benutzer

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    [TABLE]
    [TR]
    [TD]Meeresstrand

    Ans Haff nun fliegt die Möwe,
    Und Dämmrung bricht herein;
    Über die feuchten Watten
    Spiegelt der Abendschein.
    Graues Geflügel huschet
    Neben dem Wasser her;
    Wie Träume liegen die Inseln
    Im Nebel auf dem Meer.
    Ich höre des gärenden Schlammes
    Geheimnisvollen Ton,
    Einsames Vogelrufen —
    So war es immer schon.
    Noch einmal schauert leise
    Und schweiget dann der Wind;
    Vernehmlich werden die Stimmen,
    Die über der Tiefe sind.


    (Theodor Storm )
    [/TD]
    [/TR]
    [/TABLE]

    Den Anhang 67766 betrachten
     
  5. took1211

    took1211 Guest


    Septembermorgen

    Im Nebel ruhet noch die Welt,
    noch träumen Wald und Wiesen.

    Bald siehst du,wenn der Schleier fällt,
    den blauen Himmel unverstellt,

    herbstkräftig die gedämpfte Welt
    in warmen Golde fließen.


    Eduard Mörike
     
  6. Demian

    Demian Registrierter Benutzer

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    Komm in den totgesagten park und schau:

    Komm in den totgesagten park und schau:
    Der schimmer ferner lächelnder gestade
    Der reinen wolken unverhofftes blau
    Erhellt die weiher und die bunten pfade.

    Dort nimm das tiefe gelb das weiche grau
    Von birken und von buchs - der wind ist lau.
    Die späten rosen welkten noch nicht ganz.
    Erlese küsse sie und flicht den kranz.


    Vergiss auch diese letzten astern nicht
    Den purpur um die ranken wilder reben
    Und auch was übrig blieb von grünem leben
    Verwinde leicht im herbstlichen gesicht.


    Stefan George,(aus:"Das Jahr der Seele", Gedichtezyklus) , 1868-1933

    [​IMG] [​IMG]
     
  7. nourani

    nourani Registrierter Benutzer

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    Herbst - Samhain

    Besser bekannt auch als Halloween (von mir):

    Novembernebel grau und kalt
    sanft fällt der erste Schnee
    Es ruht das Feld und auch der Wald
    -und gefroren ist der See.

    Heut ist die dunkelste der Nächte
    Heut stirbt das Licht, macht
    Neuem Platz
    Heut wirken wieder uralte Mächte
    Odhins Einherjer blasen zur Hatz.

    Das ist die Zeit der großen Schwärze
    Das Ahnenfest genannt Samhain
    Trauer noch immer befällt das Herze
    - Tod ist Schicksal für alles Sein.

    Dies ist die Nacht wo die Schleier sich heben
    Dies ist die Nacht, wo wir uns wiedersehen
    Der Tod begegnet heut Nacht dem Leben
    Und Eines Tages werden auch wir gehen.

    Und doch aus tiefster dunkler Klage
    Erhebt Lebensfunke sich erneut
    Zu bringen uns bald hellere Tage,
    Wenn beginnt die Frühlingszeit.

    Dann gibt der Tod sein Zepter ab
    Dann wird das Leben wieder siegen,
    Erhebt Samen sich aus dunklem Grab
    auf dem jetzt tote Blätter liegen.
     
  8. took1211

    took1211 Guest


    Herbst

    Schau ins Land der Pyramiden
    Flohn die Störche übers Meer;
    Schwalbenflug ist längst geschieden.
    Auch die Lerche singt nicht mehr.

    Seufzend in geheimer Klage
    Streift der Wind das letzte Grün;
    Und die süßen Sommertage,
    Ach,sie sind dahin,dahin!

    Nebel hat den Wald verschlungen,
    Der dein stillstes Glück gesehn;
    Ganz im Duft und Dämmerungen
    Will die schöne Welt vergehn.

    Nur noch einmal bricht die Sonne
    Unaufhaltsam durch den Duft,
    Und ein Strahl der alten Wonne
    Rieselt über Tal und Kluft.

    Und es leuchten Wald und Heide,
    Dass man sicher glauben mag,
    Hinter allem Winterleide
    Lieg' ein ferner Frühlingstag.

    Theodor Storm
     
  9. samira2000

    samira2000 Registrierter Benutzer

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    Verherrlicht vom Morgen liegen Dörfer in Feldern und Fernen,
    Biegen sich Berge mit Wäldern, als ob die Länder fliegen lernen.
    So wiegen sich Gründe und Wiesen im blauenden Schatten und Schein,
    Wie die Flügel von Riesen schwimmen grünende Matten in den Morgen hinein.
    Nur die Windstimmen holen sie ein und die Sehnsucht allein.
    Max Dauthendey, 1867-1918
     
  10. Bizarro

    Bizarro Registrierter Benutzer

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    [TABLE]


    [TR]

    [TD]
    [h=5]Sehnsucht nach dem Frühling[/h]
    O, wie ist es kalt geworden
    Und so traurig, öd' und leer!
    Raue Winde
    weh'n von Norden
    Und die Sonne scheint nicht mehr.

    Auf die Berge möcht' ich fliegen,
    Möchte seh'n ein grünes Tal,
    Möcht'
    in Gras und Blumen liegen
    Und mich freu'n am Sonnenstrahl;

    Möchte hören die Schalmeien[SUP] 1)[/SUP]
    Und der Herden
    Glockenklang,
    Möchte freuen mich im Freien
    An der Vögel süßem Sang.

    Schöner Frühling, komm doch wieder,
    Lieber Frühling, komm doch
    bald,
    Bring' uns Blumen, Laub und Lieder,
    Schmücke wieder Feld und
    Wald!

    Ja, du bist uns treu geblieben,
    Kommst nun bald in Pracht und
    Glanz,
    Bringst nun bald all deinen Lieben
    Sang und Freude, Spiel und
    Tanz.

    August Heinrich Hoffmann von Fallersleben
    (ca.
    1827)

    Frajo, der auch diese "Sehnsucht" in sich spürt[/TD]
    [/TR]
    [/TABLE]
     
  11. Bernstein

    Bernstein Registrierter Benutzer

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    Frühling,

    der Frühling ist erwacht,
    als hätte ich´s gedacht,
    ich sah die ersten Krokusse spriessen,
    jetzt können wir den Frühling geniessen.

    In den frühen Morgenstunden,
    zwitschern die Vöglein die ersten Runden,
    es blüht, es grünt die Welt ist erwacht
    jetzt machen wir alles was uns Spass macht.

    Kein Schnee mehr, keine kalten Finger
    Glücksgefühle stellen sich ein,
    oh, möge es doch immer Frühling sein.

    (von mir)

    LG Bernstein
     
  12. Lagune

    Lagune Registrierter Benutzer

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    Bayern
    November

    Solchen Monat muss man loben;
    Keiner kann wie dieser toben,
    keiner so verdrießlich sein,
    und so ohne Sonnenschein!

    Keiner so in Wolken maulen,
    keiner so mit Sturmwind graulen!

    Und wie naß er alles macht!
    Ja, es ist ´ne wahre Pracht.

    Seht das schöne Schlackerwetter!
    Und die armen welken Blätter,
    wie sie tanzen in dem Wind
    und so ganz verloren sind!

    Wie der Sturm sie jagt und zwirbelt
    und die durcheinanderwirbelt
    und sie hetzt ohn´ Unterlass;
    Ja, das ist Novemberspaß!

    Seidel, Heinrich (1842-1906)

    [​IMG]
     
  13. Johanna Nielsen

    Johanna Nielsen Registrierter Benutzer

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    Hamburg
    . November

    Tristes Grau,erstarrte Zweige,
    Wehmut nistet im Geäst.
    Trauer spielt die erste Geige.
    Kälte uns erschauern lässt.

    Windzerzauste kahle Bäume
    stehen einem Mahnmal gleich.
    Und zerrissene Sommer träume
    fliehen vor der Dunkelheit.

    Schatten schweben,
    Nebel ziehen
    Schleier über den Verfall,
    Kerzen flammen auf,
    verglühen,
    Leere geistert durch das All.

    Trübe Tage,Klagen, Weinen
    Mensch, verliere nicht den Mut.
    Neu wird uns
    die Sonne scheinen,
    aufstehn, was still geruht.

    geschrieben von Ria Berg , HaHNBACH. veröffentlicht in der Bild der Frau









     
  14. hada1712

    hada1712 Kevin-Schantalle-Mama

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    Berlin
    Das Käferlein


    Ich hab´ gesehen grüne Läuse,
    Und auf diese Art und Weise,
    Wird der Marienkäfer satt,
    Da er was zu Knabbern hat .


    Auch auf die Läuse mit dem Schild,
    Ist das Marienkäferchen ganz wild,
    Stürzt sich auf das Läusevölkchen,
    Im Schatten durch ein Wölkchen .


    Der Käfer ist sehr artenreich,
    In Varianten und Vergleich,
    Mit und ohne Punkte, ein Panzer aus Chitin,
    Das Rot, das kommt vom Lycopin .


    Feinde : Vögel, Frösche oder Spinnen,
    Werden ganz von Sinnen,
    Bitter schmeckt das Käferlein,
    Und zieht seine Beinchen ein .


    Als Larve aus dem Ei geschlüpft,
    Wird etwa nicht aufgemüpft,
    Sondern fleissig sich ernährt,
    Damit er das Käferstadium erfährt .


    Ein kleiner Kerl den wir doch lieben,
    Wenn er vom Hunger wird getrieben,
    Und im Garten ist von Nutz´,
    Denn so betreibt er Pflanzenschutz .

    hada1712
     
  15. Lagune

    Lagune Registrierter Benutzer

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    31. Juli 2011
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    Ort:
    Bayern
    [h=3]Osterspaziergang[/h] Vom Eise befreit sind Strom und Bäche
    durch des Frühlings holden belebenden Blick,
    im Tale grünet Hoffnungsglück;
    der alte Winter, in seiner Schwäche,
    zog sich in rauhe Berge zurück.


    Von dort her sendet er, fliehend, nur
    ohnmächtige Schauer körnigen Eises
    in Streifen über die grünende Flur.
    Aber die Sonne duldet kein Weißes,
    überall regt sich Bildung und Streben,
    alles will sie mit Farben beleben;
    doch an Blumen fehlt's im Revier,
    sie nimmt geputzte Menschen dafür.


    Kehre dich um, von diesen Höhen
    nach der Stadt zurückzusehen!
    Aus dem hohlen, finstern Tor
    dringt ein buntes Gewimmel hervor.
    Jeder sonnt sich heute so gern.
    Sie feiern die Auferstehung des Herrn,
    denn sie sind selber auferstanden:
    aus niedriger Häuser dumpfen Gemächern,
    aus Handwerks- und Gewerbesbanden,
    aus dem Druck von Giebeln und Dächern,
    aus den Straßen quetschender Enge,
    aus der Kirchen ehrwürdiger Nacht
    sind sie alle ans Licht gebracht.


    Sieh nur, sieh! wie behend sich die Menge
    durch die Gärten und Felder zerschlägt,
    wie der Fluß in Breit und Länge
    so manchen lustigen Nachen bewegt,
    und, bis zum Sinken überladen,
    entfernt sich dieser letzte Kahn.


    Selbst von des Berges fernen Pfaden
    blinken uns farbige Kleider an.
    Ich höre schon des Dorfs Getümmel,
    hier ist des Volkes wahrer Himmel,
    zufrieden jauchzet groß und klein:
    Hier bin ich Mensch, hier darf ich's sein!

    (Johann Wolfgang von Goethe)


     
  16. ManuSkript

    ManuSkript Registrierter Benutzer

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    Metamorphose

    So wie ein Wunder wird's gescheh'n,

    das staunen lässt, wenn es geseh'n,
    ein unscheinbares Raupending
    entpuppt sich zu 'nem Schmetterling.

    Die Hülle auseinander bricht,
    was im Verborg'nen kommt an's Licht,
    und so ist auch das ew'ge Leben
    tief in uns drin, von Gott gegeben.

    Ich glaube, darum sag' ich dir,
    dass Gott das ew'ge Leben mir
    durch Jesu Blut am Kreuz erwarb,
    als Er für meine Sünden starb.

    Was ich geglaubt, werd' ich einst schau'n,
    auf Gott setz' ich gern mein Vertrau'n,
    denn Er alleine täuscht mich nicht,
    Er hält Sein Wort, was Er verspricht.

    (B. Rusch)


     
    #1156 25. März 2016
    Zuletzt bearbeitet: 25. Juni 2017
  17. Neli

    Neli Optimistin

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    Ein Hase sitzt auf einer Wiese,
    des Glaubens, niemand sähe diese.
    Doch im Besitze eines Zeißes,
    betrachtet voll gehaltnen Fleißes
    vom vis-à-vis gelegnen Berg
    ein Mensch den kleinen Löffelzwerg.
    Ihn aber blickt hinwiederum
    ein Gott von fern an, mild und stumm.

    Christian Morgenstern

    [​IMG]

    Viele liebe Grüße

    Neli


     
    #1157 26. März 2016
    Zuletzt bearbeitet: 3. April 2016
  18. BienchenSumm

    BienchenSumm summt herum

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    Was rauschet, was rieselt, was rinnet so schnell?
    Was blitzt in der Sonne? Was schimmert so hell?
    Und als ich so fragte, da murmelt der Bach:
    "Der Frühling, der Frühling, der Frühling ist wach!"
    Was knospet, was keimet, was duftet so lind?
    Was grünet so fröhlich? Was flüstert im Wind?
    Und als ich so fragte, da rauscht es im Hain:
    "Der Frühling, der Frühling, der Frühling zieht ein!"
    Was klingelt, was klaget, was flötet so klar?
    Was jauchzet, was jubelt so wunderbar?
    Und als ich so fragte, die Nachtigall schlug:
    "Der Frühling, der Frühling!" - Da wusst' ich genug!


    Heinrich Seidel (1842 - 1906)
     
  19. ManuSkript

    ManuSkript Registrierter Benutzer

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    4. Juni 2008
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    Frühlingserwachen

    Wenn Frohsinn und Frühjahrslust die Herzen füllen,
    die Natur ihr buntes Frühlingskleid ausbreitet,
    wärmende Sonnenstrahlen Verborgenes enthüllen -
    sich die Seele beflügelt in linder Luft weitet.


    ( M )


     
  20. Neli

    Neli Optimistin

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    Rheinland
    Geh aus mein Herz und suche Freud
    In dieser schönen Sommerzeit
    An deines Gottes Gaben
    Schau an der schönen Gärtenzier
    Und siehe wie sie mir und dir
    Sich ausgeschmücket haben.

    Die Bäume stehen voller Laub
    Das Erdreich decket seinen Staub
    Mit einem grünen Kleide
    Narzissen und die Tulipan
    Die ziehen sich viel schöner an
    Als Salomonis Seide.

    Die Lerche schwingt sich in die Luft
    Das Täublein fliegt auf seiner Kluft
    Und macht sich in die Wälder
    Die hochbegabte Nachtigall
    Ergötzt und füllt mit ihrem Schall
    Berg Hügel Tal und Felder.

    Die Glucke führt ihr Völklein aus
    Der Storch baut und bewohnt sein Haus
    Das Schwälblein speist die Jungen
    Der schnelle Hirsch das leichte Reh
    Ist froh und kommt aus seine Höh
    In´s tiefe Gras gesprungen.

    Und mit so manchem Gut begabt
    Das menschliche Gemüte

    Ich selber kann und mag nicht ruhn
    Des großen Gottes großes Tun
    Erweckt mir alle Sinnen.

    Ich singe mit, wenn alles singt
    Und lasse was dem Höchsten klingt
    Aus meinem Herzen rinnen.

    Paul
    Gerhardt
    – 1656


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