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Biologika und Krebs

Dieses Thema im Forum "Biologische Therapien (Biologika und niedermolekul" wurde erstellt von schnudel, 15. Januar 2016.

  1. schnudel

    schnudel Neues Mitglied

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    Hallo,

    da ich aufgrund von Nebenwirkungen weder Sulfasalazin, MTX und Leflunomid nehmen kann, soll es nun ein Biologika werden.

    Durch rheumatoide Arthritis sind meine Fuß- und Handgelenke bereits beschädigt und da ich leider die obigen Basismedikamente nicht mehr nehmen kann, wird nun auf ein Biologika umgestellt. Welches Biologika weiss ich noch nicht, da nun die Vorsorgeuntersuchungen (Lunge röntgen, Blutuntersuchung) gemacht werden.

    Da in meiner Familie jeder an Krebs erkrankt ist/war (unterschiedlicher Art) habe ich Angst damit anzufangen.

    Kann jemand berichten?

    Grüsse
    Sabine
     
  2. norchen

    norchen Aktives Mitglied

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    Hallo schnudel,

    Ich kann deine angst verstehen, hab mich anfangs auch dagegen entschieden. Resochin, mtx, leflunomid u combi aus leflu u mtx hab ich durch, jedoch mit nur, wenn überhaupt, mäßigem erfolg.
    Seit oktober hab ich nun entschieden humira zu spritzen und was isg betrifft war es die beste entscheidung, rest noch nicht besser.
    Ich war bereits selbst an krebs erkrankt und das war der grund des wartens und zweifelns bei mir, jetzt hoffe ich einfach das diese, lt arzt doch sehr seltene nebenwirkung, an mir vorbei zieht. Dank humira kann ich durchschlafen und das ist ein stück lebensqualität zurück und das ist es schon wert für mich.
     
  3. Savi

    Savi Mitglied

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    Vielleicht bin ich die falsche, denn mit Mab - Thera bin ich quasi Anfängerin. Die Infusionen hab ich gut vertragen, keine Nebenwirkungen. Wirkung selbst, von der ersten Infusion ab, erst 6 Wochen später. Dann aber gewaltig. Die Infusionen gibt es halbjährig. Was ich nicht übel finde. Mir geht es seid Mitte Oktober richtig gut, und das gibt Kraft.Was ich von den anderen Mitpatienten mitbekommen habe, keiner hatte nennenswerte Nebenwirkungen von der ersten bis zur 2. Infusion. Zum Befinden danach kann ich dir allerdings wiederum nichts berichten, ich habe keinen mehr getroffen. Begleiterscheinung wie ich sie von Chemotherapien her kenne, gab es bei mir nicht. Ich denke dafür ist die Dosis auch nicht so stark, wie bei Chemos üblich. Ich hoffe ich konnte dir ein bißchen damit helfen.
     
  4. schnudel

    schnudel Neues Mitglied

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    Hallo,

    vielen Dank für die beiden Rückmeldungen. Schade, dass sich nicht mehr mit diesem Risiko auseinander gesetzt haben bzw. berichten.

    Grüße
    Sabine
     
  5. Berghexe

    Berghexe Mitglied

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    Hallo Sabine,

    ich habe Spondylarthritis. Ich hatte den ersten Versuch mit Humira im Mai letzten Jahres, leider hab ich nach zwei Monaten anscheinend nach kurzer Pause wegen einem Infekt Antikörper gebildet, deshalb wirkte es nicht mehr. Nun bekam ich Enbrel welches gar keine Wirkung zeigte. Nun soll ich ab übernächste Woche Cimzia bekommen. Um nun zu deinem Thema zu kommen. Meine Ärztin wies mich bei Humira daraufhin dass hier ein erhöhtes Risiko für weiße Hautkrebs bestünde und ich deswegen auf jeden Fall ( ich bin vom Haut und Haartyp sehr hell) regelmäßig zur Kontrolle gehen sollte. Ich fragte auch nach anderen Risiken bzgl. Krebs und sie meinte, dass es wohl schon ein gewisses Risiko gibt, aber man wohl nicht genau sagen besteht nun eindeutig ein Zusmmenhang zwischen den Krebserkrankungen und dem Einsatz der Biologikas oder nicht. Ich hab mir unglücklicherweise auch den Beipackzettel von Cimzia durchgelesen und da steht auch unter Nebenwirkungen gelegentlich unter anderem Multiorganversagen und Krebs ( Leukämie, Lymphome usw) mit einer Wahrscheinlichkeit von mehr als einer von 1000 und weniger als einer von 100. Find ich schon auch sehr bedrückend. Mein Bruder bekommt für seinen Morbus Crohn seit 15 Jahren Infliximab ( Remicade) und hat bis jetzt noch nix. Wissen kann man es nicht. Mir macht das mit dem Krebs auch aber mit den anderen Sachen die da stehen schon Sorgen, es ist nur die Frage, was bleibt einem übrig. Ich war vorletzte Woche bei meiner Rheumatologin und konnte mir nicht mal selbst die Hose ausziehen
    Leider gibt einem auch keiner so richtig Auskunft wie es nun wirklich um das Krebsrisiko steht.
    Liebe Grüße,
    Berghexe
     
  6. anurju

    anurju anurju

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    Hallo Schnudel,

    mir wurde das von einem sehr versierten Professor so erklärt:

    Rheumatiker haben ein fehlgesteuertes Immunsystem (es wendet sich ja daher auch gegen körpereigene Strukturen).
    Genrell ist die Rate von Krebserkrankungen deshalb bei Rheumatikern erhöht.
    Er meinte, dass insbesondere eine hohe Krankheitsaktivität (die dann ja ohne entsprechende modulierende Therapie auch durchaus der Fall wäre) das Immunsystem und den ganzen Körper sehr strapazieren würde. Und gerade dann wäre der Körper sicher anfälliger für weitere Fehlsteuerungen, wie es eine Krebserkrankung eben auch ist. Übrigens erhöht eine hohe Krankheitsaktivität auch das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Ein Grund mehr, möglichst wenige Entzündungen zuzulassen...
    Durch diese generelle Problematik wäre z.B. die Lymphomrate bei Rheumatikern generell etwas höher als in der Durchschnittbevölkerung.
    Die Pharmaziefirmen sind aber gezwungen, alle Erkrankungen, die bei den Patienten im Verlauf der medikamentösen Therapie auftreten, genau zu dokumentieren - ob diese alle mit dem Medikament zusammenhängen, ist nicht unbedingt gesagt. D.h. z.B. dass diese erhöhte Lymphomrate auch dort auftaucht - ohne dass diese Zusammenhänge genauer erläutert werden können.

    Es ist für mich logisch, dass das Eingreifen in das Immunsystem nicht risikolos ist - mir wurde das mit dem weißen Hautkrebs auch gesagt - wobei dieser ja gut zu therapieren ist und selten eskaliert... aber:
    Ich habe selber erlebt, wie infektanfällig ich z.B. in der Zeit vor der Biologikatherapie war. Als ob mein "jeckes Immunsystem" auf jeden Keim angesprungen ist, der ihm begegnete. Seit ich Biologika bekomme, bin ich fast nie krank gewesen - extrem viel seltener als vorher.
    Das ist bei anderen Patienten anders (einige sind infektanfälliger) - aber ich führe es darauf zurück, dass mein Immunsystem jetzt mehr in Balance ist. Und ich hoffe, dass dies auch für andere, schwerwiegendere Erkrankungen gilt.
    Denn in meiner Familie gibt es auch extrem gehäufte Krebsfälle.
    Ob das vielleicht daran liegt, dass auch andere Familienmitglieder ein nicht so balanciertes Immunsystem haben - nur dass es bei denen in eine andere Richtung fehlgesteuert ist...? ich weiß es nicht...

    Ich weiß nur, dass die Biologika mir sehr viel Lebensqualität zurückgegeben haben - das haben Sulfasalazin, Quensyl, MTX leider nicht geschafft - und daher bin ich sooo froh, dass es diese Medikamente gibt!!!

    Toi toi toi für dich - und: das ist meine Laienmeinung - ohne Anspruch auf Richtigkeit und Vollständigkeit!
    Liebe Grüße von anurju
     
  7. Marie2

    Marie2 nobody is perfect ;)

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    liebe Schnudel,

    ich verstehe deine gedanken sehr gut und du bist sicher mit solchen befürchtungen und fragen nicht allein. wenn du die SUCHE bemühst, insgesamt oder speziell im forum: Biologische Therapien,
    wirst du diverse beiträge / threads finden. die suche in den ro-news bringt ebenfalls interessante artikel zur kenntnis, ich füge dir als beispiel diese zwei links aus den news ein...

    https://www.rheuma-online.de/aktuelles/news/artikel/risiko-fuer-solide-tumore-bei-patie/
    Das Hinzufügen von TNF-Inhibitoren zu einer bestehenden Therapie mit traditionellen Disease Modifying Anti-Rheumatic Drugs (DMARDS) führt nicht zu einer Veränderung des Krebsrisikos bei Patienten mit rheumatoider Arthritis (RA). Donnerstag, 10.04.2014

    https://www.rheuma-online.de/aktuelles/news/artikel/biologika-bergen-kein-erhoehtes-krebsrisiko-fuer-kinder/
    Doch Studien und neue Registerdaten aus Deutschland entkräften diesen Verdacht nicht nur bei Erwachsenen, sondern auch bei Kindern mit Gelenkrheuma. Montag, 31.08.2015

    ich freue mich über jede positive studie, kann mir allerdings nicht abgewöhnen eine gewisse skepsis zu behalten, insbesondere, wenn man betroffen ist. jeder muss selbst abwägen.

    in bestimmten bereichen kann man selber vorsorgen, zum beispiel durch regelmässiges hautkrebsscreening, sonnenlotion, kein solarium usw.

    alles gute, marie
     
  8. schnudel

    schnudel Neues Mitglied

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    Hallo Berghexe,
    hallo anurju,
    hallo an alle anderen,

    danke für Eure Informationen! Je öfter ich über das Für und Wider nachdenke, umso mehr komme ich doch zum Entschluss es mit einem Biologika zu versuchen. Außerdem ist heute aufgrund von Schmerzen wieder ein "Für-Tag" und irgendein Medikament muss ich ja nehmen.

    Müsste ich das LEF eigentlich auswaschen? Vor 7 Wochen habe ich es aufgrund von Nebenwirkungen (Herzrasen, Enge im Brustbereich und starker anhaltender Haarausfall) ohne Auswaschen abgesetzt.

    Welches Biologika wird denn bei RA als Monotherapie gerne verschrieben?

    Vielen Dank und

    viele Grüße
    Sabine
     
  9. schnudel

    schnudel Neues Mitglied

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    Danke Marie

    lg
    Sabine
     
  10. norchen

    norchen Aktives Mitglied

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    Bei mir wurde leflu nicht ausgewaschen, nehme seit anf.oktober humira, allerdings mit 5mg mtx dazu wg antikörberbildung verhindern
     
  11. Tusch

    Tusch Bekanntes Mitglied

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    Guten Morgen,
    ich habe hier nicht alles durchgelesen...
    Aber zu deinen letzen Fragen:
    ich habe das Leflu ausgewaschen, damit ich das Zeug schnell aus meinem Körper los werde. Die NW waren ähnlich wie du sie beschreibst.
    Als Monotherapie spritze ich Tocilizumap seit einem Jahr.
    Mir geht es seit dem deutlich besser und ich habe kaum NW. Die RA ist zur Zeit inaktiv.
    Über das erhöhte Krebsrisiko habe ich mir auch Gedanken gemacht, aber beschlossen, dass der Nutzen des Tocilizu höher ist, als die Gefahr an Krebs zu erkranken. Natürlich mache ich alle nötigen Kontrollen und gehe zu den Vorsorgeuntersuchungen. Mein Motto: das Leben selbst ist nun mal lebensgefährlich.

    ich wünsche dir alles Gute
    lieb geknuddelt
    Tusch
     
  12. anthologie

    anthologie Mitglied

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    Liebe Schnudel,

    wie geht es Dir heute, nach einem Jahr?
    Würde mich über eine Antwort freuen.
    Viele Grüße aus dem Münsterland