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Biologica - was ist wirklich Sache?

Dieses Thema im Forum "Entzündliche rheumatische Erkrankungen" wurde erstellt von kolibri7701, 27. Februar 2010.

Schlagworte:
  1. kolibri7701

    kolibri7701 Neues Mitglied

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    Hallo!

    Könnt ihr mir weiterhelfen?

    Warum bekommt man Biologica eigentlich so schwer? Manchmal hört man das Gerücht, das sei deshalb, weil das Medikament sehr teuer ist. Ein Arzt wiederum sagte mir, als ich nach Biologica gefragt habe, man "wolle ja nicht gleich mit Kanonen schießen" sondern zuerst mal die anderen Medis probieren. Die Gefahr von Nebenwirkungen sei einfach zu groß. :confused:

    Warum bekommt man Biologica erst, wenn die anderen Medis nicht wirken? Was ist der Nachteil (und auch der Vorteil) gegenüber anderen Medis wie MTX??? Welche Erfahrungen habt ihr gemacht, und was habt ihr so gehört? :confused:

    LG
    Kolibri
    (chron. Polyathritis, dzt. behandelt mit MTX - das nicht hilft)
     
  2. weggie

    weggie Neues Mitglied

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    Hallo Kolibri,

    unter "Rheuma von A-Z" auf dieser Seite kannst Du einen groben Überblick über Biologika kriegen.

    Prinzipiell wirken Biologika gezielt auf die krankmachenden Zellen im Körper, die Gefahr Nebenwirkungen zu entwickeln sollte daher - meiner Meinung nach - geringer sein als bei herkömmlichen Mitteln, die großflächig wirken. Andererseits gibt es Biologika noch nicht so lange, weswegen der langfristige Einsatz noch nicht so gut untersucht ist. MTX ist nunmal etabliert, da bestehen Erfahrungswerte bzgl. Wirkung und Risiko.

    Und das Gerücht, dass Biologika sehr teuer sind, kann ich bestätigen - zumindest die, die ich kenne. Nachdem zur Zeit ja das deutsche Gesundheitssystem (und damit auch die Preisgestaltung der Pharmaunternehmen) sehr in Frage gestellt wird, ändert sich da ja vielleicht bald etwas.

    Grüße,
    weggie
    - wird (leider?) mit Biologika behandelt
     
  3. Diana1970

    Diana1970 Ruhrpottgöre

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    hallo kolibri,
    dein rheumadoc hat sowohl als auch vollkommen recht ;)
    es gibt nunmal eine ganze reihe gut wirksamer langwirksamer antirheumatika,die derzeit noch sicherer in ihrer anwendung sind als die biologica,da schon lange etabliert und von denen somit viele langzeit- als auch anderer nebenwirkungen bekannt sind.zu den biologica sind in dieser hinsicht noch viele fragen offen.

    und natürlich spielt auch der kostenfaktor eine rolle,biologica dürfen allenfalls bei sehr aggressiven verläufen als first-line eingesetzt werden,da bei ihnen oftmals innerhalb weniger wochen ein ansprechen verzeichnet werden kann.
    ich halte das aber auch für legitim,denn für sich selbst gesehen ist es doch auch so,daß wenn man nicht grad millionär ;) ist und nach einem produkt sucht das einen bestimmten zweck erfüllen soll,kein vernünftiger mensch hingeht und das teuerste kauft wenn die wahrscheinlichkeit sehr hoch ist,daß diesen zweck auch eines für bspw ein zehntel des preises vom teuersten erfüllt.
    die behandelnden ärzte müssen genau dokumentieren warum sie ein biologica verordnen und welche medis vorher eingesetzt wurden und warum diese wieder abgesetzt worden sind.
    die vorgaben für all dies machen aber die kk's,und diese wiederum werden von der bundesregierung auch bis zu einem bestimmten grad gemaßregelt.
    du siehst also,das alles läßt sich nicht auf einen bestimmten punkt reduzieren und ist sehr komplex.
    und zudem sitzt den behandlern auch immer ein möglicher regress im nacken.

    ich bin eigentlich traurig drum daß ich mtx absetzen mußte.denn als es bei mir anfing zu wirken - und ich bin davon überzeugt daß es auch für lange zeit hervorragend gewirkt hätte - mußte ich es wegen nicht tolerierbarer nw absetzen.
    die mir möglichen tnf hatte ich alle bis auf simponi.auf einen versuch mit letzterem verzichten wir aber da ich unter keinem der anderen drei eine ausreichende wirkung hatte.und das zeigt auch wieder,daß auch ein noch so hoher preis keine erfolgsgarantie ist.

    liebe grüße,
    diana :- ))
     
  4. kolibri7701

    kolibri7701 Neues Mitglied

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    Danke!

    Danke, Weggie und Diana!

    Ach, wenn mir nur die Rheumadocs auch alles so schlüssig erklären würden! :top:

    Weggie, wie geht´s dir mit dem Biologica?

    Diana, mußtest du das MTX auch wg. Übelkeit absetzen?

    LG
    Kolibri
     
  5. weggie

    weggie Neues Mitglied

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    Perfekt ist es nicht, aber insgesamt doch schon wieder sehr gut. Ich habe es (Rituximab) im Januar das erste Mal wegen eines Schubs verabreicht gekriegt; man sagt, dass die maximale Wirkung nach 3-6 Monaten eintritt, es besteht also noch Luft nach oben :)
    Zudem nehme ich noch Azathioprin, weswegen ich auch nicht sagen kann, welches der Medikamente nun eigentlich wirkt. Ich hoffe natürlich von einem der beiden wieder loszukommen, man will ja nicht mehr von dem Zeug im Körper haben als nötig ist.

    Gruß,
    weggie
     
  6. Diana1970

    Diana1970 Ruhrpottgöre

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    nein,nicht wegen übelkeit.die hatte ich nur drei tage nach den ersten beiden spritzen und dagegen haben ganz hervorragend mcp-tropfen geholfen.
    ich hatte einen dauermigränösen zustand,nacken-steife und -schmerzen die nicht mehr zu toppen war/en und habe nicht mehr schlafen können,halt nur noch so 3-4 mal in 24 stunden a jeweils 2-3 stunden.
    nachdem ich das 4 monate mitgemacht habe war ich aber sowas von am ende daß ich es einfach absetzen mußte.
    unter mtx habe ich - als es nach etwa 3 monaten wirkung zeigte - auch erstmals gemerkt daß ich auch im winter schwellungen und ordentlich schmerzen habe,denn vorher hatte ich ja nur den vergleich zur warmen jahreszeit,und die basismedis davor haben ja nicht angeschlagen.
    wäre ein supermedi für mich,aber gegen manche nw ist einfach noch kein kraut gewachsen und die sind teilweise auch schlimmer als das rheuma selbst.

    wie lange bekommst du schon mtx?

    liebe grüße,
    diana :- ))
     
  7. bejuda

    bejuda Guest

    hallo kolibri7701,

    ich möchte dir kurz über ein Medikament gegen Übelkeit berichten.
    Auch ich nehme Mtx. Den 1. versuch startete ich mit Tabletten. Daraufhin habe ich 2 Tage erbrochen. Deshalb haben wir auf Spritzen umgestellt. Doch auch davon hatte ich extreme Übelkeit und Erbrechen (obwohl die Dosis bei dieser 2. Einnahme aus Vorsichtsgründen nur 1/4 betrug).
    Daraufhin wollte mein Doc auf Biologicals umstellen. ich wollte das aber nicht. Ich wollte lieber noch einen versuch mit dem MTX und einem Antibrechmittel, wie Vomex, MCP... unternehmen.
    Da hatte mein Doc eine Idee. Ich solle es mal mit Odansetron versuchen. Dieses ist ein Antiemetikum gegen zentrales Erbrechen. Also gegen genau die Art von Übelkeit die Zytostakia verursachen.
    Die Übelkeit vom MTX kommt vom zentralen Nervensystem und nicht von Magen. Vomex und Co. setzen am Magen an. Odansteron hingegen im Gehirn. und ich kann die sagen ich bin so froh über diesen Versuch. ich nehme das Odansetron wenn ich spritze und dann alle 8 Stunden. Insgesamt 4X. Damit muss ich weder erbrechen, noch ist mir sehr übel. Ich merke es zwar, wenn die 8 Stunden zu Ende gehen (bekomme dann eine leichte Übelkeit) -aber dann kann ich ja auch schon wieder eine Tablette nehmen.
    Das Odansetron wird eigentlich in der Krebstherapie bei durch Chemos verursachter Übelkeit eingestzt. Aber letztendlich ist MTX ja nichts anderes, nur in geringerer Dosierung. Ich bin sehr froh über diesen Versuch und hoffe das es weiterhin so bleibt...

    viele Grüße bejuda
     
  8. wolkensturm

    wolkensturm Neues Mitglied

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    hallo,
    ich habe cp seit 15 jahren und auch schon viele medis durch.mtx habe ich dann gar nicht mehr vertragen (haarausfall,übelkeit,wenig wirkung).
    dann immer diclos geschluckt mit magenschutz,seit ein paar jahren enbrel zeitweise mit beofenac zusätzlich.beo konnte ich nicht mehr vertragen (leberwerte hochgegangen),jetzt mit nur 1x pro woche enbrel 5mgcortison,dann der frost und schnee ,geht es mir nicht sehr gut.schmerzen,schwellungen usw.
    gegen evtl.übelkeit nehme ich zur ausleitung homöopathische mittel.


    allen gute besserung wünscht wolkensturm:a_smil08:
     
  9. kolibri7701

    kolibri7701 Neues Mitglied

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    Nochmals danke!

    Danke für eure Antworten!!!

    @ Diana: Ich nehme MTX seit April 2009. Zuerst als Spritze, die irgendwann super gewirkt hat, aber ich bin mit der Übelkeit nicht mehr klargekommen. Dann bin ich auf Tabletten umgestiegen (keine Übelkeit), doch die wirken leider nicht. Lt. Laborwerte habe ich zwar keine Entzündungen im Körper (wodurch mir die Rheumadocs nicht glauben, dass ich wieder Schmerzen habe), aber mir geht´s echt nicht gut zur Zeit ...

    @ Bejuda: Danke für den Tipp! Werde mal nachfragen, ob man Odansteron bei uns in Österreich bekommt, oder ob es was Vergleichbares gibt, das auf das zentrale Nervensystem wirkt. Dann könnte ich es wieder mit der Spritze versuchen.

    @Wolkensturm: Helfen dir die Homöopathischen Mittel?

    Ganz liebe Grüße an euch!
    Kolibri
     
  10. Diana1970

    Diana1970 Ruhrpottgöre

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    kolibri,
    kann ich gut verstehen daß du auf die tabletten umgestiegen bist,auch übelkeit kann die toleranzgrenze übersteigen.
    ich will dir mal feste die daumen drücken daß dir deine docs ein Antiemetikum verschreiben werden und du wieder auf die spritzen umsteigen kannst - viel erfolg!

    lg,
    diana :- ))
     
  11. wolkensturm

    wolkensturm Neues Mitglied

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    hallo kolibri,

    gegen die übelkeit hilft mir cocculus ,gegen magenschm. gastricumeel von HEEL oder nux vomica ,gegen sodbrennen (von den diclos) bismutum pentergan Tbl. aber als magenschutz bei NSAR reicht es nicht aus.
    für den steifen nacken,den ich oft durch die schonhaltung bekomme,wenn ich schmerzen hab, schüßlersalz salbe nr 7.
    die übelkeit wurde aber weniger häufig,als ich kein MTX mehr bekam.manchmal liegt es auch an der kombination mancher mittel.
    z.bsp.vertrugen sich mein blutdruckmittel nicht mit dem magenschutz.

    viele grüsse wolkensturm :top:
     
  12. bejuda

    bejuda Guest

    Odansetron

    hallo kolibri7701,

    als ich gerade deine Antwort gelesen habe, ist mir aufgefallen, dass ich in meinen Posting einen Schreibfehler gemacht habe.
    Das Medikament heißt Odansetron (von Hexal).
    Das gibt es auch in Österreich.
    Andere Namen sind:
    Axisetron (D), Cellondan (D), Ondansan (A), Zofran (D, A, CH), Zotrix (A), zahlreiche Generika (D, A, CH)
     
  13. Sim

    Sim Neues Mitglied

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    Biologica

    Hallo, war schon lange nicht mehr im Forum - einerseits wenig Zeit wg. privaten/familiären Gründen, andererseits bin ich seit 1 Jahr - seitdem ich Remicade zusätzlich zu MTX-Spritzen nehme, fit und fühle mich, als hätte ich nie etwas mit den Knochen gehabt.
    Nun kommts: Die Krankenkasse (privat) hatte bislang ein kurzes Attest des behandelnden Rheumaproffessors verlangt (meist alle halbe Jahre auf ein Rezept geschrieben) und auch akzeptiert. Nun hat sie meine letzte Infusion (1997,00 € nur das Medikament) nicht erstattet und die nächste Infusion steht vor der Tür!!
    Mir steht das Wasser mehr als bis zum Hals!
    Laut Vorzimmerdame des Rheumaprofessors türmen sie die Akten auf dem Schreibtisch von Remicade-Patienten aller Kassen mit dem gleichen Problem - nun hilft mir das im Moment nicht wirklich (ich meine das Problem der anderen Leute..)
    :(

    Sim
     
  14. puffelhexe

    puffelhexe Bärenmama von Pedro

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    ...das mit dem odansetron ist ja interessant...

    @sim: das tut mir leid, das du solchen ärger mit der kostenübernahme hast!