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Bin total verwirrt!!!

Dieses Thema im Forum "Entzündliche rheumatische Erkrankungen" wurde erstellt von Nathie, 15. März 2009.

  1. Nathie

    Nathie Neues Mitglied

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    Ich weiß jetzt echt nicht mehr weiter!
    Ich bin 29 Jahre, habe seit ungefähr 20 Jahren CP und habe letztes Jahr im Juni rechts eine Hüft-TEP bekommen. Letztes Jahr war ich in Bad Oeynhausen im Krankenhaus zur Untersuchung und der Professor hat sofort gesagt, dass ich erst die etwas schlimmere Seite machen lassen soll und nächstes Jahr die andere Seite.

    Jetzt war ich am Freitag erneut zur Untersuchung da, wurde jedoch von einem anderen Arzt untersucht. Als er reinkam setzte er sich breitbeinig vor mich und fragte: "Was kann ich für Sie tun?", ohne in meine Unterlagen vom letzten Jahr zu schauen. Ich sagte ihm, dass ich gerne abklären lassen möchte, ob alles mit meiner Hüft-TEP in Ordnung ist und wann ich die andere Seite machen lassen soll. Er schaute sich sodann die Beweglichkeit beider Hüften an und setzte sich dann wieder vor mich. Er fragte: "Werden Sie nachts vor Schmerzen in der Hüfte wach?", ich: "Nein", er: "Nehmen Sie Schmerzmedikamente?", ich: "Nein." Dann schaute er mich an und sagte: "Also, ich sag Dir mal was, ich kann ihnen zu einer OP der anderen Seite nicht raten! Die halten ja nicht ewig und der Wechsel einer Prothese wird von Mal zu Mal schwieriger und es verschwindet immer mehr eigener Knochen." Außerdem wäre ich noch viel zu jung. Da habe ich ihm gesagt, dass mir das schon klar ist, da ich ja schon eine neue Hüfte habe, das letztes Jahr alles schon durchgemacht habe und dass das ja sowieso auf mich zukommen würde. Außerdem habe ich gesagt, dass ich jetzt auch gar nicht mehr weiß, wem ich glauben soll, mein Rheumatologe sagt, ich soll die andere Seite so schnell wie möglich hinterher machen lassen und er sagt, ich sei noch zu jung und soll warten bis es gar nicht mehr geht. Außerdem bin ich 29 und bin seit 9 Jahren mit meinem Freund zusammen, ich muss ja schließlich auch mal an Familienplanung und an meine Zukunft denken und ich nicht glaube, dass ich mit der kaputten Hüfte belastbar genug bin, für ein Baby oder allgemein für Kinder. Er sagte: "Ich weiß ja nicht, wie viel Kinder sie bekommen möchten, aber denen können sie irgendwann sowieso nicht mehr hinterherlaufen!" Aber wenn ich so darauf bestehen würde, stellt er mir die Bescheinigung für einen OP-Termin aus, ich solle mir das aber noch mal überlegen und ich kann den Termin ja bis zwei Wochen vorher wieder absagen, wenn ich ihm Recht geben würde.
    Ich habe auf diese Bescheinigung bestanden und bin dann zur Sekretärin. Da fiel mir dann ein, dass ich den Arzt gar nicht nach der Eigenblutspende (die ich letztes Jahr auch benötigt habe) gefragt habe. Die Sekretärin rief ihn dann noch mal an und er sagte dann, dass sei nicht nötig.
    Ich habe meine Sachen genommen und bin gegangen.

    Ich bin so verärgert und verwirrt, was soll ich denn jetzt glauben? Der hat mich behandelt, als sei ich ein Hypochonder, als wenn ich mir das nur einbilden würde! Außerdem, was nimmt dieser Mann sich heraus, so über meinen Körper zu bestimmen? Der ist noch nicht einmal auf meine Grunderkrankung eingegangen. Ich werde gleich morgen meinen Rheumatologen anrufen und ihm sagen, dass ich das Vertrauen zu diesem Krankenhaus verloren habe und dass ich noch eine zweite Meinung einholen möchte. Wenn ich mich jetzt in diesem Krankenhaus operieren lassen würde und etwas schief geht, dann sagt der doch sowieso, ich hab´s Ihnen gleich gesagt! Was soll ich denn jetzt machen?

    Wollte das mal hier los werden, weil ich mir das ganze Wochenende schon Gedanken darüber mache! Würde mich über Meinungen von Euch freuen!

    LG Nathie
     
  2. Schlappi

    Schlappi Neues Mitglied

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    Was sol das?

    Hallo Nathie,
    es ist unfaßbar, was wir uns teilweise bieten lassen müssen. Du hast aber schon den richtigen Gedanken gefaßt: Nimm schnell Kontakt zu deinem Rheumadoc auf und hole dir aber noch eine Zweitmeinung ein. Du bist tatsächlich noch sehr jund, gerade deshalb mußt du dich richtig beraten lassen und das Recht hast du.
    Ich drücke dir fest die Daumen und wünsche dir alles erdenkliche Gute.
    Kopf hoch! Ganz liebe Grüße von Schlappi
     
  3. Gib mir Sonne...

    Gib mir Sonne... Registrierter Benutzer

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    Verwirrung ist berechtigt

    Moin Nathie,
    Deine Verwirrung kann ich total verstehen. Habe aber trotzdem ein paar Fragen an Dich:
    Wie lautete die Diagnose, für die erste Hüft-OP? Gelenkzerstörung durch Rheuma, Hüftdysplasie (angeborene Fehlbildung der Hüftpfannen) oder dergl.? Hattest Du Schmerzen beim Treppensteigen, laufen, anheben des Beines bzw. Bewegungsschmerzen in der Leistengegend, die Leistengegend ist typisch für kaputte Hüften. Neben diesen Kriterien kann eigentlich nur ein Röntgenbild bzw. eine MRT Aufnahme zur richtigen Diagnose führen.
    Aus eigener Erfahrung würde ich Dir empfehlen, einer Hüft-OP nur dann zuzustimmen, wenn man ohne Schmerzmittel nicht mehr gehen, stehen oder liegen kann, gerade weil Du ja noch sehr jung bist.
    Aber den Arzt bzw. die Klinik würde ich sowieso wechseln, bei einer so wenig einfühlsamen Behandlung.
    Geh Deinen Weg und lass Dich nicht beirren, schon gar nicht, wenn man Dich als Hypochonder abstempelt, dass ist einfach nur unverschämt, leider werden wir immer wieder so behandelt.
    Lieber Grüße
    gib mir Sonne...:sun1:
     
  4. Nathie

    Nathie Neues Mitglied

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    Danke

    Hallo,

    erst einmal danke für Eure Antworten und Meinungen.

    Meine Diagnose für die erste Hüft-OP war Gelenkzerstörung durch Rheuma (chronische Polyarthritis). Ich hatte und habe (in der linken Seite) immer Schmerzen. Als die rechte Seite noch nicht gemacht war, konnte ich kaum noch 100 Meter am Stück laufen und meine Beine kaum noch heben. Hätte der Arzt sich die Unterlagen vom letzten Jahr angeschaut und die Röntgenbilder, hätte er das auch gesehen! Ich habe aber auch früher kaum Schmerzmittel dagegen genommen. Ich glaube, da ich diese Krankheit schon seit über 20 Jahren habe, dass mein Schmerzempfinden nach so langer Zeit auch abgestumpft ist.
    Am Mittwoch war ich bei meinem Rheumatologen und der hat mir voll und ganz Recht gegeben. Ich habe jetzt Mitte April einen Termin bei einer anderen Klinik, die er mir empfohlen hat. Er meinte auch, dass man sich mit einem schlechten Gefühl gegenüber dem Arzt nicht von diesem operieren lassen sollte.

    Euch allen schon mal ein schönes und schmerzfreies Wochenende,

    LG Nathie