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bin neu und suche hilfe

Dieses Thema im Forum "Ich bin neu!" wurde erstellt von pauli72, 29. März 2012.

Schlagworte:
  1. pauli72

    pauli72 Neues Mitglied

    Registriert seit:
    29. März 2012
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    hallo ich bin blondi
    suche hier hilfe und antworten auf die frage ob die ständige cortisoneinnahme beim rheuma eine depression oder verhaltensänderung machen kann???

    mit antriebslosigkeit, stimmungsschwankungen, zurückgezogenheit und den wunsch nur allein zu sein.
    ist mir echt wichtig, da mein freund seit 1 jahr medis wie mtx und dauernde cortisontherapie nimmt, und sich arg verändert hat und sich sehr distanziert hat und nur allein sein möchte. so war er vorher nicht, eher lustig und ein bischen verrückt. glaube das das vom cortison oder mtx kommt, hat jemand erfahrungen damit ??
    würde mich auf antwort freuen
     
  2. poldi

    poldi Aktives Mitglied

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    Hallo Pauli
    Ich würde es nicht nur auf ein Medikament schieben. Sondern auch auf die Situation und die Medikamente. Wenn er sich nach der Diagnose, auch nur etwas informiert hat, dann sieht er zuerst mal nur das Negative. Aber es gibt für uns auch noch schöne Seiten. Aber die muss man finden. Aber auch finden wollen. Wichtig ist jetzt, dass seine Freunde ihn nicht hängen lassen. Man sieht ihm nämlich nichts an und doch "spielt " er den Kranken. So sieht es der Gesunde. Wenn etwas unternommen werden soll, dann fragt ihn, ob es geht. Wenn er ja sagt, dann wundert euch nicht, wenn er am nächsten Tag nein sagt. Denn heute ist nicht morgen. Er kann sich selber riesig darauf gefreut haben und kann dann nicht. Das zieht ihn selber sehr runter. Bekommt er dann noch Vorwürfe, kann keiner so ein tiefes Loch graben, in das er dann fällt. Auf der andern Seite aber nur nicht sagen, du kannst das nicht. Das ist viel zu anstrengend. Das merkt er selber. Aber wenn er das zu Ende bringt, dann ist er glücklich. Auch wenn er 3 Tage vor Schmerzen im Bett bleiben muss, war das einer der schönsten Tage in seinen Leben.
    Was aber auch sehr wichtig ist, redet viel. Ihr müsst Beide die Krankheit verstehen. Aber macht sie nicht zum einzigen Thema. Er soll MTX weit weg vom Wochenende spritzen, damit ihr dann mit Freunden ausgehen könnt. Denn das ist sehr wichtig.
    Ich wünsche euch viel Glück
    Poldi
     
  3. josie16

    josie16 PsA

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    Hallo Pauli!
    Es ist zumindest im Beipackzettel nicht unter Nebenwirkungen aufgeführt.
    Es könnte allerdings durchaus sein, daß dein Freund aufgrund der Krankheitsgeschichte eine reaktive Depression entwickelt hat.
    Das ist bei chron Schmerzpatienten und dazu gehören Rheumakranke auch, leider nicht außergewöhnlich, allerdings sollte man sich Unterstützung dazu holen, hilfreich wäre eine Verhaltenstherapie und je nachdem wie stark ausgeprägt die Symptomatik ist, ein Termin bei einem Neurologen/Psychiater, es kann sein, daß ein Antidepressiva notwendig ist.
     
  4. florenceHB

    florenceHB Mitglied

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    Cortison und Depression

    Hallo,

    Cortison kann sehr wohl eine Depression auslösen, haben mir zumindest mehrere Rehaärzte versichert. Meine Hausärztin wollte es auch nicht so recht glauben.

    Meine Meinung: eine rheumatische Erkrankung bringt erst mal ziemlich viele Tiefen mit sich. Die ganzen Medis machen das nicht besser, da sie entweder erst nach einer Zeit wirken oder noch ne Menge Nebenwirkungen haben. Ich hab das - wie viele andere hier auch - gerade selber durchgemacht. Corti hat mich viele durchwachte Nächte beschert. Dadurch war am Tag natürlich nix mehr mit vernünftig arbeiten. Wenn dann noch ein paar andere Sachen dazukommen, fällt man einfach in ein tiefes Loch. Nimm deinen Freund "an die Hand" und geh mit ihm zusammen raus. Steh im bei wenn es ihm nicht gut geht und spiel nicht die beleidigte Leberwurst, wenn mal wirklich nicht kann und will. Mir hat es gut getan (hab ich aber auh erst hinterher gemerkt) das mein Freund mich trotz allem ins Konzert (die Karten hatten wir schon ein halbes Jahr vorher gekauf) geschleppt hat, obwohl ich nicht wollte. Wir hatten einen schönen Abend, aber hinterher wollte ich dann auch sofort in mein warmes Bett. Nimm Rücksicht, aber lass ihn nicht hängen. Unterstütze ihn wo er etwas nicht schafft. Poldi hat das gut beschrieben. Wichtig ist, das er weiß, dass er sich auf dich verlassen kann.

    Wenn möglich kann er versuchen, in Absprache mit seinen Ärzten, das Cortison möglichst weit zu reduzieren und dann ganz wegzulassen. Bei mir ging es mit der Stimmung bei 2 mg und weniger plötzlich radikal aufwärts. Es muss doch was an der Aussage der Rehaärzte dran sein....

    Liebe Grüße und alles Gute

    florence