1. Diese Seite verwendet Cookies. Wenn du dich weiterhin auf dieser Seite aufhältst, akzeptierst du unseren Einsatz von Cookies. Weitere Informationen

Bin neu, könnt ihr mir helfen zu meinen Symptomen?

Dieses Thema im Forum "Nichtentzündliche rheumatische Erkrankungen" wurde erstellt von Behibak, 24. Mai 2015.

  1. Behibak

    Behibak Registrierter Benutzer

    Registriert seit:
    24. Mai 2015
    Beiträge:
    6
    Zustimmungen:
    0
    Ihr Lieben Hallo :)

    hab mich eben angemeldet. Kurz zu mir, bin 31, habe zwei Söhne ( 2,5 Jahre und 7 Monate ), eine mehr oder weniger temperamentvolle und schwierige Ehe, als auch eine Kindheit mit viel Gewalt. Langen unerfüllten Kinderwnsch, plötzliche Verluste durch Tod ....
    Seit Jahren geht es mir schlecht. Angefangen hat es seit meinem 25 LJ. Mir ging es körperlich "komisch", ständig war mir schwindelig, des Öfteren gefühlt als hätte ich Fieber... das waren wohl die Anfänge.
    Ich hatte jedesmal neue Dinge, mal war es das Herz was wie verrückt stolperte, mal der Darm der Probleme machte, mal die Lunge etc.... Diagnose : ohne Befund! Organisch alles ok.
    Wegen meinen Beschwerden bin ich so oft beim Arzt gewesen, dass mich alle für verrückt halten... Für Ärzte bin ich ein Hypochonder und für meine Familie psychisch labil.
    Ich habe keine wirkliche Unterstützung. Seit ca. 1,5 Jahren bin ich in einer Verhaltenstherapie, weil ich mir damals selbst eingeredet habe, alles nur Quatsch.
    Tja, dann der Mist seit meiner Geburt des zweiten Kindes.....vor drei Monaten hatte ich einen Infekt, ab da hat alles so richtig begonnen. Es sind heftige Schmerzen dazugekommen. Sie reichen von den Armen bis zu den Händen und Fingern. Auch meine Zehen und Füße sowie die Beine schmerzen . Schlimmer sind aber die Arme :(
    War bereits bei so vielen Ärzten, Gefäßarzt, Internistischer Rheumatologe, Orthopäde und Neurologe ( der mich jetzt in die neuromuskuläre Ambulanz überweisen will, obwohl er auch nicht glaubt das hier was bei raus kommt )
    Beim Onkologen habe ich etliche Blutuntersuchungen hinter mir, die ich zum Teil auch selber bezahlen musste -.-!
    Bis auf Vitamin-D-Mangel
    Und Leichtes Eisen-Problem, alles ok. Seit 2 Monaten bin ich am aufstocken, besser werden die Symptome jedoch Nicht. Eher schlechter...

    Ich habe mich zweimal vom selben Rheumatologen und einmal von der Hausärztin auf die Tenderpoints untersuchen lassen. Von 18 habe ich genau 0!

    Habe den Rheumatologen gefragt, ob es Fibromyalgie sein könnte? Er hat mich auf die Tenderpoints verwiesen und meinte ich solle zum Schmerztherapeuten.

    Ich weiß einfach nicht weiter :(

    Eine Auflistung meiner Untersuchungen :

    - MRT Kopf, HWS und LWS und BWS ( Skoliose seit Kindheit )
    - Ultraschall Bauchorgane
    - Schilddrüse ( habe seit 12 Jahren seronegative Hashimoto und mit L-Thyrox eingestellt )
    -zwei Borreliose Test ( igG einmal auffällig und einmal nicht, keine spezifischen Banden, daher Ausschluss )
    - Liquoruntersuchung ohne Befund
    - B1, B6, B12 , Zink, Calcium, Magnesium, Selen ok!
    - zig Blutuntersuchungen, ohne Befund
    - vor 3 Jahren auf Fruktose, Milchzuckerintoleranz getestet, ohne Befund ( trotz Durchfälle nach dem Test )
    - Streptokkoken negativ
    - Chlamydien negativ

    Welche Beschwerden ich habe

    - Muskelschmerzen an den Armen und Händen, bis in die Finger
    - Muskelschmerzen an Füßen, bis zu den Zehen, an den Waden.
    - ziehend reißende Schmerzen an den Waden.
    - Müdigkeit ( bei zwei kleinen Kindern vielleicht nicht unüblich )
    - Schlafstörungen ( der kleine wird aber auch noch 3-4 mal wach )
    - manchmal antriebslos mit depressiven Verstimmungen ( aber nur weil ich nicht weis was mir fehlt )

    Meine Frage an euch :

    Könnte es Fibromyalgie sein? Oder bin Ich irgendwie überbelastet und das alles zeigt sich bei mir in dieser Form?

    Ich habe einmal Ibuprofen probiert ohne Wirkung.
    Ansonsten mit Wärmeflaschen und Warmbäder ohne wirkliche Linderung.
    Retterspitz tut kurzzeitig gut.
    Es ist merkwürdig. Hab dir Nase voll von Ärzten, weil die mich alle auf die gleiche Schiene stellen wollen. Ich bin aber nicht verrückt oder fühle mich nicht irgendwie extremst überlastet, dass ich solche Symptome zeige.... Jedenfalls empfinde ich das so.

    Was kann ich denn noch tun? Mich auf Pilze testen lassen? Ich dachte auch an Übersäuerung, aber das kann eigentlich nicht sein.
    Was habt ihr noch für Tipps?
    Ich fühle mich nirgends gut aufgehoben.

    Sind diese Fibroschmerzen eigentlich immer da? Oder sind die auch mal für ne Zeit komplett weg?
    Bisher hab ich immer irgendwo was.

    Hilfe :(
     
  2. Tinchen1978

    Tinchen1978 Bekanntes Mitglied

    Registriert seit:
    20. Januar 2014
    Beiträge:
    1.024
    Zustimmungen:
    127
    Ort:
    BW
    Hallo Behibak,

    herzlich Willkommen erstmal bei RO. Zu dem Reißen usw. kann ich dir nichts sagen. Aber Schwindel, Herzstolpern, Darmprobleme, Atemnot usw. kenne ich auch und bei mir waren es psychosomatische Beschwerden. Jegliche Untersuchungen ergaben auch, dass körperlich alles okay war. Vor allem bei deiner Vorgeschichte (meine Vorgeschichte war wohl auch der Auslöser für die Beschwerden). Da sind Müdigkeit und depressive Verstimmungen auch keine Seltenheit. Und dazu noch zwei kleine Kinder. Das hat mich damals auch sehr gefordert.
    Also ich möchte deine Beschwerden keinesfalls auch auf die Psychoschiene schieben, sondern dir nur sagen, dass ich sie aus persönlicher Erfahrung auch kenne. Bei mir wurde einiges mit der Zeit besser. Und eine Verhaltenstherapie kann auch nachhaltig noch helfen. Bei mir haben sich die Sachen auch erst mit den Jahren verloren. Bei Belastung kehren sie zurück.
    Vielleicht kann dir jemand anderes hier im Forum noch was zum Muskelreißen und so schreiben. Es könnten ja auch unterschiedliche Sachen sein. Also was Psychisches und was Körperliches.
    Wünsche dir auf jeden Fall alles Gute!

    LG von Tinchen
     
  3. Behibak

    Behibak Registrierter Benutzer

    Registriert seit:
    24. Mai 2015
    Beiträge:
    6
    Zustimmungen:
    0
    Hallo Tinchen,

    lieben Dank für deine Nachricht.
    kann es wirklich sein, dass die Psyche so mit einem spielt und man tatsächlich solche extremem Schmerzen verspürt?
    Ich habe gelesen, dass eine Ursache von Fibromyalgie, auch seelisches Ungleichgewicht sein kann, was ja bei mir der Fall wäre, leider :(
    Nicht falsch verstehen, ich hätte natürlich viel lieber keine Fibromyalgie, aber wo kommen denn diese Schmerzen dann an Armen und Beinen, Händen und Füßen her?
    Ist es für die Fibromyalgie ein Muss, dass man morgens mit einer Steifigkeit zu kämpfen hat? Oder müssen die Finger/Gelenke geschwollen sein? Beides habe ich nämlich nicht.
    Ich Frage mich, wie es Psychosomatisch sein kann. Das würde eigentlich auch gar nicht passen, da ich ( bis auf den Stress mit den Kiddies ) eigentlich mein Leben gut im Griff hatte. Irgendwie passt das einfach nicht. Daher dachte ich wirklich an Fibromyalgie.
    Oder es ist doch irgendwas was anderes körperliches, worauf man noch nicht kam?
    Was es auch ist, es macht mich fertig und nimmt mir soviel an Lebensqualität. Manchmal ist es so schwer, dass ich Angst bekomme, was aus meinen Kindern wird, wenn ich so weiter mache. Nicht selten kommen mir die Tränen.

    Wie ist es jetzt bei dir? Hast du Schmerzen? Sind die immer oder nur schubweise?
     
  4. Tinchen1978

    Tinchen1978 Bekanntes Mitglied

    Registriert seit:
    20. Januar 2014
    Beiträge:
    1.024
    Zustimmungen:
    127
    Ort:
    BW
    Hallo Behibak,

    ich selbst habe keine Fibro. Und Schmerzen schon, aber die haben orthopädische Ursachen. Und ich kenne mich mit Fibro auch nicht aus, also kann dir deine Fragen zu deinen Schmerzen auch gar nicht beantworten. Sorry. Übrigens bekam ich diese Beschwerden auch in der Zeit, in der es mir das erste Mal richtig gut ging, also ich hatte auch alles im Griff und alles war gut. Sind, wie gesagt, nur meine persönlichen Erfahrungen. Aber es wird dir vielleicht noch jemand Antworten auf deine Fragen geben können.
    Fühl dich gedrückt!

    LG von Tinchen
     
  5. Behibak

    Behibak Registrierter Benutzer

    Registriert seit:
    24. Mai 2015
    Beiträge:
    6
    Zustimmungen:
    0
    Ja, ich hoffe dass mir noch jemand antwortet, der sich damit auskennt.
    Wäre toll.
    Und dir danke ich für deine Antwort. :)

    Ganz liebe Grüße und fühl dich auch gedrückt. Behibak
     
  6. josie16

    josie16 PsA

    Registriert seit:
    16. Mai 2010
    Beiträge:
    2.094
    Zustimmungen:
    24
    Hallo Behibak,
    Da sind doch eine Menge Möglichkeiten da, warum die Ursache psychosomatisch sein könnte, da gehören ja durchaus auch die Dinge dazu die schon viele Jahre alt sind und nicht verarbeitet wurden:
    Diese Aussage stimmt nicht ganz mit dem überein, was Du oben geschrieben hast, Du hast doch da einige Baustellen

    Wenn die Ursache für ein chron Schmerzsyndrom psychosomatisch ist, dann spricht man von einer somatoformen Schmerzstörung, d.h. aber nicht, daß die Schmerzen eingebildet sind!! sie haben keine körperliche Ursache, sondern eine seelische.

    Das kann ja durchaus sein, auch ein nicht behandeltes Schmerzleiden z.B. orthopädischer Natur, kann chronisch werden und eine Fibro auslösen.

    Der Rheumatologe hat wohl keine auffälligen Befunde entdecken können und schließt eine eine entz. rheum Erkrankung aus?

    Das Problem mit der Fibro ist, daß es da keine wirkliche, medikamentöse Therapie gibt und sich die Behandlung von einer somatoformen Schmerzstörung nicht wirklich unterscheidet, deshalb wäre es vielleicht besser, sich nicht darauf zu versteifen, "wie das Kind heißt", sondern damit zu beginnen, was kann ich tun, damit es mir besser geht.

    Ein Rat wäre auf jeden Fall, eine Psychotherapie zu beginnen, leider gibt es da Wartezeiten, da wäre es gut, wenn man sich bei mehreren Psychologen auf die Warteliste setzen läßt und mit der Therapie beginnt, wenn ein Termin frei wird.
    Das muß aber langfristig gesehen werden, es wird nicht so sein, daß die Schmerzen nach ein paar Therapiesitzungen verschwunden sind.

    Des weiteren ist bei der Fibro Bewegung wichtig und das sehr regelmäßig, Fahrradfahren, Entspannungstechniken, Wassergymnastik, Nordic Walking etc.
    Bei manchen hilft auch Physiotherapie
    Hier die Leitlinien für die Behandlung von Fibro
    http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/041-004k_S3_Fibromyalgiesyndrom_2012-04.pdf
     
    #6 24. Mai 2015
    Zuletzt bearbeitet: 24. Mai 2015
  7. Behibak

    Behibak Registrierter Benutzer

    Registriert seit:
    24. Mai 2015
    Beiträge:
    6
    Zustimmungen:
    0
    Hallo Josie,

    naja ich bin ja aktuell in einer Psychotherapie und habe bereits 28 Sitzungen hinter mir. 12 Sitzungen habe ich Noch. Ich habe so vieles aufgearbeitet und akzeptiert und auch gelernt damit umzugehen. Deshalb meinte ich, dass ich mein Leben soweit gut im Griff habe und es aus dem Grund nicht passt.
    Ich hab mich da wohl einfach etwas unglücklich ausgedrückt.

    LG Behibak
     
  8. Maggy63

    Maggy63 Kreativmonster

    Registriert seit:
    15. Februar 2011
    Beiträge:
    7.342
    Zustimmungen:
    677
    Ort:
    Niedersachsen
    Hi, erstmal herzlich willkommen :).

    Sicherlich kann auch die Psyche eine Rolle spielen und mit 2 kleinen Kindern hast du auch ne Menge Streß. Aber ich persönlich hab beim Begriff 'psychosomatisch) mittlerweile die rote Hasskappe auf ;).
    Ich bin Ewigkeiten von einem Arzt zum anderen gerannt, zig Untersuchungen durch, fast immer ohne Befund.
    Bis dann endlich mal die Diagnose Fibro stand.

    Deine Symptome passen meiner Meinung nach nicht zur Fibro. Eher würde ich auf eine seronegative Rheumaerkrankung tippen. Dabei fehlen eben die 'typischen' Blutwerte, was die Diagnose nicht einfacher macht. Leider sind viele Ärzte (auch Rheumatologen) Laborwerte-fixiert und sehen den Wald vor lauter Bäumen nicht.
    Auffällig finde ich eben, dass deine Beschwerden nach der Geburt so heftig aufgetreten sind. Wenn du mal durchs Forum stöberst, wirst du öfter darauf stoßen.
    Ich würde mich nicht einfach mit Psyche abspeisen lassen und du machst ja auch ne Therapie.

    Bei mir war es so, dass meine neuen Beschwerden entweder abgewunken oder auf die Fibro geschoben worden. Ich habe mir dann vom Hausarzt testweise Cortison verschreiben lassen. Mir ging es tatsächlich besser und die Diagnose Polyarthritis kam ins Spiel. Die typischen Blutwerte wurden erst viel später auffällig.

    Was mir noch einfällt, wäre vielleicht eine Myositis oder sowas in der Richtung.
     
  9. Kati

    Kati Bekanntes Mitglied

    Registriert seit:
    1. Januar 2009
    Beiträge:
    2.137
    Zustimmungen:
    138
    Hallo!

    Es gibt Psychotherapeuten die sind, wie meine Freundin, darauf spezialisiert, durch Tests und Gespräche zu schauen ob es eine psychologische Ursache für Schmerzen, bzw. Krankheiten gibt. Dass ein Arzt, einfach weil er nicht weit genug geschaut hat, einfach sagt: "Psychisch" ist eine Frechheit. Sinnvoll wäre in dem Fall nicht sich auch als Fachmann für die Psycho aufzuspielen, sondern den Patienten zur Abklärung zum Facharzt, oder Psychologen zu schicken. Schließlich tut er das doch auch bei Augen, Ohren, Herz, Schilddrüse usw. usw.

    Wenn dann eine klare Aussage erfolgt, muß manchmal körperlich weiter untersucht werden.

    Ich habe schon öfter von einer kleine Patientin meiner Freundin erzählt. Sie wurde von den Eltern sogar geschlagen, weil sie nicht gegessen hat. Sie war 5 Jahre bei einer Psychologin in Behandlung, dann auch beim Psychiater, wurde mit Psychopharmaka behandelt. Schließlich landete sie wegen einer Erkrankung im KH. Meine Freundin wurde dazugerufen, und man erklärte ihr die inzwischen 11-jährige würde seit Jahren nicht essen, der Grund für die jahrelange psychologische, psychiatrische Behandlung.
    Tja, meine Freundin schloss eine psychische Ursache aus. Und tatsächlich wurde dann der Grund gefunden, weil die Ärzte daraufhin weiter suchten. Ich weiß die Krankheit nicht, sehr selten, aber das Kind KONNTE nicht essen, wegen einem Problem mit der Speiseröhre. Daher erbrach sie immer wieder, bekam kaum was runter... usw. usw.
    Aber da hörten die Ärzte auf die Psychologin, weil sie mit ihr seit Jahren zusammenarbeiten, und mit einer Spiegelung wurde dann die Ursache gefunden.

    Ich würde jedem raten, dem von einem Arzt gesagt wird, es ist sei alles psychisch, ihn zu fragen, ob er auch Psychiater oder Psychologe sei, und ob er dieses Urteil nicht besser den Fachleuten überlassen würde. Dann muß man aber auch den Mut haben, einen solche aufzusuchen. Das ist dann eine Diagnose, keine Therapie.
    Mit der kann man dann auch zum Arzt zurück: Herr Doktor, der FACHMANN/frau für psychische Probleme, sagt, daran läge mein Problem nicht: also sind jetzt sie wieder an der Reihe.

    Naja, ich schreib mir hier darüber noch die Finger fusselig!

    Kati
    P.S. Die Psyche kann allerhand machen. Andererseits muß es dafür durchaus Gründe geben... Blutergebnisse, die nix hergeben, sind kein Grund alles auf die Psyche zu schieben. Nur weil man etwas nicht erkennt, den Grund nicht kennt, liegt er nicht unbedingt an der Psyche. Manchmal denke ich in Deutschland ist man ins Mittelalter zurückgekehrt. Auch damals gab man für Dinge, dessen Ursache man nicht kannte, phantasievolle Erklärungen. Heute lachen wir darüber, und sind kaum ein Schritt weiter.
     
  10. Behibak

    Behibak Registrierter Benutzer

    Registriert seit:
    24. Mai 2015
    Beiträge:
    6
    Zustimmungen:
    0
    Puhhh das ist ja Wahnsinn. Ich weiß, da draußen laufen viele Menschen herum, deren Symptome kein Arzt erklären kann oder will - die Psyche ist dann eine willkommene Ausweichmöglichkeit. Aber genauso sicher bin ich mir, dass viele dieser Menschen eben schon körperlich etwas haben - bloß weil das GesundheitssYstem nicht alles geben will, was es eigentlich kann..... rennen diese besagten Menschen jahrelang mit ihren Beschwerden herum ohne Ausweg und Besserung. Und die Psychotherapeuten freuen sich auf den stetigen Zuwachs ihres Honorars.
    Es ist traurig.

    Zu meinem Fall, ich weiß einfach nicht was ich noch tun kann.... wohlmöglich sollte ich zum Schmerztherapeuten, obwohl ich kaum mehr Kraft habe.

    Wie sind denn eure Schmerzen? Meine eher springend. Innerhalb eines Tages immer abwechselnd an verschiedenen Stellen des z. B armes ( mal Hand, mal Finger, mal nur Ellenbogen ) oder Beines ( mal Fußrücken, mal Sohle mal Wade ). Es sind in den Armen dumpfe Schmerzen und in den Beinen eher stechend ziehende. Dann zucken diese Stellen auch des Öfteren.
    Ist das so, dass die Fibromyalgie solche Symptome macht.
    Wie verspürt ihr sie?

    LG Behibak
     
  11. Marly

    Marly Bekanntes Mitglied

    Registriert seit:
    7. Dezember 2009
    Beiträge:
    3.318
    Zustimmungen:
    146
    Hallo Behi,

    auch ich heiße dich hier herzlich willkommen!

    Ich habe die Diagnose Fibromyalgie seit etwa 5 Jahren und bin jetzt 50. Was ich auch hatte ist die Verschlimmerung nach der Geburt eines Kindes vor 19 Jahren. Bei mir war es vor allem die schwere Erschöpfung, die bis heute nicht abgeklungen ist.
    Schmerzen im Rücken habe ich seit meiner Jugend, auch Skoliose sonst o.B. Dann kamen Schmerzschübe hinzu, wie in den Hüften, auch o.B. Ich hatte auch schon früh Migräne, Verdauungsprobleme, Schwindel, Herzstolpern, Muskelschmerzen, Gebärmutterschmerzen usw. alles o.B.
    Ich habe mich immer so durchgewurschtelt und meine Arbeitszeit immer weiter gemindert, bis gar nichts mehr ging. Erst dann äußerte mein HA den Verdacht der Fibro als ich mal bei ihm saß und klagte, dass mir alles wehtut und ich nicht mehr richtig wach werde. Der RA hat den Verdacht gleich bestätigt.
    Ich habe dann viel ausprobiert, was mir guttut und was nicht. Sehr wichtig für mich ist die psychische Begleitung. Ich gehe zur Psychotherapie und zu einer Frau, die psychilogische Kinesiologie und Aufstellungsarbeit macht.
    Daher weiß ich, dass ich die Fibro auf der Körperebene geerbt habe (meine Mutter hat es auch), Schübe durch psychischen Streß ausgelöst werden, ebenso die Migräne und andere Erkrankungen.
    Ich habe genau wie du einen Haufen Baustellen, die mich belasten, auch wenn ich mir das gar nicht vorstellen konnte. Hab immer gedacht, das ist doch gar nicht viel, andere haben doch viel mehr zu bewältigen als ich.
    Aber das stimmt nicht und ich mußte lernen zu verstehen und zuzulassen, dass ich total überfordert bin.
    Meine Osteopathin (das tut mir übrigens sehr gut) sagt, dass Fibro eine totale Überlastung des ganzen Systems ist, körperlich und emotional......und mittlerweile sehe ich das auch.

    Ich habe viel verändert, vor allem die Beziehung zu meiner Herkunftsfamilie, das dauert allerdings Jahre, bis es richtig funktioniert. Äußerliche Veränderung ist ein erster Schritt (auf Abstand gehen), die innere Einstellung verändern dauert sehr lange und ich werde auch noch brauchen bis es so ist, dass ich streßfrei mit meinen Baustellen umgehen kann.
    Den alltäglichen Streß habe ich total vermindert, ich arbeite gar nicht mehr. Die Kinder sind mittlerweile ausgezogen und ich teile mir meine Kräfte sorgsam ein (das muß ich immer wieder neu lernen). Ich habe viel Hilfe im Haushalt durch meinen Mann und würde mir auch eine Haushaltshilfe nehmen, wenn es es nicht machen würde. Körperlich mache ich auch viel:
    Massagen, schwimmen und Solebad, spazierengehen, sanftes Yoga, tägl. Gymnastik- und Dehnübungen, radfahren.....ich mußte mit wenig anfangen und langsam steigern

    Ich glaube auch, die Formulierung "Psychisch" ist irgendwie nicht so ganz passend. Das hört sich an, als wenn man psychisch krank wäre. Das stimmt ja nicht. Ich bin nicht psychisch krank, ich bin extrem sensibel und reagiere auf Anforderungen und Emotionen schneller als weniger sensible Menschen und wenn der Kopf irgendwas nicht aushalten kann, dann reagiert er körperlich. Körperliche Schmerzen können ein Ausdruck seelischer Schmerzen sein.
    Das sind meine ganz persönlichen Erfahrungen.

    Ich weiß, dass viele hier anderer Ansicht sind und das Gute ist, dass jeder seine eigene Ansicht haben und vertreten darf:), ohne die anderen angreifen oder verletzen zu wollen.

    Ich wünsche Dir, dass du eine Diagnose bekommst, mit der du dann etwas für dich tun kannst. Bei Fibro muß man selber ran, Medis helfen wenig...

    Gute Besserung und vielleicht ist es sinnvoll, dich immer krankschreiben zu lassen, wenn es dir schlecht geht. Ich habe es damals nicht getan und das war falscher Ehrgeiz, wie sich später rausstellte.

    LG
     
  12. Kati

    Kati Bekanntes Mitglied

    Registriert seit:
    1. Januar 2009
    Beiträge:
    2.137
    Zustimmungen:
    138
    Behibak,

    ich glaube schon, dass man nicht bis zum "geht nimmer" weiter forschen muß und soll. D.h. wenn die normalen Untersuchen gelaufen sind, und man findet nix, dann kann man durchaus mal eine psychologische Diagnose in Betracht ziehen. Eine Diagnose, nicht gleich ne Therapie!
    Wenn da auch nix zu finden ist, macht es Sinn weiteres Geld für medizinische Untersuchungen auszugeben.
    Also die "Psyche" sollte so untersucht werden, wie z.B. in Fall von Schmerzen ja auch oft die Schilddrüse angeguckt wird, sozusagen als Möglichkeit. Erst dann machen speziellere Untersuchungen Sinn.
    Die Psyche kann krank machen, das kennen hier alle: haben wir Stress, wirkt sich das meist übel auf die Krankheitsaktivität aus. Aber da gibt es eben schon eine Krankheit, und die Psyche macht es schlimmer. Durchaus möglich, dass es auch erst ein psychisches Problem gibt, und das eine Krankheit auslöst, eine medizinische nachweisbare Krankheit... aber dass man sich Schmerzen über Monate nur einbildet... das gehört m.E. zu den eher seltenen Dingen.

    Ganz Konkret in Deinem Fall: mit Fibro kenne ich mich nicht aus. Wohl aber mit Schmerzen. Wir haben alle unterschiedliche Nervenenden, d.h. einer hat mehr, einer weniger, einer spürt Schmerzen schneller, der eine ist noch gut dabei, obwohl er geschwollene Gelenke hat. Du könntest einfach ein starkes Schmerzempfinden haben. Was zunächst gar nix Schlechtes ist. D.h. es könnte durchaus eine leichte Entzündung sein, mal weniger mal mehr, und Du spürst sie stark, auch weil Du inzwischen darauf achtest.

    Mein Tip: versuche die Sache mit viel Ruhe anzugehen. Es ist sicher nichts Lebensbedrohliches. Sonst würde wohl irgendetwas in den Blutwerten unstimmig sein. Es entwickelt sich vielleicht noch etwas, oder auch nicht - aber vielleicht sagt Dir Dein Körper einfach nur: tritt mal langsamer.
    Suche, was Dir hilft: Lebensmittel nehmen/weglassen, Bewegung mehr oder weniger, evtl. Physiotherapie, irgendwelche Schmerzmittel die besser helfen als andere usw. usw. Lass die Diagnosesuche einfach mal... man kann auch durch die ständige Selbstbeobachtung krank werden.
    Wenn es schlechter wird, machst Du nochmal einen Arzt Anlauf.

    Ich hatte eine Bekannte, die hatte über Jahre üble Schmerzen. Sie konnte Tage lang kaum etwas von ihrem Körper bewegen... man fand nix, wirklich absolut nicht. Jetzt, wo ihr Leben ruhiger ist, sie einen Job gefunden hat, hat sie überhaupt keine Schmerzen mehr. Damals nam sie einfach Magnesium und Kalium, das half ein bisschen. Bis heute weiß man nicht, was sie hatte... Aber es ist einfach wieder verschunden, wie es kam.

    Das wünsche ich Dir auch!

    Alles Gute!
    Kati
     
  13. Kati

    Kati Bekanntes Mitglied

    Registriert seit:
    1. Januar 2009
    Beiträge:
    2.137
    Zustimmungen:
    138
    Hallo Marly,

    ich finde Deine Einstellung super. Die im übrigen nicht nur für Fibro passt, sondern für alle.... ich erkenne mich in vielem wieder, und habe keine Fibro. Wir sind alle unterschiedlich belastbar, und müssen lernen - manche mit argen Schmerzen - das Richtige für uns zu tun, was uns hilft.

    Liebe Grüsse,
    Kati
     
  14. josie16

    josie16 PsA

    Registriert seit:
    16. Mai 2010
    Beiträge:
    2.094
    Zustimmungen:
    24
    Hallo Behibak!
    Das Problem ist doch tatsächlich, wenn man im moment keine auffälligen Werte/Befunde hat, dann kann der Arzt auch nicht behandeln, es ist nunmal so, vor der Therapie ist die Diagnosestellung, ich persönlich würde mich nicht freuen, wenn ich irgendeine medik. Therapie erhalten würde, obwohl noch garnicht feststeht, ob sie notwendig ist, wenn ich jetzt mal von der Rheumatherapie ausgehe, die ja durchaus auch ihre Nebenwirkungen hat, dann wäre das schon fast fahrlässig.
    Es ist sicher nicht so, daß einem das Gesundheitssystem irgendwas nicht geben will, wenn es innerhalb ihrer Richtlinien liegt und was die Physiotherapeuten betrifft, das kann ich leider überhaupt nicht nachvollziehen, ich gehe seit vielen Jahren zur Physio und sicher nicht, um denen das Geld in "den Rachen zu stopfen", sondern weil es mir, wenn auch nur kurzfristig, Erleichterung bring.

    Wenn das bei dir nicht so ist, dann solltest Du es auch nicht in Anspruch nehmen, das Gesundheitssystem wird sich freuen.
    Übrigens gehören die Physiotherapeuten, wie auch andere Berufsgruppen aus dem Gesundheitssystem zu den eher schlecht bezahlten Arbeitnehmern, vorallem wenn man davon ausgeht, daß sie ihre Weiterbildungen in der Regel selbst bezahlen müßen.
    Solche Pauschalaussagen halte ich wirklich nicht für hilfreich, vorallem wenn man davon ausgeht, daß es tag täglich passiert, daß die Physiotherapeuten um ihr Geld kämpfen müßen, für schon erbrachte Leistungen, nur weil die Rezepte nicht richtig ausgefüllt wurden.

    Das kann durchaus sein, wobei bei mir es immer in Gelenknähe ist und eben vorallem die Sehnenansätze betroffen sind, das kann allerding auch von der Psoriasis Arthritis sein, das ist nicht immer auseinanderzuhalten
     
  15. Behibak

    Behibak Registrierter Benutzer

    Registriert seit:
    24. Mai 2015
    Beiträge:
    6
    Zustimmungen:
    0
    Liebe Josie,

    du hast mich leider falsch "gelesen"! Ich redete von Psychotherapeuten und nicht von Physiotherapeuten. Kann dir da also ganz schnell wieder den Wind aus den Segeln nehmen :)

    Und was das Gesundheitssystem angeht, hier ist von Ärzten die Rede. Jedenfalls kann ich bei vielen Ärzten, bei denen ich war nur den Kopf schütteln.
     
  16. Eumel2

    Eumel2 Bekanntes Mitglied

    Registriert seit:
    26. Juni 2013
    Beiträge:
    1.878
    Zustimmungen:
    766
    Ort:
    Ruhrgebiet
    @ Josie 16.......hallo, ich glaube Behibak sprach von Psychotherapie....und Du von
    Physiotherapie......;)...ich wünsche Dir noch einen schönen Restpfingstmontag.
     
  17. josie16

    josie16 PsA

    Registriert seit:
    16. Mai 2010
    Beiträge:
    2.094
    Zustimmungen:
    24
    H!allo Behibak
    Entschuldige, da hatte ich wohl einen "Knick in der Optik":mad:

    Alledings die Psychotherapeuten brauchen gar keine weitere Unterstützung, da die Wartelisten monatelang sind, die wären froh, wenn es weniger Betroffene wären, weil die meisten Psychotherapeuten wäre es lieber, wenn sie die Leute nicht monatlang vertrösten müßen.
    Zumindes macht es meiner Psychologen sehr zu schaffen, daß sie nicht zeitnah helfen kann.

    das wiederrum habe ich verstanden;), deshalb habe ich ja geschrieben:
    Das ist eben das "Problem" wenn der Arzt die Beschwerden nicht gleich einem bestimmten Krankheitsbild zuordnen kann und nur als Beispiel, bei mir hat es auch 7 Jahre gedauert, bis meine Rheumadiagnose gestellt wurde, also ich weiß durchaus, wie es dir im moment geht, aber es bringt dich nicht weiter, wenn Du alles nur negativ siehst, ohne krankhafte Befunde dauert die Diagnosestellung länger und da ist auch von Patientenseite Geduld gefragt, sonst kann auch kein vertrauenswürdiges Arzt/Patientenverhältnis entstehen.

    Wenn Du bis jetzt kein solches hast, dann mußt Du vielleicht weiter auf die Suche gehen, aber auch bei einem neuen Arzt muß das Vertrauen erst aufgebaut werden, wichtig ist, daß die "Chemie" stimmt und wie einige jetzt schon geschrieben haben, bei der Diagnose Fibromyalgie ist viel Eigeninitiative gefragt, da die medik. Therapie sehr eingeschränkt ist und jeder für sich herausfinden muß, was ihm gut tut, welcher Sport und wieviel vorallem sind für ihn gut etc.
     
  18. Marie2

    Marie2 nobody is perfect ;)

    Registriert seit:
    30. April 2003
    Beiträge:
    8.381
    Zustimmungen:
    3
    Ort:
    entenhausen
    diesen vorbehalten kann ich mich anschliessen ;-)

    hallo Behibak, herzlich willkommen!

    habe ich das richtig verstanden, dass 3 untersuchungen auf ein fms (fibromyalgie-syndrom) aufgrund fehlender tenderpoints negativ ausfielen? nun sind tenderpoints nicht ausschlaggebend für die diagnose fms, aber zumindest in dieser hinsicht scheint der befund eindeutig zu sein für die ärzte?

    ist schon einmal ärztlicherseits der verdacht geäussert worden, dass dein hashimoto bzw L-Thyrox mit deinen beschwerden in zusammenhang stehen? oder hab ich's überlesen? bist du gut eingestellt?

    dir alles gute, marie
     
  19. Marly

    Marly Bekanntes Mitglied

    Registriert seit:
    7. Dezember 2009
    Beiträge:
    3.318
    Zustimmungen:
    146
    @Kati: danke!!