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Bericht in der Berliner Morgenpost 24.11.2005

Dieses Thema im Forum "Kinder- und Jugendrheuma" wurde erstellt von kukana, 27. November 2005.

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  1. kukana

    kukana Moderatorin

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    Laptop für Kinder mit Rheuma

    Erleichterungen im Alltag dank der Morgenpost-Weihnachtsaktion "Schöne Bescherung"

    [​IMG] Zusammen mit dem Kinder-Rheumatologen Dr. Johannes Roth vom Sozialpädiatrischen Zentrum an der Charité freut sich die kranke Matita (11) über den Laptop

    Foto: Elsässer


    Von Sabine Sans
    "Mist, ich kann kein Volleyball mehr spielen", schreibt Julia (8). "Ich kann nicht sehr viel schreiben, dann tun mir die Handgelenke weh. Deshalb diktiere ich Mama die Aufsätze und sie schreibt sie mir dann ins Heft", erklärt Daria (8). Der fünfjährige Stevie darf nicht in den Fußballverein, das findet er gemein: "Mich ärgert, daß ich nicht so oft Sport machen kann, dann ist mir auch oft langweilig." Diese Kommentare haben Kinder, die an Rheuma erkrankt sind, auf ein Plakat geschrieben. Es hängt in der Rheuma-Ambulanz im Sozialpädiatrischen Zentrum (SPZ) der Charité Campus Virchow in Wedding. Dazu haben die Kinder einen Körper gezeichnet und mit Kreuzen markiert, wo sie Schmerzen haben.

    In Berlin leiden rund 500 Kinder an Rheuma, schätzt der Kinder-Rheumatologe Dr. Johannes Roth: "Kinder-Rheuma ist eine Sammelbezeichnung für schmerzhafte Erkrankungen der Gelenke und des Bindegewebes bei Kindern und Jugendlichen. Die häufigste Form dabei ist die chronische Gelenkentzündung." Wenn Gelenke unbeweglich oder dick werden, können das Symptome sein. "Meist dauert es aber viel zu lange, bis die Kinder richtig behandelt werden, weil kaum ein Arzt bei einem Kind sofort an Rheuma denkt", weiß Peter Böhm, Diplom-Psychologe bei der Deutschen Rheuma-Liga Berlin e.V. "Anfänglich denken viele an Wachstumsstörungen, Prellungen oder Verstauchungen." Einmal die Woche kommt er auch ins SPZ, um an Rheuma erkrankte Jugendliche und deren Familien zu beraten. Er hilft bei Anträgen für Hilfsmittel, Reha oder Kuren, im Umgang mit Ämtern, Krankenkasse oder Schule.

    "Ganz viele Kinder haben schulische Probleme, sollten z. B. ihre Schulbücher doppelt haben, damit sie sie nicht hin- und herschleppen müssen", so Böhm. Im Rahmen der Weihnachtsaktion "Schöne Bescherung" bekommt die Rheuma-Liga einen Laptop für rheumakranke Kinder. Der Computer wird ausgeliehen, wenn Kinder und Jugendliche einen Rheuma-Schub haben. "Damit können wir Kindern helfen, ihren schulischen Alltag zu bewältigen, wenn die Hände betroffen sind", freut sich Angelika Kapp, Landes-Elternsprecherin und Leiterin eines Elternkreises für rheumakranke Kinder. "So bleibt den Kindern ein Stück Normalität erhalten."

    Neben der Behandlung mit Medikamenten spielen Physio- und Ergotherapie sowie eine soziale und psychologische Beratung eine wichtige Rolle. "Rheumatische Erkrankungen sind chronische Erkrankungen, das Fatale bei Kindern und Jugendlichen ist ja die Störung der körperlichen und seelischen Entwicklung", so Dr. Roth. "Eine chronische Krankheit bedeutet ja Einschränkungen für die ganze Familie: häufige Arztbesuche, ein Mehr an Betreuung und Aufmerksamkeit." Der Kinder-Rheumatologe staunt immer wieder, wie positiv viele Kinder mit der Krankheit umgehen: "Man lernt viel über die Freude am Leben und den Umgang mit Problemen von ihnen."
     
    #1 27. November 2005
    Zuletzt bearbeitet: 12. Januar 2006
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